Informatik­berufe mit besonderen Schwer­punkten

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Die Arbeitswelt im Überblick

Bindestrich-Informatiker/innen werden sie manchmal genannt. Gemeint sind Computerexperten mit besonderem Fachbezug, die an der Schnittstelle zwischen der IT und einem anderen Fachbereich angesiedelt sind. Was sind die Trends im Berufsleben?

Die Absolventen und Absolventinnen dieser Arbeitswelt haben sich in der Regel bereits während ihres Studiums mit einem bestimmten Anwendungsgebiet der Informatik beschäftigt, etwa Bio-, Geo-, Medien-, Umwelt- oder Wirtschaftsinformatik.

So unterschiedlich die Fachgebiete, so verschieden sind oft auch die Themen, mit denen sie sich im Beruf beschäftigen. Medieninformatiker/innen erstellen zum Beispiel Apps für die Onlineausgabe von Zeitungen. Geoinformatiker/innen sind die Spezialisten, die hinter digitalen Karten und dem Navigationssystem im Auto stecken. Als Medizininformatiker/in bist du dagegen für die komplexe Software in der Gesundheitstechnik verantwortlich. Game-Designer/innen bewegen sich an der Schnittstelle zwischen IT und Design. Und Wirtschaftsinformatiker/innen schließlich sind wegen ihrer Kenntnisse in Betriebswirtschaft beispielsweise im Softwarevertrieb gern gesehen.

Trotz aller fachlichen Unterschiede haben die Akademiker/innen dieser Arbeitswelt oft ähnliche Aufgaben. Sie programmieren Software, kümmern sich um den Einsatz der Hardware, werten Daten aus oder modifizieren IT-Systeme nach Kundenwunsch. Ebenso wie andere Informatiker/innen haben sie ein Faible für Mathematik und die Fähigkeit, analytisch und systematisch zu arbeiten. Da Bindestrich-Informatiker/innen oft in Projektteams mit Experten aus anderen Fachrichtungen zusammenarbeiten, etwa mit Ärzten, Geologen, Designern, Betriebswirten oder Redakteuren, sind soziale Kompetenzen wie Teamfähigkeit und Kommunikationsstärke in dieser Arbeitswelt besonders wichtig. Dass das Fachwissen aus dem Studium – sowohl aus dem IT-Bereich als auch aus der jeweiligen zweiten Disziplin – sitzen muss, versteht sich von selbst.

Je nach Spezialgebiet sind die Informatiker/innen dieser Arbeitswelt in ganz unterschiedlichen Branchen gefragt – etwa im Gesundheitswesen, in der Medienbranche, im Maschinenbau oder in der öffentlichen Verwaltung. Dementsprechend lassen sich keine allgemeinen Aussagen zu den Arbeitsmarktchancen treffen. Fest steht jedoch, dass der IT-Bereich insgesamt hohe Wachstumsraten aufweist.

Informatiker/innen mit besonderen Schwerpunkten können sowohl bei den jeweiligen Softwareanbietern als auch in den Branchen arbeiten, in denen die Programme eingesetzt werden.

Der wichtigste Trend in dieser Arbeitswelt ist die fortschreitende Digitalisierung der Arbeits- und Wirtschaftsprozesse. Das betrifft zum Beispiel den Handel, wo die Umsätze im Onlinegeschäft seit Jahren steigen – auch dank der Arbeit von Wirtschaftsinformatikern. Im Öffentlichen Dienst arbeiten Informatiker daran, dass die Bürger Behördengänge einfach und bequem über das Internet erledigen können oder dass die Polizei mittels Datenanalyse Kriminalitätsschwerpunkte identifizieren und Verbrechen verhindern kann. In der Medienbranche sind IT-Spezialisten daran beteiligt, die Bereiche Print, Fernsehen und Online „crossmedial“ zu vernetzen. Und Ingenieurinformatiker forschen unter dem Stichwort „Industrie 4.0“ an Wegen, um den Maschinenpark in Fabriken komplett zu automatisieren.

Große Fortschritte werden auch im Bereich „Big Data Analysis“ erwartet. Beispiel Bio- und Medizininformatik: Um das Erbgut von Lebewesen zu analysieren, müssen riesige Datenmengen ausgewertet werden – das braucht Zeit und verursacht hohe Kosten. Dank neuer Algorithmen können Milliarden von DNA-Proben mittlerweile aber in kürzester Zeit abgeglichen werden. Vergleichbares passiert in der Geoinformatik: Mit Unterstützung von Hochleistungsrechnern, die mehr als zwei Billionen Rechenoperationen in der Sekunde durchführen, lassen sich versteckte Rohstoffvorkommen aufspüren, indem man große Mengen seismischer Daten auswertet. Eine Analyse, für die vor einem Jahrzehnt noch mehrere Jahre benötigt wurde, kann heute in nur einem Tag erledigt werden. <<

Portrait von Juliane Petrich.

