Lebens­mittel und Getränke

Flaschen mit Ornagensaft.

Die Arbeitswelt im Überblick

Wie lässt sich Orangensaft länger frisch halten? Was ist bei der Qualitätssicherung von Tütensuppen zu beachten? Mit solchen und vielen anderen Fragen beschäftigen sich die Akademiker/innen dieser Arbeitswelt. Wie die beruflichen Chancen stehen und welche Trends wichtig sind, erfährst du hier.

Ob Schokopudding, Smoothie oder Fertigpizza: Von der Zutatenanlieferung bis zum fertigen Produkt sind vielfältige Arbeitsschritte notwendig. Hochschulabsolventen und -absolventinnen in der Lebensmittel- und Getränkeherstellung planen, steuern und überwachen diese.

Das Spektrum an möglichen Aufgaben ist groß. Als Ingenieur/in in der Lebensmitteltechnologie kannst du etwa neue Verfahren oder Produktionsanlagen entwickeln, beispielsweise Sortiersysteme für die Müsliproduktion. Oder du kreierst im Labor neue Geschmacksrichtungen für Lebensmittel und entwickelst die entsprechenden Rezepturen bis zur Serienreife. Als Produktionsingenieur/in übernimmst du häufig die Überwachung und Optimierung der Verarbeitungsverfahren. Und als Lebensmittelchemiker/in überprüfst du die Inhaltsstoffe von Lebensmitteln und ­Getränken, etwa mittels biochemischer oder ­mikrobiologischer Laboranalysen.

Für eine solche verantwortungsvolle Tätigkeit im Arbeitsfeld Lebensmittel und Getränke benötigst du neben einem Interesse an Naturwissenschaften und Mathematik auch eine sorgfältige Arbeitsweise. Je nach konkretem Einsatzbereich solltest du auch sensorisches Talent haben, also zielsicher den Geschmack von Produkten beurteilen können. Zudem gilt es, wirtschaftlich zu denken und organisatorische Herausforderungen zu meistern.

Arbeitsplätze finden die Akademiker/innen dieser Arbeitswelt insbesondere bei Unternehmen der Getränke- und Lebensmittelherstellung – von der regionalen Brauerei über den deutschlandweit bekannten Schokoladenhersteller bis hin zum internationalen Großkonzern. Daneben bieten sich aber auch Optionen im Handel, im Bereich der staatlichen Ernährungsberatung und Lebensmittelkontrolle oder an Hochschulen und Instituten.

Zur Situation am Arbeitsmarkt berichtet Dr. Jens Stephani, Experte der Bundesagentur für Arbeit: „Lebensmittelherstellung und -verarbeitung ist heutzutage nicht mehr nur Handwerk, sondern erfordert auch akademisches Fachwissen. Insgesamt bestehen hier deshalb gute Arbeitsmarktperspektiven.

Ein großer Trend im Ernährungssektor ist die wachsende Nachfrage nach regionalen, umweltschonend erzeugten und gesunden Lebensmitteln. Zudem legen viele Verbraucher heutzutage Wert darauf, dass bei der Herstellung von Produkten gewisse ethische Standards eingehalten werden. Dies fängt schon bei der Beschaffung der Rohstoffe an – den Erzeugern sollen beispielsweise faire Preise gezahlt werden. Das Zertifi­zieren der Lieferantenketten ist eine interessante Aufgabe für gut ausgebildete Kräfte mit Hochschulabschluss.

Ebenfalls stark gestiegen ist die Nachfrage nach vegetarischen und veganen Lebensmitteln sowie nach Produkten für Menschen mit Unverträglichkeiten gegenüber Laktose oder Gluten. Was früher ein kleiner Nischenmarkt war, ist mittlerweile auch für industrielle Lebensmittelhersteller interessant.

Beliebt bei manchen Verbrauchern sind auch Lebensmittel, die einen gesundheitlichen Mehrwert versprechen, sogenanntes „Functional Food“. Dazu zählen beispielsweise Joghurts, die sich besonders günstig auf die Verdauung auswirken sollen. Außerdem gefragt: bereits für den Verzehr vorbereitete „to go“-Produkte. Das kann beispielsweise Obst sein, das schon gewaschen und geschält in den Kühltheken der Supermärkte liegt.

Die Getränkehersteller bringen ebenfalls immer wieder neue Produkte auf den Markt. Im Trend liegen zum Beispiel zuckerreduzierte Softdrinks oder exotische Geschmacksrichtungen für Säfte, Energydrinks und Alkoholmixgetränke. Aber auch Produkte im Hochpreissegment mit hohem Anspruch an Tradition, Herstellungsqualität und Inhaltsstoffe haben gute Konjunktur. Zu nennen sind hier beispielsweise die florierende „Craft Beer“-Szene oder die hohe Nachfrage nach Bio-Weinen. <<

portrait von Tharson Thurai

Interview mit Tharson Thurai, Sozialpolitischer Referent der Arbeitgebervereinigung Nahrung und Genuss e.V. (ANG)

Die Ernährungsindustrie: vielfältige und spannende Möglichkeiten

Herr Thurai, wie stehen aktuell die Chancen für Akademikerinnen und Akademiker in der Ernährungsindustrie?
Tharson Thurai: Die Einstiegs- und Berufschancen in der Ernährungsindustrie sind außerordentlich vielfältig und gut. Unsere Unternehmen suchen Fachkräfte und werden dies auch in Zukunft tun.

