Hotel- und Gast­stätten­gewerbe

Eine Zimmernummer auf einer Tür.

Die Arbeitswelt im Überblick

Akademiker/innen sind dank ihres Fachwissens und ihrer Vielseitigkeit gefragte Führungskräfte im Hotel- und Gaststättengewerbe. Wie sehen die Beschäftigungschancen aus? Welche Trends beeinflussen den Berufsalltag?

Angebote kalkulieren, neue Hotel- und Gastronomie-Konzepte entwickeln oder Gäste betreuen – im Hotel- und Gaststättengewerbe bietet sich eine Vielzahl unterschiedlicher Aufgaben. Gerade Führungspositionen werden in der Branche gerne mit Hochschulabsolventen und -absolventinnen besetzt. Diese bringen oft betriebswirtschaftliches Wissen mit, etwa aus einem BWL-Studium mit dem Schwerpunkt Hotelmanagement. Der typische Arbeitsplatz ist das Büro. Es geht darum, Angebote durchzurechnen, Kosten-Nutzen-Analysen zu erstellen oder neue Marketingstrategien zu entwickeln. General Manager/innen für Hotellerie sind aber auch viel im Hotel unterwegs. Sie organisieren die Arbeitsabläufe, teilen das Personal ein und sind wichtige Ansprechpartner für die Gäste. Food-and-Beverage-Manager/innen, die im Restaurantbereich arbeiten, pendeln zwischen Büro, Kühlhaus und Küche. Sie verhandeln mit Lieferanten über Preise, überprüfen die Qualität und die korrekte Lagerung der angelieferten Lebensmittel und koordinieren die Arbeitsabläufe in der Küche.

Wer im Hotel- und Gaststättengewerbe arbeiten will, sollte belastbar sein und mit unregelmäßigen Arbeitszeiten klarkommen. Schließlich fällt oft dann die meiste Arbeit an, wenn andere ihre Freizeit genießen – etwa abends, am Wochenende oder an Feiertagen. Auch Überstunden sind keine Seltenheit, gerade in der Hochsaison. Damit die täglichen Abläufe reibungslos funktionieren, sind Teamspieler mit einem hohen Maß an Kommunikationsfähigkeit gefragt. Zudem werden Service- und Kundenorientierung großgeschrieben. Gute Fremdsprachenkenntnisse, am besten über das obligatorische Englisch hinaus, sind ebenfalls ein Muss, zum Beispiel für den Umgang mit ausländischen Gästen und Geschäftspartnern.

Neben Hotels und Restaurants sind zum Beispiel auch Kreuzfahrt-Unternehmen, Bäder oder Kur- und Rehakliniken potenzielle Arbeitgeber für Akademiker/innen. Wie in kaum einer anderen Branche bieten sich hier viele Möglichkeiten, im Ausland zu arbeiten. Ebenso besteht die Option, sich selbstständig zu machen, zum Beispiel als Inhaber eines eigenen Restaurants, einer Catering-Firma oder eines Hotels.

Insgesamt gesehen sind Akademiker/innen unter den Angestellten in diesem Berufsfeld stark unterrepräsentiert: „Nur ein kleiner Teil der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in den Hotel- und Gastronomieberufen nimmt Aufgaben wahr, für die ein akademischer Abschluss üblich ist“, erklärt Dr. Jens Stephani, Arbeitsmarktexperte bei der Bundesagentur für Arbeit, zur Beschäftigungssituation. „Akademiker mit Leitungs- oder Expertentätigkeit in diesem Berufsfeld sind häufig selbstständig tätig. Der Arbeitsmarkt ist in vielen Urlaubsregionen stark saisonal geprägt."

Hotel- und Gastronomie-Experten möchten stets die Wünsche ihrer Kunden erfüllen. Je nach Zielgruppe sind diese oft sehr unterschiedlich. Ältere Kunden legen auf andere Aspekte Wert als etwa junge Familien. Und während Feinschmecker beispielsweise gerne bereit sind, für hochwertige Produkte und guten Service mehr Geld auszugeben, wollen andere möglichst viel Leistung für den kleinen Geldbeutel. Die Herausforderung ist, für jeden Kundentyp ein passgenaues Angebot zu entwickeln. In der Küche geht der Trend hin zu qualitativ hochwertigen, gesunden und saisonalen Produkten aus regionaler Erzeugung. Ebenfalls gefragt sind spezielle Gerichte für Allergiker, Vegetarier oder Veganer.

Im Hotelgewerbe reicht das Angebot von kinderfreundlichen Ferienressorts über Tagungshotels bis hin zum Luxusdomizil. Häufig nachgefragt werden Gesundheits- und Wellness-Angebote. Auch Spezialangebote wie Öko- oder Fahrrad-Hotels liegen im Trend.

