Schutz und Sicher­heit

Master, Weiterbildung

Bibliothek

Durchstarten und aufsteigen!

Ein Studienabschluss öffnet dir viele Türen. Um Spezialwissen zu erwerben oder fachlich up to date zu bleiben, lohnt es sich, weiterzulernen.

Dabei stehen dir verschiedene Wege offen – etwa ein Masterstudium, das es dir ermöglicht, dich vertieft mit Inhalten auseinanderzusetzen, dich fachlich zu spezialisieren oder dich sogar in eine neue Fachrichtung zu orientieren. Im Anschluss daran ist auch noch eine Promotion möglich. Ob du den Master direkt an den Bachelor anschließt oder zunächst einige Jahre Praxiserfahrung sammelst, bleibt dir überlassen. Aber auch berufliche Weiterbildungen eröffnen dir je nach Arbeitsfeld neue Perspektiven – etwa Trainee-Programme direkt nach dem Studium oder berufsbegleitende Kurse und Seminare. <<

Polizeimanagement studieren

Polizeihauptkommissarin Katrin Krüger (32) will mit dem Master „Öffentliche Verwaltung – Polizeimanagement” in den höheren Dienst aufsteigen.

Leicht ist es nicht, für den Masterstudiengang Öffentliche Verwaltung – Polizeimanagement der Deutschen Hochschule der Polizei in Münster (DHPol) angenommen zu werden. Herausragende Leistungen im Dienst und im Bachelorstudium für den gehobenen Polizeidienst waren ebenso die Voraussetzung wie ein bestandenes Auswahlverfahren. Katrin Krüger erfüllte alle diese Bedingungen.

Im ersten Studienjahr fanden die Lehrveranstaltungen in Kooperation mit den Fachhochschulen für öffentliche Verwaltung der Länder statt. Katrin Krüger belegte Seminare über Einsatzlehre, Disziplinar- und Beamtenrecht oder die Struktur der Polizeibehörden in Deutschland. Im zweiten Studienjahr trafen alle Studierenden in Münster an der DHPol zusammen, um gemeinsam Vorlesungen zu besuchen. Kriminalistik und Kriminologie, aber auch Management, Controlling, Berufsethik und Personalführung standen auf dem Stundenplan. Mittlerweile ist Katrin Krüger kurz davor, ihr Studium abzuschließen. Sie schreibt bereits an der Masterarbeit.

Die Zeit an der Hochschule nutzte die Polizistin auch, um Kontakte zu Polizeibeamten aus anderen Bundesländern zu knüpfen – gemeinsamer Erfahrungsaustausch inklusive. „So konnte man auch andere Konzepte von der Polizeiarbeit kennenlernen“, sagt sie. Ein Apartment auf dem Campus wird gestellt, zweimal im Monat bekommt sie die Heimfahrt bezahlt. „Ich pendle aber jedes Wochenende nach Hause.“ Finanziell ist das kein Problem. Die Polizeibeamtin erhält während des Studiums die gleichen Bezüge wie zuvor.

Mit dem Masterabschluss wird Katrin Krüger vom gehobenen Polizeivollzugsdienst in den höheren Dienst aufsteigen. Das bedeutet auch den Aufstieg in eine Führungsposition, in ihrem Fall zunächst in der Landeseinsatzzentrale. <<

Motivation:

in höheren Dienst aufsteigen, Führungs­position übernehmen

siehe auch Arbeitswelt:

Öffentliche Sicherheit

BERUFENET:

Krimino­logie

Aus Alt mach Geld

Im Masterstudiengang Abfallwirtschaft und Altlasten sucht Hannes Glöde (27) nach Wegen, wie Müll optimal entsorgt und verwertet werden kann.

Kaum jemand macht sich Gedanken über den Müll, wenn er einmal in der Tonne gelandet ist. Nicht so Hannes Glöde. Er befindet sich im zweiten Semester des Masterstudiengangs Abfallwirtschaft und Altlasten an der Technischen Universität Dresden. „Jeder Deutsche produziert rund 500 Kilogramm Abfall im Jahr“, sagt er, „und auch in der Industrie fallen bei jedem Produktionsschritt Reststoffe an.“

Im Studium erfährt er, wie Abfallbehandlungsanlagen aufgebaut sind, welche Verwertungstechnologien es gibt und wie man abfallwirtschaftliche Prozesse plant. Zusätzlich gibt es Wahlpflichtfächer aus unterschiedlichen Bereichen – von Wasserwirtschaft über Thermodynamik bis hin zur Chemie nuklearer Abfallstoffe. Die Studierenden arbeiten auch im Labor. „Wir haben zwei Tonnen Abfall sortiert, diesen analysiert und untersucht, wie er sich beim Verbrennen oder Kompostieren verhält.“ Der Studiengang baut auf ingenieurwissenschaftlichen Grundlagen auf; Mathe, Physik und Chemie ziehen sich durch alle Fächer. „Man muss viel Lernstoff bewältigen“, sagt Hannes Glöde. Sein Bachelorabschluss in Umweltingenieurwesen hat ihn gut auf das Masterprogramm vorbereitet.

