Psycho­logie, Pflege und Therapie (nicht­ärztlich), Medizin­technik

Master, Weiterbildung

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Durchstarten und aufsteigen!

Ein Studienabschluss öffnet dir viele Türen. Um Spezialwissen zu erwerben oder fachlich up to date zu bleiben, lohnt es sich, weiterzulernen.

Dabei stehen dir verschiedene Wege offen – etwa ein Masterstudium, das es dir ermöglicht, dich vertieft mit Inhalten auseinanderzusetzen, dich fachlich zu spezialisieren oder dich sogar in eine neue Fachrichtung zu orientieren. Im Anschluss daran ist auch noch eine Promotion möglich. Ob du den Master direkt an den Bachelor anschließt oder zunächst einige Jahre Praxiserfahrung sammelst, bleibt dir überlassen. Aber auch berufliche Weiterbildungen eröffnen dir je nach Arbeitsfeld neue Perspektiven – etwa Trainee-Programme direkt nach dem Studium oder berufsbegleitende Kurse und Seminare. <<

Konzepte für eine bessere Pflege

Nach seinem Pflege-Bachelor wollte Alexander Hochmuth (26) tiefer in die Forschung einsteigen und entschied sich daher für den Masterstudiengang Pflegewissenschaft.

Der Vollzeit-Masterstudiengang Pflegewissenschaft an der Universität Witten/Herdecke umfasst 18 Präsenzwochen, die sich über eine Regelstudienzeit von vier Semestern erstrecken. Zwischen den Präsenzphasen ist Zeit für das Selbststudium – in dem Masterstudiengang ist Selbstständigkeit gefragt. Studienvoraussetzung sind eine passende Ausbildung sowie ein Bachelorabschluss im Bereich Gesundheits- und Pflegewissenschaft. Alexander Hochmuth hat zuvor an der Hochschule in Rheine das duale Bachelorstudium Pflege in Verbindung mit einer Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger absolviert.

Auf dem Studienplan stehen beispielsweise Forschungsethik, Wissenschaftstheorie, quantitative und qualitative Forschung oder Statistik und Methodologie. Im dritten Semester wählen die Studierenden außerdem zwischen den Schwerpunkten Akutpflege und Familienorientierte Pflege. „Ich habe mich für Zweiteres entschieden. Hier steht das Konzept der Familie im Mittelpunkt der Pflege“, erklärt der 26-Jährige, der nun im dritten Semester studiert. Eine Besonderheit an dem Masterstudiengang ist die Forschungswerkstatt, in der die Studierenden eine Studie zu einem selbst gewählten Themenfeld durchführen. Auch ein mindestens zweiwöchiger Auslandsaufenthalt gehört zum Studium.

Die Studiengebühren von insgesamt etwa 15.000 Euro können in Form verschiedener Finanzierungsmodelle allmählich oder sofort abbezahlt werden. Alexander Hochmuth finanziert sich durch eine 50-Prozent-Stelle als Gesundheits- und Krankenpfleger und mittels eines Stipendiums. „Die meisten meiner Kommilitonen arbeiten nebenher in der Pflege.“ Nach seinem Abschluss will er promovieren und seine Forschungsarbeit in der Pflegewissenschaft vertiefen. <<

Motivation:

einen Beitrag zur Forschung leisten

siehe auch Arbeitswelt:

Pflege und Therapie (nichtärztlich)

BERUFENET:

Pflege­management, -wissen­schaft

Informatik im Dienst der Medizin

An ihrem Masterstudiengang Medizininformatik gefällt Jessica Laufer (24) vor allem der starke Praxisbezug.

Jessica Laufer war sich bereits während ihres Bachelorstudiums Medizininformatik und Biomedizintechnik sicher, dass sie einen Master anschließen wollte. „Ich denke, dass die beruflichen Möglichkeiten für mich mit einem Master doch um einiges besser sind als mit einem Bachelor“, sagt die 24-Jährige, die derzeit im dritten Semester studiert. Voraussetzung für den Masterstudiengang Medizininformatik an der Fachhochschule Stralsund ist ein Studienabschluss in Medizininformatik und Biomedizintechnik oder einem ähnlichen Fach mit guter bis sehr guter Abschlussnote.

In dem in der Regel dreisemestrigen Masterstudiengang werden vertiefende Vorlesungen und praktische Übungen, sogenannte Labore, zu Fächern wie Numerische Mathematik, Graphisch-Interaktive Systeme, Telemedizin, Versorgungsmanagement und Electronic Health Record angeboten. Auch die Durchführung und Dokumentation klinischer Studien sind Teil des Studienplans. „Im Gegensatz zum Bachelorstudium ist im Master mehr Selbstständigkeit gefragt, da viel Projektarbeit ansteht. Alles ist sehr praxisnah ausgelegt“, so Jessica Laufer. Die Masterstudentin interessiert vor allem der Bereich Neuroimaging, bei dem beispielsweise Nervenbahnen des Nervensystems digital abgebildet werden können. „Das wird in der Tumorforschung eingesetzt, um einen Tumor darzustellen."

