Sozial­wesen und Religion

Master, Weiterbildung

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Durchstarten und aufsteigen!

Ein Studienabschluss öffnet dir viele Türen. Um Spezialwissen zu erwerben oder fachlich up to date zu bleiben, lohnt es sich, weiterzulernen.

Dabei stehen dir verschiedene Wege offen – etwa ein Masterstudium, das es dir ermöglicht, dich vertieft mit Inhalten auseinanderzusetzen, dich fachlich zu spezialisieren oder dich sogar in eine neue Fachrichtung zu orientieren. Im Anschluss daran ist auch noch eine Promotion möglich. Ob du den Master direkt an den Bachelor anschließt oder zunächst einige Jahre Praxiserfahrung sammelst, bleibt dir überlassen. Aber auch berufliche Weiterbildungen eröffnen dir je nach Arbeitsfeld neue Perspektiven – etwa Trainee-Programme direkt nach dem Studium oder berufsbegleitende Kurse und Seminare. <<

Soziales managen

Um komplexe Aufgaben im Sozialwesen zu übernehmen, braucht es neben Fachwissen auch betriebswirtschaftliches und rechtliches Wissen. Florian Dinse (28) spezialisiert sich dafür mit einem Master in Sozialmanagement.

Seit seinem Bachelorabschluss in Soziale Arbeit an der Evangelischen Hochschule in Ludwigsburg ist Florian Dinse in der Öffentlichen Verwaltung beim Landratsamt Heilbronn als Sozialarbeiter im Jugendbereich tätig. „Im Laufe der Zeit sind die Aufgaben umfassender und bereichsübergreifender geworden. Also habe ich nach einer Weiterbildung gesucht, die Management im Sozialbereich abdeckt.“ Entschieden hat er sich für den berufsbegleitenden Master of Socialmanagement der Evangelischen Hochschule Nürnberg.

„In fünf Semestern bekommt man vielseitige Einblicke etwa in Personalbedarf und -führung, Change Management, Kalkulation, Arbeitsrecht, Projekt- und Qualitätsmanagement.“ Der Stoff wird an 14 Wochenenden pro Semester vermittelt, hinzu kommen Prüfungen, Lernzeiten und Seminararbeiten.

Das Wertvolle für ihn am berufsbegleitenden Studium ist, dass die Teilnehmer, die aus unterschiedlichen Institutionen des sozialen Bereiches kommen, ihre Berufserfahrungen einbringen. „Somit hat die Theorie nicht nur einen hohen Praxisbezug, ich konnte mir auch ein Netzwerk aufbauen, das sehr viele Bereiche abdeckt.“ Dafür hat er neben Zeit- und Fahrtkosten Gebühren in Höhe von knapp 6.000 Euro selbst finanziert sowie den Verdienstausfall in Kauf genommen: „Das Pensum ist neben einem Vollzeitjob kaum zu schaffen. Die meisten haben im Lauf des Studiums ihre Arbeitszeit reduziert.“

Gelohnt hat sich der Aufwand allemal. Mittlerweile ist Florian Dinse im fünften Semester und bereits Teamleiter. So wie er haben sich viele seiner Kommilitonen ebenfalls schon während des Studiums beruflich und auch persönlich weiterentwickelt. <<

Motivation:

Fach­wissen im Sozial­wesen um betriebs­wirt­schaft­liches und juristisches Wissen erweitern

siehe auch Arbeitswelt:

Gesundheits- und Sozialmanagement

BERUFENET:

Sozial­management

Ein Koffer voller Methoden

Ricarda Holtmann (28) bildet sich mit dem berufsbegleitenden Master Beratung, Mediation und Coaching weiter, um ihr fachliches Profil als Beraterin zu schärfen.

Die Sozialpädagogin Ricarda Holtmann arbeitet als Beraterin. Seit 2017 bietet sie Mediationen, Coachings und Supervisionen als Dienstleistungen an. Vor zwei Jahren entschied sie sich dazu, berufsbegleitend an der FH Münster Beratung, Mediation und Coaching im Master zu studieren, um ihr fachliches Profil als Beraterin zu schärfen: „Ich habe mich für diesen Studiengang entschieden, weil er die drei Interventionsmethoden kombiniert. Das ist selten.“

Mittlerweile kommt sie ins vierte Mastersemester. Anfangs besuchte sie an Wochenenden und in Blockwochen Präsenzveranstaltungen, in denen Grundlagen über Beratung, Coaching und Mediation vermittelt wurden. „Gelehrt wird sehr praxisnah, die Theorie wird in Rollenspielen geprobt und anhand von aktuellen Fallbeispielen diskutiert. Dadurch konnte ich vieles im Berateralltag unmittelbar anwenden.“ Wer so eng mit anderen Menschen zusammenarbeitet, braucht ein hohes Maß an Selbstreflexion. Daher wird das Studium durch Inter- und Supervisionen begleitet.

