Design und Gestaltung

Buntstifte

Die Arbeitswelt im Überblick

Produkte gestalten, Marken ins rechte Licht rücken, den Look einer Homepage entwickeln oder die Innenausstattung eines Hauses planen – in der Arbeitswelt Design und Gestaltung kannst du deine Kreativität unter Beweis stellen. Welche Trends gibt es?

Produkt- und Industriedesign bestimmen das Erscheinungsbild der Konsumwelt – von der Espresso-Tasse über Mode und Schmuck bis hin zum Automobil. Design ist aber nicht gleich Kunst: Ein neuer Entwurf muss nicht nur ästhetisch überzeugen, sondern auch hinsichtlich des ökonomischen Potenzials. Schließlich nützt das stilistisch aufregendste Produkt nichts, wenn es die Auftraggeber und die Kunden nicht anspricht oder zu teuer in der Produktion ist, also letztlich zu wenig Gewinn einbringen würde. Auch die Umweltfreundlichkeit und Nachhaltigkeit von Produkten und nicht zuletzt deren Gebrauchstauglichkeit – „Usability“ genannt – sollte man im Blick haben. Neben dem Produkt- und Industriedesign gibt es ein zweites großes Feld in dieser Arbeitswelt: die Gestaltung von Broschüren, Werbeanzeigen, Internetauftritten, Fotos und Computerspielen, also den Bereich Kommunikations- und Mediendesign.

Einfallsreichtum sowie das Fachwissen und die Methoden aus dem Studium allein reichen für die Berufe im Design nicht aus. Kreative müssen kommunikativ sein und ihre Ideen mit überzeugenden Argumenten untermauern können. Denn auch wenn Design-Berufe zu einem großen Teil Bildschirmarbeit bedeuten, hat man regelmäßig Kontakt zu Kunden. Und vor jedem Design-Projekt steht die Teamarbeit, das Brainstorming – oft arbeiten Designer/innen etwa mit Marketingspezialisten oder Ingenieuren und Ingenieurinnen zusammen. Man ist als Teamspieler gefragt, der auch einmal Kritik einstecken kann und bereit ist, auf die Argumente anderer einzugehen.

Akademiker/innen dieses Bereichs können in zahlreichen Branchen tätig sein – neben Design- und Werbeagenturen zum Beispiel auch in Architekturbüros, IT-Unternehmen oder bei Medienhäusern. In den Marketing- und (Produkt-)Entwicklungsabteilungen von Unternehmen aller Branchen bieten sich ebenfalls Chancen.

„Gerade beim Berufseinstieg haben es Produkt- und Industriedesigner nicht immer leicht“, weiß Dr. Jens Stephani, Experte der Bundesagentur für Arbeit. „Kreative Berufe sind sehr beliebt und die Zahl der Stellenangebote ist gering. Und auch Selbstständigkeit spielt in diesem Berufsfeld eine wichtige Rolle. Etwa die Hälfte der Erwerbstätigen ist sein beziehungsweise ihr eigener Chef. Insgesamt ist der Arbeitsmarkt für Produkt- und Industriedesigner aber moderat positiv.”

Der bestimmende Trend der Arbeitswelt Design und Gestaltung ist der digitale Wandel. Kommunikations- und Mediendesigner/innen arbeiten immer seltener am Layout von Zeitungen, Werbeplakaten und anderen Printprodukten. Stattdessen gewinnt die Gestaltung von digitalen Medien wie Firmen-Homepages, Computerspielen oder Apps an Bedeutung. Technologische Innovationen bestimmen auch viele weitere Designbereiche: So beschäftigen sich beispielsweise Modedesigner heute auch mit den Möglichkeiten von „intelligenten“ Textilien mit integrierter Elektronik.

Neben technischen Innovationen solltest du auch Marktentwicklungen im Auge behalten – ganz besonders als Freiberufler/in. Ein Beispiel: Der Trend zum „Crowdworking“, also zu Aufträgen, die von internationalen Teams vollständig über das Internet abgewickelt werden, könnte die Arbeitswelt für Designer/innen von Grund auf verändern. Im globalen Netz spielen Ländergrenzen keine Rolle mehr. Das bietet zum einen Chancen, da deutsche Designer viel leichter Aufträge im Ausland akquirieren und zum Beispiel an Projekten in den USA mitarbeiten können. Zum anderen stehen hiesige Designer/innen nun auch in Konkurrenz zu Mitbewerbern aus aller Welt, die ihre Arbeitsleistung oftmals weitaus günstiger anbieten können. <<

Portraitaufnahme von Robert Glogowski

Interview mit Robert Glogowski, Referat Berufswirtschaft, BDG Berufsverband der Deutschen Kommunikationsdesigner e.V.

