Konstruk­tion und Ent­wicklung in der Elektro­technik

Nano Schaltkreise

Die Arbeitswelt im Überblick

Für Ingenieure und Ingenieurinnen mit guten Ideen bietet die Elektrotechnik viele Möglichkeiten. Sie entwickeln und konstruieren elektronische Produkte oder forschen an den Grundlagen der Technik von morgen. Wie steht es um die Perspektiven am Arbeitsmarkt? Welche Trends sind wichtig?

Elektrotechnik steckt in unzähligen Produkten, etwa in Computern, in der Steuerungstechnik von Industrierobotern oder in medizinischen Geräten. Hochschulabsolventen und -absolventinnen entwickeln und konstruieren Bauteile für all diese Einsatzbereiche. Am Computer erstellen sie die Konstruktionsunterlagen und koordinieren die Herstellung. Dabei achten sie auch auf die Zeit- und Budgetpläne und stimmen sich gegebenenfalls mit den Auftraggebern ab. Die Arbeitsbereiche von Ingenieuren und Ingenieurinnen, die sich mit Konstruktion und Entwicklung in der Elektrotechnik beschäftigen, sind vielfältig: Antriebs-, Energie-, Nachrichten-, Mikrosystem-, Mess- und Regelungstechnik.

Unabhängig vom konkreten Tätigkeitsbereich solltest du neben Interesse an naturwissenschaftlichen Zusammenhängen und technischem Verständnis auch Planungsgeschick mitbringen. Zusätzlich sind Kommunikationsstärke und Teamfähigkeit im Arbeitsalltag sehr wichtig. Und du solltest gerne an komplexen Problemen arbeiten – die du mit viel Kreativität und Sorgfalt löst.

Arbeitsplätze für die Ingenieure und Ingenieurinnen dieser Arbeitswelt bieten sich unter anderem bei Ingenieurbüros oder in der Forschung an Hochschulen und Instituten. Der vielleicht wichtigste Arbeitgeber ist aber die Elektroindustrie, die in einer harten internationalen Konkurrenzsituation steht. Elektronische Gebrauchsgüter etwa, also „Consumer Electronics“ wie Fernseher oder Smartphones, werden inzwischen vornehmlich von Massenherstellern in Fernost produziert. Deutsche Elektrounternehmen setzen stattdessen vor allem auf Investitionsgüter, also etwa Industrie- und Automationstechnik, die oftmals in Einzelfertigung hergestellt werden und höchsten technischen Ansprüchen genügen müssen.

Dr. Jens Stephani, Experte der Bundesagentur für Arbeit, erklärt zu den Perspektiven am Arbeitsmarkt: „Die Beschäftigung war in den letzten Jahren relativ stabil, bei der Nachfrage nach Arbeitskräften war ein Auf und Ab zu verzeichnen."

Um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten, investiert die Elektroindustrie hohe Summen in den Bereich Forschung und Entwicklung. Das Resultat sind zahlreiche technische Innovationen – zum Beispiel im Bereich der Robotik und Automatisierungstechnik: In der Fabrik von morgen sollen „intelligente“ Industriemaschinen beispielsweise eigenständig erkennen, wenn bestimmte Bauteile nicht mehr optimal funktionieren, und dann automatisch die benötigten Ersatzteile bestellen. Und die Roboter an den Fertigungsstraßen sollen dank Sensoren und fortschrittlicher Steuerungstechnik dazu in der Lage sein, den menschlichen Mitarbeitern direkt am Arbeitsplatz zu assistieren.

Ingenieure und Ingenieurinnen entwickeln nicht nur die Maschinensteuerungen und Kommunikationslösungen, die solche komplexen Systeme ermöglichen. Sie entwerfen auch neue Lösungen zum Speichern und Bearbeiten der riesigen Datenmengen, die bei der Vernetzung von Maschinen entstehen. Generell steigt das Datenvolumen in den unterschiedlichsten Bereichen. Um einen schnellen und reibungslosen Datenfluss zu garantieren, arbeiten Ingenieure und Ingenieurinnen der Elektrotechnik an der Weiterentwicklung der Telekommunikationssysteme. Das betrifft etwa den Ausbau der Glasfasernetze und der Mobilfunk-Infrastruktur.

Ein weiterer Einsatzbereich der Ingenieure und Ingenieurinnen dieser Arbeitswelt ist die Energietechnik. Hier sind sie etwa an der Entwicklung von elektrotechnischen Komponenten beteiligt, die für das „intelligente“ Stromnetz von morgen benötigt werden. Experten erwarten, dass in Zukunft einzelne Haushalte ihre Energie selbst erzeugen und zwischenspeichern – zum Beispiel mit Fotovoltaikanlagen in Kombination mit entsprechenden Speicherbatterien – und sich softwaregestützt zu „virtuellen Kraftwerken“ zusammenschließen. <<

Porträt von Marcus Holzheimer.

