Schutz und Sicher­heit

Studium (grund­ständig), Ausbildung

Hörsaal

Studieren lohnt sich!

Unter Akademikern und Akademikerinnen ist nicht nur die Arbeitslosigkeit am niedrigsten, sie besetzen auch häufiger Führungspositionen.

Welche verschiedenen Studienmöglichkeiten sich dir bieten und was in einem Studium auf dich zukommen kann, zeigen exemplarisch die folgenden Reportagen. Dabei handelt es sich natürlich nur um einen kleinen Ausschnitt aus der großen Vielfalt möglicher Studiengänge in diesem Berufsfeld.
Die Entscheidung für ein bestimmtes Studienfach und einen Hochschultyp ist jeweils abhängig von deinen individuellen Interessen, Stärken und Fähigkeiten und deinen beruflichen Zielen. Deshalb ist es wichtig, dass du dich vorher gut informierst. Doch egal wofür du dich entscheidest: Los geht es in der Regel mit dem Bachelorstudium. Danach kannst du ins Berufsleben einsteigen oder ein Masterstudium anschließen.
Übrigens entscheiden sich manche Abiturienten und Abiturientinnen auch für eine Berufsausbildung anstelle eines Studiums. Ebenfalls angeboten werden duale Studiengänge, die eine akademische Ausbildung mit einer Berufsausbildung oder Praxisphasen in einem Unternehmen verbinden. <<

Für Sicherheit am Bahnhof sorgen

Patricia Penda (25) will Polizistin werden und studiert für den gehobenen Polizeivollzugsdienst des Bundes.

Der Einstellungstest hat es in sich: Um zum Studium für den gehobenen Dienst bei der Bundespolizei zugelassen zu werden, musste Patricia Penda einen fachlichen Test, eine ärztliche Überprüfung und einen Sporttest bestehen, an einem Sozialkompetenztest teilnehmen und eine Präsentation halten. „Das war aber mit etwas Vorbereitung gut machbar“, sagt sie.

Das Studium ist auf drei Jahre angelegt und in Theorie-, Übungs- und Praxisphasen unterteilt. Im Unterricht lernte Patricia Penda den Aufbau und die Arbeitsweise der Bundespolizei kennen. Außerdem befasste sie sich mit den Rechtsgrundlagen, wie zum Beispiel dem Zivil- und Europarecht. In den Übungseinheiten wurde unter anderem der Umgang mit der Waffe trainiert. Ihren ersten Praxiseinsatz hatte Patricia Penda bei der Bahnpolizei am Frankfurter Hauptbahnhof. „Wir sind Diebstählen nachgegangen, führten Personenkontrollen durch und haben bei Fußballspielen dafür gesorgt, dass die Fans ohne Zwischenfälle umsteigen“, erzählt sie. Weitere Praxisluft schnupperte sie am Frankfurter Flughafen und beim Grenzschutz.

Patricia Penda ist viel unterwegs, denn der Unterricht findet in Brühl, Lübeck und Eschwege statt. Die jeweilige Unterkunft stellt die Bundespolizei. Als angehende Beamtin erhält die 25-Jährige Anwärterbezüge: „Das reicht, um den Lebensunterhalt zu finanzieren.“

Sie ist bereits im letzten Abschnitt ihres Studiums angelangt und bereitet sich auf die Verteidigung ihrer Diplomarbeit vor. Wo sie nach dem Abschluss eingesetzt wird, weiß sie noch nicht. Ihre Wunschdienststelle: die Bahnpolizei am Frankfurter Hauptbahnhof. „Mit den Kollegen habe ich mich besonders gut verstanden“, sagt sie. „Außerdem wird die Arbeit dort nie langweilig.“ <<

Interessen:

Sport, Politik

siehe auch Arbeitswelt:

Öffentliche Sich­erheit

BERUFENET:

Polizei­vollzugs­beamt(er/in) – Bundes­polizei (geh. Dienst)

Richtig entsorgen

In seinem Bachelor Versorgungs- und Entsorgungstechnik erweitert Patrick Wassenberg (25) seine Kenntnisse aus seiner Berufsausbildung.

Patrick Wassenberg absolvierte nach der Schule eine Ausbildung zur Fachkraft für Abwassertechnik. „Meine Stärken lagen in der Laborarbeit und in den Verfahrenstechniken“, erzählt der 25-Jährige. „Mir kam deshalb schon bald der Gedanke, das Wissen in einem Studium noch zu vertiefen.“ Der Bachelor Versorgungs- und Entsorgungstechnik an der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen hat keinen Numerus clausus. Das sonst verpflichtende sechswöchige Vorpraktikum konnte Patrick Wassenberg dank seiner Ausbildung überspringen.