Gibt es Studienmöglichkeiten, die besonders für eine Tätigkeit in diesem Bereich geeignet sind?
Tharson Thurai: Es gibt Studiengänge mit einem Schwerpunkt auf Lebensmitteln, wie zum Beispiel Nahrungsmitteltechnologie und Wirtschaftsingenieurwesen Lebensmittelproduktion. Unsere Unternehmen bieten auch duale Studiengänge an, beispielweise in der Nahrungsmittel- oder Süßwarentechnologie. Selbstverständlich suchen die Lebensmittelindustrieunternehmen auch Generalisten wie Wirtschafts- und Naturwissenschaftler oder Juristen.

Wie kann man sich auf einen gelungenen Berufsstart vorbereiten?
Tharson Thurai: Besonders empfehlen wir, bereits vor und während des Studiums praktische Erfahrungen in der Lebensmittelindustrie zu sammeln, zum Beispiel mit Praktika und Studienarbeiten. Die Unternehmen der Ernährungsindustrie sind so vielfältig und spannend, dass für jeden Absolventen das Richtige dabei ist. Voraussetzung für einen gelungenen Einstieg ist aber immer die Begeisterung für Lebensmittel.

Absolventen der Lebensmitteltechnik und -chemie können bei Ferrero in unterschiedliche Bereiche einsteigen. In der Produktionstechnologie erhalten sie beispielsweise die Möglichkeit, Herstellungsverfahren zu optimieren und innovative Techniken zu implementieren. Auch die Qualitätssicherung ist ein möglicher Einsatzbereich. Dort bewerten sie die Güte unserer Produkte und überwachen Rezepturen. Kommunikationsfähigkeit, Engagement sowie Flexibilität erwarten wir als weltweit aufgestelltes Unternehmen von allen Berufsanfängern.

Das LANUV überwacht Luft, Gewässer und Böden und stellt die Ergebnisse anderen Behörden und der Öffentlichkeit zur Verfügung. Bei Unfällen mit Folgen für die Umwelt sind wir mit mobiler Messtechnik vor Ort. Gemeinsam mit Kreisen und Städten sorgen wir für einwandfreie Lebensmittel und sichere Produkte des täglichen Bedarfs. Fachleute aus den unterschiedlichsten Sparten der Naturwissenschaften und Ingenieurberufe arbeiten an diesen Aufgaben mit. Neben Fachkompetenz sind Teamfähigkeit und Kommunikation die wichtigsten Bausteine unserer Arbeit.

Neben einem guten Studienabschluss sollten Bewerber vor allem Erfahrungen aus Praktika im In- und Ausland mitbringen, vorzugsweise in der Konsumgüter-Branche. Denn interkulturelle Kompetenz und fließendes Englisch erleichtern den Einstieg in unser internationales Team mit Kollegen aus 32 Nationen. Darüber hinaus sind Mitarbeiter gesucht, die vom ersten Tag an Spaß daran haben, Verantwortung zu übernehmen.

Für die Berufe in dieser Arbeitswelt können im späteren Berufsleben beispielsweise folgende fachliche Kenntnisse gefragt sein:

  • Analyse
  • Arbeitsvorbereitung
  • Betriebsmitteleinsatz planen
  • Brauereitechnologie
  • chemische Untersuchungs- und Messverfahren
  • Ernährungsphysiologie, -wissenschaft
  • Fertigungstechnik
  • Forschung und Entwicklung
  • Getränketechnologie
  • Laborarbeiten, Labortechnik
  • Lebensmittelchemie und –technologie
  • Lebensmittelhygiene
  • Lebensmittelrecht
  • Rezepturen entwickeln
  • Verfahrenstechnik

Für die Berufe in dieser Arbeitswelt können im späteren Berufsleben beispielsweise folgende persönliche Anforderungen an dich gestellt werden:

  • analytische Arbeitsweise
  • Hygienebewusstsein
  • Kommunikationsstärke
  • Kooperationsfähigkeit
  • Kundenorientierung
  • Mobilitätsbereitschaft
  • Planungs- und Organisationsfähigkeit
  • Selbstorganisation
  • Sorgfalt
  • Teamfähigkeit
  • Verantwortungsbewusstsein
http://berufsfeld-info.de/abi/tbf/lebensmittel-und-getranke