Tourismus und Frei­zeit

Studium (grund­ständig), Ausbildung

Hörsaal

Studieren lohnt sich!

Unter Akademikern und Akademikerinnen ist nicht nur die Arbeitslosigkeit am niedrigsten, sie besetzen auch häufiger Führungspositionen.

Welche verschiedenen Studienmöglichkeiten sich dir bieten und was in einem Studium auf dich zukommen kann, zeigen exemplarisch die folgenden Reportagen. Dabei handelt es sich natürlich nur um einen kleinen Ausschnitt aus der großen Vielfalt möglicher Studiengänge in diesem Berufsfeld.
Die Entscheidung für ein bestimmtes Studienfach und einen Hochschultyp ist jeweils abhängig von deinen individuellen Interessen, Stärken und Fähigkeiten und deinen beruflichen Zielen. Deshalb ist es wichtig, dass du dich vorher gut informierst. Doch egal wofür du dich entscheidest: Los geht es in der Regel mit dem Bachelorstudium. Danach kannst du ins Berufsleben einsteigen oder ein Masterstudium anschließen.
Übrigens entscheiden sich manche Abiturienten und Abiturientinnen auch für eine Berufsausbildung anstelle eines Studiums. Ebenfalls angeboten werden duale Studiengänge, die eine akademische Ausbildung mit einer Berufsausbildung oder Praxisphasen in einem Unternehmen verbinden. <<

Auf dem Weg ins Hotelmanagement

Im dualen Bachelorstudiengang Hotel- und Gastronomiemanagement wechselt Sören de Vries (26) alle sechs Monate zwischen Theorie und Praxis.

Dass Sören de Vries sich für den praxisintegrierenden Bachelorstudiengang BWL / Hotel- und Gastronomiemanagement an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Ravensburg entscheiden würde, lag auf der Hand: Als Hotelfachmann mit Berufsausbildung und praktischer Erfahrung hat ihn die Verbindung aus Theorie und Praxis gelockt. Damit und mit seinem Abitur hat Sören de Vries die Zulassungsvoraussetzungen erfüllt: „Eine abgeschlossene Ausbildung ist kein Muss für meinen Studiengang, wird aber gerne gesehen.“

Mittlerweile studiert er im sechsten Semester. In den vergangenen drei Jahren war Sören de Vries immer abwechselnd ein halbes Jahr an der Hochschule und in seinem ehemaligen Lehrbetrieb in Baden-Baden. Im Brenners Park-Hotel & Spa, einem dualen Partner der Hochschule, schreibt er Projektarbeiten und seine Bachelorarbeit. „Die theoretischen Inhalte – etwa Tourismusbetriebswirtschaftslehre, Bilanzierung, Mitarbeiter- und Unternehmensführung, Marketing und Controlling – lassen sich in der Praxis anwenden und vertiefen; das ist ideal.“ Seine letzte Projektarbeit hat er über das Thema „Cross- und Upselling“ geschrieben: „Es geht um den Verkauf zusätzlicher Dienstleistungen“ – etwa ein Wellnesspaket zum gebuchten Hotelzimmer.

Ein neben dem Praxisbezug weiterer Vorteil des dualen Studienganges ist die Entlohnung: Ein Grundeinkommen von etwa 700 Euro brutto kann der Studierende jeden Monat fest einplanen. Sören de Vries erhält zusätzlich noch BAföG-Leistungen. Seine Zukunft sieht der 26-Jährige, der sich auf den Logis-Bereich spezialisiert hat – Empfang, Housekeeping und Qualitätssicherung – im Hotelmanagement. <<

Interessen:

Hotellerie, Marketing, Personalmanagement

siehe auch Arbeitswelt:

Hotel- und Gaststättengewerbe

BERUFENET:

Hotel-, Tourismus­management

Tourismus studieren

Anna-Lena Braun (21) möchte nach ihrem Tourismusmanagement-Studium am liebsten für eine Fluggesellschaft arbeiten.

Mit dem Bachelorstudiengang „Hotel- und Tourismusmanagement“ an der International Business School in Nürnberg bereitet sich Anna-Lena Braun auf die Arbeit in der Tourismusbranche vor. In den ersten drei Semestern wurden ihr die Grundlagen der Betriebs- und Volkswirtschaftslehre vermittelt, dazu Controlling, Finanzbuchhaltung, Kosten- und Leistungsrechnung, Statistik und Finanzierung sowie Privat- und Sozialrecht. „Diese zahlenlastigen Fächer gehören einfach dazu“, sagt sie, „sind aber nicht wahnsinnig kompliziert.

