Verkehr und Logistik

Studium (grund­ständig), Ausbildung

Hörsaal

Studieren lohnt sich!

Unter Akademikern und Akademikerinnen ist nicht nur die Arbeitslosigkeit am niedrigsten, sie besetzen auch häufiger Führungspositionen.

Welche verschiedenen Studienmöglichkeiten sich dir bieten und was in einem Studium auf dich zukommen kann, zeigen exemplarisch die folgenden Reportagen. Dabei handelt es sich natürlich nur um einen kleinen Ausschnitt aus der großen Vielfalt möglicher Studiengänge in diesem Berufsfeld.
Die Entscheidung für ein bestimmtes Studienfach und einen Hochschultyp ist jeweils abhängig von deinen individuellen Interessen, Stärken und Fähigkeiten und deinen beruflichen Zielen. Deshalb ist es wichtig, dass du dich vorher gut informierst. Doch egal wofür du dich entscheidest: Los geht es in der Regel mit dem Bachelorstudium. Danach kannst du ins Berufsleben einsteigen oder ein Masterstudium anschließen.
Übrigens entscheiden sich manche Abiturienten und Abiturientinnen auch für eine Berufsausbildung anstelle eines Studiums. Ebenfalls angeboten werden duale Studiengänge, die eine akademische Ausbildung mit einer Berufsausbildung oder Praxisphasen in einem Unternehmen verbinden. <<

Weg der Waren

Logistische Abläufe faszinieren Franziska Walke (22): Sie studiert Verkehrsbetriebswirtschaft und Logistik im dritten Semester.

Franziska Walke hat sich bewusst für ein Studium entschieden, das sich mit logistischen Prozessen beschäftigt: „Ich finde es spannend, wie verschiedene Produkte ihren Weg in die Regale finden“, erzählt sie. „Auch während meiner Berufsausbildung zur Friseurin wurde ich mit logistischen Abläufen konfrontiert, zum Beispiel in Form von Materialbestellungen.“ Und dank der Ausbildung kann sie neben dem Studium, das an der Hochschule Heilbronn stattfindet, Geld verdienen. „Die Vorlesungen ähneln einem Schulunterricht im Klassenverband mit etwa 60 Kommilitonen“, berichtet sie.

Im Grundstudium wird vor allem Basiswissen vermittelt. Themen sind unter anderem die allgemeine Betriebswirtschaftslehre, Einführung in die Verkehrsbetriebswirtschaft und Logistik, Statistik, Mathematik und Wirtschaftsprivatrecht. Im Hauptstudium können die Studierenden zwischen zwei Vertiefungen wählen: Verkehrslogistik und logistische Dienstleistungen sowie Industrie- und Handelslogistik. „Ich habe mich für Industrie- und Handelslogistik entschieden, da ich mir vorstellen kann, nach dem Studium im Logistikbereich der Kosmetikindustrie zu arbeiten“, erklärt Franziska Walke. Die Vertiefung geht auf die Beschaffungs-, Produktions- und Distributionslogistik in Unternehmen ein. Vorlesungen wie „Management logistischer Dienstleistungen“ oder „Transportplanung“ vermitteln Fachwissen, um nach dem Studium in Speditionen, an Flughäfen oder Binnenhäfen arbeiten zu können.

Ab dem vierten Semester besteht die Möglichkeit, sich für ein weiteres Ergänzungsfach zu entscheiden. Zur Auswahl stehen Controlling, Marketing, Personenverkehr, Personalführung und Unternehmensrecht sowie das jeweilige nicht gewählte Vertiefungsfach. Franziska Walke tendiert zu Controlling. Ihr Praxissemester plant sie im niederländischen Zwolle, um verhandlungssicheres Englisch sprechen zu lernen, bevor sie dann die Bachelorarbeit in Angriff nimmt. <<

Interessen:

logistische Abläufe, Güter­verkehr, Wirtschaft, Mathematik und Statistik

siehe auch Arbeitswelt:

Transport, Lager und Logistik

BERUFENET:

Verkehrs­betriebs­wirtschaft

Dual abheben

Martin Storzer (21) möchte später als Flugversuchsingenieur arbeiten und absolviert deshalb den Bachelorstudiengang Luftfahrttechnik.

Nachdem er verschiedene Praktika gemacht hatte, entschied sich Martin Storzer für ein duales Studium der Luftfahrttechnik. Derzeit ist er an der Technischen Hochschule Ingolstadt im vierten Semester. Insgesamt hat das Studium sieben Semester, wobei in den ersten beiden Semestern grundlegende Kenntnisse etwa aus Bereichen wie Statik und Dynamik vermittelt werden. „Ab dem dritten Semester geht es speziell um die Luftfahrttechnik, und es kommen Inhalte wie Aerodynamik, Avionik und Flugmechanik dazu“, sagt der 21-Jährige. „Die letzten beiden Semester dienen der Spezialisierung. Man kann sich Schwerpunkte setzen wie Wartung und Instandhaltung, Flugzeugbau oder Antriebstechnik."

