Notar/in

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Notar

Tätigkeitsfeld:

Rechtsberatung, -dienstleistungen

Abgeschlossenes Studium in:

Rechtswissenschaft

BERUFENET:

Notar/in

Als Notar muss man ruhig und unparteiisch bleiben.

Von Ehe bis Erbe

Der Jurist Stefan Gloser (32) ist Notar im oberfränkischen Naila. Zusammen mit sieben Angestellten kümmert er sich um Beurkundungen und Beglaubigungen. Dabei muss er immer unabhängig und unparteiisch bleiben.

Den Einstieg als Notar kann man nicht planen – zum Notar wird man ernannt. „Die staatliche Justizverwaltung fragt nach dem Zweiten Staatsexamen bei den besten Juristen eines Jahrgangs an, ob sie Interesse haben, Notar zu werden“, erklärt Dr. Stefan Gloser, der an der Uni Regensburg Jura studiert hat. „Daraufhin kann man sich beim Justizministerium bewerben.“ Wenn es mit der Bewerbung klappt, arbeiten die angehenden Notare mindestens drei Jahre lang als Assessoren bei Kollegen mit. „Gibt es dann eine freie Stelle, wird man zum Notar bestellt und kann freiberuflich an einer eigenen Notarstelle arbeiten.“ Es werden immer nur so viele Notare bestellt, wie im Zuständigkeitsbereich einer Notarkammer gebraucht werden. Die Bestellung hängt vom Dienstalter ab, den Dienstort bekommen die Notare zugewiesen. „Man muss also innerhalb des Kammerbezirks örtlich flexibel sein und mindestens fünf Jahre auf der zugewiesenen Stelle bleiben“, erläutert Stefan Gloser. Ihm wies der für ihn zuständige Kammerbezirk Bayern eine Notarstelle im oberfränkischen Naila zu. Die meisten Kammerbe­zirke orientieren sich an den Bundesländergrenzen; Hessen, ­Niedersachsen, ­Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen sind in kleinere Bezirke unterteilt. Aktuell sind in Deutschland circa 7.000 Notarinnen und Notare bestellt.

Vielfältige Themengebiete

Den größten Teil des Tages kümmert sich Stefan Gloser direkt um seine Mandanten: Er berät sie und liest ihnen die juristischen Dokumente vollständig vor – das können zum Beispiel Schenkungsurkunden oder Testamente sein. Passagen, die für Laien schwer verständlich sind, erläutert er den Mandanten. Wenn diese selbst eine Urkunde aufsetzen wollen, bespricht er die Vorgehensweise und leistet mit ihnen gemeinsam die Unterschrift. Danach werden die Dokumente kopiert, gesiegelt und zum Beispiel an Ämter oder Behörden versandt.

In seinem Arbeitsalltag hat Stefan Gloser mit Hypotheken und Hausschenkungen zu tun, mit gesellschaftsrechtlichen Verträgen – etwa bei GmbHs –, mit Testamenten und Erbstreitigkeiten, mit Eheverträgen, Scheidungsvereinbarungen und Vorsorgevollmachten. Wenn er keine Mandanten­termine hat, prüft er die Urkundenentwürfe, die seine Mitarbeiter vorbereitet haben – bei viel Arbeit kann es hier auch mal Überstunden geben.

Seriös und verschwiegen

Viele der Dokumente, die über Stefan Glosers Schreibtisch wandern, stehen für Einschnitte im Leben seiner Mandanten – eine Scheidung etwa oder der Tod eines Angehörigen. Deshalb hat er es in seinem Büro manchmal mit emotional aufgewühlten Menschen zu tun. In solchen Fällen muss er als Notar ruhig und unparteiisch bleiben, sehr seriös auftreten und absolut verschwiegen sein. „Abgesehen davon braucht man Organisationsgeschick und Führungsfähigkeiten, um sein Personal gut anzuleiten“, sagt Stefan Gloser. Und nicht zuletzt sind Notare verpflichtet, sich ständig fortzubilden, um rechtlich auf dem Laufenden zu bleiben.

Die Tätigkeit als Notar wäre nach dem Studium übrigens nicht Stefan Glosers einzige Option gewesen: Wegen seines sehr guten Examens hätte er auch eine Karriere als Richter oder Staatsanwalt einschlagen können. <<

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