Manage­ment und Unter­nehmens­führung

Blick auf ein Bürogebäude.

Die Arbeitswelt im Überblick

Als Führungskraft planst, organisierst und überwachst du die Geschäftsaktivitäten von Unternehmen. Welche Perspektiven bietet der Arbeitsmarkt? Welche Trends schlagen sich im Management nieder?

Jedes größere Unternehmen benötigt Manager/innen und andere Führungskräfte, um den Betriebsalltag zu organisieren. Sie formulieren einerseits die Ziele, die die Firma im Blick hat. Und andererseits schaffen sie die Strukturen, um diese Ziele auch zu erreichen. Dementsprechend sind sie ebenso als Vorausdenker gefragt wie als Vorgesetzte und Organisatoren.

Die konkreten Aufgaben dieser Führungskräfte können sich nichtsdestotrotz stark unterschieden. Als Idea- und Innovations-Manager/innen arbeiten sie beispielsweise daran, eine Unternehmenskultur zu schaffen, die stets offen für neue Ideen der Mitarbeiter ist. Als Investor-Relations-Manager/innen dagegen werfen sie einen speziellen Blick auf den Aktienwert und die Interessen der Eigentümer. Oftmals arbeiten Führungskräfte auch projektbezogen. In flexiblen Teams entwickeln sie dann beispielsweise ein neues Warenwirtschaftssystem. Oder sie optimieren das Risikomanagement, um die Produktion auch bei möglichen Lieferengpässen und in anderen Krisensituationen aufrechtzuerhalten.

In dieser Arbeitswelt ist es äußerst wichtig, analytisch zu denken, die richtigen Prioritäten zu setzen und strukturiert zu arbeiten. Da man oft an Geschäftsbesprechungen teilnimmt, kommt es zudem auf Kommunikationsstärke, Überzeugungsfähigkeit und Verhandlungsgeschick an. Wer Teams leitet, braucht zudem ein gewisses Durchsetzungsvermögen. Natürlich sollte man ein ausgeprägtes Interesse an Wirtschaftsthemen mitbringen. Aber auch ein grundlegender Zugang zu Fächern wie Mathematik, Statistik oder Recht kann auf keinen Fall schaden. Sehr gute Englischkenntnisse werden heute meist vorausgesetzt, weitere Sprachen sind hilfreich.

Einen typischen Arbeitgeber für die Akademiker/innen dieser Arbeitswelt gibt es nicht. Schließlich sind Experten im Bereich Management und Unternehmensführung in praktisch jedem Wirtschaftszweig zu finden, sei es im Fahrzeugbau, Tourismus oder Transportwesen, bei Finanzdienstleistern und Versicherungen, in der Logistik oder bei Krankenkassen. Dr. Jens Stephani, Experte der Bundesagentur für Arbeit, erklärt zur Beschäftigungssituation: „Der Arbeitsmarkt für Experten im Bereich Management und Unternehmensführung war in den vergangenen Jahren positiv. Grundsätzlich hängt die Entwicklung in diesem Teilberufsfeld stark mit der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung zusammen."

Ein spezieller Arbeitgeber ist jedoch trotzdem zu nennen – die Consulting- und Beratungsbranche. Deren Bedeutung wächst seit vielen Jahren. Ein Grund: Die Aufgaben im Management werden immer komplexer. Kaum ein Unternehmen kann es sich leisten, Experten für jedes Fachgebiet zu beschäftigen. Deshalb wird vermehrt auf das Wissen von externen Spezialisten gesetzt. Unternehmensberater und -beraterinnen unterstützen ihre Kunden beispielsweise im Hinblick auf die Modernisierung von Produktionsstrukturen. Wie bindet man etwa Konzepte wie „Industrie 4.0“ – also die komplette Digitalisierung aller Fertigungsschritte – in die jeweiligen Unternehmensprozesse ein? Berater/innen erarbeiten Lösungen für solche Fragen.

Der Bereich Unternehmensführung unterliegt, wie andere Berufsbereiche auch, gewissen Trends und Strömungen. Zuletzt hat beispielsweise das Nachhaltigkeitsmanagement an Bedeutung gewonnen. Angesichts steigender Energiekosten und knapper werdender Rohstoffe ist nachhaltiges Wirtschaften nicht nur eine Imagefrage, sondern vielmehr ein messbarer Indikator für die langfristige Wettbewerbsfähigkeit eines Geschäftsmodells.

