Kultur­pädagoge/-pädagogin

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Kulturpädagogin

Tätigkeitsfelder:

Kunst- und Kulturmanagement, Veranstaltungsmanagement und -service

Abgeschlossenes Studium in:

Kulturwissenschaft, Geschichte (Bachelor); Kulturpädagogik und Kulturmanagement (Master)

BERUFENET:

Kulturpädagoge/-pädagogin

Vollzeitjobs sind in diesem Bereich die Ausnahme.

Das Museum als Spielplatz

Anna Schlieck (29) bringt Museumsbesuchern Ausstellungsstücke nahe – auch Fünf- und Sechsjährigen. Dafür plant die Kulturpädagogin Spiele, organisiert Veranstaltungen und bietet Museumsführungen an.

Gleich nach ihrem Masterstudium in Kulturpädagogik und Kulturmanagement an der Hochschule Niederrhein fand Anna Schlieck eine Stelle am Hetjens-Museum in Düsseldorf, das sich auf Keramik spezialisiert hat und bis zu 8.000 Jahre alte Exponate in seiner Sammlung hat. Hier entwickelt und organisiert die Kulturpädagogin Veranstaltungsprogramme, die sie zusammen mit ihren Mitarbeitern in die Tat umsetzt.

Anna Schlieck hat eine Teilzeitstelle im Museum. „Ich habe noch einen zweiten Job in einer Gedenkstätte“, erzählt sie. Darüber hinaus organisiert und veranstaltet sie in unregelmäßigen Abständen Führungen und Workshops auf freiberuflicher Basis. „Vollzeitjobs sind in diesem Bereich die Ausnahme“, sagt sie.

Töpfern wie die Griechen

Neben theoretischen Fachkenntnissen ist in Anna Schliecks Job pädagogisches Gespür gefragt. Gerade bei sehr jungen Besuchern muss sie abseits der klassischen Führungen Wege finden, um das jeweilige Thema zu vermitteln. „Ich überlege mir dann häufig Spiele, bei denen die Kinder zum Beispiel etwas im Museum suchen oder kombinieren müssen.“

Töpfern wie die Griechen“ etwa heißt eines ihrer Angebote. Anna Schlieck entwickelte es anlässlich eines Kita-Besuches. „Ich wollte den Kindern die griechische Gefäßkeramik näherbringen“, erzählt die 29-Jährige. Wichtig ist ihr bei solchen Veranstaltungen, dass die Kinder mitdenken und -fühlen: „Sie sollen dann zum Beispiel erzählen, wo sie überall zu Hause Keramik haben.“ Über Teller, Tassen und die Fliesen im Bad konnte sie die Brücke zu den Ausstellungsstücken schlagen.

Bevor sie mit dem Masterstudium die Weichen für ihre jetzige Tätigkeit stellte, hat sie Kulturwissenschaft und Geschichte studiert. „Wenn man in einem Kunstgewerbemuseum oder einer historischen Einrichtung arbeitet, geht es nicht ohne fachliche Basis“, betont sie.

Im Austausch mit Kollegen, Eltern, Lehrern

Auch Offenheit, Kritikfähigkeit und Freude an der Kommunikation sind aus Anna Schliecks Sicht wichtige Anforderungen in ihrem Job. „Ich tausche mich ständig mit anderen Menschen aus“, sagt sie, „mit Kollegen, Eltern, Lehrern und Erziehern.“ Bei der konkreten Durchführung der Programme erhält sie viel Feedback.

Zusammen mit ihren Kollegen kann sich die Kulturpädagogin ihre Arbeitszeit im Museum relativ frei einteilen. „Wir entscheiden selbst, wie wir arbeiten“, sagt sie. Oft ist sie an den Wochenenden vor Ort: „Das ist die beste Zeit, um neue Programme auszuprobieren.“

Nicht alle ihre Kollegen haben einen kulturpädagogischen Hintergrund. Viele sind Geisteswissenschaftler; Historiker, Kunsthistoriker. Auch Absolventen künstlerischer Studiengänge sind darunter, die Berufserfahrung als Freiberufler gesammelt haben.

Anna Schlieck wurde aufgrund ihrer kulturpädagogischen Qualifikation eingestellt, denn die Anfragen von Kitas oder Grundschulklassen nehmen zu. Führungen mit Fünf- und Sechsjährigen sind keine Seltenheit mehr – darum legen Museen inzwischen größeren Wert auf pädagogisches Fachwissen. <<

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