Im dritten und vierten Semester steht die Projektarbeit im Vordergrund: „Hier erarbeiten die Studierenden ein innovatives Projekt aus den Formaten Beratung, Mediation oder Coaching. Das Projekt wird eigenständig durchgeführt und evaluiert. Es kann für die Masterarbeit ausgebaut werden. Das Schöne ist, dass ich das Praxisprojekt in meinem Berateralltag umsetzen kann und dabei professionell begleitet werde“, sagt Ricarda Holtmann. „Ich coache in meinem Projekt junge Mitarbeiter bis 30 Jahre und begleite sie bei individuellen Findungsprozessen im Beruf. Durch die Projektarbeit kann ich meine Herangehensweise wissenschaftlich analysieren und auch die Wirksamkeit der Methoden messen.“ <<

Motivation:

praktische und theoretische Kompetenzen in der Kommunikation erlernen

siehe auch Arbeitswelt:

Sozialarbeit und Betreuung

BERUFENET:

Coaching, Beratung, Supervision

Zeichen setzen

Maximilian Singldinger (26) wollte nicht einfach „nur“ im sozialen Bereich arbeiten. Ihm ist auch das Spirituelle wichtig, weshalb er sich für die Ausbildung zum Diakon entschied.

Der Weg war keineswegs vorgezeichnet: „Meine Kindheit war nicht besonders spirituell geprägt, und ich habe auch keine klassische Karriere als Jugendleiter gemacht, aber Glaubensfragen sowie die dazugehörigen Zweifel haben mich schon immer begleitet. Als ich im Zivildienst zwei Diakone kennengelernt habe, wollte ich mehr über die Ausbildung wissen“, erzählt Maximilian Singldinger.

Auf einer Infoveranstaltung der Rummelsberger Akademie in Schwarzenbruck erfuhr er von zwei möglichen Wegen: „Zum einen kann man ein Fachstudium gleich mit dem Studium Diakonik kombinieren. Man beginnt mit einem zweisemestrigen Grundseminar, studiert dann das eigentliche Studienfach – in meinem Fall Soziale Arbeit an der Evangelischen Hochschule Nürnberg – und hängt dann nach dem Studienabschluss drei weitere Semester Diakonik an. Man kann aber auch mit einem bereits vorhandenen Studien- oder Berufsabschluss Diakonik studieren.“

Er hat sich für das erste Modell entschieden und befindet sich mittlerweile im sechsten Semester. „Zum Diakon lassen sich ganz unterschiedliche Menschen ausbilden, was das Miteinander teilweise anstrengend, zugleich aber auch sehr bereichernd macht.“ Inhaltlich befassen sich die angehenden Diakone mit ethischen Fragen, sie setzen sich wissenschaftlich mit biblischen Texten auseinander, eignen sich Wissen in Diakoniegeschichte, Liturgie, Seelsorge und Konfliktmanagement an. „Man setzt sich nicht nur mit dem Glauben auseinander, sondern auch mit sich selbst, sodass diese Weiterbildung auf jeden Fall einen Reifeprozess bedeutet, der mir auch beruflich beispielsweise im Umgang mit Jugendlichen sehr viel bringt.“ <<

Motivation:

Aus­einander­setzung mit spirituellen Fragen

siehe auch Arbeitswelt:

Religion und Kirche
Sozialarbeit und Betreuung

BERUFENET:

Diakon/in (Sozial­arbeit)

Gesundes Altern

Lena Lübs (28) geht in ihrer Promotion der Frage nach, was 65- bis 75-Jährige dazu motiviert, körperlich aktiv zu sein – und was sie davon abhält, Sport zu treiben.

Körperliche Bewegung hält Menschen bis ins hohe Alter fit. Um zu erforschen, wie man die Bewegung bei älteren Menschen ab 65 fördern kann, ist der Forschungsverbund AEQUIPA ins Leben gerufen worden, an dem unter anderem das Institut für Public Health und Pflegeforschung (IPP) der Bremer Universität beteiligt ist. Lena Lübs ist dort Wissenschaftliche Mitarbeiterin: „Aus meiner tagtäglichen Arbeit hat sich die Möglichkeit einer kumulativen Promotion ergeben. Dabei werden drei Einzelaufsätze als Doktorarbeit eingereicht, alle zum gleichen übergeordneten Thema“, erklärt sie. Sozusagen eine effiziente Zweitverwertung. Derzeit steht sie noch am Anfang ihrer Promotion, die auf drei Jahre angelegt ist.

Da gerade beim Thema körperliche Aktivität im Freien noch großer Forschungsbedarf besteht, ermittelt die 28-Jährige, welche Einstellungen, Antriebsfaktoren und Barrieren die Altersgruppe beeinflussen. Sie und ihre Arbeitsgruppe erstellen Fragebögen zu Themen wie Fitnesstests, Bewegungsmessungen oder Blutdruck und werten sie aus. Es werden aber auch Interviews und Gespräche mit der Zielgruppe geführt.

