Sprache, Literatur, Kultur­wissen­schaft

Master, Weiterbildung

Bibliothek

Durchstarten und aufsteigen!

Ein Studienabschluss öffnet dir viele Türen. Um Spezialwissen zu erwerben oder fachlich up to date zu bleiben, lohnt es sich, weiterzulernen.

Dabei stehen dir verschiedene Wege offen – etwa ein Masterstudium, das es dir ermöglicht, dich vertieft mit Inhalten auseinanderzusetzen, dich fachlich zu spezialisieren oder dich sogar in eine neue Fachrichtung zu orientieren. Im Anschluss daran ist auch noch eine Promotion möglich. Ob du den Master direkt an den Bachelor anschließt oder zunächst einige Jahre Praxiserfahrung sammelst, bleibt dir überlassen. Aber auch berufliche Weiterbildungen eröffnen dir je nach Arbeitsfeld neue Perspektiven – etwa Trainee-Programme direkt nach dem Studium oder berufsbegleitende Kurse und Seminare. <<

Im Gespräch mit der Welt

Das Miteinander verschiedener Kulturen funktioniert nicht immer reibungslos – wie Reibungen vermieden werden können, lernt Sebastian Epp (28) im Masterstudium der Interkulturellen Kommunikation.

Sebastian Epps Kommilitonen sind in der ganzen Welt zu Hause: Sie kommen aus Japan, China, Spanien oder der Mongolei: „Der Studiengang Interkulturelle Kommunikation heißt nicht nur so – er ist tatsächlich sehr interkulturell“, erklärt der 28-Jährige, der im zweiten Mastersemester an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) in München studiert. Den Bachelor hat er in Politikwissenschaft und Soziologie, ebenfalls an der LMU, gemacht. „Ich wollte weiterstudieren – aber nicht unbedingt das gleiche Fach“, erklärt er.

Während des Bachelorstudiums war Sebastian Epp ein Jahr im italienischen Bologna. „Da trafen Studenten aus vielen Ländern zusammen. Ich fand das total interessant, welche Vorurteile da aufeinandertrafen – und wie die dann oft auch widerlegt wurden.“ Deshalb entschied er sich für den Masterstudiengang Interkulturelle Kommunikation. Seine Kommilitonen haben zuvor „alles Mögliche“ studiert, die Aufnahme erfolgt über ein Auswahlverfahren mit Aufsatz, Motivationsschreiben und Bewerbungsgespräch.

Mit „Migration, Flucht und Integration“, „Kampf um Anerkennung“ oder „Interkulturelle Trainingskompetenz“ beschäftigt sich Sebastian Epp nun. Viel Praxis sei bei dem Studium dabei. „Wir geben etwa Kurse und bereiten andere Studenten auf ihren Auslandsaufenthalt vor.“ Der 28-Jährige kann sich gut vorstellen, später als interkultureller Trainer zu arbeiten. Ein weiteres mögliches Einsatzgebiet wäre das Personalwesen oder das Betreuen internationaler Teams. Wie viele seiner Kommilitonen finanziert sich Sebastian Epp sein Studium über einen Nebenjob. „Das geht ganz gut“, sagt er. „Wer offen ist für neue Perspektiven und fremde Lebensweisen – dem kann ich das Studium wirklich nur empfehlen.“ <<

Motivation:

inter­kulturelle Kompetenz als Schlüssel­qualifikation in einer globalisierten Welt erwerben

siehe auch Arbeitswelt:

Kultur- und Regionalwissenschaften

BERUFENET:

Inter­kulturelle Kommunikation

Business im Kulturbetrieb

Im Masterstudiengang Kulturmanagement beschäftigt sich Max Höllen (25) mit Kulturtheorie und -geschichte, ebenso mit Rechnungswesen und Marketing.

Max Höllen interessiert sich für Kunst und Kultur, zudem aber auch für Recht und Betriebswirtschaftslehre. Deshalb entschied er sich nach einem dualen Studium des gehobenen Verwaltungsdienstes für den Masterstudiengang Kulturwissenschaft und Kulturmanagement an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg. Kulturpolitik, -theorie, -ökonomik und -geschichte stehen dort genauso auf dem Lehrplan wie Managementlehre, Rechnungswesen, Marketing, Öffentlichkeitsarbeit und Recht. Max Höllen studiert im vierten Semester; seinen Lebensunterhalt bestreitet er einerseits von seinen Ersparnissen, andererseits mit Unterstützung seiner Eltern.

Der Praxisbezug des Studiums ist hoch. In einem Teamlabor gründen die Studierenden einen fiktiven Kulturbetrieb, für den sie auch einen Businessplan erstellen. „Der Plan soll so ausgearbeitet sein, dass man damit zur Bank gehen und einen Kredit beantragen könnte“, sagt der 25-Jährige. Für ein freies Theater entwickelten Max Höllen und seine Kommilitonen zudem ein Marketingkonzept. „Das Theater hatte Probleme mit seiner Besucherstruktur. Also haben wir überlegt, wie man mehr junges Publikum und Touristen ins Boot holen kann“, erzählt er.

