Tourismus und Frei­zeit

Master, Weiterbildung

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Durchstarten und aufsteigen!

Ein Studienabschluss öffnet dir viele Türen. Um Spezialwissen zu erwerben oder fachlich up to date zu bleiben, lohnt es sich, weiterzulernen.

Dabei stehen dir verschiedene Wege offen – etwa ein Masterstudium, das es dir ermöglicht, dich vertieft mit Inhalten auseinanderzusetzen, dich fachlich zu spezialisieren oder dich sogar in eine neue Fachrichtung zu orientieren. Im Anschluss daran ist auch noch eine Promotion möglich. Ob du den Master direkt an den Bachelor anschließt oder zunächst einige Jahre Praxiserfahrung sammelst, bleibt dir überlassen. Aber auch berufliche Weiterbildungen eröffnen dir je nach Arbeitsfeld neue Perspektiven – etwa Trainee-Programme direkt nach dem Studium oder berufsbegleitende Kurse und Seminare. <<

Ökologie und Ökonomie

Im Masterstudium Sporttourismus und Erholungsmanagement verbindet Jannik Dörr (26) Tourismusmarketing mit sozialen und ökologischen Aspekten.

Natursport und Erlebnispädagogik interessieren Jannik Dörr schon seit seinem Bachelorstudium in Sport, Erlebnis und Bewegung. In seinem Masterstudium in Sporttourismus und Erholungsmanagement an der Deutschen Sporthochschule Köln kann er seine Kenntnisse nun unter anderem um wirtschaftliche Grundlagen erweitern. Aktuell ist er im zweiten Semester.

In dem auf zwei Jahre angelegten Studiengang werden Kenntnisse in den Bereichen Sporttourismus, Bewegung und Erholung sowie in Tourismusökonomie vermittelt. Zudem befassen sich die Studierenden mit der Methodik des wissenschaftlichen Arbeitens. Jannik Dörr und seine Kommilitonen arbeiten auch an Forschungsprojekten mit: „Unter anderem haben wir in einem Projekt zu städtischen Natur- und Naherholungsanlagen Kölner Parks analysiert und Besucher befragt.“

Mit Tourismusmanagement und -marketing befassen sich die Studierenden ebenso wie mit sporttouristischen Produkten – das können zum Beispiel Pauschalreisen inklusive Skipass sein oder Hotels mit Tennisanlagen und Fitnessstudios. Auch Sozialverträglichkeit und Nachhaltigkeit werden thematisiert: Das Masterstudium soll darauf vorbereiten, sporttouristische Angebote so zu gestalten, dass die Natur so wenig wie möglich beeinträchtigt wird. Die Studierenden unternehmen zudem mehrere Exkursionen. An einer Hochschule in Innsbruck befassen sie sich dann etwa mit Unternehmertum, in Norwegen testen sie sporttouristische Aktivitäten wie Schneeschuh-Wandern und Langlauf.

Arbeiten kann Jannik Dörr nach dem Studium beispielsweise in der Tourismusbranche – etwa bei Reiseunternehmen oder im Destinationsmarketing. Ebenso qualifiziert der Master für eine Tätigkeit in der Forschung. <<

Motivation:

betriebs­wirtschaft­liche Kennt­nisse ausbauen, Wissen im Bereich Sport­tourismus vertiefen, Arbeits­markt­chancen verbessern

siehe auch Arbeitswelt:

Tourismus und Freizeitwirtschaft

BERUFENET:

Hotel-, Tourismus­management

Mehr Möglichkeiten

Nach dem Bachelor wollte Jacqueline Dzeyk (25) ihr Tourismuswissen vertiefen. Sie macht deshalb einen Masterabschluss in Tourismus-Management.

Drei Semester dauert der Studiengang an der Hochschule für angewandte Wissenschaften München: Ein Jahr lang erweitert Jacqueline Dzeyk die Kenntnisse aus ihrem Bachelorstudium International Tourism Management, das letzte Semester ist für die Masterarbeit reserviert.

Dass sie sich gleich weiterqualifizieren möchte, war der 25-Jährigen schon kurz nach Aufnahme des Bachelorstudiums klar: „Bei Tourismus denkt man oft nur an Reisebüro und Kreuzfahrt. Dabei gibt es gerade im Bereich Management noch viel mehr Aufgaben.“ Nun lernt Jacqueline Dzeyk viel über Unternehmensführung und Finanzmanagement. Auf dem Stundenplan steht neben internationalem Controlling und Steuerrecht noch Personalführung: „Mein Studiengang ist stark auf Kommunikation und Umgang mit Menschen ausgerichtet.“ Natürlich werden auch touristische Themen wie Verkehrsträgermanagement oder Destinationsberatung behandelt. „Die Inhalte kenne ich zum Teil aus dem Bachelorstudium, nun werden sie umfassender besprochen."

