Lauf­bahnen bei der Bundes­wehr

Abzeichen auf einer Bundeswehruniform

Die Arbeitswelt im Überblick

Die Bundeswehr sucht für alle Bereiche qualifizierte Frauen und Männer – für Heer, Luftwaffe, Marine oder spezifische Bereiche wie den Sanitätsdienst. Was sind die Aufgaben von Offizieren? Mit welchen Herausforderungen müssen die Soldaten und Soldatinnen umgehen?

Einsatzmöglichkeiten bei der Bundeswehr gibt es viele – egal ob als Arzt oder Ärztin, Truppenoffizier oder Technischer Offizier. Alle Offiziere haben miteinander gemein, dass sie gewisse grundlegende Aufgaben erfüllen müssen: Sie führen, erziehen, bilden aus und organisieren. Von ihnen wird erwartet, dass sie mit gutem Beispiel vorangehen – ob im Schulungsraum, der Sporthalle oder im Feldlager. Gerade bei Auslandseinsätzen wird von Offizieren gefordert, dass sie nicht nur die ihnen anvertrauten Soldaten führen. Sie sind auch Vertrauensperson und Vermittler. Dabei müssen sie sich stets bewusst sein, dass sie Deutschland und seine Verbündeten vor Ort repräsentieren und durch ihr Verhalten zum Erfolg der Einsätze beitragen. Kommunikationsstärke und Fingerspitzengefühl sind ebenso unerlässlich wie Teamfähigkeit und pädagogisches Geschick im Umgang mit dem Personal.

Egal in welchem Bereich der Streitkräfte man tätig ist, Voraussetzungen für eine Offizierlaufbahn sind körperliche Fitness, Disziplin, Führungsstärke und Verantwortungsbewusstsein. Sie sind die Grundlage, um auch in heiklen Situationen einen kühlen Kopf zu bewahren und so die Sicherheit von Mensch und Material zu gewährleisten. Daneben sind Flexibilität und Mobilitätsbereitschaft gefragt. Offiziere müssen sich auf wechselnde Tätigkeiten einstellen, meist verbunden mit einem neuen Einsatzort.

Angesichts der wachsenden Bedeutung von internationalen Einsätzen und länderübergreifender Zusammenarbeit werden auch Fremdsprachenkenntnisse immer wichtiger. In der Offizierausbildung wird daher verstärkt Wert auf Sprachunterricht gelegt, vor allem auf Englisch.

Unter den aktiven Soldaten und Soldatinnen in Deutschland gibt es Berufs- und Zeitsoldaten sowie freiwillig Wehrdienstleistende – darunter auch zahlreiche Offiziere. Die Ausbildung erfolgt in den spezifischen Einsatzbereichen, etwa bei der Luftwaffe, im Sanitätsdienst oder in dem relativ neuen Bereich „Cyber- und Informationsraum“.

Mit der Offizierlaufbahn ist eine mindestens 13 Jahre dauernde Dienstzeit bei der Bundeswehr verbunden. Offizieranwärter absolvieren ein Studium. Je nach Studienfachrichtung geschieht dies an einer der Bundeswehr-Hochschulen in München und Hamburg oder an einer zivilen Universität. Dadurch qualifizieren sie sich auch für das Berufsleben außerhalb der Truppe. Zudem bekommen sie schon während des Studiums ein Gehalt. Zusätzlich werden die Anwärter bereichsspezifisch und studienbegleitend auf Führungsaufgaben in der Truppe vorbereitet. Um ausscheidende Offiziere fit für das zivile Arbeitsleben zu machen, bietet der Berufsförderungsdienst der Bundeswehr weitere Qualifikations- und Weiterbildungsmöglichkeiten an.

Die Neuausrichtung der Bundeswehr schreitet voran. Diese soll insgesamt moderner und effizienter werden. Gleichzeitig werden die Aufgaben vielfältiger und komplexer. Die Bundeswehr übernimmt etwa immer mehr Verantwortung im Ausland. Mehrere Tausend Soldaten und Soldatinnen sind daran beteiligt. Dabei arbeiten sie häufig mit Soldaten der Bündnispartner zusammen. Ein anderer wichtiger Aufgabenbereich sind humanitäre Einsätze, etwa in der Katastrophenhilfe.

Angesichts der wachsenden Bedrohung durch Hackerangriffe und Datenspionage hat die Bundeswehr den Bereich „Cyber- und Informationsraum“ (CIR) neu eingerichtet. Hier werden IT-Experten ausgebildet, die über Ländergrenzen hinweg mit anderen Behörden zusammenarbeiten. Du siehst also: Es besteht weiterhin hoher Bedarf an gut ausgebildeten jungen Menschen. Die Bundeswehr unternimmt große Anstrengungen, um angehenden Offizieren ein attraktives Arbeitsumfeld zu bieten. Das gilt natürlich auch für Frauen: Mittlerweile leisten viele Tausend Soldatinnen ihren Dienst bei der Bundeswehr. Ihr Anteil soll weiter steigen. <<

Portrait von Jürgen Görlich.

