Gesund­heits- und Sozial­management

Gesundheitskarte liegt auf einer Computertastatur.

Die Arbeitswelt im Überblick

Sie sorgen dafür, dass unsere sozialen Sicherungssysteme effizient arbeiten: Akademiker/innen im Gesundheits- und Sozialmanagement. Welche Trends zeichnen sich ab?

Gemeinsam ist allen Berufen in dieser Arbeitswelt, dass sie sowohl Aspekte aus Management, Betriebswirtschaft und Verwaltung als auch soziale und gesundheitliche Fragestellungen umfassen. Wer bei einer Sozialversicherung arbeitet, prüft und beurteilt beispielsweise Rentenansprüche oder Anträge auf Krankengeld – dazu gehört neben dem Aktenstudium auch das Gespräch mit den Versicherten. Sozialversicherungsbetriebswirte und -betriebswirtinnen sorgen für effiziente Strukturen und Abläufe im Gesundheits- und Pflegebereich. Arbeitsmarktmanager und -managerinnen übernehmen bei den Agenturen für Arbeit Aufgaben in der Vermittlung, Beratung und Integration von Arbeitnehmern und beraten darüber hinaus auch Arbeitgeber.

Um eine Tätigkeit in dieser Arbeitswelt auszuüben, solltest du Freude am Umgang mit Menschen, Empathie und eine gewisse Frustrationstoleranz mitbringen. Ebenfalls unerlässlich sind Planungs- und Organisationskompetenz, Durchsetzungsvermögen, Kundenorientierung und kommunikatives Geschick, zudem Verschwiegenheit und die Beachtung des Datenschutzes.

Das Gesundheitswesen ist ein bedeutender, wachsender Wirtschaftsbereich in Deutschland, der den Akademikern dieser Arbeitswelt Perspektiven bei Krankenhäusern, Kur- und Rehabilitationskliniken sowie anderen medizinischen und kurativen Einrichtungen eröffnet. Hochschulabsolventen in größerer Zahl werden zudem bei den Sozialversicherungsträgern gebraucht, zu denen beispielsweise die gesetzliche Kranken-, Unfall-, Renten- und Pflegeversicherung sowie die Bundesagentur für Arbeit gehören. Hinzu kommen Chancen bei Behörden, etwa in der Sozial- oder Gesundheitsverwaltung der Kommunen. Abgesehen von Angestellten finden sich in der Arbeitswelt Gesundheits- und Sozialmanagement also auch Beamte und Beamtinnen. Ebenfalls denkbar ist eine Selbstständigkeit, etwa mit einem Beratungsbüro für Gesundheitsdienstleistungen.

Dr. Jens Stephani, Experte der Bundesagentur für Arbeit, gibt folgende Einschätzung zur aktuellen Beschäftigungssituation ab: „Gesundheits- und Sozialmanager/innen kommen aus dem Wirtschafts- und Sozialbereich, aber auch aus dem Öffentlichen Dienst. Ihre Arbeitsmarktchancen sind sehr gut. In den vergangenen Jahren konnte man teilweise sogar von Vollbeschäftigung sprechen.“

Der Anteil älterer Menschen an der Gesamtbevölkerung steigt, daher prognostizieren Experten eine wachsende Nachfrage nicht nur nach Gesundheits- und Pflegedienstleistungen, sondern auch nach Verwaltungsfachkräften, die eine gute, aber trotzdem kosteneffiziente Versorgung sicherstellen. Vor allem die Betreuung von Menschen mit Demenz und anderen typischen Alterskrankheiten muss weiter ausgebaut werden. Das stellt sowohl die Mitarbeiter/innen in den Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen als auch die Pflegekassen vor große Herausforderungen.

Aktuell sind die Sozialkassen zwar solide finanziert, langfristig könnten sich trotzdem Probleme ergeben. In Zukunft müssen zum Beispiel im Bereich der Rente weniger Beitragszahler mehr Leistungsempfänger finanzieren. Dementsprechend gibt es immer wieder Debatten rund um die Zukunft der Rente und entsprechende Reformbemühungen. Auch politische Entscheidungen beeinflussen die Lage: So wurde beispielsweise das Renteneintrittsalter für bestimmte Personengruppen gesenkt. Allerdings gibt es zahlreiche Sonderregelungen. Wer die abschlagsfreie Rente tatsächlich erhält, müssen die Mitarbeiter der Rentenkassen von Einzelfall zu Einzelfall stets aufs Neue entscheiden. Dabei orientieren sie sich nicht nur am Gesetzestext selbst, sondern auch an wegweisenden Urteilen der Sozialgerichte. <<

Portrait von Gerrit Taeger.