Trotz Theorie kommt die Praxis nicht zu kurz: In Fallstudien erarbeiten die Studierenden umfassende Tourismuskonzepte. Dabei schlüpfen sie etwa in die Rolle von Tourismusverantwortlichen und entwickeln Strategien, wie man beispielsweise für eine Stadt wie Augsburg den Status Weltkulturerbe erreichen könnte.

Mit dem Master of Arts stehen Jacqueline Dzeyk, die sich derzeit im zweiten Semester befindet, viele Türen im In- und Ausland offen: Als Führungskraft kann sie bei Reiseveranstaltern, Tourismusverbänden oder in der Hotellerie arbeiten. Auch die Verkehrsindustrie ist für sie interessant – hier gehören Fluggesellschaften oder Automobilhersteller zu den möglichen Arbeitgebern. <<

Motivation:

Management­wissen vertiefen, Aufstiegs­möglich­keiten verbessern

siehe auch Arbeitswelt:

Hotel- und Gaststättengewerbe

BERUFENET:

Hotel-, Tourismus­management

Vom Empfang bis zur IT

Bart van Egdom (24) will die Arbeit im Hotel von Grund auf kennenlernen. Ein Traineeship im Hotelmanagement ermöglicht ihm das.

Kellnern, Dienstpläne schreiben, IT-Probleme lösen – Bart van Egdom weiß, wie wichtig jede einzelne dieser Aufgaben ist, damit in einem Hotel alles reibungslos abläuft. Im Sheraton Frankfurt Airport Hotel & Conference Center absolviert er ein Traineeship der Starwood-Gruppe, einem internationalen Hotelunternehmen. Zuvor hatte der gebürtige Holländer in Den Haag das Bachelorstudium Hotelmanagement abgeschlossen.

Das Traineeship dauert insgesamt 18 Monate. Im ersten halben Jahr konnte sich Bart van Egdom einen Überblick über die wichtigsten Abteilungen des Hotels verschaffen. Er half am Empfang mit, im Restaurant und im Housekeeping, also zum Beispiel im Zimmerservice. Mittlerweile ist er im zweiten Abschnitt angelangt und arbeitet im Qualitäts- und Innovationsmanagement. Er plant und führt Projekte durch, hat etwa ein Werbevideo über die Ausbildung im Hotel gedreht. Nächste Station ist das Revenue Management, eine Abteilung, die sich mit der Umsatzentwicklung des Hotels beschäftigt. Im letzten Abschnitt kann er sich dann auf einen Bereich spezialisieren, der ihm besonders gefallen hat. „Ich erlebe, wie ein Hotel aufgebaut ist und lerne jede Abteilung kennen – vom Empfang bis zur IT.“ Dabei steht ihm ein Mentor zur Seite, an den er sich bei Fragen oder Problemen wenden kann.

„Als Trainee macht man alles, was im Hotel an Arbeit anfällt. Da muss man flexibel sein“, sagt Bart van Egdom. „Außerdem muss man gut mit Menschen umgehen können und viel Eigeninitiative zeigen.“ Nach dem Traineeprogramm möchte er gerne weiter in dem Frankfurter Hotel arbeiten, zum Beispiel als Assistant Manager. „Mittelfristig ist es aber mein Ziel, weitere Auslandserfahrungen zu sammeln – am liebsten in Ostasien oder im Nahen Osten.“ <<

Motivation:

Theorie aus dem Studium anwenden, Einblicke in alle Unternehmens­bereiche gewinnen

siehe auch Arbeitswelt:

Hotel- und Gaststättengewerbe

BERUFENET:

Betriebs­wirt/in (Hoch­schule) – Hotel­management

Forschung für mehr Nachhaltigkeit

Wie bewegt man Menschen zum nachhaltigen Reisen? Damit beschäftigt sich Rina Marie Maas-Deipenbrock (28) in ihrer Doktorarbeit.

Rina Marie Maas-Deipenbrock überlegt sich zum Beispiel, mit welchen Maßnahmen Reiseveranstalter nachhaltigen Tourismus besser vermarkten können. Die 28-Jährige promoviert an der Leuphana Universität Lüneburg am Lehrstuhl für Tourismusmanagement. An der Universität hat sie bereits einen Master in Nachhaltigkeitswissenschaft gemacht, den Bachelor in Tourismusmanagement und Freizeitwirtschaft hat sie dagegen an der FH im österreichischen Krems absolviert.