Jetzt, im vierten Semester, entschied sich die 21-Jährige für den Schwerpunkt Tourismus und Wirtschaftspsychologie. Sie befasst sich mit Hotel- und Tourismusmanagement, aber auch mit Reiserecht, Wirtschaftsgeografie und interkulturellem Management. Die Dozenten kommen meist aus der Praxis und die Studierenden unternehmen mehrere Exkursionen. Im Studium werden praxisnahe Aufgaben bearbeitet. In einem Blockseminar zum Destinationsmanagement entwickelte Anna-Lena Braun Ideen, um italienische Reisende für das Reiseziel Neuseeland zu begeistern.

Die Kosten für die private Hochschule – 600 Euro im Monat – finanziert sie zu einem Drittel über Nebenjobs. Den Rest zahlen ihre Eltern, bei denen sie auch wohnt. Neben privaten bieten auch staatliche Hochschulen inhaltlich vergleichbare Studiengänge an.

Im Sommer wird Anna-Lena Braun zunächst für einen Sprachkurs nach Martinique reisen, danach absolviert sie ihr Pflicht-Auslandssemester an der Partner-Hochschule im britischen Sunderland. Dort kann sie bereits einige Bachelorprüfungen ablegen. Nach dem Studium würde sie gern für eine Fluggesellschaft arbeiten. „Ich kann mir gut vorstellen, in den Bereich Destinationen zu gehen“, sagt sie. „Dann wäre ich für ein bestimmtes Land zuständig.“ <<

Interessen:

fremde Sprachen und Kulturen, Betriebswirtschaft für die Touristikindustrie

siehe auch Arbeitswelt:

Tourismus und Freizeitwirtschaft

BERUFENET:

Hotel-, Tourismus­management

Technik in der Kunst

Christoph Hoppermann (22) hat sich mit dem Studiengang Theatertechnik einen besonderen Zweig der Veranstaltungstechnik ausgesucht – im Studium geht es um mehr als nur technische Aspekte.

Was sich unter, über und neben einer Theaterbühne befindet, damit beschäftigt sich Christoph Hoppermann an der Beuth Hochschule für Technik in Berlin. Im siebensemestrigen Studiengang Theatertechnik lernt er nicht nur die technischen Abläufe kennen, auch wirtschaftliche Aspekte spielen eine Rolle.

In den ersten Semestern hat er sich mit Technischer Mechanik, Maschinenelementen, Konstruktion sowie Fertigungsverfahren befasst. Außerdem standen Theater-, Ton- und Lichttechnik sowie 3-D-Konstruktion auf dem Studienplan. Als Wahlpflichtmodul hat er „Bühnentechnische Anlagen“ gewählt. Für Verwandlungen auf der Bühne ist viel Maschinerie notwendig – etwa in Form von Zügen oder Podien. Der 22-Jährige beschäftigt sich mit den Normen, die bei der Konstruktion solcher Anlagen gelten: Wie belastbar ist der Bühnenboden? Wie stark darf er sich durchbiegen?

Praxiserfahrung ist wichtig in der Theatertechnik. Ein 18-wöchiges Vorpraktikum ist deshalb Zulassungsbedingung, im fünften Semester ist ein Praxisprojekt vorgesehen. Christoph Hoppermann hat schon einige Erfahrung gesammelt – etwa bei einem Veranstaltungstechnik-Dienstleister, an den Bühnen Köln und bei einer Stahlbau-Firma. „Wir konstruieren viel aus Stahl – da ist es nicht schlecht, schon mal geschweißt zu haben“, sagt er.

Die Studierenden werden darauf vorbereitet, als Ingenieure technische Abteilungen von Theatern und Versammlungsstätten zu leiten. Christoph Hoppermann, der jetzt im vierten Semester studiert, will später am Theater in der Konstruktion arbeiten: „Die Kombination aus Technik und Kunst spricht mich sehr an.“ <<

Interessen:

Bühnen­technik, Maschinen­bau und Mathematik, künstlerische Aspekte

siehe auch Arbeitswelt:

Tourismus und Freizeitwirtschaft

BERUFENET:

Veranstaltungs­technik

Einstieg ins Messegeschäft

Maximilian Jerabek (19) absolviert eine Ausbildung zum Veranstaltungskaufmann bei einer Messegesellschaft.

Die Nürnbergmesse veranstaltet in ihren 15 Hallen sowie über ihre Niederlassungen weltweit rund 120 nationale und internationale Fachmessen und Kongresse. Als Auszubildender zum Veranstaltungskaufmann im ersten Lehrjahr erlernt Maximilian Jerabek hier die nötigen kaufmännischen Kompetenzen, die zur Planung und Umsetzung von Messeveranstaltungen nötig sind. Um an seinen Ausbildungsplatz zu kommen, musste er ein Assessment-Center durchlaufen.

"Das Rotationsprinzip für die Auszubildenden bei uns ist perfekt“, sagt Maximilian Jerabek. „Alle paar Monate wechselt man die Abteilung. Dabei habe ich schon Veranstaltungsteams und die Abteilungen aus den Bereichen Marketing und Technik kennengelernt. Ein Praktikum bei einem unserer vielen Servicepartner werde ich auch noch machen.“ So lernt der 19-Jährige hier alle Geschäftsbereiche kennen, um später selbstständig kaufmännische Messeabläufe koordinieren zu können.