Ebenfalls ein wachsender Aufgabenbereich ist das sogenannte „Compliance-Management“ – also das Sicherstellen, dass sich alle Unternehmensbereiche an geltende Vorschriften und Gesetze halten. Was zunächst selbstverständlich klingt, stellt sich angesichts der internationalen Ausrichtung vieler Unternehmen als nicht zu unterschätzende Herausforderung dar: Was in einem Land rechtmäßig ist, kann in einem anderen eine Regelverletzung oder sogar eine Straftat bedeuten. Durch eine entsprechende Compliance-Beratung können es Unternehmen vermeiden, in Konflikt mit den Vorschriften zu geraten. <<

Portrait von Ludger Ramme.

Interview mit Ludger Ramme, Hauptgeschäftsführer ULA – United Leader Association, Vereinigung der Deutschen Führungskräfte

Ethische Standards immer wichtiger

Herr Ramme, welche Anforderungen werden an Berufseinsteiger im Management gestellt?
Ludger Ramme: Neben der persönlichen Flexibilität kommt es immer stärker auf soziale Kompetenzen an. Führung muss man erlernen: Es ist praktisch ein eigenständiges, die bereits erworbenen Qualifikationen ergänzendes Berufsbild. Man muss bereit sein, Verantwortung zu übernehmen. Auch der Bereich Ethik und Compliance gewinnt immer mehr an Bedeutung: Mittlerweile bringen junge Führungskräfte immer häufiger ihren eigenen gefestigten Wertekanon in die Unternehmen ein.

Welche Entwicklungsmöglichkeiten gibt es?
Ludger Ramme: Wer über den eigenen fachlichen Tellerrand hinausschaut, dem stehen alle Türen offen. Karrieren verlaufen heutzutage immer weniger linear –nicht nur in kleinen Start-ups und mittleren Unternehmen, sondern zunehmend auch in Großunternehmen. Angesichts des demografischen Wandels kann aus einem hoch qualifizierten jungen Berufseinsteiger innerhalb weniger Jahre eine erfolgreiche Führungs-kraft werden. <<

Wir suchen Absolventen, die sich im Rahmen ihres Studiums für verantwortungsvolle Projekte qualifiziert und vielleicht sogar Erfahrung im Ausland gesammelt haben – wie es etwa die Deutsche Post DHL Group im Zuge ihres dualen Bachelorstudiums anbietet. Neben guten Noten sind ein breites Interesse an wirtschaftlichen Themen und erste Praxiserfahrung von Vorteil. Sozialkompetenz und gute Kommunikationsfähigkeit sind ebenfalls geforderte Fertigkeiten, um die Herausforderungen bei einem Global Player annehmen zu können.

Absolventen der Wirtschaftswissenschaften haben exzellente Karrierechancen. In verschiedenen Bereichen, wie zum Beispiel Marketing, Personal oder Controlling, können sie Fuß fassen oder sich für unser Traineeprogramm bewerben. Neben Fachkenntnissen spielen soziale Fähigkeiten eine große Rolle. Darunter verstehen wir Leistungsmotivation, Lern- und Konfliktverhalten. Im Rekrutierungsprozess prüfen wir, ob ein Bewerber seine Entscheidungen überzeugend „verkauft“, Verantwortung übernimmt und seine Meinung gegenüber Dritten gut vertritt.

Die Anforderungen an Unternehmensberater haben sich deutlich gewandelt. Gute Beratung zeichnet sich nicht mehr nur durch überdurchschnittliche analytische Fähigkeiten und Methoden-Know-how aus. Unternehmen erwarten zudem Umsetzungskompetenz, individuelles Kundenverständnis sowie menschliche Offenheit. Dafür sollte man neben hoher Einsatzbereitschaft unter anderem Fähigkeiten wie Praxiserfahrung, Teamgeist, Kundenorientierung und Pragmatismus bei der Problemlösung mitbringen.

Für die Berufe in dieser Arbeitswelt können im späteren Berufsleben beispielsweise folgende fachliche Kenntnisse gefragt sein:

  • Aufsicht, Leitung
  • Betriebswirtschaftslehre
  • Finanzwirtschaft
  • Handelsrecht
  • Kalkulation
  • Kosten- und Leistungsrechnung
  • Makroökonomie
  • Marketing
  • Mikroökonomie
  • Steuerrecht
  • Supply-Chain-Management
  • Terminplanung, -überwachung
  • Volkswirtschaftslehre
  • Wirtschaftsrecht

Für die Berufe in dieser Arbeitswelt können im späteren Berufsleben beispielsweise folgende persönliche Anforderungen an dich gestellt werden:

  • analytische Arbeitsweise
  • Führungsqualitäten
  • Kommunikationsstärke
  • Kundenorientierung
  • Planungs- und Organisationsfähigkeit
  • Selbstorganisation
  • Teamfähigkeit
  • Überzeugungsfähigkeit
  • unternehmerisches Denken und Handeln
  • Verantwortungsbewusstsein
  • Verhandlungsgeschick
http://berufsfeld-info.de/abi/tbf/management-und-unternehmensfuhrung