Germanist/in; Lektor/in – Verlage

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Verlagslektorin

Tätigkeitsfeld:

Redaktion, Journalismus, Lektorat

Abgeschlossenes Studium in:

Germanistik und Anglistik

BERUFENET:

Germanist/in; Lektor/in – Verlage

Wir bekommen unzählige Exposés und Leseproben zugeschickt, die wir mitunter sehr schnell einschätzen müssen.

Lesen und verhandeln

Germanistin Judith Mandt (33) kümmert sich als Verlagslektorin um Romane – vom Manuskript bis zur Veröffentlichung. Sie arbeitet an den Texten, verhandelt mit Literaturagenturen und hält Ausschau nach talentierten Autoren.

Judith Mandt ist Lektorin beim Verlag Bastei Lübbe AG in Köln und dort für Belletristik zuständig. Sie befasst sich mit Romanen, die noch nicht veröffentlicht sind und durch ihre Hilfe zu einem Bestseller werden könnten. „Als Lektorin muss ich Texte nach bestimmten Schemata lesen, um sie beurteilen zu können“, erläutert die 33-Jährige.

Rechtschreibung, Inhalt und Stil

„Wir arbeiten in einem Team aus etwa einem Dutzend Lektoren. Ich bin in den Segmenten Krimis und Thriller und historische Romane tätig.“ Judith Mandt arbeitet in Gleitzeit, um flexibel auf die jeweils anfallenden Aufgaben reagieren zu können. Sie selbst redigiert etwa drei bis vier Romane pro Jahr. Dabei handelt es sich um Titel, die bereits in das Verlagsprogramm aufgenommen worden sind und die so bearbeitet werden müssen, dass sie marktreif sind. „Ich korrigiere nicht nur die Rechtschreibung, sondern vor allem auch Inhalt und Stil“, erläutert sie. „Das tue ich immer in enger Absprache mit dem Autor des Romans.“

Den größten Teil ihrer Arbeitszeit verwendet sie aber darauf, potenzielle Projekte zu sichten. „Wir bekommen unzählige Exposés und Leseproben zugeschickt, die wir mitunter sehr schnell einschätzen müssen“, erklärt sie. „Das heißt, dass wir prüfen, ob ein Buch in unser Verlagsprogramm passen würde und ob die Themen bei unseren Lesern ankommen.“ Auf ihrem Schreibtisch landen auch viele englischsprachige Texte, die sie im Original liest. Von der ersten Bearbeitung eines Manuskripts bis zur tatsächlichen Veröffentlichung vergehen in der Regel 18 Monate.

Judith Mandt muss den Buchmarkt und entsprechende Trends sehr gut einschätzen können. „Ich kann dabei auf Mediendaten und Verkaufszahlen zurückgreifen, schaue auch auf die internationalen Märkte und besuche die wichtigen Buchmessen“, sagt sie.

Kommunikationstalent gefragt

Als Verlagslektorin arbeitet sie mit freiberuflichen Übersetzern und Textredakteuren sowie mit Agenten im In- und Ausland zusammen. Für ihre Tätigkeit sind unter anderem Kommunikationstalent und ausgeprägtes Verhandlungsgeschick wichtig. „Wenn ich von einem Exposé überzeugt bin, muss ich wiederum den Programmleiter davon überzeugen, dass das Buch sich auch verkauft“, sagt sie. „Denn er entscheidet, ob ein Projekt entstehen kann.“

Erhält ein Manuskript grünes Licht, beginnt die Vertragsverhandlung. „Die führe ich selten mit dem Autor selbst“, sagt sie. „In der Regel bekommen wir die Manuskripte von literarischen Agenturen, die die Autoren vertreten. Meine Aufgabe besteht auch darin, einen für uns lohnenden Vertrag auszuhandeln.“ Dabei muss sie immer auch die Kosten für Umsetzung, Übersetzung und Vermarktung im Blick haben.

Judith Mandt hat an der Universität Wuppertal Germanistik und Anglistik studiert und einen Magisterabschluss gemacht. Über ein Praktikum und ein Verlagsvolontariat kam sie anschließend zu ihrer heutigen festen Stelle. Viele Lektoren arbeiten aber auch freiberuflich. <<

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