Ihre Forschungsergebnisse gewinnt Rina Marie Maas-Deipenbrock oft direkt aus der Praxis – über ihre Tätigkeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl, mit der sie auch ihre Promotion finanziert. Dort ist sie an dem vom Bundesbildungsministerium unterstützten Projekt „Green Travel Transformation“ beteiligt. Gemeinsam mit der Tourismusbranche wird hier daran gearbeitet, nachhaltiges Reisen sichtbarer zu machen. Rund zwei Drittel ihrer Zeit wendet sie dafür auf: Workshops für Reisebüros halten, Studien auswerten, Präsentationen entwerfen, Konferenzen besuchen. „Vieles davon kann ich auch nach der Doktorarbeit anwenden“, ist sie sich sicher. Die Ausschreibung für ihre Stelle hatte die Forscherin damals erst auf die Idee gebracht zu promovieren: „So mache ich mein Interesse am Thema Nachhaltigkeit zum Beruf.“

Nach etwa drei Jahren will sie mit ihrer Doktorarbeit fertig sein. Rina Marie Maas-Deipenbrock kann sich vorstellen, nach der Abgabe touristische Unternehmen oder Verbände zu beraten. „Es gibt viel Interesse an meiner Arbeit, weil dieser Bereich eine große Bedeutung für die Zukunft hat.“ <<

Motivation:

praxisnah forschen für ein Thema mit gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Relevanz

siehe auch Arbeitswelt:

Tourismus- und Freizeitwirtschaft

BERUFENET:

Betriebs­wirt/in (Hoch­schule) – Touristik

Ein Studienabschluss eröffnet dir den Zugang zum Arbeitsmarkt, doch er ist keine „Dauerkarte“. Es gibt gleich mehrere Faktoren, die lebenslanges Lernen zu einem zentralen Baustein des Arbeitslebens machen.

Zunächst die Entwicklung der Industrienationen hin zu Dienstleistungsgesellschaften: Die Wünsche der Kunden ändern sich, und so ändern sich auch die Angebote und Leistungen. Auch das internationale Zusammenwachsen von wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Strukturen, die Globalisierung, verlangt von den Menschen eine Weiterentwicklung. Das betrifft etwa Fremdsprachenkenntnisse und das Verständnis für andere Kulturen. Des Weiteren führt die moderne Wissensgesellschaft dazu, dass sich Informationen viel schneller verbreiten als früher und bestehendes Wissen schneller als veraltet gilt. Gerade die Digitalisierung durch Computer und Internet wird das Arbeits- und Wirtschaftsleben weiter verändern.

Du siehst also: Wer heute studiert, kann nicht davon ausgehen, dass die erworbenen Kenntnisse in zehn Jahren noch aktuell sein werden. Ebenso wenig kann man damit rechnen, sein Leben lang dieselbe Tätigkeit auszuüben. Viele Akademiker/innen übernehmen im Laufe ihres Arbeitslebens neue Aufgaben oder wechseln den Arbeitgeber, die Branche oder sogar den Beruf.
Um dich für solche Herausforderungen fit zu halten, solltest du dein Wissen auch nach deinem Studium immer wieder aktualisieren und erweitern, beispielsweise mittels Fachliteratur. Oft genutzte Möglichkeiten sind auch berufliche Weiterbildungen und weiterführende Masterstudiengänge.

Tipp: Weiterbildungen und Masterstudiengänge kannst du später auch berufsbegleitend absolvieren. Viele Arbeitgeber unterstützen die Mitarbeiter/innen dabei, ihr Wissen zu erweitern.

Nach einem Bachelorstudium hast du die Auswahl aus zahlreichen Masterstudiengängen. Sie dauern in der Regel zwei Jahre und können kostenpflichtig sein. Oft stehen sie nur Absolventen und Absolventinnen bestimmter Fächer offen, darüber hinaus kann es Auswahlverfahren geben.

Weitere Studiengangsreportagen
Reportagen zu Masterstudiengängen findest du unter www.master.abi.de

Mögliche Fachrichtungen:

  • Business Administration

  • Ernährungswissenschaft/Ökotrophologie

  • Eventmanagement

  • Geografie

  • Hotel-, Tourismusmanagement

  • Kulturmanagement

  • Kunstgeschichte

  • Marketing, Vertrieb

  • Nachhaltigkeitsmanagement

  • Regionalmanagement

  • Ton-, Bildtechnik

  • Veranstaltungstechnik

  • Wirtschaftssprachen

Berufliche Weiterbildungen gibt es zu den verschiedensten Themen und in unterschiedlichen Formen – ob Wochenendseminar oder mehrjähriger Lehrgang, ob berufsbegleitend oder in Vollzeit, ob auf eigene Initiative oder als unternehmensinterne Fortbildung.

Wo finde ich Weiterbildungen?
Weiterbildungsangebote findest du unter bfi.plus/kurse

Mögliche Themen:

  • Marketing, Public Relations

  • Messe- und Veranstaltungsmanagement

  • Mitarbeiterführung

  • Projektmanagement

  • Sprachen

  • Veranstaltungstechnik

http://berufsfeld-info.de/abi/tourismus-freizeit-weiterbildung