„Mir gefällt vor allem die Selbstständigkeit, die das wissenschaftliche Arbeiten mit sich bringt. Ich muss einen Zeitplan erstellen, die Untersuchungen organisieren und auswerten.“ Allein ist Lena Lübs dennoch nicht: „Ich stehe im Austausch mit anderen Wissenschaftlern, sowohl an unserem Institut als auch europaweit.“ Das bedeutet auch, zu Kongressen zu reisen: „Ich halte Vorträge, präsentiere meine Ergebnisse und diskutiere mit Kollegen, die an ähnlichen Themen arbeiten.“ Gerade dieses internationale Arbeiten macht ihr großen Spaß. <<

Motivation:

Forschen über gesundes Altern, Lebens­qualität im Alter verbessern

siehe auch Arbeitswelt:

Gesundheits- und Sozialmanagement
Sozialarbeit und Betreuung

BERUFENET:

Gesund­heits­wissen­schaftler/in – Öffent­liches Gesund­heits­wesen

Ein Studienabschluss eröffnet dir den Zugang zum Arbeitsmarkt, doch er ist keine „Dauerkarte“. Es gibt gleich mehrere Faktoren, die lebenslanges Lernen zu einem zentralen Baustein des Arbeitslebens machen.

Zunächst die Entwicklung der Industrienationen hin zu Dienstleistungsgesellschaften: Die Wünsche der Kunden ändern sich, und so ändern sich auch die Angebote und Leistungen. Auch das internationale Zusammenwachsen von wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Strukturen, die Globalisierung, verlangt von den Menschen eine Weiterentwicklung. Das betrifft etwa Fremdsprachenkenntnisse und das Verständnis für andere Kulturen. Des Weiteren führt die moderne Wissensgesellschaft dazu, dass sich Informationen viel schneller verbreiten als früher und bestehendes Wissen schneller als veraltet gilt. Gerade die Digitalisierung durch Computer und Internet wird das Arbeits- und Wirtschaftsleben weiter verändern.

Du siehst also: Wer heute studiert, kann nicht davon ausgehen, dass die erworbenen Kenntnisse in zehn Jahren noch aktuell sein werden. Ebenso wenig kann man damit rechnen, sein Leben lang dieselbe Tätigkeit auszuüben. Viele Akademiker/innen übernehmen im Laufe ihres Arbeitslebens neue Aufgaben oder wechseln den Arbeitgeber, die Branche oder sogar den Beruf.
Um dich für solche Herausforderungen fit zu halten, solltest du dein Wissen auch nach deinem Studium immer wieder aktualisieren und erweitern, beispielsweise mittels Fachliteratur. Oft genutzte Möglichkeiten sind auch berufliche Weiterbildungen und weiterführende Masterstudiengänge.

Tipp: Weiterbildungen und Masterstudiengänge kannst du später auch berufsbegleitend absolvieren. Viele Arbeitgeber unterstützen die Mitarbeiter/innen dabei, ihr Wissen zu erweitern.

Nach einem Bachelorstudium hast du die Auswahl aus zahlreichen Masterstudiengängen. Sie dauern in der Regel zwei Jahre und können kostenpflichtig sein. Oft stehen sie nur Absolventen und Absolventinnen bestimmter Fächer offen, darüber hinaus kann es Auswahlverfahren geben.

Weitere Studiengangsreportagen
Reportagen zu Masterstudiengängen findest du unter www.master.abi.de

Mögliche Fachrichtungen:

  • Gerontologie

  • Gesundheits-, Rehabilitationspsychologie

  • Gesundheitswissenschaft, Public Health

  • Heilpädagogik

  • Pädagogische Psychologie

  • Pflegemanagement, -wissenschaft

  • Rehabilitations-, Sonderpädagogik

  • Religionswissenschaften

  • Soziale Arbeit

  • Sozialmanagement

  • Theologie

Berufliche Weiterbildungen gibt es zu den verschiedensten Themen und in unterschiedlichen Formen – ob Wochenendseminar oder mehrjähriger Lehrgang, ob berufsbegleitend oder in Vollzeit, ob auf eigene Initiative oder als unternehmensinterne Fortbildung.

Wo finde ich Weiterbildungen?
Weiterbildungsangebote findest du unter bfi.plus/kurse

Mögliche Themen:

  • Arbeits- und Sozialrecht

  • Familien-, Paar- und Systemische Therapie

  • Gesprächsführung

  • Kommunikation

  • Personalentwicklung

  • Soziale Beratungsarbeit

  • Sozialversicherungsrecht

  • Verhaltensstörungen

http://berufsfeld-info.de/abi/sozialwesen-religion-weiterbildung