Verkehr und Logistik

Master, Weiterbildung

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Durchstarten und aufsteigen!

Ein Studienabschluss öffnet dir viele Türen. Um Spezialwissen zu erwerben oder fachlich up to date zu bleiben, lohnt es sich, weiterzulernen.

Dabei stehen dir verschiedene Wege offen – etwa ein Masterstudium, das es dir ermöglicht, dich vertieft mit Inhalten auseinanderzusetzen, dich fachlich zu spezialisieren oder dich sogar in eine neue Fachrichtung zu orientieren. Im Anschluss daran ist auch noch eine Promotion möglich. Ob du den Master direkt an den Bachelor anschließt oder zunächst einige Jahre Praxiserfahrung sammelst, bleibt dir überlassen. Aber auch berufliche Weiterbildungen eröffnen dir je nach Arbeitsfeld neue Perspektiven – etwa Trainee-Programme direkt nach dem Studium oder berufsbegleitende Kurse und Seminare. <<

Management mit Spezialgebiet Autos

Timo Viereckl (26) setzt das an der Hochschule erworbene Wissen direkt in die Praxis um. Er studiert berufsbegleitend Automotive Management.

Der Praxisbezug war für den 26-Jährigen ausschlaggebend: „Ich finde es wichtig, dass ich die Inhalte aus dem Studium direkt erproben und im Idealfall auch umsetzen kann“, erklärt er. Zeitgleich mit Beginn des fünfsemestrigen Masterstudiums an der Fachhochschule Bergisch Gladbach startete Timo Viereckl als Werkstudent beim Volkswagen-Tochterunternehmen „Volkswagen Zubehör GmbH“ im Vertrieb und im Controlling. Seine Tätigkeit mündete später in eine feste Stelle im Vertriebsbereich Felgen: „Felgen zum Nachrüsten sind meiner Ansicht nach ein emotionales Produkt, und genau das war mein Ziel: ein Produkt zu betreuen, für das ich mich persönlich interessiere."

Aus Interesse für Betriebswirtschaft und insbesondere für die Autowirtschaft hatte sich Timo Viereckl nach dem Abitur für das duale Bachelorstudium „Betriebswirtschaft und Automotive“ an der Fachhochschule Bergisch Gladbach entschieden. Das Masterstudium schloss er direkt an, die Kosten für die Studiengebühren kann er durch die parallele berufliche Tätigkeit abdecken. Betriebswirtschaft bildet die Grundlage des Studiums, worauf als Spezialisierung das Automobilmanagement aufbaut. Dazu gehören Module wie Strategiefindung, das Wissen über Globale Trends und Märkte der Automobilindustrie, Controlling, Marketing sowie Produkt- und Preismanagement.

„Wir haben zu Beginn jedes Semesters Präsenzzeiten und zusätzlich an jedem zweiten Samstag Vorlesungen“, erklärt Timo Viereckl. Sein Arbeitgeber stellt ihn für den Unterricht frei. „Den weiteren Stoff eignen wir uns durch abendliches E-Learning, das ebenfalls zweiwöchentlich stattfindet, an.“ Im fünften und letzten Semester schreibt Timo Viereckl seine Masterthesis zum Thema „Entwicklung eines marktorientierten Produkt- und Preiskonzeptes“. <<

Motivation:

Vertiefung der Inhalte aus dem Bachelor­studium, Vorbereitung auf Aufgaben im Management

siehe auch Arbeitswelt:

Fahrzeugtechnik, Luft- und Raumfahrttechnik, Schiffstechnik
Verkehrsplanung, Verkehrsmanagement

BERUFENET:

Auto­mobil­wirtschaft, Auto­motive Management

Aufstieg in der Luftfahrt

Doron Levy (31) arbeitet im Sicherheitsbereich am Frankfurter Flughafen. Um seine Kenntnisse zu erweitern, studiert er nebenberuflich Aviation Management.

Doron Levy absolvierte zunächst ein Studium der Linguistik und Asienstudien in seiner Heimatstadt Tel Aviv und später in Deutschland. Während dieses Studiums arbeitete er aber bereits im Bereich Luftfahrtsicherheit – und kam auf diesem Wege in die Branche. Für den Masterstudiengang Aviation Management an der Frankfurt University of Applied Sciences entschied er sich dann, um seine Kenntnisse zu erweitern: „Zusätzlich zum Job wollte ich mich persönlich weiterentwickeln“, sagt der 31-Jährige. „In meinem Studium erlange ich jetzt die Qualifikation für eine Führungsposition in der internationalen Luftfahrt, zum Beispiel bei einer Airline oder an einem Flughafen.“ Inhalte des komplett in englischer Sprache gehaltenen Studiengangs sind beispielsweise Airline Management, Marketing, Finanzierung und Statistik.

