Justiziar/in

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Justiziarin

Tätigkeitsfeld:

Rechtsberatung, -dienstleistungen

Abgeschlossenes Studium in:

Rechtswissenschaft

BERUFENET:

Justiziar/in

Man muss sich häufig in neue Rechtsbereiche einarbeiten, da ständig neue Erlasse und Verordnungen herauskommen

Rechtshilfe für Lehrkräfte

Inka Schmidtchen (34) kennt sich bestens mit dem Schulrecht aus: Die Justiziarin berät und unterstützt die Mitglieder eines Lehrerverbandes in Rechtsfragen und schreibt Fachartikel zu juristischen Themen.

Inka Schmidtchen hatte sich schon früh auf das Arbeits- und Sozialrecht konzentriert. In ihrem Jurastudium an der Ruhr-Universität Bochum waren das ihre Schwerpunkte, im Referendariat besuchte sie die Deutsche Universität für Verwaltungswissenschaften in Speyer und absolvierte ihre Wahlstation am Ministerium für Umwelt und Naturschutz. Nach dem Zweiten Staatsexamen stieg sie beim Verband Bildung und Erziehung NRW in Dortmund als Justiziarin ein. Dort berät sie nun die Verbandsmitglieder – also Lehrerinnen und Lehrer, die rechtliche Fragen rund um ihre Arbeit haben. „Mit meinen Kenntnissen im Öffentlichen Recht bin ich dort bestens aufgehoben“, sagt Inka Schmidtchen, die auch eine Zulassung als Rechtsanwältin hat. Als Volljuristin hätte sie auch als Richterin, Staatsanwältin oder als Anwältin in einem Unternehmen, einer Behörde oder einem anderen Verband arbeiten können.

Von Schulrecht bis Beamtenrecht

Im Bereich Gewerkschaftsrecht muss sich Inka Schmidtchen genauso gut auskennen wie mit dem Landespersonalvertretungsgesetz. 40 bis 50 Anfragen erreichen sie täglich; die meisten haben mit Schul-, Beamten-, Sozial- und Arbeitsrecht zu tun. Manchmal landen aber auch Fälle aus dem Strafrecht auf ihrem Schreibtisch, etwa wenn ein Lehrer angezeigt wurde. Die Anfragen der Verbandsmitglieder beantwortet sie manchmal telefonisch, manchmal per Brief oder E-Mail.

Neben der Beratung verfasst sie zum Beispiel Schreiben für Widerspruchsverfahren oder leistet Vorarbeit für Klagen – die strengen dann aber Anwälte des Deutschen Beamtenbundes an. „Beim Verband sind wir nur zwei Juristen für das gesamte Bundesland. Würden wir selber zu allen Gerichtsterminen fahren, wären wir für unsere Mitglieder kaum mehr erreichbar.“ Ihr Kollege im Verband ist ebenfalls Volljurist. Für die monatlich erscheinende Verbandszeitschrift schreibt die Justiziarin Artikel über rechtliche Themen, außerdem stellen die Juristen des Verbandes den Personal- und Lehrerräten jeden Monat Informationen zusammen. „Und nicht zuletzt bin ich bei Gutachten zu schulrechtlichen Themen die Kontaktperson des Verbands“, sagt Inka Schmidtchen.

Immer freundlich und geduldig

Ihr Arbeitstag geht in der Regel von 8:30 bis 17 Uhr; einmal in der Woche ist sie bis 19 Uhr für die Mitglieder erreichbar. Je nach Arbeitsaufwand fallen auch mal Überstunden an. Ihre Urlaubsplanung passt sie an Schulferien und Brückentage an. „Man muss sich für meinen Job häufig in neue Rechtsbereiche einarbeiten, da ständig neue Erlasse und Verordnungen herauskommen“, betont die Juristin. „Außerdem muss man freundlich und geduldig sein, um Laien rechtliche Sachlagen verständlich erklären zu können.“ Weil Schulrecht Ländersache ist, wechseln die Justiziare des Verbandes in der Regel nicht von einem Bundesland zum anderen, und auch Inka Schmidtchen wird voraussichtlich in Nordrhein-Westfalen bleiben. Grundsätzlich könnte sie aber als Juristin bundesweit und sogar im Ausland arbeiten – etwa in Unternehmen oder bei Industrie- und Handelskammern. <<

http://bfi.plus/8252