Interview mit Juliane Petrich, Referentin Bildungspolitik und Arbeitsmarkt beim Bundesverband Informatikwirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (Bitkom)

Gute Aussichten für Bindestrich-Informatiker

Frau Petrich, was muss ein Informatiker aus Ihrer Sicht mitbringen?
Juliane Petrich: Zentral sind Stärken im logischen Denken, Innovationsfreude und Kreativität. Wirtschaftsinformatiker müssen über hervorragende betriebswirtschaftliche Kenntnisse verfügen. Bei Geoinformatikern spielt ein grundlegendes Verständnis mathematisch-physikalischer Zusammenhänge eine große Rolle. Medieninformatiker kennen das gesamte Spektrum der digitalen Kommunikation.

Für wen ist dieses Berufsfeld eher nicht geeignet?
Juliane Petrich: Informatik hat viel mit Technologie zu tun. Jedoch werden sich reine Technikfreaks bei den genannten Berufen nicht wohlfühlen. Es geht häufig um die digitale Unterstützung von Geschäftsprozessen. Wesentlich sind daher Kommunikations- und Teamfähigkeit und die Bereitschaft zur permanenten Weiterbildung.

Wie wird sich das Berufsfeld der Bindestrich-Informatiker aus Ihrer Sicht weiterentwickeln?
Juliane Petrich: Schon heute fehlen in Deutschland mehr als 50.000 IT-Spezialisten. Die digitale Transformation der Wirtschaft sorgt für einen steigenden Bedarf. Neue mobile Anwendungen fördern die Geoinformatik, unsere alternde Gesellschaft die Medizininformatik und die sich radikal ändernde Medienbranche die Medieninformatik. Und nicht zu vergessen: Beim Thema „Industrie 4.0“ gehen Fertigungstechnik und IT eine ganz neue Symbiose ein. <<

ICW ist ein führender Softwareanbieter am Gesundheitsmarkt. In dieser dynamischen und aufstrebenden Branche entwickeln wir Lösungen für die digitalisierte Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Patienten. Unsere Mitarbeiter erweitern stetig ihr Fachwissen, um Innovationen gemeinsam mit unseren Kunden umzusetzen. Von der Diskussion der Anforderungen über die Entwicklung bis hin zur Lieferung hochqualitativer Software arbeiten wir in einer offenen Team- und Kommunikationskultur, die eigenverantwortliches und qualitätsbewusstes Arbeiten fördert.

Die beruflichen Perspektiven für gute Softwareentwickler sind bei InnoGames ausgezeichnet. Ideale Voraussetzung ist ein IT-Studiengang – entweder ganz klassisch Informatik oder ein speziell auf Games zugeschnittener Studiengang. Neben der fachlichen Qualifikation überzeugen uns bei Bewerbern die persönliche Begeisterung für Spiele im Allgemeinen und eine hohe Motivation, diese bei InnoGames aktiv mitzugestalten. Zudem sollten sie noch Team-Player-Qualitäten mitbringen und sich mit unseren Unternehmenswerten wie Nachhaltigkeit und Fairness identifizieren können.

Die Hansa Luftbild Gruppe aus Münster ist ein seit 90 Jahren weltweit tätiges Unternehmen im Bereich der Geoinformationsdienstleistungen. Da nahezu 80 Prozent aller Fragestellungen in Wirtschaft, Verwaltung und Wissenschaft einen Raumbezug haben, bestehen für Geoinformatiker ausgezeichnete Berufschancen bei verschiedensten Arbeitgebern. Von unseren Mitarbeitern erwarten wir neben fachlichen Kenntnissen im Datenbank- und Programmierbereich besonders Teamfähigkeit, abstraktes Denkvermögen und das besondere Interesse, sich immer wieder in neue spannende Aufgabenfelder einzuarbeiten.

Für die Berufe in dieser Arbeitswelt können im späteren Berufsleben beispielsweise folgende fachliche Kenntnisse gefragt sein:

  • Angewandte Informatik
  • Bauinformatik
  • Bioinformatik
  • E-Commerce, E-Business
  • Geoinformatik
  • Internet-, Intranettechnik
  • Medieninformatik, Medientechnik
  • Medizininformatik
  • Programmieren
  • Softwaretechnik, Software-Engineering
  • Systembetreuung, Systemadministration, Systemverwaltung
  • Systemsoftware (Entwicklung, Programmierung, Analyse)
  • Verwaltungsinformatik
  • Wirtschaftsinformatik

Für die Berufe in dieser Arbeitswelt können im späteren Berufsleben beispielsweise folgende persönliche Anforderungen an dich gestellt werden:

  • analytische Arbeitsweise
  • Flexibilität
  • Kommunikationsstärke
  • Kundenorientierung
  • Lernbereitschaft
  • Mobilitätsbereitschaft
  • Planungs- und Organisationsfähigkeit
  • Selbstorganisation
  • systematische Arbeitsweise
  • Teamfähigkeit
http://berufsfeld-info.de/abi/tbf/informatikberufe-mit-besonderen-schwerpunkten