Im nächsten, vierten Semester wird die Studentin ihre Masterarbeit schreiben. „Danach könnte ich mir vorstellen, zu promovieren oder klinische Studien von Medizinprodukten durchzuführen. Aber noch ist alles offen“, sagt Jessica Laufer, die ihr Studium mithilfe ihrer Eltern und durch einen Nebenjob an der Hochschule finanziert. <<

Motivation:

bessere berufliche Perspektiven

siehe auch Arbeitswelt:

Medizin- und Rehatechnik

BERUFENET:

Medizinische Informatik

Heilung durch Tanz

Oft fällt es schwer, Gefühle oder Sorgen in Worte zu fassen. Die angehende Tanztherapeutin Marina Söthe (32) hilft Patienten, sich durch Bewegung auszudrücken.

Marina Söthe arbeitet als Körpertherapeutin in der Kinder- und Jugendpsychiatrie eines Kölner Klinikums. Neben ihrem Beruf absolviert sie eine berufliche Fortbildung zur Tanztherapeutin. „Empathie, Interesse am Menschen, Spaß an Musik und Tanz sowie ein gutes Reflexionsvermögen für das eigene Befinden sind wichtige Voraussetzungen für die Arbeit als Tanztherapeutin."

Die 32-Jährige hat ursprünglich Sportwissenschaften mit dem Schwerpunkt Sporttherapie an der Deutschen Sporthochschule in Köln studiert. In einem Seminar während des Studiums wurde ihr Interesse für die Tanztherapie geweckt. Daher begann sie die Fortbildung zur Tanztherapeutin an einem Ausbildungsinstitut der Deutschen Gesellschaft für Tanztherapie in Pulheim. Die Fortbildung gliedert sich in mehrere Module, in denen die Teilnehmer Methoden und Techniken der Tanztherapie erlernen. Nach drei Jahren können sie die Fortbildungsinhalte im eigenen Grundberuf nutzen. Um den Abschluss als Tanztherapeut/in zu erreichen, sind weitere zwei Jahre Fortbildung notwendig.

Neben einer Berufsausbildung werden ein Mindestalter von 24 Jahren und fundierte Tanz- und Bewegungserfahrung vorausgesetzt. Die Berufsbezeichnung „Tanztherapeut/in“ ist in Deutschland nicht geschützt, deshalb gibt es viele Ausbildungswege. Auch die Kosten variieren. Insgesamt rechnet Marina Söthe mit Seminarkosten von etwa 8.000 Euro, die sie durch ihre Arbeit als Körpertherapeutin finanziert.

Um den Abschluss zu erhalten, muss Marina Söthe unter anderem 130 Tanztherapiestunden geben. Die Fortbildung schließt mit einer Graduierungsarbeit und einem Kolloquium ab. „Langfristig kann ich mir gut vorstellen, neben meiner Arbeit in der Klinik auch selbstständig als Tanztherapeutin zu arbeiten.“ <<

Motivation:

Kenntnisse in der Tanz­therapie erwerben, weitere Qualifikation erlangen

siehe auch Arbeitswelt:

Pflege und Therapie (nichtärztlich)
Sport, Bewegung und Ernährung

BERUFENET:

Tanz­therapeut/in

Mit der Promotion punkten

In seiner Doktorarbeit zum Thema Gamification erforscht Christopher Gröning (31), wie sich Menschen spielerisch motivieren lassen.

Bereits während seines Psychologiestudiums an der Universität Münster hatte Christopher Gröning sich auf den Schwerpunkt Arbeits- und Organisationspsychologie konzentriert. Da ihm das Forschen während der Masterthesis sehr viel Spaß gemacht hat und er auch schon eine Idee für eine größere Arbeit hatte, entschied er sich für die Promotion. Er bewarb sich an mehreren Hochschulen und wählte schließlich das Promotionsstudium in Münster aus.

„Meine Promotion geht mit einer Anstellung als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut einher, wodurch ich mich gut finanzieren kann“, sagt der Psychologe. Während der Vorlesungszeit gibt er überwiegend Seminare und betreut Abschlussarbeiten. In den Semesterferien kann er sich verstärkt auf seine Doktorarbeit konzentrieren. „Ich erforsche, wie Elemente aus dem Spieldesign, zum Beispiel Ranglisten, Auszeichnungen oder Punkte, sinnvoll in nicht spielerischen Kontexten, wie zum Beispiel bei der Arbeit oder in Unternehmen, eingesetzt werden können“, erklärt Christopher Gröning, der nun seit zwei Jahren zum Thema Gamification promoviert. „Zur Promotion gehört ein hohes Maß an Eigenverantwortung, da man theoretisch ewig an seiner Doktorarbeit schreiben kann“, stellt der 31-Jährige fest.

