Sprache, Literatur, Kultur­wissen­schaft

Studium (grund­ständig), Ausbildung

Hörsaal

Studieren lohnt sich!

Unter Akademikern und Akademikerinnen ist nicht nur die Arbeitslosigkeit am niedrigsten, sie besetzen auch häufiger Führungspositionen.

Welche verschiedenen Studienmöglichkeiten sich dir bieten und was in einem Studium auf dich zukommen kann, zeigen exemplarisch die folgenden Reportagen. Dabei handelt es sich natürlich nur um einen kleinen Ausschnitt aus der großen Vielfalt möglicher Studiengänge in diesem Berufsfeld.
Die Entscheidung für ein bestimmtes Studienfach und einen Hochschultyp ist jeweils abhängig von deinen individuellen Interessen, Stärken und Fähigkeiten und deinen beruflichen Zielen. Deshalb ist es wichtig, dass du dich vorher gut informierst. Doch egal wofür du dich entscheidest: Los geht es in der Regel mit dem Bachelorstudium. Danach kannst du ins Berufsleben einsteigen oder ein Masterstudium anschließen.
Übrigens entscheiden sich manche Abiturienten und Abiturientinnen auch für eine Berufsausbildung anstelle eines Studiums. Ebenfalls angeboten werden duale Studiengänge, die eine akademische Ausbildung mit einer Berufsausbildung oder Praxisphasen in einem Unternehmen verbinden. <<

Sprachliche Brücken

Annika Straube (26) begeistert sich für romanische Sprachen. Sie studiert Übersetzungswissenschaft in der Sprachkombination Deutsch, Französisch und Italienisch.

Eine der Grundvoraussetzungen, um als Übersetzerin arbeiten zu können, ist absolute Sicherheit im Umgang mit Sprache – Grundlage sei dabei die Muttersprache, wie Annika Straube betont. Die 26-Jährige studiert im sechsten Semester den Bachelorstudiengang Übersetzungswissenschaft an der Universität Heidelberg. Zudem sind natürlich die Fremdsprachenkenntnisse wichtig: „Es ist hilfreich, vor Studienbeginn schon einmal im Ausland gelebt zu haben“, sagt sie.

Ihre Begeisterung gilt den romanischen Sprachen – in ihrem Studium hat sie deshalb auch die Sprachkombination Deutsch, Französisch und Italienisch gewählt. Zulassungsbeschränkungen gab es für diese Fächerkombination keine. „Angefangen haben wir mit relativ einfachen Pressetext-Übersetzungen“, erzählt sie. Im Laufe der Semester konzentrieren sich die Studierenden dann zunehmend auf Fachtexte – diese erfordern neben einer fundierten Allgemeinbildung die Fähigkeit, sich schnell in verschiedene Fachgebiete einzuarbeiten. „Als Übersetzerin muss ich mich dann sowohl mit Wirtschaftstexten als auch mit medizinischen oder technischen Spezialthemen befassen“, sagt Annika Straube.

Ihren Lebensunterhalt finanziert sie über ein Deutschlandstipendium, einen Nebenjob als wissenschaftliche Hilfskraft an der Uni und mit Unterstützung ihrer Eltern. Das achtwöchige Pflichtpraktikum hat sie in einer Brüsseler Übersetzungsagentur verbracht. „Ich habe dort nicht nur Übungstexte bekommen, sondern richtige Aufträge für Kunden übersetzt“, erzählt sie. So konnte sie einen Eindruck davon gewinnen, wie nach dem Studium ihr künftiger Arbeitsalltag als Übersetzerin aussehen könnte. <<

Interessen:

Fremdsprachen, andere Kulturen

siehe auch Arbeitswelt:

Sprach- und Literaturwissenschaften

BERUFENET:

Dolmetschen, Über­setzen

Vermittler zwischen den Kulturen

Museum, Tourismus oder International Business: Mit einem Abschluss in Vergleichender Kulturwissenschaft stehen Michael Brielmaier (22) beruflich viele Türen offen.

Die Vorzüge seines sechssemestrigen Bachelorstudiums an der Universität Regensburg liegen für Michael Brielmaier auf der Hand: „Gerade das Nicht-eingeschränkt-Sein macht die vergleichende Kulturwissenschaft so interessant. Und mir gefällt, dass ich das Studium nach eigenen Interessen gestalten kann.“ Die Kulturwissenschaft als solche setzt sich mit der Alltagskultur der europäischen Bevölkerung auseinander. Michael Brielmaier analysiert außerdem, wie sich die Kultur gewandelt hat und wie sie den Alltag beeinflusst. „Die Themen und Inhalte während des Studiums reichen von Ernährung, Mode und kulturellen Bräuchen bis hin zu Popkultur und Migration“, sagt der 22-Jährige.

