Anpassungs­qualifizierung: CNC-Steuerung und -Programmierung

Man braucht einfach die Hintergrundinformationen, um wirklich effizient mit der Maschine umgehen zu können.

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Tischlern mit Software

In vielen Bereichen der Holzverarbeitung kommen computergesteuerte Fertigungsmaschinen zum Einsatz. In einer Schulung lernte Matthias Oppel (28), wie man eine solche Maschine programmiert und bedient.

Matthias Oppel arbeitet seit seiner Berufsausbildung zum Tischler im Familienbetrieb, der Schreinerei Oppel GmbH & Co. KG. „Wir stellen in erster Linie Möbel her und sind unter anderem im Objektbau für die Gastronomie tätig – wir fertigen zum Beispiel Caféeinrichtungen wie Theken, Eckbänke oder Tische“, sagt er. Im Rahmen seiner Tätigkeit sammelte er bereits Erfahrung im Umgang mit computergesteuerten Fertigungsmaschinen –sogenannten CNC-Maschinen. „Es geht im Groben darum, Programme für computergesteuerte Fertigungseinrichtungen zu erstellen, die Anlagen dann zu bedienen oder sich um die Arbeitsvorbereitung zu kümmern“, erklärt er. „Man muss sich das so vorstellen: Man gibt der Maschine über den Computer Daten, wie sie bestimmte Werkstücke bohren oder schneiden soll. Die Maschine bohrt dann das Loch oder setzt einen Schnitt an der richtigen Stelle.“

Die computergesteuerte Fertigung entwickelt sich kontinuierlich weiter, die Technik wird immer ausgeklügelter. Um auf dem Laufenden zu bleiben, sind regelmäßige Fortbildungen besonders wichtig. Als in Matthias Oppels Betrieb eine neue Fertigungsmaschine angeschafft wurde, ließ er sich, zusammen mit fünf Kollegen, vom Hersteller im Umgang damit schulen.

Einweisung an der neuen Maschine

„So eine Einweisung über die Besonderheiten einer Maschine wird bei einer Neuanschaffung fast immer angeboten“, erklärt Matthias Oppel. „Die Bedienung solcher Maschinen ist schon etwas kompliziert und es gibt viele empfindliche Teile, die leicht kaputtgehen können.

Die dreitätige Schulung fand beim Maschinenhersteller SCM in Nürtingen statt. Den Teilnehmern wurden Kenntnisse im Bereich der Steuerung und Wartung der neuen CNC-Maschine vermittelt. Ein Schwerpunkt lag auf den Besonderheiten der Konfiguration: So wurde erläutert, wie Voreinstellungen bereits im Büro vorgenommen und mittels spezieller Software in die Werkstatt übertragen werden können. „Außerdem wurden wir über neue Werkzeuge und neue Möglichkeiten der Programmerstellung und -anwendung informiert.“ Die Teilnehmer hatten anschließend die Möglichkeit, selbst den Umgang mit der Maschine zu üben. Die Schulung war für sie kostenlos, zudem wurden die drei Fortbildungstage vom Arbeitgeber als Arbeitszeit anerkannt.

Arbeitsabläufe vom Büro aus steuern

Inzwischen arbeitet Matthias Oppel vorwiegend mit der neuen Fertigungsmaschine. Seit der Anschaffung hat sich sein Arbeitsalltag verändert: „Ich bin jetzt viel mehr im Büro als vorher.“ Mittlerweile nimmt er alle Voreinstellungen dort vor und übermittelt sie an die Kollegen in der Werkstatt. Das in der Schulung erworbene Wissen erachtet er als besonders wertvoll: „Man braucht einfach die Hintergrundinformationen, um wirklich effizient mit der Maschine umgehen zu können.“

Die generellen Aufgaben des 28-Jährigen variieren, ebenso wie der jeweilige Arbeitsort. „Je nach Bedarf plane ich Objekte im Büro und programmiere die CNC-Maschine – oder ich bin in der Werkstatt beziehungsweise der Fertigung.“ Für seinen Beruf seien verschiedene Kompetenzen gefordert, wie Matthias Oppel betont. „Man sollte mathematisch fit sein, über ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen verfügen und vor körperlicher Arbeit nicht zurückschrecken.“ Und natürlich muss man bereit sein, sich immer wieder mit neuen Techniken auseinanderzusetzen, etwa im Rahmen von Fortbildungen.

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