Natur­schutz und Umwelt­technik

Wolkenhimmel

Die Arbeitswelt im Überblick

In Natur- und Umweltschutz setzt man heute auf moderne Technologien und gut ausgebildete Absolventen und Absolventinnen aus den Hochschulen. Welche beruflichen Möglichkeiten bieten sich? Was sind die Trends für die Zukunft?

Wer in Umwelt- und Naturschutz arbeitet, trägt dazu bei, unsere Lebensgrundlagen langfristig zu erhalten, Ressourcen und Energie zu sparen, Schadstoff- und Lärm-Emissionen zu verringern, Werkstoffe effizient zu recyceln und Ökosysteme zu schützen.

Bei vielen der zugeordneten Berufe handelt es sich um Ingenieure und Ingenieurinnen. Im Bereich Umwelttechnik verbessern sie beispielsweise die Reinigungs- und Filtertechnologien zur Verminderung der Industrieabgase. Im Bereich Erneuerbare Energien bauen sie Kraftwerke zur Energiegewinnung aus regenerativen Quellen wie Sonne, Wind und Co. Aber auch Betriebswirte sowie Biologen, Chemiker, Geoökologen und andere Naturwissenschaftler finden im Natur- und Umweltschutz berufliche Möglichkeiten.

Akademiker/innen dieses Bereichs sollten über ein umfangreiches und aktuelles Wissen rund um Umweltschutz-Themen verfügen, sowohl in puncto Technik und Naturwissenschaften als auch hinsichtlich der gesetzlichen Vorgaben. Mitbringen sollten sie außerdem eine analytische Arbeitsweise, Organisationsstärke und einen Blick für größere Zusammenhänge. Ebenfalls gefragt sind Team- und Kommunikationsstärke: Viele Umweltschutzprojekte lassen sich nur in Zusammenarbeit mit Experten anderer Fachgebiete realisieren.

Die Beschäftigungsmöglichkeiten sind breit gefächert und Chancen finden sich in zahlreichen Wirtschaftszweigen. So werden zum Beispiel Experten für den technischen Umweltschutz in praktisch allen Industriebereichen benötigt – vom Anlagenbau über die chemische Industrie bis hin zu den Zulieferbetrieben der Automobilhersteller. Viele Umweltexperten arbeiten auch bei Ingenieurbüros und Beratungsgesellschaften oder als selbstständige Umweltgutachter/innen. Weitere Chancen bieten sich etwa im Kraftwerkbau, bei Energiekonzernen und Entsorgungsunternehmen, in Umweltanalyselabors, an Hochschulen und Forschungsinstituten oder bei Umwelt- und Naturschutzbehörden.

Der Arbeitsmarkt rund um Naturschutz und Umwelttechnik hat sich in den vergangenen Jahren gut entwickelt, ist aber nicht frei von Problemen“, wie Dr. Jens Stephani, Experte der Bundesagentur für Arbeit, berichtet: „Gut qualifizierte Fachkräften sind gefragt, gleichzeitig ist aber auch die Arbeitslosigkeit überdurchschnittlich."

Ein Grund für die Probleme sind die Unsicherheiten im Bereich der Erneuerbaren Energien, einem wichtigen Teilbereich dieser Arbeitswelt: Nach vielen Jahren des Wachstums in Folge verzeichnete die Branche zuletzt einen spürbaren Beschäftigungsrückgang. Das liegt zum einen am härter werdenden internationalen Wettbewerb. Aber auch politische Entscheidungen wie weniger öffentliche Fördermittel spielen eine Rolle. Nichtsdestotrotz sind sich die meisten Experten einig, dass es sich bei den Erneuerbaren Energien ebenso wie bei der Umwelttechnik um Bereiche mit großem Wachstumspotenzial handelt.

Beantwortet werden muss aber noch die Frage, wie die Stromversorgung trotz des schwankenden Ertrags bei den Erneuerbaren Energien auch in Zukunft garantiert werden kann. Der Bau neuer Hochspannungstrassen, um den Ökostrom besser im Land zu verteilen, ist eine mögliche Lösung, aber politisch höchst umstritten. Erdkabel könnten eine Alternative sein, doch diese sind wesentlich teurer. Manche Experten erwarten stattdessen, dass Energie in Zukunft dezentral zwischengespeichert wird – zum Beispiel in den Batterien von Elektroautos oder in Form von ­Methangas.

