Journalis­mus und Redaktion

Zeitung

Die Arbeitswelt im Überblick

Akademiker/innen begeben sich in dieser Arbeitswelt auf die Jagd nach Informationen, die dann online, gedruckt oder im Rundfunk veröffentlicht werden. Welche Trends sind wichtig?

Der Umgang mit Informationen stellt den Kern dieser Arbeitswelt dar. Hochschulabsolventen und -absolventinnen sammeln Informationen und erstellen daraus Beiträge – Texte, Bilder, Audio- und Videomaterial – für unterschiedliche Medien, etwa für Zeitungen und Magazine, Onlineportale oder das Fernsehen. Daneben gibt es etliche weitere Möglichkeiten: So kann man beispielsweise als Pressesprecher/in seinen Arbeitgeber in der Öffentlichkeit vertreten oder im Auftrag einer Werbeagentur als Webetexter/in kreativ sein.

Für die Berufe in Journalismus und Redaktion solltest du Kontaktfreude, Kommunikationsstärke und Neugierde mitbringen – gerade bei der journalistischen Recherche sind diese Eigenschaften unverzichtbar. Für das redaktionelle Arbeiten brauchst du zudem ein ausgezeichnetes schriftliches und mündliches Ausdrucksvermögen. Daneben sind eine schnelle Auffassungsgabe sowie eine strukturierte und präzise Arbeitsweise sehr wichtig. Auch Kreativität, etwa bei der Erstellung von Beiträgen, sowie Flexibilität und Mobilität können gefordert sein.

Wichtige Arbeitgeber für die Akademiker/innen dieser Arbeitswelt sind Medienunternehmen aller Art. Das Verlagswesen ist ein Kernbereich. Weil immer weniger gedruckte Medien verkauft werden, sind die Geschäftszahlen der Branche aber seit mehreren Jahren rückläufig. Zwar steigen gleichzeitig die Einnahmen für Onlinewerbung. Das kann die Verluste im Printbereich aber nur zu einem geringen Teil ausgleichen.

„Der Arbeitsmarkt für Journalisten und PR-Fachleute ist seit jeher nicht ganz unproblematisch“, erklärt Dr. Jens Stephani, Experte der Bundesagentur für Arbeit. „Das Berufsfeld ist geprägt von einem hohen Anteil an Selbstständigen, und die große Beliebtheit des Berufs bei Studierenden führt zu starker Konkurrenz.

Der digitale Wandel verändert den Arbeitsmarkt für Journalisten und Journalistinnen. Die Umsätze der meisten Printmedien sind weiterhin rückläufig, für Online-Journalismus sind jedoch viele Nutzer nicht bereit zu zahlen. Die Zeitungs- und Zeitschriftenverlage suchen daher nach zukunftsfähigen Erlösmodellen für ihre inzwischen auch mobilen, also für Smartphone und Tablet optimierten Online-Angebote. Auch der Buchhandel ist vom digitalen Wandel betroffen und steht vor der Herausforderung, mit einem Zuwachs im Segment E-Books die Umsatzverluste mit gedruckten Büchern auszugleichen.

Viele freiberufliche Journalisten und Journalistinnen versuchen ebenfalls, neue Wege zu beschreiten und sich als Blogger oder Videojournalist über Werbeerlöse zu finanzieren – das gelingt allerdings nicht jedem. Für Konkurrenz kann der „Roboterjournalismus“ sorgen: Software ist mittlerweile dazu in der Lage, auf der Basis von Zahlen und Daten automatisch Nachrichtentexte zu erstellen. Datenlastige Meldungen wie Sport-, Wetter- oder Börsennachrichten werden so im Sekundentakt veröffentlicht. In welchem Ausmaß sich diese automatisierte Berichterstattung durchsetzen und entwickeln wird, ist aktuell nicht absehbar. Diskutiert werden hierzulande auch noch Fragen zu Pressekodex, Transparenz der Algorithmen, Kenntlichmachung der Texte. Vorteil der Software, die von Spezialunternehmen programmiert wird und Textbausteine anwendet: Es kann beispielsweise auch über kleinere Sportveranstaltungen berichtet werden – während sich die Sportredaktion komplexeren Themen widmet, sie einordnet und kommentiert. Ob durch die Textroboter Jobs wegfallen oder sogar neue entstehen, wird sich zeigen.