Interview mit Oberstabsfeldwebel Jürgen Görlich, Erster Stellvertreter des Bundes-vorsitzenden des Deutschen BundeswehrVerbandes e.V. (DBwV)

Weites Aufgabenspektrum

Herr Görlich, welche Anforderungen werden in der Bundeswehr an Offizieranwärter gestellt?
Jürgen Görlich: Die Streitkräfte bilden ein weites Aufgabenspektrum ab. Die Offiziere sind Führungspersonal. Sie führen, erziehen und bilden die anvertrauten Soldatinnen und Soldaten aus, auch bei Auslandseinsätzen. Grundsätzlich gilt für die Laufbahn von Offizieren eine Verpflichtungszeit von 13 Jahren – und man braucht in der Regel die Fachhochschulreife oder das Abitur. Für spezielle Tätigkeiten können weitere gesundheitliche und körperliche Anforderungen bestehen.

Welche Entwicklungsmöglichkeiten gibt es für Akademiker?
Jürgen Görlich: Im Rahmen der Offizierausbildung ist eine akademische Ausbildung vorgesehen. Das Studium erfolgt im Regelfall an einer der Universitäten der Bundeswehr in einem der Bachelor- und Masterstudiengänge. Ziel ist prinzipiell ein Masterabschluss, auch die Promotion ist möglich.

Wie sind die Chancen in der Bundeswehr?
Jürgen Görlich: Mit jährlich über 15.000 Einstellungsmöglichkeiten bietet die Bundeswehr gute militärische oder zivile Karrierechancen. <<

Kaum ein anderer Beruf ist so vielfältig wie der des Soldaten. Unser Ziel ist, junge Menschen auf den Arbeitgeber Bundeswehr aufmerksam zu machen und ihnen die besonderen Karrieremöglichkeiten näherzubringen. Mit verschiedenen Laufbahnen, wie Feldwebel oder Offizier, sowie vielfältigen Einsatzmöglichkeiten, wie im Fliegerischen Dienst, in der Informationstechnologie oder im Sanitätsdienst, punktet die Bundeswehr als attraktiver Arbeitgeber. In der Bundeswehr tragen schon junge Menschen große Verantwortung als Führungskräfte, beispielsweise für Personal und Material. Darum sind wir auch für Seiteneinsteiger mit einem abgeschlossenen zivilen Studium interessant. Die wichtigsten Voraussetzungen sind physische und psychische Fitness, Durchsetzungsvermögen und Teamfähigkeit.

Die Karriereberatung stellt den ersten Kontakt mit beruflich interessierten Männern und Frauen her und ist damit quasi die Visitenkarte der Bundeswehr. Wir informieren auf Messen oder Veranstaltungen der Bildungseinrichtungen – am wichtigsten ist jedoch das persönliche Beratungsgespräch, bei dem wir die Bewerber offen und umfassend über deren Karrieremöglichkeiten bei der Bundeswehr informieren. Wir begleiten die Interessenten bei der Wahl zwischen den vielfältigen Karrieremöglichkeiten im militärischen und zivilen Bereich und geben Denkanstöße, bis hin zur endgültigen Abgabe der Bewerbung. Die anspruchsvolle Tätigkeit als Karriereberaterin bei der Bundeswehr ist spannend und erfordert ein hohes Maß an sozialer Kompetenz, denn hinter jedem Bewerber steckt eine andere Persönlichkeit mit einer eigenen Geschichte, auf die man sich individuell einstellen muss, um das Bestmögliche für die Bewerberin oder den Bewerber zu erreichen.

Für die Berufe in dieser Arbeitswelt können im späteren Berufsleben beispielsweise folgende fachliche Kenntnisse gefragt sein:

  • Betriebswirtschaft
  • Management
  • Medizin
  • Mitarbeiterführung

Für die Berufe in dieser Arbeitswelt können im späteren Berufsleben beispielsweise folgende persönliche Anforderungen an dich gestellt werden:

  • Führungskompetenz
  • Mobilitätsbereitschaft
  • psychische und emotionale Stabilität
  • Verantwortungsbewusstsein
  • Kommunikationsstärke
  • Planungsgeschick
  • Konfliktfähigkeit
  • Disziplin
http://berufsfeld-info.de/abi/tbf/laufbahnen-bei-der-bundeswehr-2