Farben, Kunst­stoffe, Glas, Keramik, Holz, Papier

Bunte Einkaufskörbe aus Bio-Kunststoff.

Die Arbeitswelt im Überblick

Farben, Kunststoffe, Glas, Keramik, Holz und Papier – Produkte aus diesen Werkstoffen begegnen uns überall im Alltag. Um ihre Herstellung und Weiterverarbeitung kümmern sich die Hochschulabsolventen und -absolventinnen dieser Arbeitswelt. Wie sind die Möglichkeiten am Arbeitsmarkt? Welche Trends gibt es?

In dieser Arbeitswelt sind Ingenieure und Ingenieurinnen tätig, die sich auf bestimmte Werkstoffe und Verfahren spezialisiert haben. Sie planen und koordinieren die einzelnen Arbeitsschritte in der industriellen Fertigung oder arbeiten an der Entwicklung neuer Materialien und Herstellungsverfahren. Je nach konkretem Einsatzbereich tragen sie auch die Verantwortung für die termingerechte Auslieferung der Waren, für das Budget oder für die Betreuung wichtiger Kunden.

Als Ingenieur/in für Farben und Lacke kannst du beispielsweise die Produktion von Autolacken steuern. Oder du arbeitest in der Entwicklungsabteilung an neuen Beschichtungen, die etwa besonders robust und kratzfest sind. Ingenieure und Ingenieurinnen für Verpackungstechnik wiederum entwickeln Verpackungen, die den Inhalt gut schützen, optisch ansprechend sind und als Werbefläche genutzt werden können. Und als Ingenieur/in in der Glas- oder Keramiktechnik beschäftigst du dich mit Werkstoffen, die sowohl für Konsumgüter als auch für Hightech-Anwendungen zum Einsatz kommen, zum Beispiel in Solaranlagen oder im Fahrzeugbau.

Unabhängig davon, mit welchem Material du arbeiten möchtest, solltest du gewisse Fähigkeiten und Neigungen mitbringen: Interesse an naturwissenschaftlichen Zusammenhängen und Technik ist wichtig. Ebenso solltest du gut mit Zahlen umgehen können, gerne Probleme lösen und organisationsstark sein.

Die größten Arbeitgeber für die Ingenieure und Ingenieurinnen dieser Arbeitswelt finden sich in der industriellen Produktion. Abhängig von der Fachrichtung können das zum Beispiel Glas- oder Keramikhersteller, Möbelproduzenten, Papier- und Verpackungsfabriken oder Unternehmen der chemischen Industrie sein. Ein wichtiger Arbeitgeber ist zudem die Kunststoff verarbeitende Industrie. Chancen für Ingenieure und Ingenieurinnen gibt es aber nicht nur bei großen Industrieunternehmen, sondern auch bei Ingenieurbüros oder größeren Handwerksbetrieben.

Dr. Jens Stephani, Experte der Bundesagentur für Arbeit, erklärt zu den Jobchancen in diesem Bereich: „Insgesamt war die Marktsituation in diesem Berufsfeld in den letzten Jahren eher stabil: Die Beschäftigung ist leicht gewachsen, die Nachfrage hat ihr Niveau gehalten. Die Arbeitslosigkeit ist tendenziell unterdurchschnittlich."

Generell zeichnet sich das berufliche Umfeld von Ingenieuren und Ingenieurinnen durch ausgeklügelte industrielle Produktionsverfahren, hoch technisierte Anlagen und regelmäßige technische Innovationen aus. Ein zukunftsweisender Trend ist etwa der Einsatz von 3-D-Druckern, mit denen man geschmolzene oder pulverisierte Ausgangsstoffe Schicht für Schicht zu einem fertigen Produkt auftragen kann. Anders als bei herkömmlichen Herstellungsverfahren, bei denen Bauteile zunächst gegossen und dann beispielsweise durch Stanzen, Schneiden oder Fräsen in die gewünschte Form gebracht werden, verbraucht man bei solchen „additiven“ Verfahren nur so viele Rohstoffe wie unbedingt nötig. Als Ausgangsmaterial für den 3-D-Druck eignen sich beispielsweise Kunststoffe, aber auch mit keramischen Grundstoffen wurde bereits erfolgreich experimentiert.

Ebenfalls ein wichtiger Trend in dieser Arbeitswelt sind die Themen Nachhaltigkeit und Umweltschutz. Das liegt nicht zuletzt an der wachsenden Zahl von Verbrauchern, für die die Umweltfreundlichkeit von Produkten und Herstellungsverfahren ein wichtiges Kaufargument ist. So setzen beispielsweise einige deutsche Möbelhersteller auf hochwertige, schadstoffarme und ökologisch hergestellte Holzprodukte mit Zertifikat, um sich gegen billigere Massenproduzenten aus dem Ausland abzuheben. Und die chemische Industrie hat zahlreiche Biokunststoffe auf den Markt gebracht, die nachhaltig aus Abfallprodukten der Holz- oder Lebensmittelindustrie gewonnen werden können. <<

Portraitaufnahme von Gregor Andreas Geiger

Interview mit Gregor Andreas Geiger, Bereichsleiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit beim Verband Deutscher Papierfabriken e.V.

