Psycho­logie, Pflege und Therapie (nicht­ärztlich), Medizin­technik

Studium (grund­ständig), Ausbildung

Hörsaal

Studieren lohnt sich!

Unter Akademikern und Akademikerinnen ist nicht nur die Arbeitslosigkeit am niedrigsten, sie besetzen auch häufiger Führungspositionen.

Welche verschiedenen Studienmöglichkeiten sich dir bieten und was in einem Studium auf dich zukommen kann, zeigen exemplarisch die folgenden Reportagen. Dabei handelt es sich natürlich nur um einen kleinen Ausschnitt aus der großen Vielfalt möglicher Studiengänge in diesem Berufsfeld.
Die Entscheidung für ein bestimmtes Studienfach und einen Hochschultyp ist jeweils abhängig von deinen individuellen Interessen, Stärken und Fähigkeiten und deinen beruflichen Zielen. Deshalb ist es wichtig, dass du dich vorher gut informierst. Doch egal wofür du dich entscheidest: Los geht es in der Regel mit dem Bachelorstudium. Danach kannst du ins Berufsleben einsteigen oder ein Masterstudium anschließen.
Übrigens entscheiden sich manche Abiturienten und Abiturientinnen auch für eine Berufsausbildung anstelle eines Studiums. Ebenfalls angeboten werden duale Studiengänge, die eine akademische Ausbildung mit einer Berufsausbildung oder Praxisphasen in einem Unternehmen verbinden. <<

Akademische Geburtshilfe

Weiterkommen, im Ausland arbeiten: Gründe, warum sich Jessika Sigmund (21) dafür entschieden hat, Hebammenkunde zu studieren.

Dass sie Hebamme werden will, stand für Jessika Sigmund spätestens nach dem Praktikum bei einer freiberuflichen Hebamme fest. Sie entschied sich gegen eine Berufsausbildung und für ein duales Studium an der Hochschule Fulda. „Als Akademiker hat man später im Beruf mehr Möglichkeiten“, ist sie überzeugt, „und die Anerkennung im Ausland ist einfacher.“

Die 21-Jährige studiert aktuell im sechsten Semester. Nach acht Semestern wird sie einen Bachelor und das staatlich anerkannte Hebammenexamen in der Tasche haben. „Die Praxis ist in diesem Beruf enorm wichtig“, betont sie. Im Wochenrhythmus wechselt sie zwischen Hörsaal und Krankenhaus. Dort lernt sie die Arbeit auf der Wochenstation und im Kreißsaal kennen und ist auch bei Operationen dabei. Inhalte ihres Studiums sind Schwangerschaft, Geburt und Kindergesundheit. In den ersten Semestern standen Grundlagen auf dem Lehrplan. „Es geht um Anatomie und Physiologie, aber auch um die richtige Kommunikation mit den Eltern und das Gesundheitssystem in Deutschland.“ Später kommen Fächer wie Pathologie und Kinderheilkunde hinzu.

Die Hochschulreife, ein Vorpraktikum sowie ein erfolgreiches Bewerbungsgespräch sind Voraussetzungen für die Zulassung. Obwohl Hebammenkunde ein dualer Studiengang ist, verdienen Studierende kein Geld. Jessika Sigmund finanziert sich durch BAföG, eine Stelle als Hilfswissenschaftlerin und die Unterstützung ihrer Eltern. Eine Idee davon, wie es nach dem Bachelor für sie weitergeht, hat sie bereits. „Ich kann mir gut vorstellen, berufsbegleitend den Master zu machen – und das gerne auch im Ausland.“ <<

Interessen:

Medizin, Umgang mit Eltern und Babys auch in schwierigen Situationen

siehe auch Arbeitswelt:

Pflege und Therapie (nichtärztlich)

BERUFENET:

Hebammen­kunde

Die Psychologie der Kommunikation

Mit dem Studiengang Kommunikationspsychologie bereitet Dave Rexhäuser (25) sich auf eine Karriere im Bereich Personalmanagement vor.