Das Grundstudium bietet die Einführung in die vergleichende Kulturwissenschaft und Kulturanalyse. „Im Hauptstudium können wir uns dann für bevorzugte Themengebiete entscheiden.“ Ein weiterer wichtiger Studieninhalt sind die Exkursionen: Sie reichen von eintägigen Ausflügen in Museen oder zu Medienkonzernen bis hin zu Auslandsexkursionen. Bei freiwilligen Praktika lernte Michael Brielmaier spätere Tätigkeitsbereiche näher kennen. Zusätzlich entschied er sich für Auslandspraktika in Barcelona und Rom im Bereich Tourismusmanagement. „Eine Besonderheit ist das Forschungsseminar zur Bachelor­arbeit, in dem die Professoren uns gezielt auf die Abschlussarbeit vorbereiten. In meinem Fall ist es eine Arbeit zum Thema Mode, Lebensstil, Jugendkultur und Instagram.“

Neben seinem Studium arbeitet er als studentische Hilfskraft. Nach dem Bachelor will er einen Master in Volkskunde und Europäischer Ethnologie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München anhängen. <<

Interessen:

andere Kulturen

siehe auch Arbeitswelt:

Kultur- und Regionalwissenschaften

BERUFENET:

Allgemeine und vergleichende Kultur­wissen­schaft

Mehr als Literaturwissenschaft

In ihrem Studium der Germanistik setzt sich Judith Kleiß (22) intensiv mit der deutschen Sprache auseinander.

Dass sich Judith Kleiß für den Studiengang Germanistik an der Otto-Friedrich-Universität in Bamberg entschieden hat, liegt an ihrem Faible für ihre Muttersprache. „Für mich ist die deutsche Sprache etwas so Grundlegendes, dass ich so viel wie möglich darüber wissen wollte“, erzählt die 22-Jährige, die im sechsten Semester Germanistik als Hauptfach sowie die Nebenfächer Allgemeine Sprachwissenschaft und Geschichte studiert. Neben der Allgemeinen Hochschulreife musste die 22-Jährige das Latinum und Englischkenntnisse aus mindestens fünf Jahren Unterricht vorweisen. „Da ich in der Schule jedoch Französisch als zweite Fremdsprache hatte, holte ich das Latinum an der Universität nach."

Ihr Studium gliedert sich in die drei großen Teilbereiche Sprachwissenschaft des Deutschen, Neuere deutsche Literaturwissenschaft sowie Ältere deutsche Literaturwissenschaft. Hier werden Basis- und Aufbaumodule belegt. Der Wahlpflichtbereich Text und Vermittlung besteht lediglich aus einem Basismodul. Alle Module beinhalten Vorlesungen und Seminare oder praktische Übungen. Da die Studentin ihre Bachelorarbeit im Bereich Sprachwissenschaft schreiben möchte, muss sie hier zusätzlich ein Vertiefungsmodul belegen. Wichtige Inhalte der Germanistik sind neben Literaturwissenschaft, Literaturgeschichte und dem Lesen ausgewählter Werke auch die intensive Auseinandersetzung mit der deutschen Sprache. Dazu gehören vor allem Grammatik – sowohl der Gegenwartssprache als auch des Alt- und Mittelhochdeutschen – sowie das Schreiben von Texten.

Seit dem zweiten Semester arbeitet Judith Kleiß als studentische Hilfskraft, weitere finanzielle Unterstützung erhält sie von ihren Eltern. <<

Interessen:

deutsche Sprache und Literatur, Inter­pretation und Schreiben von Texten, politische und kulturelle Hinter­gründe

siehe auch Arbeitswelt:

Sprach- und Literaturwissenschaften
Kultur- und Regionalwissenschaften

BERUFENET:

Germanistik

Hieroglyphen entziffern

Als Experte in einem ägyptischen Museum arbeiten – diesen Berufswunsch hat Jan Delissen (25). Mit seinem Ägyptologiestudium will er ihn verwirklichen.

Die Entscheidung, Ägyptologie an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg zu studieren, ist Jan Delissen aufgrund seiner persönlichen Interessen leichtgefallen. „Die Universität bietet neben Ägyptologie auch Museologie an“, erzählt der 25-Jährige. Beides studiert er im dritten Semester.

Der Bachelorstudiengang umfasst sechs Semester, Zulassungsbeschränkungen gibt es keine. In den ersten Semestern dominieren Ägyptische Geschichte und Literaturgeschichte, Kunst, Kultur, Schrift und Sprache, später kommt etwa Religion hinzu. Vor allem das Studium der ägyptischen Schrift und Sprache nimmt viel Raum ein. Vom ersten Semester an lernen die Studierenden, antike ägyptische Hieroglyphen zu lesen und ins Deutsche zu übersetzen. „Das ist ein sehr interessantes und anspruchsvolles Fach, das man nicht auf die leichte Schulter nehmen sollte“, betont Jan Delissen.