Außerdem profitiert er vom Schulungsangebot seines Arbeitgebers. „Ich kann Kurse in Englisch, Kommunikation und spezifischer Messesoftware absolvieren und mich sozusagen schon in meiner Ausbildung fortbilden.“ Neben der Praxis lernt der Auszubildende auch die Theorie kennen: Das duale Ausbildungssystem sieht in regelmäßigen Abständen eine zweiwöchige Berufsschulphase vor, die Maximilian Jerabek in Erlangen absolviert.

Mit seiner Ausbildungsvergütung kann der angehende Veranstaltungskaufmann recht gut haushalten. „Nach meiner Ausbildung würde ich gerne weiter hier arbeiten, zusätzlich kann ich mir auch ein berufsbegleitendes Studium vorstellen.“ <<

Interessen:

organisieren, Verantwortung übernehmen

siehe auch Arbeitswelt:

Tourismus- und Freizeitwirtschaft

BERUFENET:

Veranstaltungs­kauf­mann/-frau

Es gibt verschiedene Studienabschlüsse. Mehr dazu erfährst du auf studienwahl.de. Die mit Abstand häufigsten Abschlüsse sind dabei Bachelor und Master.

Das Bachelorstudium ist ein grundständiges Studium, das in der Regel sechs Semester dauert. Es setzt sich zusammen aus Modulen mit Lehrveranstaltungen, für die es – je nach Aufwand – Credit Points (CP) gibt. Auch für die Bachelorarbeit am Ende des Studiums erhältst du CP. Frühestens nach drei Jahren Studium hast du die Möglichkeit, in den Beruf einzusteigen.
Oder du studierst weiter: im Masterstudium. Es kann anknüpfend an ein bestimmtes Bachelorstudium erfolgen oder sich einem anderen Themenbereich widmen. In jedem Fall erweitert ein Masterstudium deine Kenntnisse und Fähigkeiten. Außerdem ist ein Master die Voraussetzung für eine Promotion und für bestimmte Fach- und Führungspositionen. Den Abschluss bildet die schriftliche Masterarbeit.

Übrigens: Ein Masterstudium kannst du auch noch aufnehmen, wenn du als Bachelor schon einige Jahre gearbeitet hast. Manche erwerben den Master berufsbegleitend. Welche Hochschulart die richtige für dich ist, Universität, Fachhochschule oder Berufsakademie, das hängt ganz von dir ab: Wer vertieft forschen will, ist vielleicht an einer Universität besser aufgehoben als an einer Fachhochschule, wo der Fokus oftmals stärker auf der Praxisnähe liegt. Aber nicht alle Fächer können an allen Hochschultypen studiert werden. Hier gilt es, sich vorab gründlich zu informieren.

Die Voraussetzung für die Zulassung zum Studium ist abhängig vom Studiengang und der jeweiligen Hochschule. In manchen Fällen gibt es lokale Auswahlverfahren der jeweiligen Hochschulen. In anderen Fällen muss man sich über hochschulstart.de bewerben. Und manchmal kannst du dich einfach ohne Zulassungsbeschränkung einschreiben. In jedem Fall sind die Bewerbungs- und Einschreibefristen zu beachten.

Je nach Interesse und persönlichen Stärken kann auch eine Berufsausbildung sinnvoll sein. Hier wird zwischen dualen Ausbildungen, die im Betrieb und an der Berufsschule stattfinden, und schulischen Ausbildungen unterschieden.

Weitere Infos unter www.studium.abi.de, unter www.ausbildung.abi.de und unter studienwahl.de.

Ein Studium kostet Geld: Neben den Ausgaben für Lebensunterhalt und Bücher müssen an bestimmten Hochschulen auch Semester- oder Studiengebühren bezahlt werden. Studierende können jedoch als finanzielle Unterstützung BAföG beantragen. Ausschlaggebend dafür sind deine persönlichen Einkommens- und Vermögensverhältnisse sowie in den meisten Fällen die deiner Eltern. Das Beste daran: Ein Teil davon ist ein zinsfreies Darlehen, der Rest sogar ein Zuschuss. Weitere Finanzierungsmöglichkeiten sind: ein Stipendium von einer Stiftung oder auch ein Studienkredit, etwa von der staatlichen KfW-Bank. Während einer dualen Ausbildung oder bei einem dualen Studium erhältst du eine Vergütung, die allerdings stark variieren kann. Reicht diese nicht, um deinen Lebensunterhalt zu decken, kannst du Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) beziehungsweise BAföG beantragen.

Weitere Infos zur Studienfinanzierung unter www.finanzen.abi.de

http://berufsfeld-info.de/abi/tourismus-freizeit-studium