Martin Storzer gehört zu zehn von insgesamt 30 Kommilitonen, die dual studieren. „Das bedeutet, dass ich in Vollzeit an der Uni bin und studiere, aber in den Semesterferien in der Firma arbeite, in der ich angestellt bin“, sagt der Student. Damit ist die Finanzierung des Studiums gesichert. „Ich arbeite bei der Firma Airbus Defence and Space, die unter anderem für die Wartung von Bundeswehrmaschinen zuständig ist. Da konnte ich in der Instandhaltungsabteilung der Transall C-160 mitarbeiten und in anderen Abteilungen sowohl konstruktive als auch ingenieurwissenschaftliche Aufgaben übernehmen.“

Nach dem Abschluss gibt es viele Möglichkeiten: „Man kann an Flugzeugen mitkonstruieren, bei einer Airline die Wartung betreuen oder bei einem Zulieferer arbeiten“, erläutert Martin Storzer. Er selbst will unbedingt noch den Master machen. „Mein Traum wäre, später als Flugversuchsingenieur zu arbeiten; man erstellt unter anderem Flugpläne mit den Manövern, die von Testpiloten geflogen werden.“ <<

Interessen:

Mathematik, Technik und Luftfahrt

siehe auch Arbeitswelt:

Fahrzeugtechnik, Luft- und Raumfahrttechnik, Schiffstechnik

BERUFENET:

Luft-, Raum­fahrt­technik

Von A nach B

Giuliana Fidali (22) macht eine Ausbildung zur Kauffrau für Spedition und Logistikdienstleistung – und verschickt Waren an Empfänger auf der ganzen Welt.

Egal ob es sich um Chemikalien, Kartonagen oder einen Gartenpool handelt – Giuliana Fidali sorgt dafür, dass Waren sicher an ihren Bestimmungsort transportiert werden. Durch ein Praktikum war sie auf die Ausbildung zur Kauffrau für Spedition und Logistikdienstleistung aufmerksam geworden. Nach dem Abitur bewarb sie sich auf einen Ausbildungsplatz bei der Firma VS Logistics Würzburg.

Zunächst arbeitete sie in der Disposition – hier wird der Transport der Waren organisiert. Giuliana Fidali kümmerte sich darum, Touren zu erstellen und die Fahrten auf firmeneigene Lkw oder externe Transportunternehmer zu verteilen. Ebenso erstellte sie Speditionsaufträge, in denen Auftraggeber, Ladung und Zielort dokumentiert werden. Momentan ist sie in der Rechnungsabteilung eingesetzt. Sie kontrolliert, ob die Daten im Computersystem mit den Rechnungen übereinstimmen. „Kunden rufen mich an, wenn sie eine Frage zu ihrer Rechnung haben. Dann erkläre ich ihnen, wie diese aufgebaut ist. Gibt es Abweichungen, gehe ich diesen auf den Grund."

In der Berufsschule erwirbt sie Fachwissen rund ums Rechnungswesen, die Versicherung der Ladung und die rechtlichen Grundlagen des Berufs. Auch Fachenglisch steht auf dem Stundenplan. „Es kann immer passieren, dass ein Kunde anruft und nur Englisch spricht."

Mittlerweile ist sie am Ende des ersten Ausbildungsjahres angekommen und bereitet sich auf die Zwischenprüfung vor. Im Betrieb wird Giuliana Fidali als Nächstes die Palettenabteilung kennenlernen und den Austausch der Europoolpaletten organisieren. Danach könnte die Abiturientin noch studieren, plant das aber derzeit nicht. „Erst einmal möchte ich in meinem Ausbildungsberuf arbeiten.“ <<

Interessen:

Organisieren, Fremd­sprachen

siehe auch Arbeitswelt:

Transport, Lager und Logistik

BERUFENET:

Kauf­mann/-frau – Spedition und Logistik­dienst­leistung

Autotechnik zum Tüfteln

Sarah Johanna Hirsch (20) studiert Automobilproduktion und -technik an der TU Chemnitz. Ihr Steckenpferd sind innovative Werkstoffe.

„Ich will Fahrzeuge sicherer und umweltfreundlicher machen“, sagt Sarah Johanna Hirsch, die es fasziniert, mit Werkstoffen zu arbeiten und zu tüfteln. Nach ihrem fünften Semester hat sie ein Urlaubssemester genommen, um ein Praktikum bei einem Automobilzulieferer zu machen. Dort führt sie im Materiallabor Messungen durch und löst Probleme für Dieseleinspritzsysteme.

„Im ersten bis dritten Bachelorsemester werden vorrangig mathematisch-naturwissenschaftliche und ingenieurwissenschaftliche Fächer unterrichtet“, sagt Sarah Johanna Hirsch. „Die schönsten Fächer hatten wir aber ab dem vierten Semester. Ich habe da erst richtig begriffen, warum ich Mathe und Physik gepaukt habe. Ohne dieses Wissen hätte ich die späteren Themen nicht verstanden.“ Ab dem vierten Semester müssen sich die Studierenden für ein Berufsfeld entscheiden und können zwischen „Produktionstechnik und -planung“, „Antriebstechnik“ sowie „Technologie und Werkstoffe“ wählen. Sarah Johanna Hirsch hat sich für Letzteres entschieden. Neben einem sechswöchigen Grundpraktikum zu Beginn des Studiums ist mehr als der Hälfte aller Vorlesungen ein praktischer Teil zugeordnet. Im sechsten Semester soll noch vor der Abschlussarbeit ein längeres Praktikum in einem Industriebetrieb oder eine Projektarbeit an der Universität absolviert werden.