Die noch junge Umwelttechnologiebranche ist geprägt von zahlreichen kleineren, aber sehr technikorientierten und forschungsfreudigen Unternehmen. Gleichzeitig gewinnt das Thema Umweltschutz und Nachhaltigkeit aber auch bei deutschen Großunternehmen an Bedeutung. Es gibt viele neue Geschäftsmodelle und neue Arbeitsplatzchancen – Ökologie und Ökonomie müssen heute nicht mehr im Gegensatz zueinander stehen. Zahlreiche Unternehmen und Kommunen haben sich beispielsweise in den vergangenen Jahren Klimaschutzziele gesetzt oder sie überprüfen ihre Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit durch sogenannte Umwelt-Audits. <<

Portrait von Bettina Heimer

Interview mit Bettina Heimer, 2. Vorsitzende des Verbands für Nachhaltigkeits- und Umweltmanagement e.V. (VNU)

Zwischen Technik und Management

Frau Heimer, welche Möglichkeiten gibt es für Berufseinsteiger im Bereich Umwelt?
Bettina Heimer: Umwelt ist ein breites Thema, das in verschiedene Bereiche unterteilt werden kann. Es gibt den klassischen betrieblichen Umweltschutz, die Entwicklung von Umweltschutztechnologien und die Umweltkompetenz auf Managementebene. Große Entwicklungsmöglichkeiten bietet der Bereich Umwelttechnologie mit den Schwerpunkten Anlagentechnik, Energie- und Ressourceneffizienz, Luftreinhaltung oder Gewässerbewirtschaftung. Außerdem gehören die Themen Umwelt und nachhaltige Unternehmensführung in das Portfolio eines jeden Managers und werden nur noch selten isoliert, sondern integriert betrachtet.

Wie kann ein erfolgreicher Berufseinstieg geplant werden?
Bettina Heimer: Ein frühzeitiger, persönlicher Kontakt mit erfahrenen Menschen aus den unterschiedlichen Bereichen hilft, die eigene Präferenz zu finden. Praktika sind sehr empfehlenswert. Umwelttechnik setzt Ingenieurkompetenz voraus, im Managementbereich sind der rechtliche Hintergrund und Nachhaltigkeitskompetenz von Bedeutung.

Wie schätzen Sie die Einstiegschancen ein?
Bettina Heimer: Einem begrenzten, aber steigenden Angebot an Unternehmen steht eine zunehmende Anzahl an Absolventen gegenüber. Im Vergleich der Themenfelder verspricht die Energie- und Ressourceneffizienz die besten Ein- und Aufstiegschancen. <<

Die Umwelttechnik ist stark mit den Energieversorgungsthemen verbunden. Von daher würde ich mir wünschen, dass Studierende vor allem die klassischen Fächer wie Elektrotechnik und Maschinenbau studieren und sich im Neben- oder einem Zusatzstudium mit der Umwelttechnik befassen. Wählen sie diesen Weg, haben sie gute Voraussetzungen, erfolgreich in den Beruf einzusteigen. Will man Gutachter werden, dann wird noch mehr Wissen und zusätzlich Praxiserfahrung benötigt.

Als kreativer Kopf aus der Umwelttechnik arbeiten Sie bei uns mit Ihren Ideen engagiert an der Umsetzung der Energiewende mit. Kunden begeistern wir durch Qualität und Kompetenz, aber auch durch Unternehmergeist und Flexibilität. Initiative und Kreativität schreiben wir ganz groß. Besonders herzlich heißen wir neue Kollegen willkommen, die das entsprechende Studium mitbringen, beispielsweise Elektro- oder Umwelttechnik, und unsere gute Arbeitsatmosphäre sowie die großen Gestaltungsspielräume schätzen!

Im Umwelt- und Naturschutz steigt der Bedarf an gut ausgebildeten Absolventen. Für Ingenieure und andere Akademiker mit Umweltbezug bieten sich insbesondere in der Umwelttechnik hervorragende Chancen. Fachwissen alleine reicht jedoch nicht: Fremdsprachenkenntnisse, vor allem verhandlungssicheres Englisch, sind für viele Arbeitgeber heute ein Muss. Gerade wer in interdisziplinären Projekten arbeitet, benötigt auch Teamfähigkeit, Kommunikationsstärke und die Bereitschaft, über den eigenen Tellerrand zu schauen. Stets punkten kann man mit Praktika bereits während der Studienzeit.

Für die Berufe in dieser Arbeitswelt können im späteren Berufsleben beispielsweise folgende fachliche Kenntnisse gefragt sein:

  • Anlagenplanung (Versorgungs-, Verfahrenstechnik)
  • Betriebswirtschaftslehre (z.B. Controlling)
  • chemische bzw. physikalische Untersuchungs- und Messverfahren
  • Emissions-, Immissionsschutz
  • Fotovoltaik, Solarthermie
  • Gewässerschutz
  • Naturschutz
  • Ökologie
  • Umweltanalytik, Schadstoffuntersuchung
  • Umweltschutz, Umwelttechnik
  • Wasser-, Abwasseruntersuchung
  • Wasser-, Windkraftanlagen

Für die Berufe in dieser Arbeitswelt können im späteren Berufsleben beispielsweise folgende persönliche Anforderungen an dich gestellt werden:

  • analytische Arbeitsweise
  • Durchsetzungsvermögen
  • Eigeninitiative
  • Entscheidungsstärke
  • Hygienebewusstsein
  • Kommunikationsstärke
  • Kooperationsfähigkeit
  • Mobilitätsbereitschaft
  • Planungs- und Organisationsfähigkeit
  • Präsentationsfähigkeit
  • Selbstorganisation
  • systematische Arbeitsweise
  • Urteilsvermögen
  • Verantwortungsbewusstsein
http://berufsfeld-info.de/abi/tbf/naturschutz-und-umwelttechnik