Recht, Finanzen, Immobilien

Studium (grund­ständig), Ausbildung

Hörsaal

Studieren lohnt sich!

Unter Akademikern und Akademikerinnen ist nicht nur die Arbeitslosigkeit am niedrigsten, sie besetzen auch häufiger Führungspositionen.

Welche verschiedenen Studienmöglichkeiten sich dir bieten und was in einem Studium auf dich zukommen kann, zeigen exemplarisch die folgenden Reportagen. Dabei handelt es sich natürlich nur um einen kleinen Ausschnitt aus der großen Vielfalt möglicher Studiengänge in diesem Berufsfeld.
Die Entscheidung für ein bestimmtes Studienfach und einen Hochschultyp ist jeweils abhängig von deinen individuellen Interessen, Stärken und Fähigkeiten und deinen beruflichen Zielen. Deshalb ist es wichtig, dass du dich vorher gut informierst. Doch egal wofür du dich entscheidest: Los geht es in der Regel mit dem Bachelorstudium. Danach kannst du ins Berufsleben einsteigen oder ein Masterstudium anschließen.
Übrigens entscheiden sich manche Abiturienten und Abiturientinnen auch für eine Berufsausbildung anstelle eines Studiums. Ebenfalls angeboten werden duale Studiengänge, die eine akademische Ausbildung mit einer Berufsausbildung oder Praxisphasen in einem Unternehmen verbinden. <<

Mathematik für die Praxis

Maximilian Schlögel (26) absolviert das Bachelorstudium Wirtschaftsmathematik. Er findet daran vor allem die angewandte Mathematik spannend.

Zunächst hatte Maximilian Schlögel es mit einem klassischen Mathematikstudium probiert. „Aber das habe ich am Anfang nicht ganz ernst genommen, daher kam ich nicht mit und habe schließlich abgebrochen.“ Besser wurde es im zweiten Anlauf: Die Wirtschaftsmathematik an der Technischen Universität Augsburg befasst sich nicht nur mit der reinen Mathematik, sondern auch mit Wirtschaft sowie Informatik und computerorientierten Methoden. Das kommt dem Studenten entgegen, der mittlerweile im vierten Semester ist. „Der Hauptteil des Studiums basiert aber auch hier auf der Mathematik, die mich mit ihrer Logik und Perfektion nach wie vor fasziniert.“

In den ersten beiden Semestern lernte Maximilian Schlögel viel über Analysis und lineare Algebra, die Grundlagen der Mathematik. Hinzu kamen erste Vorlesungen über Wirtschafts- und Informatikthemen. Im dritten und vierten Semester ging es um wirtschaftsmathematische Instrumente: Optimierung, Stochastik und Numerik. Das fünfte und sechste Semester umfasst Wahlfächer innerhalb der Wirtschaftsmathematik sowie die Bachelorarbeit.

„Viele brauchen etwas länger als sechs Semester bis zum Abschluss, weil sich alle gut auf die anspruchsvollen Klausuren vorbereiten. Hier wird vor allem am Anfang stark ausgesiebt“, weiß Maximilian Schlögel, der sein Studium mithilfe eines Zuschusses seiner Eltern finanziert. In einem mindestens zweimonatigen Pflichtpraktikum möchte er demnächst die Arbeitswelt kennenlernen. Er könnte sich derzeit einen Einstieg in der Programmierung, im Risikomanagement einer Bank oder einer Versicherung vorstellen. „Mit einem Mathematik-Abschluss bin ich sehr vielseitig einsetzbar.“ <<

Interessen:

mathematische Modelle, Wirtschaft

siehe auch Arbeitswelt:

Geld, Versicherungen und Immobilien

BERUFENET:

Finanz-, Wirt­schafts­mathematik

Bleibende Werte

Zwischen Bauboom, demografischem Wandel und energetischer Sanierung: Wer wie Mareike Ladusch (22) Immobilienwirtschaft studiert, erhält tief gehende Einblicke.

Was ihr an ihrer Studienentscheidung besonders gefällt? „Dass sich die Immobilienbranche immer wieder verändert“, erklärt Mareike Ladusch. Schon vor dem Studium machte sie bei einem Immobilienunternehmen ein Praktikum in der Projektentwicklung und fand Gefallen an der Branche. Mittlerweile studiert sie im sechsten Semester Immobilienwirtschaft an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin. Ein Praktikum von mindestens 13 Wochen in Vollzeit war Voraussetzung für die Zulassung. Zudem bestand ein Numerus clausus.