Den Lebensunterhalt finanziert er mit BAföG und einem Nebenjob als Werksstudent in einem Umweltingenieurbüro. Nach dem Abschluss stehen ihm verschiedene Möglichkeiten offen. Es muss nicht zwingend die Entsorgungsbranche sein – Experten der Abfallwirtschaft sind auch in der Industrie gefragt. Wo es für ihn hingeht, weiß Hannes Glöde noch nicht. Das Fachpraktikum im dritten Semester würde er gern beim Umweltbundesamt absolvieren. Später könnte er sich eine Position im Öffentlichen Dienst vorstellen – oder aber eine Promotion im Bereich Abfallwirtschaft. <<

Motivation:

einen höheren Abschluss erreichen, Wissen in Abfall­wirtschaft vertiefen, Voraussetzung für mögliche Promotion erwerben

siehe auch Arbeitswelt:

Ver- und Entsorgung

BERUFENET:

Abfall-, Entsorgungs­technik

Für Nachschub sorgen

Oberleutnant Joy Czichon (26) leitet eine Teileinheit in einem Logistikbataillon. Weiterbildungen haben sie darauf vorbereitet.

Freunde brachten Joy Czichon auf die Idee, sich nach dem Abitur bei der Bundeswehr zu verpflichten. „Ich wollte etwas machen, das mich sowohl geistig als auch körperlich fordert“, sagt sie. Auf Grundausbildung und Offizierschule folgte ein Studium der Politikwissenschaften. Nach dem Abschluss stand eine fachliche Weiterbildung an, die sie auf den Einsatz in der dritten Kompanie des Logistikbataillons 161 in Delmenhorst vorbereitete.

An der Logistikschule der Bundeswehr in Osterholz-Scharmbeck befasste sie sich neun Monate lang mit den Grundlagen der Materialbewirtschaftung. Die 26-Jährige lernte unter anderem, wie man die Versorgung der Truppe mit Material organisiert und Waren fachgerecht lagert. Dazu nahm sie auch an einer Einführung in die spezielle Warenwirtschaftssoftware teil. Auch militärisch bildete sie sich vielseitig weiter und lernte beispielsweise, wie man Gefechtsschießen anleitet oder Transporte durchführt.

Als Materialbewirtschafterin verwaltet Joy Czichon nun ein großes Lager mit einer Vielzahl an Versorgungsartikeln. Die Instandhaltungskompanien greifen darauf zurück, um Fahrzeuge und Gerät zu reparieren. „Man kann sich das wie ein Ersatzteillager vorstellen. Die anderen Einheiten holen bei uns ab, was sie an Material benötigen.“ Joy Czichon sorgt dabei für einen reibungslosen Ablauf, verteilt die Aufgaben und kontrolliert die Warenflüsse. Als Zugführer plant sie außerdem die Trainingseinheiten wie zum Beispiel Märsche oder Schießübungen.

Die Kombination von fachlicher Kompetenz und militärischer Verantwortung gefällt Joy Czichon nach wie vor. „In Zukunft möchte ich mich fachlich noch weiterbilden und zum Beispiel Soldaten an der Logistikschule ausbilden.“ <<

Motivation:

Vorbereitung auf Führungs­aufgabe im Logistik­bataillon

siehe auch Arbeitswelt:

Laufbahnen bei der Bundeswehr

BERUFENET:

Offizier – Truppen­dienst

Forschen für eine sichere IT

Christian Zenger (29) weiß: Wer IT sicher machen will, muss zunächst lernen, die Sicherheitsvorkehrungen zu umgehen. Er forscht an der Verschlüsselung elektrotechnischer Systeme.

Dass er einmal eine Doktorarbeit schreiben würde, konnte Christian Zenger vor wenigen Jahren noch nicht ahnen. Er hatte zunächst eine Ausbildung zum Systemelektroniker absolviert, holte später am Abendgymnasium seine Hochschulreife nach und studierte dann an der Hochschule Köln Elektrotechnik auf Bachelor sowie Nachrichten- und Informationstechnik auf Master. Bei einem Absolvententreffen kam er mit seinem heutigen Doktorvater an der Ruhr Universität Bochum ins Gespräch. „Das Thema IT-Sicherheit hat mich so fasziniert, dass ich mich schließlich für eine Promotion entschieden habe."

