Schutz und Sicher­heit

Knopf im Knopfloch einer schwarzen Lederjacke.

Ob bei Polizei oder Gewerbeaufsicht, im Sicherheitsmanagement der Industrie oder bei der Bundeswehr – Akademiker/innen, die Verantwortung übernehmen sowie Entscheidungs- und Organisationsstärke beweisen, sind in den Arbeitswelten rund um Schutz und Sicherheit sehr gefragt.

Der Schutz der Menschen liegt in ihrer Hand – etwa vor Verbrechen, Krieg, Unfällen oder giftigem Abfall. Aber auch für die Sicherheit von Gebäuden, Wertsachen oder Computernetzwerken tragen Hochschulabsolventen und -absolventinnen im Bereich Schutz und Sicherheit die Verantwortung.

Wenn du dich für die Arbeitswelt Öffentliche Sicherheit entscheidest, kannst du als Beamter oder Beamtin etwa bei der Schutz- oder Kriminalpolizei, im Justizvollzug, beim Verfassungsschutz, der Feuerwehr oder der Gewerbeaufsicht arbeiten. Als Hochschulabsolvent/in sorgst du in verantwortlicher Position dafür, dass Gesetze eingehalten werden.

Wer sich nach dem Abitur für eine Offizierausbildung bei der Bundeswehr entscheidet, hat die Möglichkeit, neben dem Dienst auch ein Studium zu absolvieren. Hierfür muss man sich jedoch in der Regel für mindestens 13 Jahre verpflichten. Angehende Offiziere bereiten sich darauf vor, weltweit in Krisengebieten eingesetzt zu werden. Angesichts solcher Herausforderungen werden hoch motivierte Führungskräfte gebraucht.

In der Arbeitswelt Ver- und Entsorgung geht es einerseits um die Versorgung der Menschen mit Strom, Gas und Wasser, andererseits um die sichere Entsorgung von Altlasten und um das Recycling von Abfällen. Der Schutz der Umwelt wird in diesen Berufen ebenso großgeschrieben wie das Thema Versorgungssicherheit.

Experten und Expertinnen der Arbeitswelt „Arbeitsschutz und betriebliche Sicherheit“ werden branchenübergreifend in allen Wirtschaftszweigen beschäftigt. Es gilt zum Beispiel, Arbeitnehmer vor Unfällen zu schützen, Industriespionage zu verhindern oder Gebäude gegen Einbruch zu sichern.

Die Globalisierung hat die Rahmenbedingungen in den Sicherheitsberufen stark verändert. Offene Grenzen und die zunehmende Vernetzung der Wirtschaft führen zu neuen Risiken für unsere Gesellschaft. Die Experten und Expertinnen der hier vorgestellten Arbeitswelten stellen sich diesen Herausforderungen und übernehmen dabei organisatorische Tätigkeiten und Führungsverantwortung. Beamte und Beamtinnen im Polizei- oder Feuerwehrdienst beispielsweise arbeiten einerseits im Büro, wo sie Dienstpläne oder Sicherheitskonzepte erstellen. Andererseits sind sie auch selbst auf Streife unterwegs oder koordinieren Rettungseinsätze vor Ort. Ihre Arbeitszeiten sind oft unregelmäßig: Schicht- und Wochenenddienst sind keine Seltenheit.

In den meisten Berufen gehst du mit moderner Technik um – mit Militärfahrzeugen, Computerleitständen oder Abfallsortieranlagen – und bedienst komplexe Software. Zum Arbeitsalltag gehört aber auch der Kontakt zu Kunden oder Bürgern. Ingenieure und Ingenieurinnen der Abfallwirtschaft beraten zum Beispiel Unternehmen, wie diese Abfall vermeiden oder wertvolle Rohstoffe wiederverwerten können. Und Sicherheitsmanager/innen entwickeln in Abstimmung mit ihren Auftraggebern maßgeschneiderte Schutzkonzepte für Firmenwerte.

Wer bereit ist, Verantwortung zu übernehmen, erfüllt eine Grundvoraussetzung in diesem Bereich. Die Anforderungen an die Bewerber/innen sind allerdings hoch. Arbeitsorte und -zeiten wechseln häufig, daher ist räumliche wie zeitliche Flexibilität erforderlich. Daneben sind Entscheidungssicherheit, strukturiertes Denken und Teamfähigkeit unerlässlich – teilweise muss binnen Sekunden entschieden und gehandelt werden. In vielen dieser Berufe werden die Bewerber/innen deshalb mit speziellen Einstellungstests auf psychische und emotionale Stabilität sowie auf körperliche Fitness geprüft. Zudem sind Führungskompetenz und Durchsetzungskraft gefordert, insbesondere in leitenden Positionen. In manchen Arbeitsbereichen ist darüber hinaus auch ausgeprägtes technisches Verständnis gefragt – zum Beispiel in der Gewerbeaufsicht, in der Entsorgungstechnik oder in den Berufen rund um die IT-Sicherheit. Dass das Fachwissen aus dem jeweiligen Studium im Beruf sitzen muss, versteht sich von selbst.

