Rechnungs­wesen und Controlling

Statistiken mit Füller, Taschenrechner und Handy

Die Arbeitswelt im Überblick

In jeder Branche werden Zahlenexperten für das Rechnungswesen und Controlling gebraucht. Wie entwickeln sich die Beschäftigungsperspektiven in diesem Bereich? Was sind die Trends, die zukünftig den Berufsalltag bestimmen?

Ob bei Finanz-, Chemie-, Bau-, Medien- oder Transportunternehmen, ob bei Verbänden oder im Öffentlichen Dienst – überall sind Zahlenspezialisten anzutreffen, die kalkulieren, planen, Projekte steuern sowie Ausgaben und Einnahmen kritisch prüfen. Betriebswirte und Betriebswirtinnen mit einem inhaltlichen Schwerpunkt auf Rechnungswesen und Controlling behalten in ganz unterschiedlichen Branchen den Überblick über Finanzen, Umsätze, Kosten, Zinsbelastung, Liquidität und Ertragslage ihres Arbeitgebers. Sie berechnen Betriebskennzahlen, sichern den langfristigen Unternehmenserfolg durch strategisches Controlling oder erarbeiten für die Geschäftsführung Zielvorstellungen für die kommenden Jahre.

Als Berufseinsteiger/in solltest du fit sein in Bilanzierung, Kosten- und Leistungsrechnung sowie Buchhaltung, aber auch im Steuerrecht. Systematisches und exaktes Arbeiten wird erwartet – nicht nur, wenn du Zahlen überprüfst, analysierst und interpretierst, sondern auch, wenn du deine Ergebnisse in Berichten dokumentierst und der Unternehmensführung oder deinem Auftraggeber erläuterst. Wichtig für den Beruf ist Organisationstalent inklusive Selbstorganisation. Außerdem sind Kommunikationsstärke und Teamfähigkeit unerlässlich, denn zumeist arbeitest du mit Mitarbeitern aus unterschiedlichen Abteilungen, mit Führungskräften oder externen Prüfern zusammen. Wenn du eine Abteilung führen möchtest, musst du Mitarbeiter/innen anleiten können. Und ohne Englischkenntnisse auf höherem Niveau kommst du inzwischen nicht mehr weit: Ob bei der Zusammenarbeit mit Kollegen aus dem Ausland, bei Meetings mit Führungskräften oder bei Telefon- und Videokonferenzen – häufig wird Englisch gesprochen.

Was in großen Firmen längst Standard ist, setzt sich mittlerweile auch in mittelständischen Unternehmen durch: Controlling gewinnt als zentrales Planungs- und Steuerungsinstrument weiter an Bedeutung. Entsprechend qualifizierte Akademiker/innen finden daher in Unternehmen und Organisationen jeglicher Branchen Beschäftigung. Weil gerade kleinere Unternehmen oft keine eigene Controlling-Abteilung haben, steigt außerdem die Nachfrage nach freiberuflichen Experten und Beratern im Finanz- und Rechnungswesen. Daneben kommen auch Rechnungsprüfungsämter und andere Institutionen in der Öffentlichen Verwaltung als Arbeitgeber infrage.

Dr. Jens Stephani, Experte der Bundesagentur für Arbeit, erklärt: „Für Wirtschaftsunternehmen ist effizientes Handeln elementar. Also kommt dem Controlling und Rechnungswesen große Bedeutung zu. Entsprechende Experten sind deshalb immer gefragt. Bei steigenden Absolventenzahlen kann die Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt jedoch größer werden."

Der Computer hat die Buchhaltung von Grund auf verändert. In papierlosen Büros werden die Arbeitsabläufe auf digitalem Weg organisiert. Das spart auf längere Sicht Zeit und Kosten, gleichzeitig ist aber die Umstellung mit Aufwand verbunden: Jedes Formular muss digitalisiert, jede Software-Aktualisierung gut geplant werden – was gerade angesichts der riesigen Datenmengen, die in einem Unternehmen anfallen, eine große Herausforderung bedeutet. Akademiker/innen in Rechnungswesen und Controlling sind gefordert, die Digitalisierung der Unternehmensprozesse voranzutreiben. Ihr größter Gegner sind eingeschlichene Routinen und Prozesse – Stichwort: „Das haben wir doch schon immer so gemacht!“ Es gilt, die Mitarbeiter/innen mit guten Argumenten von der Sinnhaftigkeit neuer Prozesse zu überzeugen.