Die ersten beiden Semester besuchte sie Vorlesungen zu einführenden Themen wie Immobilienwirtschaft, -typologie, -investition und -finanzierung. Aber auch Buchführung, Mathematik und Marketing standen auf dem Lehrplan. Danach folgten Rechtsgrundlagen wie Mietrecht und Gewerberecht sowie Fremdsprachenkurse für die Fachterminologien. Im fünften Semester musste sie ein Praktikum absolvieren, das Mareike Ladusch bei einem Immobiliendienstleister im Asset Management, also in der Vermögensverwaltung, durchlief. „Ich könnte mir gut vorstellen, auch später in diesem Bereich zu arbeiten“, sagt die 22-Jährige, die dort weiterhin als studentische Hilfskraft tätig ist. Als Pflichtmodule des sechsten Semesters des Bachelorstudiums wählte sie Volkswirtschaftslehre und Projektentwicklung. Nach der Bachelorarbeit steht unter anderem noch ein Immobilienplanspiel an, in dem die Studierenden die Praxis noch besser kennenlernen sollen. Abschließend besuchen sie sogenannte Allgemeinwissenschaftliche Ergänzungsmodule (AWE-Module), in denen sie ihre Soft Skills, also persönliche Qualifikationen, stärken können. Nach dem Bachelor will Mareike Ladusch vielleicht noch einen Master anschließen. <<

Interessen:

aktuelles wirtschafts­politisches Geschehen

siehe auch Arbeitswelt:

Geld, Versicherungen und Immobilien

BERUFENET:

Immobilien­wirt­schaft

Studium im Doppelpack

Felix Lee (21) studiert den Zwei-Fach-Bachelor Politikwissenschaften mit Nebenfach Öffentliches Recht.

Schon zu Schulzeiten hat sich Felix Lee für Politik interessiert und ist Mitglied einer Partei geworden. Daher war für ihn die Kombination aus Politikwissenschaften und dem Nebenfach Öffentliches Recht an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg ideal. „Das Studium besteht je etwa zur Hälfte aus politischen und rechtlichen Inhalten“, erklärt der Student. In den ersten beiden Semestern beschäftigte er sich mit dem Grundgesetz, also den Grundrechten sowie dem Staatsorganisationsrecht. „Außerdem gab es für uns eine Einführungsveranstaltung, um die juristischen Arbeitsweisen kennenzulernen. Schließlich sind wir nicht ganz so tief in der Thematik wie die reinen Jura-Studenten“, sagt Felix Lee. Die meisten Vorlesungen finden mit den angehenden Volljuristen gemeinsam statt, hinzu kommen spezielle Übungen und Tutorien für die Nebenfach-Studierenden.

Drittes und viertes Semester stehen im Zeichen des Verwaltungsrechts: allgemeines Verwaltungsrecht, Polizei- und Sicherheitsrecht sowie Verwaltungsprozessrecht. Im fünften Semester geht es um Europa- und Völkerrecht, und im sechsten Semester können die Studierenden entscheiden, ob sie Europa- und Völkerrecht oder Verwaltungsrecht weiter vertiefen wollen. Felix Lee hat sich aktuell im sechsten Semester für Letzteres entschieden. Nun fehlt noch die Bachelorarbeit. Sein Studium finanziert er sich als studentische Hilfskraft bei einem Landtagsabgeordneten und mit einem Nebenjob an der Universität. Nach dem Master im gleichen Fach möchte Felix Lee gern in der Politik arbeiten, sei es bei einem Abgeordneten, einer Partei, im Landtag oder bei einer Stiftung. <<

Interessen:

politisches Geschehen, Arbeit mit Sprache und Texten

siehe auch Arbeitswelt:

Rechtswesen

BERUFENET:

Öffentliches Recht; Politik­wissen­schaft

Bereit für die Beratung

Leoni Kemper (20) möchte später als Steuerberaterin arbeiten und absolviert daher den englischsprachigen Studiengang International Taxation and Law.

Ein reines Jurastudium war ihr „zu trocken“, wie sie befürchtete, daher entschied sich Leoni Kemper nach dem Abitur für den Studiengang International Taxation and Law an der Hochschule Rhein-Waal in Kleve: „Die Mischung aus rechtlichen und steuerlichen Themen schien mir sehr zukunftsträchtig.“ Die Vorlesungen finden auf Englisch statt, daher musste die Studentin vor der Einschreibung anhand ihres Abiturzeugnisses Englischkenntnisse nachweisen. Außerdem ist ein achtwöchiges Grundpraktikum Pflicht, das aber noch bis zum dritten Semester nachgeholt werden kann. „Ich habe in den Semesterferien in einer Rechtsanwaltskanzlei gearbeitet“, berichtet Leoni Kemper, die sich derzeit im vierten Semester befindet.