„Ich arbeite während des Studiums normal weiter“, erzählt Doron Levy. „Es ist als berufsbegleitendes Teilzeitstudium aufgebaut und so strukturiert, dass das problemlos geht.“ Es gibt einen jeweils zweiwöchigen Vorlesungsblock am Anfang und Ende des Semesters. „Dazwischen bereiten wir uns im Selbststudium auf den nächsten Block vor, arbeiten an Papers und gehen arbeiten; alle Kommilitonen sind bereits in der Luftfahrtindustrie tätig.“ Zwei der insgesamt acht Blöcke finden im Ausland statt. „Das Studium kostet knapp 20.000 Euro“, sagt Doron Levy. „Dazu kommen die Semestergebühren der Hochschule und die Reisekosten."

Sein Ziel ist es, in das Traineeprogramm der Lufthansa Cargo aufgenommen zu werden. „Da ich bereits als Wissenschaftlicher Mitarbeiter für Luftfahrtsicherheit tätig bin und Forschungsergebnisse publiziert habe, würde ich zudem gern irgendwann promovieren und meine akademischen und berufspraktischen Erfahrungen miteinander verknüpfen.“ <<

Motivation:

Weiter­entwicklung in Richtung Führungs­position

siehe auch Arbeitswelt:

Verkehrsplanung, Verkehrsmanagement

BERUFENET:

Verkehrs­betriebs­wirtschaft

Verantwortung für die Maschinen

Lars Cramme (35) hält als Zweiter Technischer Schiffsoffizier die Maschinen auf einem Gastanker in Schuss. Sein Ziel: Leiter der Maschinenanlage werden.

Von der kaputten Glühbirne bis zu einem Problem mit dem Schiffsmotor: Auf einem Tanker der Hartmann Reederei ist Lars Cramme für die Instandhaltung zuständig. Regelmäßig kontrolliert er den Zustand von Dieselmotor, Kesselanlage, Kühler und Pumpen und führt Reparaturen durch. Wenn keine Wartungsaufgaben anstehen, überprüft er beispielsweise den Stand von Wasser, Öl und Chemikalien in den Maschinen.

Im Anschluss an das Studium der Schiffsbetriebstechnik heuerte der Ingenieur als Technischer Wachoffizier bei seinem heutigen Arbeitgeber an und übernahm kleinere Reparaturen. Zwölf Monate auf See – unterbrochen von Urlaubszeiten – waren die Voraussetzung, um zum Zweiten Technischen Schiffsoffizier aufzusteigen. Nach weiteren zwölf Monaten kann man sich ein Befähigungszeugnis ausstellen lassen, das zur Leitung der Maschinenanlagen qualifiziert. Lars Cramme hat den Antrag dazu erst kürzlich bei der zuständigen Behörde eingereicht. Bis er als Leiter der Maschinenanlage eingesetzt wird, kann es aber noch dauern. Erst muss es eine freie Stelle geben – und er selbst noch mehr Erfahrung sammeln. „Die Reederei vertraut einem sehr teure Maschinen an“, sagt er. „Dafür muss man die nötige Reife mitbringen."

Der Leiter der Maschinenanlage ist für alle Maschinen an Bord verantwortlich. Er plant und überwacht die Instandhaltung. „Den Motor sollte man zum Beispiel nur warten, wenn man mit dem Schiff vor Anker liegt, da die Maschine im Hafen einsatzbereit sein muss.“ Er führt das Öl- und das Maschinentagebuch und achtet darauf, dass die Abgasvorschriften eingehalten werden. „Ich darf dem Leiter auf unserem Schiff über die Schulter schauen, damit ich mich auf diese Aufgabe vorbereiten kann“, sagt Lars Cramme. <<

Motivation:

Verantwortung übernehmen, mit großen Maschinen arbeiten

siehe auch Arbeitswelt:

Fahrzeugtechnik, Luft- und Raumfahrttechnik, Schiffstechnik

BERUFENET:

Zweite/r Technische/r Schiffs­offizier/in

Effektiv anliefern

Corinna Maas (29) promoviert im Fach Logistik über die flexible Steuerung der Materialanlieferungen eines Nutzfahrzeugherstellers.

Gegenstand von Corinna Maas’ Forschung ist die Inbound-Logistik der Automobil- und Nutzfahrzeugindustrie, sprich: die Koordination der Einzelteil-Materialflüsse für die Fahrzeugproduktion, vom Lieferanten bis zum Hersteller. „Grundsätzlich geht es darum, dass für jedes der 15.000 Teile, die für die Produktion benötigt werden, die richtige Anlieferstrategie verwendet wird – auch bei sich ändernden Bedingungen.“ Corinna Maas promoviert im Rahmen einer Kooperation zwischen dem Lehrstuhl für Fördertechnik Materialfluss Logistik der TU München und der MAN Truck und Bus AG. Das Projekt ist auf vier Jahre ausgelegt. Im Durchschnitt arbeitet sie vier Tage im Unternehmen und einen Tag an der Universität, um ihrer Lehrtätigkeit und anderen Universitätsverpflichtungen nachzukommen. „Ich arbeite viel mit Studierenden zusammen, die in ihren Abschlussarbeiten Themen meines Forschungsprojektes untersuchen“, sagt die Doktorandin.

