Anpassungs­qualifizierung: Fachenglisch

Ich lerne fast automatisch bei unseren Aufgaben und im Austausch mit den Kollegen.

Fachenglisch, fehlerfrei

Um mit Lieferanten und Produktionsstätten im Ausland professionell kommunizieren zu können, erweitert die Textil- und Modeschneiderin Stefanie Marschik (31) ihre fachbezogenen Englischkenntnisse im Rahmen eines Lehrgangs.

Nach ihrer Ausbildung zur Modeschneiderin – der Beruf heißt seit 2015 „Textil- und Modeschneiderin“ – wurde Stefanie Marschik von ihrem Ausbildungsbetrieb, der bugatti GmbH im westfälischen Herford, übernommen. Dort wurde ihr im Laufe der Zeit schrittweise mehr Verantwortung im Qualitätsmanagement übertragen. Zu ihren Aufgaben gehört unter anderem die Kommunikation mit Produktionsstandorten in anderen Ländern. „Wir schreiben und erhalten viele E-Mails auf Englisch, zum Beispiel mit Produktionsunterlagen.“ Weil man dafür viele Fachvokabeln kennen muss, bot ihr Chef seinen Angestellten an, an einem Fachenglisch-Kurs teilzunehmen. „Weil ich für meine Aufgaben umfassend qualifiziert sein wollte, habe ich sofort zugesagt“, sagt die 31-Jährige.

Übungen mit echten Fällen

Das Fremdsprachentraining, das jeweils an den Montagnachmittagen im Unternehmen stattfindet, leitet ein Dozent des Kursanbieters Antipolis aus Bielefeld. Das Angebot ist zeitlich nicht begrenzt, die Mitarbeiter können es fortwährend nutzen. Anderthalb Stunden dauert der Kurs im internen Besprechungsraum. „Davon werden 45 Minuten als Arbeitszeit gerechnet und 45 Minuten als Freizeit“, erklärt Stefanie Marschik. Die Kosten für den Lehrgang trägt ihr Arbeitgeber. Bereits seit anderthalb Jahren nimmt die Modeschneiderin daran teil, gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen. „Zu Beginn gab es einen Einstufungstest, aus dem sich dann vier Kurse entwickelt haben – jeweils zwei für Anfänger und für Fortgeschrittene“, berichtet sie. „Außerdem haben wir uns nach Arbeitsbereichen aufgeteilt, denn die Kaufleute brauchen andere Formulierungen als wir im Bereich Qualität und Technik.“

Der Unterricht orientiert sich zwar an einem Fachbuch, ist aber sehr praxisnah. „Wir sprechen sehr viel“, sagt Stefanie Marschik. Die Dozenten bringen aktuelle Fachtexte zu Bekleidungsthemen mit und gehen bei Bedarf auch praktische Beispiele durch, die die Teilnehmer im Laufe der vergangenen Woche erlebt haben. Dazu gibt es Grammatikübungen und ein paar Hausaufgaben. „Ich lerne fast automatisch bei unseren Aufgaben und im Austausch mit den Kollegen“, erzählt sie.

Kommunikation mit Werken im Ausland

Als Assistentin im Bereich Qualitätsmanagement nutzt Stefanie Marschik täglich Fachenglisch. Durch das Training geht ihr die Arbeit mittlerweile leichter und flüssiger von der Hand. „Meine E-Mails sind professioneller geworden“, sagt sie, „und ich weiß jetzt sofort, wie ich Begriffe wie ‚Verstürznaht‘ übersetzen muss.“

Wenn Warenlieferungen aus internationalen Werken eintreffen, überprüft sie diese akribisch auf Qualität, Verarbeitung und auf den Aspekt der Nachhaltigkeit und erstellt die Produktionsunterlagen – insbesondere für die asiatischen Partner oft in englischer Sprache. Fehler – zum Beispiel eine Naht mit der falschen Stichlänge – klärt sie mit dem Lieferanten per E-Mail oder auch mal telefonisch. Dabei darf es keine Missverständnisse geben. „Es darf auf keinen Fall passieren, dass ein Fehler in die Serienproduktion kommt“, betont sie. Zu ihrem Beruf gehören auch gelegentliche Reisen: „Bei Klärungsbedarf besuchen wir auch mal einen Standort im Ausland.“

Auf laufende Fortbildung legt sie großen Wert – genau wie ihr Arbeitgeber. „Ich habe auch schon Weiterbildungen zu Themen wie Arbeitsplatzgestaltung und Organisation, zu Materialien oder zu Arbeitstechniken gemacht“, erzählt sie. „Und auch beim Fachenglisch bleibe ich weiterhin dabei.“

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