Anpassungs­qualifizierung: Führungs­kompetenzen in der Medizinischen Dokumentation

Wir führen unter anderem Studien durch, um die Therapien für die Kinder immer besser zu machen.

Studienarbeit ist Teamarbeit

Die Medizinische Dokumentarin Susanne Ellinger (45) ist Spezialistin rund um medizinische Daten und deren Aufbereitung. Um verantwortungsvolle Aufgaben als Teamleiterin zu übernehmen, absolvierte sie ein Führungsseminar.

In der Pädiatrischen Onkologie am Universitätsklinikum Regensburg versorgen Ärzte und Pflegekräfte Kinder mit Krebserkrankungen. Neben den täglichen Visiten, Medikamentengaben und Therapien gibt es in der Fachabteilung einen weiteren Aufgabenbereich: die medizinische Evaluierung von Behandlungen. Das ist das Spezialgebiet von Medizinischen Dokumentaren wie Susanne Ellinger. „Wir führen unter anderem Therapieoptimierungsstudien durch, um die Therapien für die Kinder immer besser zu machen“, erklärt die 45-Jährige. Neben ihr arbeiten zwei weitere Dokumentationsfachleute in der Abteilung. Susanne Ellinger steht ihnen als Teamleiterin vor.

Mitarbeitergespräche und Videotraining

Da Medizinische Dokumentare in vielen Branchen und Institutionen arbeiten können – etwa in der Pharmaindustrie oder bei Gesundheitsämtern – ist die Berufsausbildung breit angelegt. Themen wie Personalgespräche oder Mitarbeiterführung wurden dabei nicht besprochen. Umso wichtiger war es Susanne Ellinger, eine Fortbildung zu besuchen, mit der sie sich speziell auf ihre Aufgaben als Teamleiterin vorbereiten konnte. Sie entschied sich für den zweitägigen Kurs „First-Time-Leadership“, der sich an Fachkräfte richtet, die Leitungs- und Führungsaufgaben übernehmen. Ihr Arbeitgeber unterstützte sie zeitlich und finanziell.

Die Teilnehmer lernten unter anderem, wie sie den Übergang vom Kollegen zum Vorgesetzten meistern, Mitarbeiter motivieren und Personalgespräche führen. Das trainierten die angehenden Führungskräfte unter anderem in einem Rollenspiel, das per Video aufgezeichnet und anschließend von den Teilnehmern analysiert wurde: „Das war schon etwas komplett Neues, sich selbst zu beobachten und die eigene Gestik und Mimik zu sehen.“ Susanne Ellinger erwarb Kenntnisse darüber, wie eine erfolgreiche Personalführung gelingen kann und welchen Einfluss allein schon die Ansprache auf die Motivation von Mitarbeitern haben kann.

Qualifikationen auffrischen

Die Qualifikationen aus ihrer Fortbildung gehören heute ebenso zum Handwerkszeug der Teamleiterin wie die Datenbank auf ihrem PC. Susanne Ellinger ist unter anderem für die Personalplanung verantwortlich und verteilt und koordiniert die Aufgaben – klinische Studien entstehen stets in Teamarbeit. Zudem ist sie Ansprechpartnerin für Rückfragen, sei es aus ihrem eigenen Team, von den Ärzten der Abteilung oder anderen Einrichtungen: „Jedes Uniklinikum hat eine eigene Studie zu einer bestimmten Krankheit. Diese Studien werden verteilt, damit alle Ärzte von den Ergebnissen profitieren.“ Gibt es Fragen zu den publizierten Resultaten, dann prüft Susanne Ellinger die Angaben oder bereitet weitere Datenabfragen vor.

Trotz ihrer fundierten Fachkenntnisse bildet sich Susanne Ellinger regelmäßig weiter. Sie hat etwa mehrere Fortbildungen für die Dokumentationsarbeit in Zusammenhang mit medizinischen Studien und Evaluierungen besucht. „Jeder Mitarbeiter an klinischen Studien muss gewisse Qualifikationen mitbringen und auffrischen. Dazu sind wir sogar gesetzlich verpflichtet“, sagt die Dokumentarin. Und was ihr besonders gut an ihrem Beruf gefalle? „Zu wissen, dass durch unsere Arbeit Krankheiten besser behandelt werden können – das ist der schönste Lohn.“

Informationen

Finden Sie Bildungsangebote in Ihrer Nähe im KURSNET:

http://bfi.plus/8345