Sarah Johanna Hirsch finanziert ihr Studium durch BAföG und hat vor, ab dem nächsten Semester als wissenschaftliche Hilfskraft zu arbeiten. Außerdem ist sie ehrenamtlich in der Studienkommission tätig, die die Qualitätsentwicklung von Lehre und Forschung begleitet, und arbeitet als Mentorin für Studierende im ersten Semester. Sarah Johanna Hirsch möchte noch den Master in Maschinenbau machen, „weil die Themen Werkstoffe und Technologie da noch intensiver behandelt werden.“ <<

Interessen:

Werk­stoffe, Auto­mobile

siehe auch Arbeitswelt:

Fahrzeugtechnik, Luft- und Raumfahrttechnik, Schiffstechnik
Verkehrsplanung, Verkehrsmanagement

BERUFENET:

Fahr­zeug­technik

Es gibt verschiedene Studienabschlüsse. Mehr dazu erfährst du auf studienwahl.de. Die mit Abstand häufigsten Abschlüsse sind dabei Bachelor und Master.

Das Bachelorstudium ist ein grundständiges Studium, das in der Regel sechs Semester dauert. Es setzt sich zusammen aus Modulen mit Lehrveranstaltungen, für die es – je nach Aufwand – Credit Points (CP) gibt. Auch für die Bachelorarbeit am Ende des Studiums erhältst du CP. Frühestens nach drei Jahren Studium hast du die Möglichkeit, in den Beruf einzusteigen.
Oder du studierst weiter: im Masterstudium. Es kann anknüpfend an ein bestimmtes Bachelorstudium erfolgen oder sich einem anderen Themenbereich widmen. In jedem Fall erweitert ein Masterstudium deine Kenntnisse und Fähigkeiten. Außerdem ist ein Master die Voraussetzung für eine Promotion und für bestimmte Fach- und Führungspositionen. Den Abschluss bildet die schriftliche Masterarbeit.

Übrigens: Ein Masterstudium kannst du auch noch aufnehmen, wenn du als Bachelor schon einige Jahre gearbeitet hast. Manche erwerben den Master berufsbegleitend. Welche Hochschulart die richtige für dich ist, Universität, Fachhochschule oder Berufsakademie, das hängt ganz von dir ab: Wer vertieft forschen will, ist vielleicht an einer Universität besser aufgehoben als an einer Fachhochschule, wo der Fokus oftmals stärker auf der Praxisnähe liegt. Aber nicht alle Fächer können an allen Hochschultypen studiert werden. Hier gilt es, sich vorab gründlich zu informieren.

Die Voraussetzung für die Zulassung zum Studium ist abhängig vom Studiengang und der jeweiligen Hochschule. In manchen Fällen gibt es lokale Auswahlverfahren der jeweiligen Hochschulen. In anderen Fällen muss man sich über hochschulstart.de bewerben. Und manchmal kannst du dich einfach ohne Zulassungsbeschränkung einschreiben. In jedem Fall sind die Bewerbungs- und Einschreibefristen zu beachten.

Je nach Interesse und persönlichen Stärken kann auch eine Berufsausbildung sinnvoll sein. Hier wird zwischen dualen Ausbildungen, die im Betrieb und an der Berufsschule stattfinden, und schulischen Ausbildungen unterschieden.

Weitere Infos unter www.studium.abi.de, unter www.ausbildung.abi.de und unter studienwahl.de.

Ein Studium kostet Geld: Neben den Ausgaben für Lebensunterhalt und Bücher müssen an bestimmten Hochschulen auch Semester- oder Studiengebühren bezahlt werden. Studierende können jedoch als finanzielle Unterstützung BAföG beantragen. Ausschlaggebend dafür sind deine persönlichen Einkommens- und Vermögensverhältnisse sowie in den meisten Fällen die deiner Eltern. Das Beste daran: Ein Teil davon ist ein zinsfreies Darlehen, der Rest sogar ein Zuschuss. Weitere Finanzierungsmöglichkeiten sind: ein Stipendium von einer Stiftung oder auch ein Studienkredit, etwa von der staatlichen KfW-Bank. Während einer dualen Ausbildung oder bei einem dualen Studium erhältst du eine Vergütung, die allerdings stark variieren kann. Reicht diese nicht, um deinen Lebensunterhalt zu decken, kannst du Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) beziehungsweise BAföG beantragen.

Weitere Infos zur Studienfinanzierung unter www.finanzen.abi.de

http://berufsfeld-info.de/abi/verkehr-logistik-studium