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Master, Weiterbildung

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Durchstarten und aufsteigen!

Ein Studienabschluss öffnet dir viele Türen. Um Spezialwissen zu erwerben oder fachlich up to date zu bleiben, lohnt es sich, weiterzulernen.

Dabei stehen dir verschiedene Wege offen – etwa ein Masterstudium, das es dir ermöglicht, dich vertieft mit Inhalten auseinanderzusetzen, dich fachlich zu spezialisieren oder dich sogar in eine neue Fachrichtung zu orientieren. Im Anschluss daran ist auch noch eine Promotion möglich. Ob du den Master direkt an den Bachelor anschließt oder zunächst einige Jahre Praxiserfahrung sammelst, bleibt dir überlassen. Aber auch berufliche Weiterbildungen eröffnen dir je nach Arbeitsfeld neue Perspektiven – etwa Trainee-Programme direkt nach dem Studium oder berufsbegleitende Kurse und Seminare. <<

Studieren nach der Arbeit

Mona Schilhanneck (26) arbeitet bei einer Versicherung und absolviert berufsbegleitend den Masterstudiengang Versicherungsmanagement.

Sie ist ihrem Ausbildungsbetrieb treu geblieben: Mona Schilhanneck absolvierte in einer Versicherung und an der Hochschule Coburg das duale Bachelorstudium Versicherungswirtschaft. Anschließend arbeitete sie zunächst eineinhalb Jahre im Schadenprozessmanagement bei dem Unternehmen. „Zu dem Zeitpunkt hatte ich dann das Gefühl, dass ich mich breiter aufstellen und noch mehr lernen möchte. Daher habe ich mich für einen Master of Business Administration (MBA) an der Hochschule Coburg entschieden“, berichtet Mona Schilhanneck. Sie befindet sich mittlerweile im vierten von fünf Semestern. Alle zwei Wochen freitagnachmittags und samstags besucht sie die Vorlesungen, einmal im Semester finden eine ganze Woche lang Seminare an der Hochschule statt. „Außerdem muss ich das Unterrichtsmaterial zu Hause vor- und nacharbeiten.“

Die MBA-Studierenden lernen viel über die Hintergründe der Versicherungsbranche, Trends und Herausforderungen des Wirtschaftszweigs. „Wir behandeln Themen wie Personal-, Projekt- und Prozessmanagement und erlernen damit die Fähigkeiten, die man als künftige Führungskraft oder auch für Spezialistenpositionen braucht. Beispielsweise strategisches Denken und Handeln“, erklärt Mona Schilhanneck, die schon heute in Vertretung für ihren Chef die Gruppenleitung übernimmt. Weitere Führungsaufgaben könnte sie sich zukünftig gut vorstellen.

Ihr Arbeitgeber unterstützt sie bei ihrer Weiterbildung: Er übernimmt die Studienkosten von 2.800 Euro pro Semester. Das Engagement und die Eigeninitiative, die für ein berufsbegleitendes Studium nötig sind, muss Mona Schilhanneck natürlich selbst mitbringen. <<

Motivation:

Fach­wissen erweitern, sich vertieft mit einem Thema beschäftigen

siehe auch Arbeitswelt:

Geld, Versicherungen und Immobilien

BERUFENET:

Versicherungs­betriebs­wirt­schaft

Flexible Schwerpunkte

Nicolas Webersinke (23) hat sich nach dem Bachelor für das Masterstudium Finance, Auditing, Controlling, Taxation (FACT) entschieden.

Sein Bachelorstudium Wirtschaftswissenschaften absolvierte Nicolas Webersinke an der Friedrich-Alexander-Universität (FAU) Erlangen-Nürnberg. Während dieser Zeit belegte er die Schwerpunkte Betriebswirtschaftslehre sowie die Inhalte seines heutigen Masterstudiums Finance, Auditing, Controlling, Taxation. „Diese Fächerkombination fand ich sehr interessant, daher wollte ich hier meine Kenntnisse erweitern“, erklärt Nicolas Webersinke. So blieb er für den Master an der FAU. „Die Jobaussichten sind für Bachelor-Absolventen schon gut“, ist er überzeugt, „aber mit einem Master sicher noch besser.“