Sorgen macht den Hoteliers dagegen die wachsende Konkurrenz durch private Anbieter, die Ferienwohnungen über das Internet vermieten. Die Hotelbranche muss neue, individuelle und preiswerte Angebote entwickeln, um Kunden von Reise- und Buchungsplattformen zurückzugewinnen. <<

Portrait von Klaus-Dieter Richter.

Interview mit Klaus-Dieter Richter, Vizepräsident des Hotel- und Gaststättenverbandes Berlin

Großes Nachfragespektrum

Herr Richter, welche Branchentrends gibt es?
Klaus-Dieter Richter: Die moderne Gastronomie ist jung, dynamisch und kreativ. Wir beobachten „Back to the roots“ – weg von überkandidelten Gerichten und hin zu mehr Regionalität. Der Umweltaspekt spielt dabei durchaus eine Rolle. Gesund, einfach, natürlich, mit einem kräftigen Schuss Lebensfreude. Der Markt wird insgesamt genauer beobachtet, um individueller auf Nachfragen und die Bedürfnisse der Gäste reagieren zu können.

Welche Anforderungen werden an Berufseinsteiger gestellt?
Klaus-Dieter Richter: Lust am Dienstleisten in einem kundenorientierten Beruf, Teamfähigkeit, Kreativität, Lernbereitschaft und natürlich Interesse an einer vielfältigen Branche. Im Vorteil ist, wer bereits über Basiswissen verfügt. Wir empfehlen, Praktika zu absolvieren, um sich einen wirklichen Eindruck zu verschaffen.

Welche Entwicklungsmöglichkeiten gibt es?
Klaus-Dieter Richter: Die Branche bietet durch die Vielfältigkeit ihrer Berufsbilder sehr gute und kreative Karrieremöglichkeiten! So kann ein Meisterbrief in der Gastronomie angestrebt werden; das berufliche Ziel kann aber auch Manager eines Hotels oder einer Hotelkette sein. Bei ausreichender Qualifikation besteht die Möglichkeit der Selbstständigkeit in der Gastronomie und Hotellerie. Für gut ausgebildete Fachkräfte oder hoch motivierte Absolventen mit exzellentem Studienabschluss gibt es auch international sehr gute Karrierechancen. <<

Die Dienstleistungsbranche hat Studienabsolventen einiges zubieten. In den Bereichen Finanzen, Einkauf, Qualitätsmanagement, Marketing oder Personal gibt es vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten und Berufschancen. Vor allem in den Bereichen Sales und Operations sind Aka­demiker für Managementaufgaben gefragt. Fundierte Fachkenntnisse, je nach Einsatzbereich vor allem in den Betriebs- oder Ernährungswissenschaften, Flexibilität sowie hohe Einsatzbereitschaft sind wichtige Anforderungen in unserem international agierenden Unternehmen für Catering und Food Services.

Junge Nachwuchskräfte sind das Potenzial der Zukunft. Die Steigenberger Hotels AG bietet ihnen ein breites Spektrum an Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten und damit die Verbindung von Theorie und Praxis. Durch ausreichende Praktika im Rahmen eines „Hospitality- und Tourism-Management“-Studiengangs können schon frühzeitig erste Berufserfahrungen gesammelt und wichtige Kontakte geknüpft werden. Wer dies gut nutzt, hat die Chance, nach dem Abschluss direkt in anspruchsvollen Funktionen eingesetzt zu werden – da wird sich das Studium schnell auszahlen.

Für die Berufe in dieser Arbeitswelt können im späteren Berufsleben beispielsweise folgende fachliche Kenntnisse gefragt sein:

  • Bankette und Veranstaltungen planen und organisieren
  • betriebswirtschaftliche Kenntnisse (Kalkulation, Controlling, Finanzplanung)
  • Einkauf, Beschaffung
  • Gästebetreuung
  • Gaststättenrecht
  • Hotel- und Gastronomiemanagement
  • Marketing und Werbung
  • Qualitätsmanagement
  • Systemgastronomie

Für die Berufe in dieser Arbeitswelt können im späteren Berufsleben beispielsweise folgende persönliche Anforderungen an dich gestellt werden:

  • analytische Arbeitsweise
  • Führungsqualitäten
  • interkulturelle Kompetenz
  • Kommunikationsstärke
  • Kontaktstärke
  • Kundenorientierung
  • Mobilitätsbereitschaft und Flexibilität
  • Planungs- und Organisationsfähigkeit
  • Selbstorganisation
  • Teamfähigkeit
http://berufsfeld-info.de/abi/tbf/hotel-und-gaststattengewerbe-2