Ambulanter Pfleger

In der ambulanten Pflege sind wir Gäste bei den Patienten.

Mit Empathie dabei

Ohne sie ginge es in vielen Haushalten nicht mehr: ambulante Pfleger und Pflegerinnen. Dirk Jovanovic (37) ist einer von ihnen. In seinem Beruf übernimmt er planerische, organisatorische und pflegerische Aufgaben.

Im Vitalis Krankenpflegedienst Köln arbeitet Dirk Jovanovic sowohl als ambulanter Pfleger als auch als Geschäftsführer: „Ich werde den Familienbetrieb in absehbarer Zeit ganz übernehmen, möchte jedoch auch weiterhin in der Pflege mitarbeiten“, betont der 37-Jährige, der zusammen mit seinen 15 Mitarbeitern, deren Arbeit er koordiniert, rund 120 Patienten in einem Zehn-Kilometer-Umkreis versorgt: „Kurze Anfahrtswege sind wichtig, um schnell Hilfe leisten zu können.“ Durch die Arbeit von ambulanten Pflegern werde es älteren, teils kranken und gebrechlichen Menschen unter anderem ermöglicht, weiterhin in ihrem häuslichen Umfeld zu leben.

Die Touren starten morgens um 7 Uhr mit den Insulinpatienten: Es wird der Blutzucker gemessen und es werden Injektionen nach ärztlicher Vorgabe verabreicht, bevor die Patienten frühstücken. Möchte jemand erst um die Mittagszeit frühstücken, werden die Touren dementsprechend angepasst: „In der ambulanten Pflege sind wir nur Gäste bei den Patienten, an deren Lebensrhythmus wir uns bei der Arbeit halten“, sagt Dirk Jovanovic. Zu den Aufgaben gehört auch die Grundpflege, etwa das Waschen und die Inkontinenzversorgung. In jedem Fall müssen sich die Pfleger mit den Patienten, deren Persönlichkeit und individueller Situation auseinandersetzen und auf körperliche und seelische Bedürfnisse eingehen.

Kenntnisse für die Altenpflege

Bereits seit Schultagen hilft Dirk Jovanovic im Familienbetrieb mit. Beruflich war er zunächst aber in einem anderen Bereich tätig – nämlich in der sozialen Arbeit mit Jugendlichen in städtischen Brennpunkten. Schließlich wechselte er ganz in den Pflegebereich und absolvierte eine Ausbildung zum Altenpflegehelfer: „Um etwa eine Blutdruckmessung, das Verabreichen von Medikamenten oder die Blutzuckermessung selbst durchführen zu können, war die Qualifikation Voraussetzung.“ Im Rahmen von Seminaren beschäftigte er sich mit den Krankheitsbildern, den Wechselwirkungen von Medikamenten, mit Applikationsformen und Erster Hilfe, aber auch mit Pflegedokumentation und dem Krankenpflegeprozess. Während eines Praktikums wurde er dann von einer examinierten Fachkraft bei den pflegerischen Maßnahmen begleitet und angeleitet. Heute geht der ambulante Pfleger handlungssicher und mit fundierter Fachkompetenz an seine Aufgaben.

Beratung ist Eckpfeiler

Neben den eigentlichen Behandlungen und einer sorgfältigen Dokumentation, die sowohl mittels Patientenakten als auch mit mobilen Geräten erfolgt, kümmert sich Dirk Jovanovic zusammen mit seinem Vater auch um die Pflegeplanung und die Abrechnung mit den Krankenkassen. Außerdem stelle die Beratung der Angehörigen einen wichtigen Pfeiler in der ambulanten Pflege dar: „Natürlich sind Menschen unterschiedlich engagiert im Umgang mit ihren kranken Familienmitgliedern. Manche können mit der Situation, etwa bei Demenzpatienten, schwer umgehen oder schämen sich sogar."

Dirk Jovanovic geht mit Empathie und fachlichen Kenntnissen auf die Ängste und Sorgen der Menschen ein und versucht, sie so weit wie möglich in die Pflege einzubinden. Teilweise betreue man Patienten und Angehörige über lange Zeit: „Einen Schlaganfallpatienten begleite ich bereits seit 20 Jahren. In diesem Beruf kann man Beziehungen aufbauen und davon profitieren.“

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/15615