Interview mit Gerrit Taeger, Referatsleiter Personal beim Verband der Privaten Krankenversicherung e.V. (PKV-Verband)

Individuelle Schicksale

Herr Taeger, das Berufsfeld ist breit gefächert. Wie würden Sie das Anforderungsprofil beschreiben?
Gerrit Taeger: Unser Sozial- und Gesundheitssystem ist sehr komplex. Wer hier arbeiten möchte, sollte Interesse für eine vielschichtige und interessante Materie mitbringen. Gut aufgehoben ist in diesem Berufsfeld, wer anderen helfen und aktiv gestalten möchte, fachlich hervorragend ausgebildet und bereit ist, sich permanent weiterzubilden.

Was sollten Bewerber/innen mitbringen?
Gerrit Taeger: Benötigt werden Spezialisten, die ihr Metier beherrschen, sich gleichzeitig auf die besonderen Anforderungen ihrer Branche einstellen können, die sich auf Projektarbeit einlassen, flexibel sind, strukturiert arbeiten können und bei hoher Komplexität immer das Wesentliche im Auge behalten.

Wie lässt sich das Berufsfeld allgemein beschreiben?
Gerrit Taeger: Ob beispielsweise als Betriebswirt, Gesundheitswirt, Arbeitsmarktmanager oder Sozialökonom – im Mittelpunkt aller Bemühungen steht das individuelle Schicksal des Einzelnen. Das im Wust der Vorschriften und Bestimmungen nicht zu vergessen erscheint mir wichtig. <<

Die hohen betrieblichen Anforderungen auf der einen Seite und die enge Personalsituation auf der anderen fördern den Bedarf an Gesundheitsmanagern. Absolventen finden zahlreiche Einsatzmöglichkeiten: in Unternehmen, im Öffentlichen Dienst, bei Kranken- und Unfallversicherungen sowie in spezialisierten Beratungsunternehmen. Hauptaufgabe ist die Entwicklung und Evaluation betrieblicher Gesundheitsdienstleistungen. Berufseinsteiger sollten Gesundheitswissen, Methodenkompetenz, analytische Fertigkeiten sowie Moderations- und Kommunikationsfähigkeiten mitbringen.

Das Universitätsklinikum Köln steht für klinische Innovation und fortschrittliche Medizin. Wir suchen junge Menschen, die sich mit ihrem persönlichen Engagement und ihrem fachlich fundierten Wissen in Verwaltungs- und Managementpositionen einbringen. Sie sollten anstreben, gemeinschaftlich mit Ärzten, Pflegekräften und allen am medizinischen Leistungsprozess Beteiligten daran mitzuwirken, kranken Menschen zu helfen. Das Verständnis für die Zusammenhänge im Tätigkeitsfeld zwischen Ökonomie, Gesundheitsversorgung sowie Forschung und Lehre zeichnet unsere zukünftigen Fach- und Führungskräfte aus.

Wer heute im Gesundheits- und Sozialmanagement arbeitet, braucht ein hohes Maß an Kommunikationsfähigkeit und Dienstleistungsorientierung, da sich die meisten Aufgaben in dem Dreieck zwischen Kunden, Vertragspartnern und Kollegen bewegen. Darüber hinaus müssen Mitarbeiter in der Lage sein, sich selbst zu reflektieren, ergebnisorientiert zu handeln und das eigene Arbeiten an der Strategie und den Zielen des Unternehmens auszurichten. Wer das kann, dem bieten sich sehr gute Perspektiven.

Für die Berufe in dieser Arbeitswelt können im späteren Berufsleben beispielsweise folgende fachliche Kenntnisse gefragt sein:

  • Antragsbearbeitung
  • Arbeitsmarktpolitik
  • Arbeitsrecht
  • Beitragsfragen klären (Sozialversicherung)
  • Berufsberatung
  • Betriebswirtschaftslehre
  • Case Management
  • Gesundheitsökonomie
  • Kosten- und Leistungsrechnung
  • Pflegepolitik
  • Sachbearbeitung
  • Sozialmanagement
  • Sozialversicherungsrecht

Für die Berufe in dieser Arbeitswelt können im späteren Berufsleben beispielsweise folgende persönliche Anforderungen an dich gestellt werden:

  • Durchhaltevermögen und Frustrationstoleranz
  • Durchsetzungsvermögen
  • Kommunikationsfähigkeit
  • Kundenorientierung
  • Planungs- und Organisationsfähigkeit
  • Sorgfalt
  • Überzeugungsfähigkeit
  • unternehmerisches Denken
  • Verhandlungsgeschick
  • Verschwiegenheit
http://berufsfeld-info.de/abi/tbf/gesundheits-und-sozialmanagement-2