Designer im Produktionsprozess

Herr Glogowski, welche Branchentrends gibt es?
Robert Glogowski: Jede Branche profitiert von Designern. Die jüngere Generation von Unternehmern weiß das und integriert das Wissen von Designern heute schon beispielhaft in den gesamten Produktionsprozess. Intelligente, strategisch denkende Köpfe werden in zehn Jahren aus keinem Bereich mehr wegzudenken sein, in dem Kommunikation eine Rolle spielt.

Welche Anforderungen werden an Berufseinsteiger gestellt?
Robert Glogowski: Genauigkeit und Kreativität sind die Grundlagen. Ein Designer muss außerdem intelligent, durchsetzungsstark, willensstark und kommunikativ sein. Man sollte mit Menschen gut umgehen können. Wer diesen Beruf ausüben will, muss sich gegen viele gute Leute durchsetzen.

Welche Entwicklungsmöglichkeiten gibt es für Akademiker?
Robert Glogowski: Wir gehen davon aus, dass sich die Akademiker, die jetzt mit dem Studium fertig werden, früher oder später selbstständig machen. Als Berater oder als Kreative, die sich in Unternehmen und Agenturen projektbezogen zusammenfinden und dort mitarbeiten. <<

Kommunikation im Raum bedeutet, eine Marke mit allen Sinnen erfahrbar machen. Wir arbeiten im Team mit Spezialisten aller kreativen Disziplinen: Design, Architektur, Medien, Licht, Ton. Hier zählt nicht allein der geniale Einfall: Ein Entwurf muss dem Image der Marke entsprechen, konstruktiv lösbar sein und im Budgetrahmen bleiben. Kreativ arbeiten zu können ist ein riesiges Privileg. Der sichere Umgang mit Menschen, Organisationstalent und Belastbarkeit gehören jedoch mit zum Handwerkszeug.

Da wir für die Autoindustrie arbeiten, brauchen unsere Designer neben einem Studium, etwa mit dem Schwerpunkt 3-D oder Kommunikation, hohes technisches Verständnis. Sie können sich in komplexe Abläufe eindenken und diese visualisieren. Bei der Abstimmung mit den Kunden ist Kommunikationstalent unerlässlich. Das Wichtigste aber ist die Fähigkeit, sich ins Team einzubringen – schon bei der Auswahl der Bewerber achten wir darauf, dass die menschlichen Qualitäten stimmen. Wer motiviert ist, kann es bei uns zum Teamleiter oder gar zum stellvertretenden Agenturleiter bringen.

Die weiter voranschreitende Integration von Printmedien und elektronischen Medien stellt hohe Anforderungen an die leserfreundliche Gestaltung von Printtiteln, insbesondere bei Zeitungen, und Onlineauftritten. Kanalspezifisch müssen die Inhalte jeweils optisch perfekt präsentiert werden. Hier sind qualifizierte Designer gefragt, die den Redaktionen beratend und unterstützend zur Seite stehen. In der Konzeption von neuen Produkten, der Weiterentwicklung bestehender Produkte und der Einführung von Innovationen werden auch künftig Fachkräfte benötigt.

Für die Berufe in dieser Arbeitswelt können im späteren Berufsleben beispielsweise folgende fachliche Kenntnisse gefragt sein:

  • Computeranimation
  • Entwurf
  • Formgestaltung
  • Fotodesign
  • Gebrauchsgrafik
  • Gestaltung, Design
  • Kostümbildnerei
  • Kundenberatung
  • Mediendesign, Medientechnik
  • Screendesign
  • Textilgestaltung, Textildesign
  • Typografie, Schriftgestaltung
  • Videobearbeitung
  • Zeichnen

Für die Berufe in dieser Arbeitswelt können im späteren Berufsleben beispielsweise folgende persönliche Anforderungen an dich gestellt werden:

  • Eigeninitiative
  • Fantasie
  • Flexibilität
  • Kommunikationsfähigkeit
  • Kontaktstärke
  • Kooperationsfähigkeit
  • Kreativität
  • Kritikfähigkeit
  • Kundenorientierung
  • Planungs- und Organisationsfähigkeit
  • Selbstorganisation
  • Überzeugungsfähigkeit
http://berufsfeld-info.de/abi/tbf/design-und-gestaltung-3