Auch Auslandsaufenthalte werden angeboten – entweder als Auslandssemester oder als Praktikum während der Semesterferien. Max Höllen hat ein Praktikum in Finnland gemacht: „Ich habe acht Wochen lang bei einem Comicfestival in Helsinki mitgearbeitet."

Wenn er das Studium beendet hat, will er sich entweder auch beruflich mit der Kunstform Comic befassen – oder an sein vorheriges Studium anknüpfen und in die Verwaltung gehen: Ein Job als Kulturmanager in einem Kulturamt oder der Kulturförderung würde ihm gefallen. <<

Motivation:

Spezialisierung im kulturellen Bereich

siehe auch Arbeitswelt:

Kultur- und Regionalwissenschaften

BERUFENET:

Kultur­management

Eintrittskarte in die Verlagswelt

Als Lektorin in einem Verlag arbeiten – darauf arbeitet Marleen Scharninghausen (26) seit ihrem Studium hin. Eine wichtige Grundlage dafür: ein Volontariat.

Seit sechs Monaten ist Marleen Scharninghausen als Volontärin im Lektorat eines Schulbuchverlags in Nordrhein-Westfalen tätig. Insgesamt 18 Monate sollen die 26-Jährige auf ihre spätere Tätigkeit als Lektorin vorbereiten. „Das Volontariat ist vergleichbar mit dem Referendariat bei Lehrern“, erläutert sie.

Marleen Scharninghausen ist die Erste, die eintreffende Manuskripte sichtet. Sie prüft, ob diese ins Verlagskonzept passen. Die Verlagsleitung entscheidet später, ob ein Buch ins Programm aufgenommen wird. Die Volontärin bereitet ein jeweiliges Manuskript dann zielgruppengerecht auf. „Ich überlege zum Beispiel, ob das Material abwechslungsreich genug ist für die Schüler.“ Sollten Passagen nicht in das didaktische Konzept eines modernen Schulbuchs passen, werden die Autoren – meist sind das Lehrer – gebeten, ihre Manuskripte zu überarbeiten. Marleen Scharninghausen passt die Texte anschließend formal, inhaltlich und sprachlich an. Die deutsche Rechtschreibung muss sie perfekt beherrschen.

Schon während des Studiums bereitete sie sich auf den Beruf vor: Sie studierte Germanistik und Kulturwissenschaften im Bachelor sowie Neuere Deutsche Literaturwissenschaft im Master. In dieser Zeit absolvierte sie mehrere Verlagspraktika. „Ein Volontariat ist aber trotzdem unabdingbar, denn hier wird man direkt auf seine künftigen Aufgaben vorbereitet“, betont sie.

Die Vollzeitstelle wird mit 1.300 Euro vergütet. Festgeschrieben ist dieser Betrag aber nicht: „Über die Höhe der Vergütung entscheiden die Verlage selbst.“ Nach dem Volontariat möchte Marleen Scharninghausen gern bei ihrem jetzigen Arbeitgeber bleiben. <<

Motivation:

Einstiegs­voraussetzung für viele Berufe im Verlags­bereich

siehe auch Arbeitswelt:

Sprach- und Literaturwissenschaften

BERUFENET:

Lektor/in – Verlage

Eintauchen in die Kultur Afrikas

Serena Talento (29) promoviert zu einem Thema, mit dem sich weltweit nur wenige Wissenschaftler beschäftigen: zur Geschichte und Soziologie von Übersetzungen in Swahili.

Serena Talento ist Italienerin und forscht in Deutschland über afrikanische Literatur – internationaler geht es wohl kaum. „Ich hätte nie gedacht, dass es mich mal nach Deutschland verschlägt“, sagt die 29-Jährige. Studiert hat sie in Italien, machte ihren Masterabschluss in Sprachen und Kulturen Afrikas an der Universität von Neapel, mit der Spezialisierung auf Swahili Literatur. „Afrikanische Sprachen faszinieren mich, Swahili ist so anders als alle Sprachen, die ich bis dahin kannte – das fand ich spannend.“

So spannend, dass Serena Talento die Sprache und ihre Literatur nach dem Studium weiter erforschen und promovieren wollte. „Ich liebe es einfach, zu forschen“, sagt sie. Ihr Thema für die Promotion: Die Geschichte und Soziologie von Übersetzungen in Swahili. „Sehr speziell“, gibt die 29-Jährige zu und lacht. Viele Universitäten gibt es nicht in Europa, die dieses spezielle Gebiet abdecken. Ihre Wahl fiel auf Bayreuth. „Die Universität hat europaweit einen sehr guten Ruf – und ich liebe es hier."