Interview mit Marcus Holzheimer, Karriereberater und Mitglied im Verein Deutscher Ingenieure (VDI)

Technikbegeisterung und Soft Skills

Herr Holzheimer, welche Trends zeichnen sich ab?
Marcus Holzheimer: Aus meiner Sicht zeichnen sich zwei große Trends ab: „Smart Products“, also intelligente Systeme, die klassische Produkte mit digitalen Technologien verbinden – etwa die elektrische Zahnbürste, die mit dem Smartphone kommuniziert. Damit verbunden ist der zweite Trend, die interdisziplinäre Entwicklung: Ingenieure und Ingenieurinnen benötigen heute neben Kenntnissen in Mechanik auch ein breites Basiswissen in Bereichen wie Elektrotechnik und Programmierung sowie Spezialkenntnisse für den jeweiligen Aufgabenbereich.

Was erwartet man von Berufseinsteigern?
Marcus Holzheimer: Klassische Anforderungen wie etwa Technikbegeisterung werden um Soft Skills ergänzt: Neben guten kommunikativen und fremdsprachlichen Kenntnissen sind auch Kreativität und die Fähigkeit, sich schnell auf neue Situationen einzustellen und über den eigenen Tellerrand zu blicken, gefragt.

Welche Chancen gibt es für Akademiker?
Marcus Holzheimer: Hochschulabsolventen und -absolventinnen können neben den klassischen Karrierepfaden mit Personalverantwortung auch den Weg zum fachlichen Experten anstreben. Man sollte sich jedoch bewusst sein, dass es in der eigenen Verantwortung liegt, sich durch Eigeninitiative, Weiterbildungen und gezieltes Netzwerken für Führungspositionen zu empfehlen. <<

Wer sich die physikalischen Grundlagen erarbeitet hat, kann in vielen Arbeitsfeldern für vernetzte Systeme im Zeitalter des „Internets der Dinge und Dienste“ und in den Schlüsseltechnologien der Elektrifizierung erfolgreich sein. Die Chancen bei Bosch sind gut – gerade wenn die Bewerber Mobilitätsbereitschaft, Sprachkenntnisse und die Fähigkeit zu multikultureller Teamarbeit mitbringen. In allen Feldern und insbesondere in Querschnittbereichen wie dem Technischen Vertrieb erwarten wir auch betriebswirtschaftliches Verständnis.

Wer als freier Ingenieur erfolgreich sein will, muss neben dem fachlichen Wissen viel Eigeninitiative mitbringen und fähig sein, sich selbstbewusst am Markt zu präsentieren. Außerdem ist Fachwissen über elektrotechnische Produkte wichtig, um gewünschte Lösungen realisieren zu können. Meist ist es empfehlenswert, erst einmal im Angestelltenverhältnis Erfahrungen zu sammeln. Auch sind Schulungen und Weiterbildungen wichtig, um auf dem Laufenden zu bleiben, etwa im Bereich Elektrokonstruktion.

Erfahrungen in Form von Praktika und Abschlussarbeiten ergänzen optimal ein ingenieurwissenschaftliches Studium. Denn erste Einblicke in die Konstruktion oder Entwicklung fördern das Verständnis der Umsetzung von Lerninhalten in die Praxis. Neben der Autoindustrie wendet die Elektroindustrie die höchsten Investitionen für Forschung und Entwicklung auf. In unserem Haus werden jährlich über 2.000 neue Produkte auf den Markt gebracht. Entwicklung und Konstruktion bieten aktuell hervorragende Einstiegsmöglichkeiten in die Elektroindustrie.

Für die Berufe in dieser Arbeitswelt können im späteren Berufsleben beispielsweise folgende fachliche Kenntnisse gefragt sein:

  • Elektrische Antriebstechnik
  • Entwicklung und Konstruktion
  • Fertigungstechnik
  • Forschung
  • Hochspannungstechnik
  • Informationstechnik, Computertechnik
  • Mechatronik
  • Mess-, Steuer- und Regelungstechnik (MSR)
  • Mikrosystemtechnik
  • Modellbildung, Simulation (IT)
  • Nachrichtentechnik
  • Prozessleittechnik
  • Schaltungstechnik
  • Technische Informatik

Für die Berufe in dieser Arbeitswelt können im späteren Berufsleben beispielsweise folgende persönliche Anforderungen an dich gestellt werden:

  • analytische Arbeitsweise
  • Kommunikationsstärke
  • Kreativität (in der Konstruktion)
  • Kundenorientierung
  • Lernbereitschaft
  • Mobilitätsbereitschaft
  • Planungs- und Organisationsfähigkeit
  • Selbstorganisation
  • Teamfähigkeit
http://berufsfeld-info.de/abi/tbf/konstruktion-und-entwicklung-in-der-elektrotechnik