Anpassungs­qualifizierung: Fall­management (Case Management)

Ich helfe und unterstütze in allen gesundheitsrelevanten Bereichen.

Experte für Reintegration

Seit seiner Fortbildung im Bereich Case Management begleitet Jürgen Schwarz (49) Patienten mit psychischen Störungen auf ihrem Weg zurück ins Arbeitsleben.

Die ViaMed mit Sitz in Stuttgart ist ein medizinischer Dienstleister im Bereich Gesundheitswesen, zu dessen Auftraggebern unter anderem mehrere private Krankenkassen gehören. Die Aufträge verteilt das Unternehmen an Case Manager in ganz Deutschland. Dazu gehört auch Jürgen Schwarz, der für das Gebiet Saarbrücken zuständig ist. Der 49-Jährige kümmert sich vor allem um die sogenannten F-Diagnosen. „Das sind Menschen, die unter einem Burn-out oder einer Depression leiden.“

Jürgen Schwarz ist ausgebildeter Krankenpfleger; heute lautet die Berufsbezeichnung Gesundheits- und Krankenpfleger. In der Vergangenheit war er unter anderem bei einer Klinik für psychosomatische Erkrankungen tätig, wo er Berufserfahrung im Bereich Case Management sammelte. Damit passte er perfekt ins Anforderungsprofil seines heutigen Arbeitgebers, der für die Eröffnung eines neuen Geschäftszweiges noch Mitarbeiter brauchte. Jürgen Schwarz bekam das Angebot, an einer Fortbildung zum Case Manager teilzunehmen.

Von Ethik bis Qualitätssicherung

Die einjährige Fortbildung absolvierte er in Teilzeit am Berufsfortbildungswerk in Stuttgart. In einem ersten Teil, der Grundqualifikation, beschäftigten sich die Teilnehmer mit den Funktionen und Konzepten des Case Managements. Auch die Themen Qualitätssicherung und Ethik standen auf dem Lehrplan.

In der Aufbauqualifikation ging es um rechtliche, betriebliche und organisatorische Rahmenbedingungen, Konfliktmanagement und Datenschutz. Darüber hinaus vertieften Jürgen Schwarz und die anderen Teilnehmer ihr Wissen im Bereich der Falladministration und der Dokumentation. Nicht zuletzt ging es in der Fortbildung um die Bedeutung von Supervision.

Die Kurse fanden abends und am Wochenende statt, darüber hinaus absolvierte Jürgen Schwarz mehrere Praktika in Kliniken – „alles neben dem Beruf“, betont er. Die Kosten für die Fortbildung übernahm sein Arbeitgeber, der ihn darüber hinaus für die Praktika freistellte.

Beratung mit Herz und Seele

Heute begleitet der Case Manager Langzeitpatienten zurück ins Arbeitsleben: „Ich bin das Verbindungsglied zwischen den Krankenkassen und den Kranken. Ich helfe und unterstütze in allen gesundheitsrelevanten Bereichen.“ Seine Patienten besucht er meist in ihrem Zuhause. In der Regel hilft er ihnen ein Jahr lang dabei, ihren Weg zurück in den Beruf oder in die Familie zu finden. „Ich gebe den Patienten oft Hausaufgaben, damit sie lernen, ihren Alltag wieder zu strukturieren.“ Bei seiner Arbeit achtet er immer auf die individuellen Bedürfnisse der Patienten: „Manche brauchen die Vermittlung spezieller Ärzte, andere wünschen sich Kontakte zu Selbsthilfegruppen. Mit allen führe ich Beratungsgespräche.“ Die Entwicklungen und Fortschritte der von ihm betreuten Patienten dokumentiert er sorgfältig.

Neben Kenntnissen im Bereich der Psychologie und Therapie ist für die Arbeit als Case Manager Fingerspitzengefühl gefragt. Darüber hinaus ist der Kontakt zu Selbsthilfegruppen von Vorteil. Ein Führerschein sowie ein eigenes Auto sind nicht zwingend erforderlich, erhöhen aber die Flexibilität. Wichtig sei aber vor allem, dass man „mit Herz und Seele dabei ist“. Mit seinem Beruf ist Jürgen Schwarz sehr zufrieden: „Es erfüllt mich, zu sehen, dass in 90 Prozent aller Fälle eine Reintegration in das Berufs- und Familienleben erfolgreich ist.“

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