Wenn du in Journalismus und Redaktion arbeiten willst, solltest du offen gegenüber neuen Technologien und Medienformen sein und gute Ideen mitbringen, wie Medien auch im digitalen Zeitalter Erfolg haben können. <<

Portraitaufnahme von Hendrik Zörner

Interview mit Hendrik Zörner, Pressesprecher des Deutschen Journalisten-Verbandes (DJV)

Quereinsteiger haben eine Chance

Herr Zörner, sollte man Journalistik studieren, um Journalist zu werden?
Hendrik Zörner: Ein Journalistikstudium ist einer von vielen möglichen Wegen in den Beruf. Die meisten Journalisten haben etwas anderes studiert. Ein sehr guter Einstieg in den Beruf ist auch der Besuch einer renommierten Journalistenschule oder ein zweijähriges Volontariat nach dem Studium. Wir empfehlen auf jeden Fall, bereits während des Studiums praktische Erfahrungen im Journalismus zu sammeln und sich Netzwerken wie dem DJV anzuschließen. Denn viele Jobs werden erst gar nicht ausgeschrieben, sondern über Kontakte oder intern vergeben.

Wie sind die Berufschancen für Journalisten?
Hendrik Zörner: Der Beruf hat in den letzten Jahren an Beliebtheit verloren, insbesondere der Lokaljournalismus auf dem Land. Das Gute daran ist, dass die Berufschancen genau dort wieder gestiegen sind und die Lokalzeitung auf dem Land allen Unkenrufen zum Trotz weiter einen wunderbaren Einstieg in den Beruf ermöglicht. Wer bereit ist, aufs Land zu ziehen und bei einer Lokalzeitung zu starten, der wird mit großer Wahrscheinlichkeit einen Job finden. In anderen Bereichen, gerade in den Großstädten, ist der Einstieg etwas schwieriger. Durchhalten lohnt sich aber in jedem Fall: Der Beruf gibt einem Freiheiten, die man sonst kaum findet. Zudem haben Journalisten eine ganz besondere Aufgabe: Missstände in Staat und Gesellschaft aufzudecken. <<

Die Medienwelt wandelt sich derzeit in hohem Tempo. Für junge Journalisten liegen hier viele Chancen: Wer neugierig ist, die Welt verstehen will und dabei nicht auf den Mund gefallen ist, findet in diesem Beruf künftig zusätzliche Möglichkeiten, erfolgreich arbeiten zu können: bei Zeitungen und Zeitschriften genauso wie auf allen denkbaren und noch kommenden digitalen Kanälen. Es gilt, die neue große Info-Welle zu reiten. Mit guten Nerven, solidem Handwerk und einer Idee mehr kann da wenig schiefgehen.

Die Digitalisierung und eine rasante Entwicklung der Internetnutzung verändern die Ansprüche an die Medienbranche. Eine journalistische Ausbildung ist mit vielen Chancen verbunden und zugleich herausfordernd. Neben der Arbeit für TV, Radio, Print, Online oder Blogs steht Journalisten auch die PR-Arbeit von Unternehmen offen. In den Pressestellen schätzt man Kontaktfreude, Wissen über Kommunikationswege und Netzwerke, Textverständnis und eine gute, auf die Zielgruppe abgestellte Schreibe.

Hochschulabsolventen starten bei uns mit einem PR-Volontariat, in dem sie alles Wichtige für den Job lernen. Wer gut schreiben kann, offen gegenüber Neuen Medien und sozialen Netzwerken ist und bereits Erfahrungen aus Praktika oder einer freien Mitarbeit in der Medienbranche mitbringt, ist bei der Bewerbung klar im Vorteil. Das ist uns letztlich wichtiger als der konkrete Studienabschluss. Vor allem suchen wir selbstbewusste und aufgeweckte junge Menschen, die auch durch Team-fähigkeit und Empathie überzeugen. Schließlich gilt es in der PR-Branche, eng und vertrauensvoll mit den Kunden zusammenzuarbeiten.

Für die Berufe in dieser Arbeitswelt können im späteren Berufsleben beispielsweise folgende fachliche Kenntnisse gefragt sein:

  • Bildmedien, Fotografie
  • Layout
  • Lektorat
  • Medienkonzeption
  • Moderation, Rhetorik
  • Öffentlichkeitsarbeit, PR
  • Online-Medien, Social-Media-Kommunikation
  • Publizistik, Journalistik, Redaktion
  • Recherche, Informationsbeschaffung
  • Urheberrecht, Verwertungsrechte

Für die Berufe in dieser Arbeitswelt können im späteren Berufsleben beispielsweise folgende persönliche Anforderungen an dich gestellt werden:

  • analytische Arbeitsweise
  • Durchhalte- und Durchsetzungsvermögen
  • Kommunikations- und Kontaktstärke
  • Kreativität
  • Mobilitätsbereitschaft
  • Planungs- und Organisationsfähigkeit
  • Präsentationsstärke
  • Selbstbewusstsein
  • Selbstorganisation
  • Urteilsvermögen
http://berufsfeld-info.de/abi/tbf/journalismus-und-redaktion