Neben der Bundeswehr und dem Öffentlichen Dienst, in dem zum Beispiel Polizeibeamte und -beamtinnen oder Beschäftigte der Gewerbeaufsicht arbeiten, sind Unternehmen der freien Wirtschaft typische Arbeitgeber – etwa Ver- und Entsorgungsunternehmen, Sicherheitsdienstleister oder Beratungsunternehmen für IT-Sicherheit. Speziell zu den Arbeitsmarktchancen in der privaten Sicherheitswirtschaft äußert sich Dr. Jens Stephani von der Bundesagentur für Arbeit: „Für Ingenieure und Ingenieurinnen bietet der Arbeitsmarkt im Bereich Schutz und Sicherheit gute Perspektiven. Die Arbeitslosigkeit ist gering, und die Fachkräftenachfrage liegt auf gutem Niveau.“


Die Beamtenberufe der Arbeitswelt Öffentliche Sicherheit sind in verschiedene Laufbahngruppen mit unterschiedlichen Zugangsvoraussetzungen unterteilt. Je nach Laufbahn können sich das Gehalt und die beruflichen Ein- und Aufstiegswege unterscheiden.

Im gehobenen Dienst, beispielsweise als Polizeivollzugsbeamter oder -beamtin, gibt es die Möglichkeit, direkt nach dem Abitur mit einem dualen Studium in den Vorbereitungsdienst zu starten, den du parallel an einer Dienststelle und an einer Fachhochschule des Öffentlichen Dienstes absolvierst. Für die höchste Beamtenlaufbahn, den sogenannten höheren Dienst, wird in der Regel ein Staatsexamen oder Masterstudium verlangt, das man aber auch berufsbegleitend absolvieren kann.

Ein Sonderfall ist der Einstieg in den gehobenen oder höheren technischen Dienst, zum Beispiel bei der Gewerbeaufsicht oder der Feuerwehr. Dort werden – je nach Einsatzgebiet – vornehmlich Bachelor- oder Masterabsolventen aus ingenieur- oder naturwissenschaftlichen Studienfächern gesucht. Gegebenenfalls kann auch Berufserfahrung in der Privatwirtschaft gefordert sein.

Der Berufseinstieg in die Privatwirtschaft verläuft in der Regel über einen Bachelorabschluss. Für manche Führungspositionen sowie für eine Karriere in Wissenschaft und Forschung können darüber hinaus jedoch ein Master oder sogar eine Promotion vorausgesetzt werden. Wenn man neben dem Studium Praxiserfahrungen sammelt, etwa mit einem dualen Studium oder im Rahmen von Praktika, wird das ebenfalls gerne gesehen.

Ist der Berufseinstieg gemeistert, kann man sich durch sehr gute Leistungen und Lernbereitschaft für einen beruflichen Aufstieg bis in die Führungsetagen empfehlen. Wer Fremdsprachen sicher beherrscht – nach Möglichkeit über das obligatorische Englisch hinaus –, kann auch im Ausland arbeiten, zum Beispiel bei einem international tätigen Sicherheitsunternehmen. Zudem gibt es die Möglichkeit, sich selbstständig zu machen, zum Beispiel als Berater/in für IT-Sicherheit oder mit einem eigenen Ingenieurbüro.

Übrigens: Auch nach dem Studienabschluss hört das Lernen nicht auf. Regelmäßige Fort- und Weiterbildungen sind sowohl für Beamte und Offiziere als auch für Ingenieure, Informatiker und Sicherheitsmanager sehr wichtig. Schließlich schreiten die technischen Entwicklungen rasant voran, und auch die Gesetze, etwa zu den Themen Arbeits- oder Datenschutz, werden stetig weiterentwickelt. <<

Egal für welches Studium du dich entscheidest: In den meisten Fällen steht dir mit einem Abschluss nicht nur ein bestimmter Beruf offen, sondern viele verschiedene – je nachdem, welche Inhalte ein Studiengang vermittelt oder welche Schwerpunkte du selbst setzt. Du hast einen Wunschberuf und möchtest wissen, welches Studium dafür geeignet wäre?

Auch hier hast du viele Möglichkeiten, denn ein Beruf ist in den meisten Fällen über verschiedene Studienfächer zu erreichen. Und selbst wenn du nach dem Abschluss bereits einen Beruf ergriffen hast, kannst du dich im Laufe des Arbeitslebens auf unterschiedliche Tätigkeitsbereiche spezialisieren.
Klingt ganz schön kompliziert? Die Infografik hilft dir anhand einiger Beispiele weiter. <<

http://berufsfeld-info.de/abi/schutz-sicherheit