Anpassungs­qualifizierung: Diamant­gravierung

Es ist ein Vorteil, dass man noch genauer erklären kann, welche Steine man verkauft.

Wie man Diamanten bewertet

Der „König der Edelsteine“ ist eine Wissenschaft für sich. Um eine noch umfassendere Beratungsleistung in ihrem Juweliergeschäft anbieten zu können, eignete sich Heike Loose (51) zusätzliche Kenntnisse im Bereich Diamantgraduierung an.

Diamantgraduierung – das ist eine Aufgabe, die Expertenwissen erfordert. Es geht dabei darum, die wertvollen Steine nach mehreren Kriterien zu bewerten und zu klassifizieren. Um ihr Wissen auf diesem Gebiet zu vertiefen, absolvierte Heike Loose ein fünftägiges Seminar. „Diamanten sind äußerst speziell“, erläutert die Gold- und Silberschmiedemeisterin. „Anders als bei den Farbedelsteinen gibt es klare Kategorien, in die sie einzuordnen sind.“ Die Kenntnisse aus der Schulung kommen ihr bei der Kundenberatung in ihrem Goldschmiedeatelier in Linsengericht bei Frankfurt am Main zugute.

Schliff, Reinheit, Farbe und Gewicht

In der Schulung ging es um die Geschichte des Diamanten und um die Lagerstätten, in denen die Steine vorkommen. Im Mittelpunkt standen die vier Kriterien, nach denen Diamanten graduiert werden: Schliff, Reinheit, Farbe und Gewicht. „Es war eine sehr intensive Einführung in die Materie“, erinnert sich Heike Loose. Neben dem theoretischen Unterricht standen auch praktische Übungen auf dem Lehrplan, bei denen die Teilnehmer selbst Diamanten untersuchten. „Wir haben die Steine mit einer Lupe in zehnfacher Vergrößerung begutachtetet, um Schliff und alle Symmetriemerkmale zu bewerten.“

Die Kursgebühren in Höhe von 600 Euro trug Heike Loose selbst. Hinzu kamen Fahrtkosten und die Übernachtung vor Ort. Während des Seminars ließ sich die Meisterin von einer Mitarbeiterin vertreten.

Die Investition machte sich im Berufsalltag schnell bezahlt, vor allem in der Kundenberatung profitiert sie von dem neuen Wissen: „Es bringt den Vorteil, dass man noch genauer erklären kann, welche Steine man verkauft und wo die Unterschiede liegen – auch wenn sie für Außenstehende kaum zu erkennen sind.“ Wünscht etwa eine Kundin eine Neuanfertigung oder Umarbeitung eines Schmuckstücks mit Brillanten, erklärt Heike Loose, welche Qualität der gewünschte Diamant hat und warum zum Beispiel ein Stein kleiner ist als der andere und trotzdem mehr kostet. „Ich kann nun eine qualitativ hochwertigere Beratung anbieten“, sagt sie.

Zwischen Werkstatt und Verkaufsraum

Die meisten ihrer Schmuckstücke stellt Heike Loose gemäß Auftrag her. Mal fertigt sie besondere Trauringe für den schönsten Tag im Leben, mal ein kostbares Geschenk, mal gestaltet sie geerbten Schmuck um. Ihr erweitertes Wissen nutzt sie auch, um den Wert der Steine einzuschätzen. Eine sorgfältige Vorgehensweise ist wichtig, um die feinen Unterschiede zu erkennen.

Vormittags arbeitet Heike Loose in der Werkstatt, die Nachmittage verbringt sie im Ladengeschäft – und wechselt dafür ihre Kleidung. In der Werkstatt kann eine Hose auch mal schmutzig werden, während im Verkauf ein gepflegtes Äußeres angebracht ist. „Meine Kunden schätzen es aber, dass ich selbst ihre Stücke anfertige, und haben dafür Verständnis, wenn ich gerade aus der Werkstatt komme“, sagt die Meisterin.

Um noch tiefer in die Materie einzusteigen, besuchte sie im Anschluss zusätzlich noch weitere Seminare zum Thema Diamanten sowie einen Lehrgang zum Thema Edelsteinkunde. „Damit bin ich gerüstet für Gutachteraufgaben, doch es kommt auch sehr auf Erfahrung an, die ich nun weiter sammeln möchte“, betont die Gold- und Silberschmiedemeisterin.

Informationen

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