In den ersten Semestern schuf er mit Fächern wie Mathematik, Physik und Mechanik die Grundlagen für das weitere Studium: „Es ging sofort mit Tests in Mathematik und Chemie los. Da haben wir schon mal die Freistunden genutzt, um gemeinsam zu lernen“, erzählt er. Auch Wirtschaftsfächer für Ingenieure, wissenschaftliches Arbeiten und Präsentieren gehören zum Modulplan des sechssemestrigen Studiums. „Im dritten Semester habe ich mich für den Schwerpunkt Entsorgungssystemtechnik entschieden.“ Auch Gebäudetechnik wäre möglich gewesen.

Die Grundlagen aus den ersten Semestern werden jetzt auf konkrete Beispiele und Arbeitsbereiche des gewählten Schwerpunktes angewandt. „Wir lernen, wie eine Müllabfuhr funktioniert, lernen biochemische Behandlungsverfahren kennen und erfahren, wie Bakterien in Kläranlagen arbeiten.“ Aktuell befindet er sich im vierten Semester. Präsentationen und Vorträge sind ein wichtiger Teil seines Studiums.

Seinen Lebensunterhalt finanziert ihm sein ehemaliger Ausbildungsbetrieb: „Im Gegenzug muss ich nach dem Studium mindestens zwei Jahre dort arbeiten. Starten werde ich als Betriebsingenieur.“ Vorher aber möchte er noch einen Master anhängen. <<

Interessen:

chemische Zusammenhänge, Gebäudetechnik, Entsorgungssysteme

siehe auch Arbeitswelt:

Ver- und Entsorgung

BERUFENET:

Abfall-, Entsorgungs­technik

Zwischen Studium und Truppe

Ärztin in Uniform: Das ist das Ziel von Sophia Wilk (24), die als Sanitätsoffizieranwärterin eine Medizinerkarriere bei der Bundeswehr gestartet hat.

Anderen Menschen in Notfällen beistehen und helfen: Das hat Sophia Wilk schon immer gefallen. Erste Erfahrungen sammelte die heute 24-Jährige als Rettungsschwimmerin und im freiwilligen Sanitätseinsatz. Ein Medizinstudium zu beginnen, um später einmal in der Notfallmedizin arbeiten zu können, lag für sie daher nahe. Bei ihren Recherchen stieß Sophia Wilk auf die Möglichkeit, dieses Studium mit einer Karriere bei der Bundeswehr zu verknüpfen. „Medizin sowie die Arbeit von und mit Menschen: Das hat mich begeistert“, erklärt die Studentin, die als freiwillige Vorbereitung auch mehrere Praktika bei der Bundeswehr absolvierte. Nach ihrer Bewerbung für die Laufbahn als Offizier im Sanitätsdienst, zu der unter anderem ein mehrtägiges Eignungsfeststellungsverfahren in Köln gehörte, absolvierte Sophia Wilk noch vor Studienstart eine dreimonatige Grundausbildung und erste Teile ihrer Offizierausbildung.

Das Studium, das der Beginn der 17-jährigen Dienstzeit von Sophia Wilk ist, macht sie an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena. Inhaltliche Unterschiede gegenüber ihren zivilen Kommilitonen gibt es nicht. Neben Anatomie, Biochemie oder Physiologie stehen auch regelmäßige Praxisübungen auf dem Plan. Als Soldatin, die für die Dauer des Studiums beurlaubt ist, bezieht Sophia Wilk bereits ihre Bezüge und kann so ihren Lebensunterhalt finanzieren. In der vorlesungsfreien Zeit absolviert sie zudem Lehrgänge und Praktika bei der Bundeswehr.

Derzeit bereitet sich die Offizieranwärterin auf das Staatsexamen vor. Anschließend erwartet sie ein klinisches Praxisjahr. „Mein Ziel ist es, als Sanitätsoffizier in der Notfallmedizin zu arbeiten.“ <<

Interessen:

anderen helfen

siehe auch Arbeitswelt:

Laufbahnen bei der Bundeswehr

BERUFENET:

Offizier – Sanitäts­dienst

Gefahren abwehren, Leben retten

Praktika und sein Engagement in der Freiwilligen Feuerwehr wiesen Alexander Gabriel (22) den Weg ins Studium Rettungsingenieurwesen.

Durch eine Internetrecherche stieß Alexander Gabriel auf den Bachelorstudiengang an der Fachhochschule Köln. Vor Studienbeginn musste er ein 12-wöchiges Praktikum in einem Ingenieurbetrieb oder im Bereich Gefahrenabwehr, also bei Feuerwehr oder Rettungsdienst, nachweisen. Durch seine Ausbildung als Rettungssanitäter erfüllte er diese Anforderung. Der Numerus clausus lag bei 2,6.

Für das Studium sind insgesamt sieben Semester vorgesehen. „In den ersten vier Semestern lag der Schwerpunkt auf den Ingenieurwissenschaften“, sagt er. Das bedeutet Mathe, Physik und Chemie, aber auch Thermodynamik, Bautechnik und technisches Zeichnen. Es folgte ein halbjähriges Praxissemester bei einer Werksfeuerwehr. Dort half Alexander Gabriel, ein neues System zu entwickeln, das Gefahren im Bereich Arbeitssicherheit erkennt und beurteilt. Mittlerweile ist er im sechsten Semester und beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit dem Thema Gefahrenabwehr: Er lernt zum Beispiel, wie man Rettungseinsätze koordiniert und den Materialeinsatz plant.