Mittlerweile unterrichtet Serena Talento auch selbst Swahili. „Die Abwechslung zwischen Lehre und Forschen gefällt mir sehr gut.“ Denn für ihre Promotion verbringe sie schon sehr viel Zeit alleine am Computer oder mit dem Lesen von wissenschaftlichen Arbeiten. Inzwischen habe sie jedoch auch viele Kontakte zu Wissenschaftlern aus der ganzen Welt. Zu Konferenzen geht es für die Doktorandin oft ins Ausland – und im September auch mal wieder nach Afrika. Ihre Zukunft sieht die 29-Jährige ebenfalls im akademischen Bereich. Sie könnte sich auch vorstellen, nebenher als Übersetzerin zu arbeiten und die Theorie mit der Praxis zu verbinden. „Und eines Tages würde ich gerne Professorin sein.“ <<

Motivation:

Spaß an der Forschung und an Sprachen, sich umfassend mit einem speziellen Gebiet auseinander­setzen

siehe auch Arbeitswelt:

Sprach- und Literaturwissenschaften
Kultur- und Regionalwissenschaften

BERUFENET:

Afrikanist/in

Ein Studienabschluss eröffnet dir den Zugang zum Arbeitsmarkt, doch er ist keine „Dauerkarte“. Es gibt gleich mehrere Faktoren, die lebenslanges Lernen zu einem zentralen Baustein des Arbeitslebens machen.

Zunächst die Entwicklung der Industrienationen hin zu Dienstleistungsgesellschaften: Die Wünsche der Kunden ändern sich, und so ändern sich auch die Angebote und Leistungen. Auch das internationale Zusammenwachsen von wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Strukturen, die Globalisierung, verlangt von den Menschen eine Weiterentwicklung. Das betrifft etwa Fremdsprachenkenntnisse und das Verständnis für andere Kulturen. Des Weiteren führt die moderne Wissensgesellschaft dazu, dass sich Informationen viel schneller verbreiten als früher und bestehendes Wissen schneller als veraltet gilt. Gerade die Digitalisierung durch Computer und Internet wird das Arbeits- und Wirtschaftsleben weiter verändern.

Du siehst also: Wer heute studiert, kann nicht davon ausgehen, dass die erworbenen Kenntnisse in zehn Jahren noch aktuell sein werden. Ebenso wenig kann man damit rechnen, sein Leben lang dieselbe Tätigkeit auszuüben. Viele Akademiker/innen übernehmen im Laufe ihres Arbeitslebens neue Aufgaben oder wechseln den Arbeitgeber, die Branche oder sogar den Beruf.
Um dich für solche Herausforderungen fit zu halten, solltest du dein Wissen auch nach deinem Studium immer wieder aktualisieren und erweitern, beispielsweise mittels Fachliteratur. Oft genutzte Möglichkeiten sind auch berufliche Weiterbildungen und weiterführende Masterstudiengänge.

Tipp: Weiterbildungen und Masterstudiengänge kannst du später auch berufsbegleitend absolvieren. Viele Arbeitgeber unterstützen die Mitarbeiter/innen dabei, ihr Wissen zu erweitern.

Nach einem Bachelorstudium hast du die Auswahl aus zahlreichen Masterstudiengängen. Sie dauern in der Regel zwei Jahre und können kostenpflichtig sein. Oft stehen sie nur Absolventen und Absolventinnen bestimmter Fächer offen, darüber hinaus kann es Auswahlverfahren geben.

Weitere Studiengangsreportagen
Reportagen zu Masterstudiengängen findest du unter www.master.abi.de

Mögliche Fachrichtungen:

  • Allgemeine und vergleichende Kulturwissenschaft

  • Buchwissenschaft

  • Computerlinguistik

  • Deutsch als Zweit-/Fremdsprache

  • Dolmetschen, Übersetzen

  • Ethnologie, Sozial-, Kulturanthropologie

  • Interkulturelle Studien

  • Kulturmanagement

  • Public Relations, Kommunikationsmanagement

Berufliche Weiterbildungen gibt es zu den verschiedensten Themen und in unterschiedlichen Formen – ob Wochenendseminar oder mehrjähriger Lehrgang, ob berufsbegleitend oder in Vollzeit, ob auf eigene Initiative oder als unternehmensinterne Fortbildung.

Wo finde ich Weiterbildungen?
Weiterbildungsangebote findest du unter bfi.plus/kurse

Mögliche Themen:

  • Erwachsenenpädagogik

  • Fachfortbildung für Übersetzer oder Dolmetscher

  • Interkulturelles Verhandlungstraining

  • Internationales Marketing

  • Journalistische Arbeitstechniken

  • Projektmanagement

http://berufsfeld-info.de/abi/sprache-literatur-kulturwissenschaft-weiterbildung