In den ersten Semestern erlernen die Studierenden wirtschaftliche und juristische Grundlagen sowie betriebswirtschaftliche Fächer wie internes und externes Rechnungswesen und internationale Besteuerung. „Im vierten und fünften Semester müssen wir 8 von 19 Wahlpflichtkursen belegen“, erklärt die Studentin, die sich je zur Hälfte für steuerliche und rechtliche Kurse entschieden hat. Anschließend können die Studierenden für ein Semester ins Ausland gehen oder ein Praktikum machen. Leoni Kemper möchte ein Praktikum bei einem Steuerberater absolvieren, bevor dann im siebten Semester die Bachelorarbeit ansteht.

Um sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen, ist die 20-Jährige neben dem Studium derzeit als studentische Hilfskraft beim Prüfungsausschuss tätig. Vor dem Berufseinstieg plant sie ein Masterstudium im Bereich Steuern –eventuell sogar kombiniert mit der Vorbereitung zum Steuerberaterexamen. <<

Interessen:

Steuern und wirt­schaft­liche Zusammen­hänge

siehe auch Arbeitswelt:

Steuern und Wirtschaftsprüfung
Rechtswesen

BERUFENET:

Steuern, Prüfungs­wesen

Es gibt verschiedene Studienabschlüsse. Mehr dazu erfährst du auf studienwahl.de. Die mit Abstand häufigsten Abschlüsse sind dabei Bachelor und Master.

Das Bachelorstudium ist ein grundständiges Studium, das in der Regel sechs Semester dauert. Es setzt sich zusammen aus Modulen mit Lehrveranstaltungen, für die es – je nach Aufwand – Credit Points (CP) gibt. Auch für die Bachelorarbeit am Ende des Studiums erhältst du CP. Frühestens nach drei Jahren Studium hast du die Möglichkeit, in den Beruf einzusteigen.
Oder du studierst weiter: im Masterstudium. Es kann anknüpfend an ein bestimmtes Bachelorstudium erfolgen oder sich einem anderen Themenbereich widmen. In jedem Fall erweitert ein Masterstudium deine Kenntnisse und Fähigkeiten. Außerdem ist ein Master die Voraussetzung für eine Promotion und für bestimmte Fach- und Führungspositionen. Den Abschluss bildet die schriftliche Masterarbeit.

Übrigens: Ein Masterstudium kannst du auch noch aufnehmen, wenn du als Bachelor schon einige Jahre gearbeitet hast. Manche erwerben den Master berufsbegleitend. Welche Hochschulart die richtige für dich ist, Universität, Fachhochschule oder Berufsakademie, das hängt ganz von dir ab: Wer vertieft forschen will, ist vielleicht an einer Universität besser aufgehoben als an einer Fachhochschule, wo der Fokus oftmals stärker auf der Praxisnähe liegt. Aber nicht alle Fächer können an allen Hochschultypen studiert werden. Hier gilt es, sich vorab gründlich zu informieren.

Die Voraussetzung für die Zulassung zum Studium ist abhängig vom Studiengang und der jeweiligen Hochschule. In manchen Fällen gibt es lokale Auswahlverfahren der jeweiligen Hochschulen. In anderen Fällen muss man sich über hochschulstart.de bewerben. Und manchmal kannst du dich einfach ohne Zulassungsbeschränkung einschreiben. In jedem Fall sind die Bewerbungs- und Einschreibefristen zu beachten.

Je nach Interesse und persönlichen Stärken kann auch eine Berufsausbildung sinnvoll sein. Hier wird zwischen dualen Ausbildungen, die im Betrieb und an der Berufsschule stattfinden, und schulischen Ausbildungen unterschieden.

Weitere Infos unter www.studium.abi.de, unter www.ausbildung.abi.de und unter studienwahl.de.

Ein Studium kostet Geld: Neben den Ausgaben für Lebensunterhalt und Bücher müssen an bestimmten Hochschulen auch Semester- oder Studiengebühren bezahlt werden. Studierende können jedoch als finanzielle Unterstützung BAföG beantragen. Ausschlaggebend dafür sind deine persönlichen Einkommens- und Vermögensverhältnisse sowie in den meisten Fällen die deiner Eltern. Das Beste daran: Ein Teil davon ist ein zinsfreies Darlehen, der Rest sogar ein Zuschuss. Weitere Finanzierungsmöglichkeiten sind: ein Stipendium von einer Stiftung oder auch ein Studienkredit, etwa von der staatlichen KfW-Bank. Während einer dualen Ausbildung oder bei einem dualen Studium erhältst du eine Vergütung, die allerdings stark variieren kann. Reicht diese nicht, um deinen Lebensunterhalt zu decken, kannst du Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) beziehungsweise BAföG beantragen.

Weitere Infos zur Studienfinanzierung unter www.finanzen.abi.de

http://berufsfeld-info.de/abi/recht-finanzen-immobilien-studium