Christian Zenger forscht in der angewandten Kryptografie. Sein Spezialgebiet ist die Verschlüsselungstechnik mittels Funk für Sensoren und Alarmanlagen: „Ich implementiere mathematische Verschlüsselungs-Algorithmen in die Steuerungssoftware von Elektrogeräten – und versuche dann mit spezieller Software, diese Sicherheitssysteme selbst wieder zu knacken.“ Hierbei ist er zumeist im Elektrolabor der Universität anzutreffen, aber auch die Literaturrecherche und die Teilnahme an internationalen Konferenzen gehören zu seinem Beruf. Darüber hinaus leitet der Wissenschaftliche Mitarbeiter Studierende bei Übungen an und betreut deren Abschlussarbeiten. Mit seiner Stelle an der Universität kann er auch seinen Lebensunterhalt finanzieren.

Rund drei Jahre hat er für seine Promotion veranschlagt, von der Themenfindung bis zur mündlichen Verteidigung der Arbeit. Auch danach möchte sich Christian Zenger weiterhin mit digitaler Sicherheit beschäftigen: „Im Zuge meiner Doktorarbeit habe ich mit Kollegen ein Start-up für IT-Sicherheit gegründet. Das Thema wird also weiterhin einen festen Platz in meinem Berufsleben haben.“ <<

Motivation:

fachliches Interesse, Spezialisierung auf ein Thema

siehe auch Arbeitswelt:

Arbeitsschutz und betriebliche Sicherheit

BERUFENET:

IT-Sicher­heits­koordinator/in

Ein Studienabschluss eröffnet dir den Zugang zum Arbeitsmarkt, doch er ist keine „Dauerkarte“. Es gibt gleich mehrere Faktoren, die lebenslanges Lernen zu einem zentralen Baustein des Arbeitslebens machen.

Zunächst die Entwicklung der Industrienationen hin zu Dienstleistungsgesellschaften: Die Wünsche der Kunden ändern sich, und so ändern sich auch die Angebote und Leistungen. Auch das internationale Zusammenwachsen von wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Strukturen, die Globalisierung, verlangt von den Menschen eine Weiterentwicklung. Das betrifft etwa Fremdsprachenkenntnisse und das Verständnis für andere Kulturen. Des Weiteren führt die moderne Wissensgesellschaft dazu, dass sich Informationen viel schneller verbreiten als früher und bestehendes Wissen schneller als veraltet gilt. Gerade die Digitalisierung durch Computer und Internet wird das Arbeits- und Wirtschaftsleben weiter verändern.

Du siehst also: Wer heute studiert, kann nicht davon ausgehen, dass die erworbenen Kenntnisse in zehn Jahren noch aktuell sein werden. Ebenso wenig kann man damit rechnen, sein Leben lang dieselbe Tätigkeit auszuüben. Viele Akademiker/innen übernehmen im Laufe ihres Arbeitslebens neue Aufgaben oder wechseln den Arbeitgeber, die Branche oder sogar den Beruf.
Um dich für solche Herausforderungen fit zu halten, solltest du dein Wissen auch nach deinem Studium immer wieder aktualisieren und erweitern, beispielsweise mittels Fachliteratur. Oft genutzte Möglichkeiten sind auch berufliche Weiterbildungen und weiterführende Masterstudiengänge.

Tipp: Weiterbildungen und Masterstudiengänge kannst du später auch berufsbegleitend absolvieren. Viele Arbeitgeber unterstützen die Mitarbeiter/innen dabei, ihr Wissen zu erweitern.

Nach einem Bachelorstudium hast du die Auswahl aus zahlreichen Masterstudiengängen. Sie dauern in der Regel zwei Jahre und können kostenpflichtig sein. Oft stehen sie nur Absolventen und Absolventinnen bestimmter Fächer offen, darüber hinaus kann es Auswahlverfahren geben.

Weitere Studiengangsreportagen
Reportagen zu Masterstudiengängen findest du unter www.master.abi.de

Mögliche Fachrichtungen:

  • Abfall-, Entsorgungstechnik

  • Bauingenieurwesen

  • Chemie

  • Energietechnik

  • Gebäudetechnik, Gebäudeenergietechnik

  • IT-Sicherheit

  • Nukleartechnik

  • Rechtswissenschaft

  • Rettungsingenieurwesen

  • Sicherheitstechnik

  • Umwelttechnik

  • Versorgungstechnik

  • Verwaltungsmanagement, Public Management

Berufliche Weiterbildungen gibt es zu den verschiedensten Themen und in unterschiedlichen Formen – ob Wochenendseminar oder mehrjähriger Lehrgang, ob berufsbegleitend oder in Vollzeit, ob auf eigene Initiative oder als unternehmensinterne Fortbildung.

Wo finde ich Weiterbildungen?
Weiterbildungsangebote findest du unter bfi.plus/kurse

Mögliche Themen:

  • Arbeitssicherheit

  • Gesprächs- und Verhandlungstechnik

  • Mitarbeiter-führung

  • Organisationsmanagement

  • Qualitätsmanagement

  • Rhetorik

  • Umweltrecht

  • Unfallverhütung

http://berufsfeld-info.de/abi/schutz-sicherheit-weiterbildung