Infor­mations- und Kommuni­kations­technik

beleuchtetes Glasfaserkabel

Die Arbeitswelt im Überblick

Sowohl Menschen als auch Maschinen vernetzen sich, die Datenmengen steigen. Selbst in Waschmaschinen stecken heute leistungsfähige Computer. Welche Chancen bieten sich am Arbeitsmarkt in der Informations- und Kommunikationstechnik? Was sind die Trends?

Glasfaserkabel für das Highspeed-Internet, Datenbrillen und Smart Watches, computergesteuerte „intelligente“ Heizungen oder Industrieroboter, die selbstständig miteinander kommunizieren: Die Informations- und Kommunikationstechnik hat in den vergangenen Jahren bahnbrechende Fortschritte gemacht – und das nicht zuletzt dank der Arbeit der Ingenieure und Ingenieurinnen dieser Arbeitswelt.

Sie entwickeln und konstruieren Geräte und Baugruppen, programmieren die Gerätesoftware, testen Prototypen und überwachen die Serienfertigung. Gearbeitet wird im Büro am Computer, aber auch in Entwicklungslaboren oder Fabrikhallen. Oft übernehmen die Absolventen und Absolventinnen dieser Arbeitswelt planende Aufgaben, etwa in der Leitung eines Entwicklerteams.

Je nach konkreter Fachrichtung kommen für Elektroingenieure und -ingenieurinnen unterschiedliche Einsatzgebiete infrage: Als Ingenieur/in für Informations- und Kommunikationstechnik entwickelst du beispielsweise die Sendetechnik für das Internetfernsehen, verbesserst die Übertragungsrate von Glasfaserkabeln oder programmierst die Software von Elektro-Ladestationen. Als Ingenieur/in für Robotik und Autonome Systeme kannst du zum Beispiel die Steuerungssoftware von Operationsrobotern entwickeln.

Neben dem Fachwissen aus dem Studium rund um Elektrotechnik und Informatik sind in dieser Arbeitswelt Planungs- und Organisationsgeschick, eine analytische Arbeitsweise sowie lösungsorientiertes Denken gefragt. Wichtig sind zudem Teamfähigkeit, Kommunikationsstärke und eine hohe Kundenorientierung. Fremdsprachenkenntnisse gelten mittlerweile als Standardanforderung.

Mögliche Arbeitgeber sind – neben der Elektroindustrie – auch Telekommunikations- oder IT-Unternehmen. Gefragt sind die Ingenieure und Ingenieurinnen dieser Arbeitswelt zudem überall dort, wo Informationen auf digitalem Weg gespeichert oder transportiert werden: im Maschinen- und Fahrzeugbau, der Medizintechnik oder den Medien zum Beispiel.

Insgesamt handelt es sich bei der Informations- und Telekommunikationstechnologie (ITK) um eine Zukunftstechnologie mit weltweit hohen Wachstumsraten. Wichtige Segmente sind etwa IT-Hardware beziehungsweise Kommunikationstechnik. Die Branche steht im harten internationalen Wettbewerb: Fernseher und andere Geräte der sogenannten „Consumer Electronics“ werden nur noch selten hierzulande produziert. Stattdessen setzt die deutsche Elektroindustrie vor allem auf technisch anspruchsvolle Spezialgeräte und Steuerungssysteme, etwa für die Industrie – und das durchaus mit Erfolg.

Laut Dr. Jens Stephani von der Bundesagentur für Arbeit finden Experten der Elektrotechnik gute Arbeitsmarktchancen vor: „Arbeitslosigkeit spielt unter studierten Elektrotechnikern kaum eine Rolle. Die Beschäftigung zeigt sich stabil. In manchen Regionen klagen Arbeitgeber über Fachkräftemangel. In den nächsten Jahren dürften wachsende Studierendenzahlen aber zu einer größeren Zahl an Berufseinsteigern führen.

Eine zentrale Entwicklung in der Informations- und Kommunikationstechnik ist das rasant steigende Datenvolumen. Das liegt einerseits am privaten Internetkonsum: Die Menschen schauen Fernsehen übers Netz und streamen Musik aus der „Cloud“. Für riesige Datenmengen sorgt andererseits auch das „Internet der Dinge“, also der Datenaustausch von Geräten untereinander. Dies betrifft nicht nur die Industrie mehr und mehr, sondern praktisch alle Lebensbereiche: So sollen Smartphones die Luftqualität messen und sich Fahrzeuge gegenseitig vor Hindernissen auf der Straße warnen. Die Entwicklung der notwendigen Sensortechnik für solche „intelligenten“ Systeme gilt unter Experten als vielversprechender Wachstumsmarkt für die deutsche Elektroindustrie.