Neue Ideen gesucht

Herr Geiger, was sind die wichtigsten Branchentrends?
Gregor Andreas Geiger: Es herrscht ein harter internationaler Wettbewerb. Die Branche muss sich durch qualitativ hochwertige und innovative Produkte von der Konkurrenz absetzen. Dafür brauchen wir auch in Zukunft gut ausgebildete Ingenieure, die nicht nur Produktionsprozesse überwachen, sondern auch neue Ideen und Lösungen entwickeln.

Welche Anforderungen werden an Berufseinsteiger gestellt?
Gregor Andreas Geiger: Technisches Interesse ist ein Muss. Außerdem dürfen Papier-Ingenieure nicht vor Verantwortung zurückschrecken. Sie müssen kreativ sein und offen für Innovationen. In der Regel pflegen Studierende schon während des Studiums Kontakt zu Unternehmen der Branche, durch Praxissemester, Ferienjobs oder die Diplomarbeit.

Welche Entwicklungsmöglichkeiten gibt es für Ingenieure in der Branche?
Gregor Andreas Geiger: Engagierten Papier-Ingenieuren stehen die Türen weit offen. Sie können es bis an die Unternehmensspitze schaffen. Dafür gibt es genügend Beispiele. Die Papierindustrie ist international vernetzt – junge Ingenieure haben sehr gute Möglichkeiten, auch im Ausland Erfahrungen zu sammeln. <<

So vielseitig unser wichtigster Rohstoff ist, so breit sind die Möglichkeiten bei Pfleiderer, der zu den führenden Herstellern von Holzwerkstoffen, Oberflächenveredelungen und HPL-Produkten (High Pressure Laminate) zählt. Als Ingenieur hat man bei uns die Möglichkeit, sowohl eine Spezialistenaufgabe als auch eine Führungs- und Leitungsposition zu übernehmen – beispielsweise in der Produktionsplanung und -steuerung, im Verkauf und Vertrieb oder im Qualitätssicherungs- und Umweltmanagement.

Gesucht sind engagierte und leistungsstarke Mitarbeiter aus naturwissenschaftlichen, technischen und kaufmännischen Studiengängen. Da wir auch international tätig sind, legen wir zudem großen Wert auf interkulturelle Kompetenzen und Fremdsprachenkenntnisse. Erste berufliche Erfahrungen sollte man bereits vor dem Abschluss sammeln, etwa durch Praktika oder im Rahmen eines kooperativen Studiengangs.

Wer in der Optischen Industrie in der Fertigung arbeiten möchte, sollte offen sein für die verschiedensten Herstellungsprozesse und für Innovationen. Nichts ist so hart und gleichzeitig so zerbrechlich wie Glas – deshalb sind Ausdauer, höchste Sorgfalt und der Wille gefragt, Bearbeitungsschritte ständig zu optimieren. Es gilt, die physikalischen Grenzen immer wieder aufs Neue zu erweitern. Der Trend zur Elektronik wird deutlich stärker: Wünschten Kunden früher nur präzisionsoptische Komponenten, geht die Entwicklung heute hin zu kompletten Baugruppen und Systemen. <<

Für die Berufe in dieser Arbeitswelt können im späteren Berufsleben beispielsweise folgende fachliche Kenntnisse gefragt sein:

  • Beschichtungstechnik
  • Chemische Untersuchungs- und Messverfahren
  • Entwicklung
  • Farben-, Lacktechnik
  • Fertigungstechnik
  • Glastechnik (Herstellung, Verarbeitung)
  • Holzkunde, Holztechnik
  • Konstruktion
  • Kunststoffherstellung, Kunststofftechnik
  • Maschinentechnik
  • Papiertechnik
  • Werkstoffprüfung
  • Werkstofftechnik

Für die Berufe in dieser Arbeitswelt können im späteren Berufsleben beispielsweise folgende persönliche Anforderungen an dich gestellt werden:

  • analytische Arbeitsweise
  • Kommunikationsstärke
  • Kundenorientierung
  • Mobilitätsbereitschaft
  • Planungs- und Organisationsfähigkeit
  • Selbstorganisation
  • Teamfähigkeit
http://berufsfeld-info.de/abi/tbf/farben-kunststoffe-glas-keramik-holz-papier