Das Studium dauert in Vollzeit in der Regel vier Semester. Der 23-Jährige erlernt während dieser Zeit Grundlagen aus den vier FACT-Bereichen Finanzwirtschaft, Rechnungswesen, Controlling und Wirtschaftsprüfung. Pflichtmodule sind beispielsweise Rechnungslegung und Prüfung nach nationalen und internationalen Standards und Controlling im Managementprozess sowie Steuern. Anschließend können die Studierenden flexibel wählen, welche Schwerpunkte sie belegen wollen. Nicolas Webersinke, der derzeit im zweiten Semester ist, möchte sich auf Finanzen und Versicherungen konzentrieren. „Neben dem Fachwissen lernen wir Methoden für wissenschaftliches Arbeiten kennen und erwerben Diskussions- und Präsentationsfähigkeiten“, erklärt der Masterstudent. Durch Seminare mit Praxispartnern kann er zudem Kontakte zu Unternehmen knüpfen. Was er später beruflich machen möchte, steht noch nicht fest: „Ich könnte mir eine Tätigkeit bei einem Finanzdienstleister, einer Versicherung oder einer Unternehmensberatung vorstellen.“ <<

Motivation:

Fach­wissen erweitern

siehe auch Arbeitswelt:

Steuern und Wirtschaftsprüfung
Geld, Versicherungen und Immobilien

BERUFENET:

Finanz- und Rechnungs­wesen, Controlling

Hüter der Ideen

Mit seinem Master in Materialwissenschaften in der Tasche hat Ingenieur Frieder Reusch (27) eine Weiterbildung zum Patentanwalt begonnen.

Nach seinem technischen Bachelor- und Masterstudium an der ETH Zürich suchte sich Frieder Reusch eine Kanzlei, in der er die Ausbildung zum Patentanwalt machen konnte. „Ich hatte zwei Vorlesungen dazu besucht und fand die Symbiose aus Technik und Jura sehr interessant.“ In einer Patentanwaltskanzlei in Stuttgart ergatterte er eine Vollzeitstelle. Hier lernt er nun die praktischen Aufgaben der Berufsgruppe kennen. Hauptaugenmerk liegt darauf, wie Erfindungen, Marken und Designs beim Patentamt geschützt werden können. Die juristischen Grundlagen – Bürgerliches Recht, Prozess- und Verfahrensrecht und Öffentliches Recht – lernt er in einem Fernstudium an der Fernuniversität Hagen. „Hinzu kommt der monatliche Besuch einer Arbeitsgemeinschaft in Stuttgart, in der uns Patentanwälte weitere theoretische Kenntnisse vermitteln“, so Frieder Reusch.

Nach 26 Monaten in der Patentanwaltskanzlei und Abschluss des Fernstudiums wird der Ingenieur zwei Monate beim Deutschen Patent- und Markenamt und sechs Monate beim Bundespatentgericht in München arbeiten, bevor er das Staatsexamen zum Patentassessor ablegen wird. Damit kann er schließlich bei der Patentanwaltskammer die Zulassung zum Patentanwalt beantragen und freiberuflich tätig werden. Das Studium an der Fernuniversität Hagen kostet rund 1.300 Euro, die Frieder Reusch von seinem Arbeitgeber bezahlt bekommt. „Manche Kommilitonen müssen die Kosten aber auch selbst übernehmen.“ Für die Zeit in der Kanzlei bekommt er ein Gehalt, die Stationen in München werden nicht bezahlt. Nach seinem erfolgreichen Abschluss möchte Frieder Reusch weiter bei seinem derzeitigen Arbeitgeber bleiben. Um auch internationale Fälle bearbeiten zu können, bereitet er sich parallel auf die Prüfung zum Europäischen Patentanwalt vor. <<

Motivation:

Neu­orientierung, Interesse an Patenten

siehe auch Arbeitswelt:

Rechtswesen

BERUFENET:

Patent­anwalt/-anwältin

In die Tiefe gehen

Friederike Ostertag (29) schreibt derzeit ihre Doktorarbeit über die Europäische Zentralbank (EZB).

An der Universität Bayreuth absolvierte Friederike Ostertag ihr Bachelorstudium Philosophy & Economics sowie das Masterstudium Economics mit Schwerpunkt Finance. Danach entschloss sie sich zur Promotion. „Ich habe schon für die Bachelorarbeit gern wissenschaftlich gearbeitet und konnte einen Teil meiner Masterarbeit für die Promotion verwenden“, erklärt sie. Das Thema ihrer Doktorarbeit ist die Geldpolitik der EZB. Sie forscht hierzu beispielsweise über die Geld- und Währungspolitik und die Finanzmarktregulierung. Durch ihre Promotion erweitert sie nicht nur ihr Fachwissen, sondern lernt auch, analytisch zu denken und sich selbst zu strukturieren. Daneben ist Durchhaltevermögen für die recht lange Zeit bis zur fertigen Doktorarbeit hilfreich.

Ihren Lebensunterhalt verdient sie sich als Wissenschaftliche Mitarbeiterin. „Ich halte für die Studierenden Übungen und Vorlesungen. Und ich betreue Bachelor- und Masterarbeiten“, beschreibt sie ihre Tätigkeit am Lehrstuhl für Institutionenökonomik. Das bringe nicht nur Geld, sondern schule auch soziale Kompetenz, meint die 29-Jährige, die in der restlichen Zeit für ihre Promotion forscht. „Ich kann mir meine Anwesenheit an der Universität weitestgehend selbst einteilen und viel auch von zu Hause arbeiten. So plane ich, in drei Jahren meine Doktorarbeit abzuschließen.