Weil der Studiengang recht klein ist, herrscht eine besonders intensive Arbeitsatmosphäre vor, wie er sagt. „Es gibt außerdem viel individuelle Unterstützung und Beratung."

Das Studium finanziert der 25-Jährige über mehrere Quellen. Rund zehn Stunden pro Woche arbeitet er als Werkstudent in einem Unternehmen, darüber hinaus nimmt er staatliche Unterstützung in Anspruch: „Dieses Jahr bekomme ich noch Kindergeld. Und ich habe BAföG beantragt“, erzählt er. „Das ist zunächst auf ein Jahr befristet, danach stelle ich einen Antrag auf Weiterbewilligung."

Nach dem Studium möchte er in einem ägyptischen Museum arbeiten. „Ich kann mir aber auch vorstellen, in die Wirtschaft zu gehen“, sagt er. „Auktionshäuser zum Beispiel brauchen immer Experten, die Objekte auf Echtheit überprüfen oder einer bestimmten Epoche zuordnen können.“ <<

Interessen:

ägyptische Geschichte, Kunst, Kultur und Religion

siehe auch Arbeitswelt:

Kultur- und Regionalwissenschaften
Sprach- und Literaturwissenschaften

BERUFENET:

Ägypto­logie

Es gibt verschiedene Studienabschlüsse. Mehr dazu erfährst du auf studienwahl.de. Die mit Abstand häufigsten Abschlüsse sind dabei Bachelor und Master.

Das Bachelorstudium ist ein grundständiges Studium, das in der Regel sechs Semester dauert. Es setzt sich zusammen aus Modulen mit Lehrveranstaltungen, für die es – je nach Aufwand – Credit Points (CP) gibt. Auch für die Bachelorarbeit am Ende des Studiums erhältst du CP. Frühestens nach drei Jahren Studium hast du die Möglichkeit, in den Beruf einzusteigen.
Oder du studierst weiter: im Masterstudium. Es kann anknüpfend an ein bestimmtes Bachelorstudium erfolgen oder sich einem anderen Themenbereich widmen. In jedem Fall erweitert ein Masterstudium deine Kenntnisse und Fähigkeiten. Außerdem ist ein Master die Voraussetzung für eine Promotion und für bestimmte Fach- und Führungspositionen. Den Abschluss bildet die schriftliche Masterarbeit.

Übrigens: Ein Masterstudium kannst du auch noch aufnehmen, wenn du als Bachelor schon einige Jahre gearbeitet hast. Manche erwerben den Master berufsbegleitend. Welche Hochschulart die richtige für dich ist, Universität, Fachhochschule oder Berufsakademie, das hängt ganz von dir ab: Wer vertieft forschen will, ist vielleicht an einer Universität besser aufgehoben als an einer Fachhochschule, wo der Fokus oftmals stärker auf der Praxisnähe liegt. Aber nicht alle Fächer können an allen Hochschultypen studiert werden. Hier gilt es, sich vorab gründlich zu informieren.

Die Voraussetzung für die Zulassung zum Studium ist abhängig vom Studiengang und der jeweiligen Hochschule. In manchen Fällen gibt es lokale Auswahlverfahren der jeweiligen Hochschulen. In anderen Fällen muss man sich über hochschulstart.de bewerben. Und manchmal kannst du dich einfach ohne Zulassungsbeschränkung einschreiben. In jedem Fall sind die Bewerbungs- und Einschreibefristen zu beachten.

Je nach Interesse und persönlichen Stärken kann auch eine Berufsausbildung sinnvoll sein. Hier wird zwischen dualen Ausbildungen, die im Betrieb und an der Berufsschule stattfinden, und schulischen Ausbildungen unterschieden.

Weitere Infos unter www.studium.abi.de, unter www.ausbildung.abi.de und unter studienwahl.de.

Ein Studium kostet Geld: Neben den Ausgaben für Lebensunterhalt und Bücher müssen an bestimmten Hochschulen auch Semester- oder Studiengebühren bezahlt werden. Studierende können jedoch als finanzielle Unterstützung BAföG beantragen. Ausschlaggebend dafür sind deine persönlichen Einkommens- und Vermögensverhältnisse sowie in den meisten Fällen die deiner Eltern. Das Beste daran: Ein Teil davon ist ein zinsfreies Darlehen, der Rest sogar ein Zuschuss. Weitere Finanzierungsmöglichkeiten sind: ein Stipendium von einer Stiftung oder auch ein Studienkredit, etwa von der staatlichen KfW-Bank. Während einer dualen Ausbildung oder bei einem dualen Studium erhältst du eine Vergütung, die allerdings stark variieren kann. Reicht diese nicht, um deinen Lebensunterhalt zu decken, kannst du Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) beziehungsweise BAföG beantragen.

Weitere Infos zur Studienfinanzierung unter www.finanzen.abi.de

http://berufsfeld-info.de/abi/sprache-literatur-kulturwissenschaft-studium