Nach der Schule studierte Corinna Maas Betriebswirtschaft an der Universität zu Köln auf Diplom. Im Hauptstudium vertiefte sie die Fächer Supply-Chain-Management, also Management der Lieferkette, betriebliche Finanzierungslehre und Statistik als Nebenfach. Parallel dazu erwarb sie den internationalen Masterabschluss International Management, den die „Community of European Management Schools and International Companies (CEMS)“ vergibt. „Während meines Studiums habe ich viele Praktika gemacht, wollte mich aber noch nicht auf eine Fachrichtung oder eine Branche festlegen.“

Im Anschluss arbeitete sie in einem international tätigen IT- und Management-Beratungsunternehmen. „Während dieser Zeit habe ich festgestellt, dass ich mich weiterspezialisieren möchte, und mich für die Promotion beworben. Das Schöne dabei ist, dass ich hier nicht nur wissenschaftlich arbeite, sondern auch die Praxis erlebe. Die Automobilindustrie ist spannend: Sie verändert sich ständig, sodass es nie langweilig wird.“ <<

Motivation:

Logistik-Wissen vertiefen

siehe auch Arbeitswelt:

Transport, Lager und Logistik

BERUFENET:

Betriebs­wirt/in (Hoch­schule) – Logistik

Ein Studienabschluss eröffnet dir den Zugang zum Arbeitsmarkt, doch er ist keine „Dauerkarte“. Es gibt gleich mehrere Faktoren, die lebenslanges Lernen zu einem zentralen Baustein des Arbeitslebens machen.

Zunächst die Entwicklung der Industrienationen hin zu Dienstleistungsgesellschaften: Die Wünsche der Kunden ändern sich, und so ändern sich auch die Angebote und Leistungen. Auch das internationale Zusammenwachsen von wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Strukturen, die Globalisierung, verlangt von den Menschen eine Weiterentwicklung. Das betrifft etwa Fremdsprachenkenntnisse und das Verständnis für andere Kulturen. Des Weiteren führt die moderne Wissensgesellschaft dazu, dass sich Informationen viel schneller verbreiten als früher und bestehendes Wissen schneller als veraltet gilt. Gerade die Digitalisierung durch Computer und Internet wird das Arbeits- und Wirtschaftsleben weiter verändern.

Du siehst also: Wer heute studiert, kann nicht davon ausgehen, dass die erworbenen Kenntnisse in zehn Jahren noch aktuell sein werden. Ebenso wenig kann man damit rechnen, sein Leben lang dieselbe Tätigkeit auszuüben. Viele Akademiker/innen übernehmen im Laufe ihres Arbeitslebens neue Aufgaben oder wechseln den Arbeitgeber, die Branche oder sogar den Beruf.
Um dich für solche Herausforderungen fit zu halten, solltest du dein Wissen auch nach deinem Studium immer wieder aktualisieren und erweitern, beispielsweise mittels Fachliteratur. Oft genutzte Möglichkeiten sind auch berufliche Weiterbildungen und weiterführende Masterstudiengänge.

Tipp: Weiterbildungen und Masterstudiengänge kannst du später auch berufsbegleitend absolvieren. Viele Arbeitgeber unterstützen die Mitarbeiter/innen dabei, ihr Wissen zu erweitern.

Nach einem Bachelorstudium hast du die Auswahl aus zahlreichen Masterstudiengängen. Sie dauern in der Regel zwei Jahre und können kostenpflichtig sein. Oft stehen sie nur Absolventen und Absolventinnen bestimmter Fächer offen, darüber hinaus kann es Auswahlverfahren geben.

Weitere Studiengangsreportagen
Reportagen zu Masterstudiengängen findest du unter www.master.abi.de

Mögliche Fachrichtungen:

  • Automobilwirtschaft, Automotive Management

  • Betriebswirtschaftslehre, Business Administration

  • Fahrzeuginformatik, -elektronik

  • Fahrzeugtechnik

  • Infrastrukturmanagement

  • Logistik, Supply-Chain-Management

  • Luft-, Raumfahrttechnik

  • Schiffbau, Meerestechnik

  • Stadt-, Regionalplanung

  • Verkehrsbetriebswirtschaft

  • Wirtschaftsingenieurwesen

Berufliche Weiterbildungen gibt es zu den verschiedensten Themen und in unterschiedlichen Formen – ob Wochenendseminar oder mehrjähriger Lehrgang, ob berufsbegleitend oder in Vollzeit, ob auf eigene Initiative oder als unternehmensinterne Fortbildung.

Wo finde ich Weiterbildungen?
Weiterbildungsangebote findest du unter bfi.plus/kurse

Mögliche Themen:

  • Controlling

  • Elektrische Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik

  • Fertigungs-, Produktionstechnik

  • Finanz- und Rechnungswesen

  • Hydraulik, Pneumatik, Hybride Steuerungs
technik

  • Internationale Wirtschaftsbeziehungen

  • Marketing

http://berufsfeld-info.de/abi/verkehr-logistik-weiterbildung