Nach dem Abschluss möchte Friederike Ostertag am liebsten in einer Zentralbank, bei der EU-Kommission, der Bankenaufsicht oder einer anderen institutionellen Einrichtung arbeiten. „Aber auch eine Stelle bei einer Bank oder Versicherung wäre sicherlich interessant.“ Nur in die Wissenschaft möchte sie nicht gehen: „Dafür ist das Thema meiner Doktorarbeit zu praxisbezogen.“ <<

Motivation:

bessere berufliche Entwicklungs­chancen, Interesse am wissen­schaft­lichen Arbeiten

siehe auch Arbeitswelt:

Geld, Versicherungen und Immobilien

BERUFENET:

Volkswirt/in

Ein Studienabschluss eröffnet dir den Zugang zum Arbeitsmarkt, doch er ist keine „Dauerkarte“. Es gibt gleich mehrere Faktoren, die lebenslanges Lernen zu einem zentralen Baustein des Arbeitslebens machen.

Zunächst die Entwicklung der Industrienationen hin zu Dienstleistungsgesellschaften: Die Wünsche der Kunden ändern sich, und so ändern sich auch die Angebote und Leistungen. Auch das internationale Zusammenwachsen von wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Strukturen, die Globalisierung, verlangt von den Menschen eine Weiterentwicklung. Das betrifft etwa Fremdsprachenkenntnisse und das Verständnis für andere Kulturen. Des Weiteren führt die moderne Wissensgesellschaft dazu, dass sich Informationen viel schneller verbreiten als früher und bestehendes Wissen schneller als veraltet gilt. Gerade die Digitalisierung durch Computer und Internet wird das Arbeits- und Wirtschaftsleben weiter verändern.

Du siehst also: Wer heute studiert, kann nicht davon ausgehen, dass die erworbenen Kenntnisse in zehn Jahren noch aktuell sein werden. Ebenso wenig kann man damit rechnen, sein Leben lang dieselbe Tätigkeit auszuüben. Viele Akademiker/innen übernehmen im Laufe ihres Arbeitslebens neue Aufgaben oder wechseln den Arbeitgeber, die Branche oder sogar den Beruf.
Um dich für solche Herausforderungen fit zu halten, solltest du dein Wissen auch nach deinem Studium immer wieder aktualisieren und erweitern, beispielsweise mittels Fachliteratur. Oft genutzte Möglichkeiten sind auch berufliche Weiterbildungen und weiterführende Masterstudiengänge.

Tipp: Weiterbildungen und Masterstudiengänge kannst du später auch berufsbegleitend absolvieren. Viele Arbeitgeber unterstützen die Mitarbeiter/innen dabei, ihr Wissen zu erweitern.

Nach einem Bachelorstudium hast du die Auswahl aus zahlreichen Masterstudiengängen. Sie dauern in der Regel zwei Jahre und können kostenpflichtig sein. Oft stehen sie nur Absolventen und Absolventinnen bestimmter Fächer offen, darüber hinaus kann es Auswahlverfahren geben.

Weitere Studiengangsreportagen
Reportagen zu Masterstudiengängen findest du unter www.master.abi.de

Mögliche Fachrichtungen:

  • Bank, Finanzdienstleistungen

  • Betriebswirtschaftslehre, Business Administration

  • Finanz- und Rechnungswesen, Controlling

  • Finanz-, Wirtschaftsmathematik

  • Immobilienwirtschaft

  • Rechtswissenschaft

  • Sozialversicherung

  • Steuern, Prüfungswesen

  • Versicherungsbetriebswirtschaft

  • Verwaltungsrecht

  • Wirtschaftsrecht

Berufliche Weiterbildungen gibt es zu den verschiedensten Themen und in unterschiedlichen Formen – ob Wochenendseminar oder mehrjähriger Lehrgang, ob berufsbegleitend oder in Vollzeit, ob auf eigene Initiative oder als unternehmensinterne Fortbildung.

Wo finde ich Weiterbildungen?
Weiterbildungsangebote findest du unter bfi.plus/kurse

Mögliche Themen:

  • Buchführung und Bilanz

  • Controlling

  • Datenschutzrecht

  • Projektmanagement

  • Risikomanagement

  • Wertpapierhandel

  • Wettbewerbs- und Urheberrecht

  • Wirtschaftsfremdsprachen

http://berufsfeld-info.de/abi/recht-finanzen-immobilien-weiterbildung