Eine zentrale Herausforderung für die Ingenieure und Ingenieurinnen dieser Arbeitswelt ist es, die Telekommunikations-Infrastruktur an das steigende Datenvolumen anzupassen. Hierfür müssen Glasfaser- und Mobilfunknetze ausgebaut werden. <<

Portraitfoto von Marius Rieger

Interview mit Marius Rieger vom Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V. (ZVEI)

Hoher Bedarf – attraktive Perspektiven

Herr Rieger, welche Branchentrends gibt es?
Marius Rieger: Wir haben nach wie vor zu wenige Ingenieure. Unsere Unternehmen suchen händeringend Elektroingenieure. Aber auch Absolventen einer technischen Berufsausbildung sind gefragter denn je.

Welche Anforderungen werden an Berufs-einsteiger gestellt?
Marius Rieger: Moderne Ingenieure arbeiten im Team. Kommunikationsfähigkeit und auch Fremdsprachen sind gefragt. Englisch ist ja im Studium schon Standard. Außerdem sind drei- bis sechsmonatige Praktika bei den Arbeitgebern sehr gern gesehen.

Welche Entwicklungsmöglichkeiten gibt es?
Marius Rieger: Ingenieure sind unabhängig von der Art ihres Abschlusses gefragt, und die Chancen sind vielfältig: Nicht nur in Forschung und Entwicklung, auch im technischen Vertrieb, in Beratung und Marketing ist Ingenieuren keine Führungsposition verschlossen. Nicht zuletzt sind auch die Einstiegsgehälter attraktiv. <<

Anforderungen an Ingenieure sind sehr unterschiedlich – je nachdem, ob jemand als Softwareentwickler stärker auf Kreativität setzt oder als Geschäftsentwickler mit innovativen Produkten und Services neue Märkte erschließt. Hierbei sind unternehmerisches Handeln, Begeisterung für Innovationen und Kommunikationsstärke wichtig. Teamfähige Ingenieure werden in allen Bereichen intensiv gesucht. Wir wollen Studierende für das Arbeitsfeld Innovative Informationstechnologien und darauf basierende Services begeistern. Denn auch dieser Bereich ist, bei gestiegenen fachlichen und sozialen Anforderungen, vom Fachkräftemangel der IT betroffen.

Industrialisierung 4.0 und Digitalisierung treiben den Wandel der Märkte voran – ebenso müssen auch Unternehmen ihre strategische Ausrichtung verändern, um in Zukunft zu bestehen. Von neuen Mitarbeitern wünschen wir uns daher ein hohes Maß an unternehmerischem Denken, um diese Veränderungsprozesse mitzugestalten und voranzutreiben, und die Fähigkeit, Kollegen zu begeistern. Gute Englischkenntnisse in einem internationalen Konzern, Eigenverantwortung und Freude an Innovationen und Veränderung sind bei uns Grundvoraussetzung.

Aufgrund der demografischen Entwicklung sind die Aussichten für Ingenieure bestens. Gerade für Ingenieure der Informationstechnik, die in allen Branchen gefragt sind. Wichtig sind Spaß am Konstruieren und ein Interesse für Fächer wie Mathematik oder Physik. Im Software-Engineering befasst man sich keineswegs nur mit dem Programmieren, sondern entwickelt im Team kreative Lösungen für lebensnahe Anforderungen im Bereich Informations- und Kommunikationstechnologie, aber auch Mobilität, Gesundheit sowie Energie und Umwelt.

Für die Berufe in dieser Arbeitswelt können im späteren Berufsleben beispielsweise folgende fachliche Kenntnisse gefragt sein:

  • Forschung und Entwicklung
  • Informationstechnik, Computertechnik
  • Kalkulation, Kundenbetreuung und Vertrieb
  • Konstruktion
  • Mess-, Steuer-, Regelungstechnik (MSR)
  • Qualitätsprüfung, Qualitätssicherung
  • vertiefte fachspezifische technische Kenntnisse: z.B. Angewandte Informatik, Informationstechnik, Computertechnik, Mikrosystemtechnik, Nachrichtentechnik, Kommunikationstechnik, Softwaretechnik, Software-Engineering, Technische Informatik

Für die Berufe in dieser Arbeitswelt können im späteren Berufsleben beispielsweise folgende persönliche Anforderungen an dich gestellt werden:

  • analytische und systematische Arbeitsweise
  • Kommunikationsfähigkeit
  • Kreativität (immer neue technische Lösungen finden)
  • Kundenorientierung
  • Lernbereitschaft
  • Mobilitätsbereitschaft
  • Planungs- und Organisationsfähigkeit
  • Selbstorganisation
  • Teamfähigkeit
http://berufsfeld-info.de/abi/tbf/informations-und-kommunikationstechnik-2