Anpassungs­qualifizierung: Automatisierungs­software

Ich wollte gut gerüstet in meinen neuen Tätigkeitsbereich starten.

Maßgeschneiderte Maschinen

Elektrotechnikermeister Marcel Paschke (34) hat vor Kurzem einen neuen Aufgabenbereich übernommen: Er beschäftigt sich mit der Steuerungssoftware von Maschinen. Das Wissen dazu erwarb er in einem mehrwöchigen Kurs.

Automatisierte Fertigungsstraßen sind aus modernen Industriebetrieben nicht mehr wegzudenken. Damit das komplexe Zusammenspiel von Sensorik, Mechanik und Steuerungssoftware reibungslos funktioniert, ist viel Know-how nötig. Das weiß auch Marcel Paschke: Der 34-Jährige ist Elektrotechnikermeister bei der Firma Ergo-Tec im bayerischen Wilhelmsdorf. Das Unternehmen ist auf Sondermaschinenbau, Fördertechnik und hochwertige Medizingeräte spezialisiert. Den Bereich rund um die Automatisierungssoftware hatten bislang Kooperationspartner übernommen. In Zukunft wird dies einer der Aufgabenbereiche von Marcel Paschke sein. „Bislang hatte ich mit der Steuerungssoftware nur wenig zu tun“, erklärt der Elektrotechnikermeister. „Ich wollte aber gut gerüstet in meinen neuen Tätigkeitsbereich starten.“ Daher entschied er sich, einen entsprechenden Lehrgang zu besuchen.

Kenntnisse in Hard- und Software

Die Schulung im Bereich Automatisierungstechnik/SPS-Technik fand am etz-Bildungszentrum in Aalen statt. Die Fortbildung gliederte sich in drei Themenblöcke, die jeweils fünf Unterrichtstage umfassten und alle acht Wochen stattfanden. Für diese Präsenzphasen wurde Marcel Paschke von seinem Arbeitgeber freigestellt. Dieser übernahm auch die Kosten in Höhe von insgesamt rund 4.000 Euro.

Der erste Themenbereich beinhaltete die Grundlagen der speicherprogrammierbaren Steuerung (SPS). Dazu gehörten neben der Bedienung der entsprechenden Software auch erste Programmierübungen. Im zweiten Teil standen erweiterte Funktionen des Programms im Mittelpunkt, etwa die sogenannten Bibliotheken. „Diese Bibliotheken sind sehr praktisch: Darüber kann ich gespeicherte Steuerbefehle nach Bedarf abrufen, anstatt diese immer wieder neu schreiben zu müssen.“ Im letzten Teil wurden den Teilnehmern vor allem Kenntnisse im Bereich Regelungstechnik vermittelt – beispielsweise, wie Sensoren, Messgeräte und Motoren zusammenspielen. „Besonders gut war, dass wir die Theorie in Einzel- oder in Gruppenaufgaben auch selbst in der Praxis anwenden konnten“, ergänzt Marcel Paschke. Den Abschluss des Lehrgangs bildeten eine theoretische und eine praktische Prüfung.

Systeme nach Kundenwunsch

Während Marcel Paschke vorher vor allem die Fertigung geplant und überwacht hatte, arbeitet er nun enger mit den Kunden zusammen: „Mein Ziel ist es, deren Wünsche noch besser erfüllen zu können.“ Die Planungsphase steht am Anfang eines Projekts. Ein Kollege aus der Konstruktionsabteilung bespricht zunächst mit den Kunden, welche Eigenschaften und Funktionen die jeweilige Maschine erfüllen soll. Marcel Paschke setzt diese Vorgaben anschließend in Befehlsfolgen um. Jede Bewegung und jeden Arbeitsschritt simuliert der Experte mithilfe der Software am Computer. „So kann ich Fehler schnell entdecken. Zudem kann ich so auch dem Kunden zeigen, wie der endgültige Durchlauf aussehen wird, und darüber hinaus besser auf Änderungswünsche eingehen.“

Doch neben dem Wissen für softwareseitige Arbeiten hat sich Marcel Paschke durch seine Schulung einen weiteren neuen Arbeitsbereich erschlossen und wird in Zukunft auch im Außendienst arbeiten. „Ich begleite neue Aufträge also nicht nur bei der Planung im Büro, sondern führe sie durch die Inbetriebnahme vor Ort auch zu Ende.“

Informationen

Finden Sie Bildungsangebote in Ihrer Nähe im KURSNET:

http://bfi.plus/2738