Seinen Unterhalt finanziert Alexander Gabriel mit gleich drei Nebenjobs: Zum einen ist er als Werkstudent bei der Flughafenfeuerwehr tätig. Darüber hinaus arbeitet er im Rettungsdienst und als studentische Hilfskraft an der Hochschule. „Ich bin in allen Jobs sehr frei in der Zeiteinteilung“, sagt er. „Das Studium geht immer vor."

Er weiß auch schon, wie es nach dem Bachelorabschluss weitergehen soll: „Ich will auf jeden Fall einen Master in Rettungsingenieurwesen machen, möglichst auch hier in Köln.“ Für die Zeit danach könnte er sich vorstellen, zu promovieren und zum Beispiel über Großschadenslagen zu forschen. „So nennt man es, wenn es mehr Verletzte gibt, als Rettungsmittel verfügbar sind“, erklärt er. <<

Interessen:

Naturwissenschaften, analytisches Arbeiten, Rettungsdienst

siehe auch Arbeitswelt:

Öffentliche Sicherheit
Arbeitsschutz und betriebliche Sicherheit

BERUFENET:

Rettungs­ingenieur­wesen

Es gibt verschiedene Studienabschlüsse. Mehr dazu erfährst du auf studienwahl.de. Die mit Abstand häufigsten Abschlüsse sind dabei Bachelor und Master.

Das Bachelorstudium ist ein grundständiges Studium, das in der Regel sechs Semester dauert. Es setzt sich zusammen aus Modulen mit Lehrveranstaltungen, für die es – je nach Aufwand – Credit Points (CP) gibt. Auch für die Bachelorarbeit am Ende des Studiums erhältst du CP. Frühestens nach drei Jahren Studium hast du die Möglichkeit, in den Beruf einzusteigen.
Oder du studierst weiter: im Masterstudium. Es kann anknüpfend an ein bestimmtes Bachelorstudium erfolgen oder sich einem anderen Themenbereich widmen. In jedem Fall erweitert ein Masterstudium deine Kenntnisse und Fähigkeiten. Außerdem ist ein Master die Voraussetzung für eine Promotion und für bestimmte Fach- und Führungspositionen. Den Abschluss bildet die schriftliche Masterarbeit.

Übrigens: Ein Masterstudium kannst du auch noch aufnehmen, wenn du als Bachelor schon einige Jahre gearbeitet hast. Manche erwerben den Master berufsbegleitend. Welche Hochschulart die richtige für dich ist, Universität, Fachhochschule oder Berufsakademie, das hängt ganz von dir ab: Wer vertieft forschen will, ist vielleicht an einer Universität besser aufgehoben als an einer Fachhochschule, wo der Fokus oftmals stärker auf der Praxisnähe liegt. Aber nicht alle Fächer können an allen Hochschultypen studiert werden. Hier gilt es, sich vorab gründlich zu informieren.

Die Voraussetzung für die Zulassung zum Studium ist abhängig vom Studiengang und der jeweiligen Hochschule. In manchen Fällen gibt es lokale Auswahlverfahren der jeweiligen Hochschulen. In anderen Fällen muss man sich über hochschulstart.de bewerben. Und manchmal kannst du dich einfach ohne Zulassungsbeschränkung einschreiben. In jedem Fall sind die Bewerbungs- und Einschreibefristen zu beachten.

Je nach Interesse und persönlichen Stärken kann auch eine Berufsausbildung sinnvoll sein. Hier wird zwischen dualen Ausbildungen, die im Betrieb und an der Berufsschule stattfinden, und schulischen Ausbildungen unterschieden.

Weitere Infos unter www.studium.abi.de, unter www.ausbildung.abi.de und unter studienwahl.de.

Ein Studium kostet Geld: Neben den Ausgaben für Lebensunterhalt und Bücher müssen an bestimmten Hochschulen auch Semester- oder Studiengebühren bezahlt werden. Studierende können jedoch als finanzielle Unterstützung BAföG beantragen. Ausschlaggebend dafür sind deine persönlichen Einkommens- und Vermögensverhältnisse sowie in den meisten Fällen die deiner Eltern. Das Beste daran: Ein Teil davon ist ein zinsfreies Darlehen, der Rest sogar ein Zuschuss. Weitere Finanzierungsmöglichkeiten sind: ein Stipendium von einer Stiftung oder auch ein Studienkredit, etwa von der staatlichen KfW-Bank. Während einer dualen Ausbildung oder bei einem dualen Studium erhältst du eine Vergütung, die allerdings stark variieren kann. Reicht diese nicht, um deinen Lebensunterhalt zu decken, kannst du Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) beziehungsweise BAföG beantragen.

Weitere Infos zur Studienfinanzierung unter www.finanzen.abi.de

http://berufsfeld-info.de/abi/schutz-sicherheit-studium