Auf psychologischen Tagungen präsentiert er Zwischenstände seiner Forschung und vernetzt sich mit anderen Wissenschaftlern. Nach insgesamt vier Jahren will Christopher Gröning seine Promotion abgeschlossen haben. „Was danach kommt, ist für mich noch offen. Ich könnte mir vorstellen, an der Uni zu bleiben. Aber auch eine Tätigkeit in einer Unternehmensberatung wäre denkbar.“ <<

Motivation:

Spaß an der Forschung und berufliche Aufstiegs­chancen

siehe auch Arbeitswelt:

Psychologie

BERUFENET:

Arbeits­psycho­loge/-psycho­login

Ein Studienabschluss eröffnet dir den Zugang zum Arbeitsmarkt, doch er ist keine „Dauerkarte“. Es gibt gleich mehrere Faktoren, die lebenslanges Lernen zu einem zentralen Baustein des Arbeitslebens machen.

Zunächst die Entwicklung der Industrienationen hin zu Dienstleistungsgesellschaften: Die Wünsche der Kunden ändern sich, und so ändern sich auch die Angebote und Leistungen. Auch das internationale Zusammenwachsen von wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Strukturen, die Globalisierung, verlangt von den Menschen eine Weiterentwicklung. Das betrifft etwa Fremdsprachenkenntnisse und das Verständnis für andere Kulturen. Des Weiteren führt die moderne Wissensgesellschaft dazu, dass sich Informationen viel schneller verbreiten als früher und bestehendes Wissen schneller als veraltet gilt. Gerade die Digitalisierung durch Computer und Internet wird das Arbeits- und Wirtschaftsleben weiter verändern.

Du siehst also: Wer heute studiert, kann nicht davon ausgehen, dass die erworbenen Kenntnisse in zehn Jahren noch aktuell sein werden. Ebenso wenig kann man damit rechnen, sein Leben lang dieselbe Tätigkeit auszuüben. Viele Akademiker/innen übernehmen im Laufe ihres Arbeitslebens neue Aufgaben oder wechseln den Arbeitgeber, die Branche oder sogar den Beruf.
Um dich für solche Herausforderungen fit zu halten, solltest du dein Wissen auch nach deinem Studium immer wieder aktualisieren und erweitern, beispielsweise mittels Fachliteratur. Oft genutzte Möglichkeiten sind auch berufliche Weiterbildungen und weiterführende Masterstudiengänge.

Tipp: Weiterbildungen und Masterstudiengänge kannst du später auch berufsbegleitend absolvieren. Viele Arbeitgeber unterstützen die Mitarbeiter/innen dabei, ihr Wissen zu erweitern.

Nach einem Bachelorstudium hast du die Auswahl aus zahlreichen Masterstudiengängen. Sie dauern in der Regel zwei Jahre und können kostenpflichtig sein. Oft stehen sie nur Absolventen und Absolventinnen bestimmter Fächer offen, darüber hinaus kann es Auswahlverfahren geben.

Weitere Studiengangsreportagen
Reportagen zu Masterstudiengängen findest du unter www.master.abi.de

Mögliche Fachrichtungen:

  • Augenoptik, Optometrie

  • Ernährungswissenschaft, Ökotrophologie

  • Gesundheits-, Rehabilitationspsychologie

  • Gesundheitssport

  • Gesundheitswissenschaft, Public Health

  • Kognitionswissenschaft

  • Medizinische Technik

  • Pflegemanagement, -wissenschaft

  • Physiotherapie

  • Psychologie

  • Sportmanagement, -ökonomie

  • Wirtschaftspsychologie

Berufliche Weiterbildungen gibt es zu den verschiedensten Themen und in unterschiedlichen Formen – ob Wochenendseminar oder mehrjähriger Lehrgang, ob berufsbegleitend oder in Vollzeit, ob auf eigene Initiative oder als unternehmensinterne Fortbildung.

Wo finde ich Weiterbildungen?
Weiterbildungsangebote findest du unter bfi.plus/kurse

Mögliche Themen:

  • Betriebswirtschaft

  • Fachdidaktik und Unterrichtsgestaltung

  • Klientenzentrierte Gesprächsführung

  • Praxismanagement

  • Projektmanagement

  • Supervision

http://berufsfeld-info.de/abi/psychologie-pflege-therapie-medizintechnik-weiterbildung