Für Herausforderungen in dieser Arbeitswelt sorgt gerade bei internationalen Unternehmen auch die Gesetzeslage, die sich immer wieder ändern kann und von Land zu Land verschieden ist. Was im Heimatland beispielsweise in puncto Unternehmensbilanzierung üblich ist, kann anderenorts zu Konflikten mit dem Gesetz führen. Viele Firmen lassen sich von Spezialisten und Spezialistinnen auf dem Gebiet des Compliance-Managements beraten, die solche gesetzlichen Bestimmungen und unternehmerischen Richtlinien genau kennen. <<

Portrait von Markus Kessel.

Interview mit Markus Kessel, Geschäftsführer des Bundesverbands der Bilanzbuchhalter und Controller e.V.

Fortbildung ist der Schlüssel zum Erfolg

Herr Kessel, in welchem Bereich haben Controlling-Experten derzeit gute Chancen?
Markus Kessel: Derzeit sind freie Stellen zum Beispiel im Bereich der internationalen Rechnungslegung bei großen, börsennotierten Unternehmen zu finden, aber auch für die mittelständische Wirtschaft sind die Experten mittlerweile unverzichtbar. Mehr Infos dazu gibt es auf unserer Verbandshomepage.

Welche Anforderungen werden an Berufseinsteiger gestellt?
Markus Kessel: Übergreifendes Fachwissen ist essenziell. Gerade im Mittelstand ist ein Bilanzbuchhalter immer auch Controller und muss über ein dementsprechend breit gefächertes Wissen verfügen. Zudem sollten Berufseinsteiger eine hohe IT-Affinität besitzen. Gerade in großen Unternehmen sind spezielle Kenntnisse, beispielsweise in SAP, von Vorteil, ebenso wie Fremdsprachenkenntnisse.

Welche Entwicklungsmöglichkeiten gibt es für Akademiker?
Markus Kessel: Motivierte und lernwillige Absolventen haben die Möglichkeit, mit Ende 20 oder Anfang 30 bereits leitende Positionen einzunehmen. Gerade im Rechnungswesen und Controlling ist laufende Fortbildung der Schlüssel zum Erfolg, da sich die Gesetzgebung, beispielsweise im Steuerrecht, ständig ändert. <<

Eine solide Ausbildung ist der Grundstein für einen erfolgreichen beruflichen Einstieg in die Software-Branche, die auch in Zukunft wachsen wird und somit attraktiv für Akademiker bleibt. SAS bietet zahlreiche Einstiegschancen und vielfältige Karrieremöglichkeiten. Als großes Softwareunternehmen benötigen wir in allen Abteilungen hoch qualifizierte Bewerber, auch im Controlling und in Finance. Ergänzend zur Expertise legen wir besonderen Wert auf die Fähigkeit, kreativ „über den Tellerrand hinaus“ wirken zu können und zu wollen. Querdenker sind bei uns also ausdrücklich willkommen. Das gilt für alle Unternehmensbereiche.

Im Bereich Controlling bietet Pfleiderer besonders Hochschulabsolventen interessante und vielfältige Einstiegsmöglichkeiten. Neben einem abgeschlossenen Hochschulstudium mit wirtschaftswissenschaftlichem Hintergrund brauchen unsere Nachwuchskräfte eine besondere Affinität für Zahlen. Das richtige Lesen und Interpretieren ist dabei nur die Basis. Viel wichtiger ist es, Zahlen und Aussagen kritisch zu hinterfragen und für wichtige unternehmerische Entscheidungen aufzubereiten. Dabei stehen unsere Controller nicht nur im Mittelpunkt der Unternehmensprozesse, sondern arbeiten mit sämtlichen Abteilungen sowie dem Vorstand zusammen.

Für die Berufe in dieser Arbeitswelt können im späteren Berufsleben beispielsweise folgende fachliche Kenntnisse gefragt sein:

  • Bilanzierung
  • Buchführung, Buchhaltung
  • Controlling
  • Finanzplanung
  • Investitionsplanung
  • Kalkulation
  • Kosten- und Leistungsrechnung
  • Liquiditätssicherung, Cash Management
  • Revision
  • Steuerrecht
  • Wirtschaftlichkeitsberechnung
  • Zahlungsverkehr

Für die Berufe in dieser Arbeitswelt können im späteren Berufsleben beispielsweise folgende persönliche Anforderungen an dich gestellt werden:

  • analytische Arbeitsweise
  • Kommunikationsstärke
  • Planungs- und Organisationsfähigkeit
  • Selbstorganisation
  • Teamfähigkeit
http://berufsfeld-info.de/abi/tbf/rechnungswesen-und-controlling