Der siebensemestrige Bachelorstudiengang Kommunikationspsychologie wird an der Hochschule Zittau/Görlitz angeboten. „Es ist im Grunde ein Psychologiestudium mit Schwerpunkt Kommunikation“, erklärt Dave Rexhäuser, der sich gerade im vierten Semester befindet. Voraussetzung für das Studium ist ein guter Abi-Notendurchschnitt, denn der örtliche Numerus clausus war in den vergangenen Semestern stets sehr hoch.

Der Student hat nach einer handwerklichen Ausbildung über Umwege zum Studium gefunden. „Kommunikation und die Arbeit mit Menschen haben mich schon immer fasziniert. Alternativen zu diesem Studium wären Psychologie oder Soziale Arbeit gewesen“, so Dave Rexhäuser, der sich das Studium über BAföG und einen Nebenjob finanziert. „In den ersten vier Semestern werden Grundlagen zum wissenschaftlichen Arbeiten, aber auch Module zu Sozialpsychologie, Statistik, empirischer Forschung, Gesprächsführung, Moderation und Rhetorik angeboten.“ Im fünften bis siebten Semester wählen die Studierenden eines von zwei Anwendungsfächern: Multimedia- oder Organisationspsychologie. „Den Multimediabereich mit Usability-Fragen und E-Learning-Themen finde ich zwar sehr interessant, ich werde mich ab dem nächsten Semester aber auf die Organisationspsychologie konzentrieren, da ich später in diesem Bereich arbeiten will“, sagt der 25-Jährige.

Um das Theoretische auch praktisch anzuwenden, gibt jeder Student im Laufe des Studiums zwei Tutorien. Das sechste Semester ist als Praxissemester angelegt, das Dave Rexhäuser in einem größeren Unternehmen absolvieren möchte. „Mich interessiert der Bereich Human Resources und Personalentwicklung. Das wäre auch ein Berufswunsch von mir.“ Aber zunächst steht für ihn nach dem Bachelor ein Masterstudium im Bereich Wirtschaft oder Personalpsychologie an. <<

Interessen:

Kommunikation, soziale Zusammen­hänge

siehe auch Arbeitswelt:

Psychologie

BERUFENET:

Kommunikations­psychologie

Sportlicher Wirtschaftsprofi

Benjamin Lichtsinn (20) studiert Sportmanagement. Reizen würde ihn später eine Tätigkeit bei einem Sportartikelhersteller.

Der sechssemestrige Bachelorstudiengang Sportmanagement an der Ostfalia Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Salzgitter beinhaltet fächerübergreifende wirtschaftswissenschaftliche sowie sportspezifische Inhalte. Die Studierenden lernen unter anderem wirtschaftswissenschaftliche Grundlagen, Buchführung, Finanzmanagement, Kosten- und Leistungsrechnung sowie marketingspezifische Grundlagen. Thema sind aber zum Beispiel auch spezielle Rechtsfragen im Sport, spezielle Sportmärkte, Sport-BWL, Sportvermarktung und Veranstaltungsmanagement.

Ab dem fünften Semester kann man zwischen einem der beiden Schwerpunkte wählen: Sportanbieter/Teilnehmersport oder Sportvermarktung/Zuschauersport. „Im sechsten Semester steht ein mindestens dreimonatiges Praktikum an, das im Ausland absolviert werden kann“, erklärt Benjamin Lichtsinn, der im vierten Semester ist und sich gerade für sein Praxissemester bewirbt. „Mögliche Praxisstellen für mich wären Fußballvereine, Eventagenturen, aber auch die Sponsoring-Abteilungen von Automobilherstellern.“ Darüber hinaus kann während des Studiums eine Vereinsmanager C-Lizenz erworben werden.

Voraussetzung für den Studiengang ist das Erreichen des Numerus clausus sowie ein eigenes Auswahlverfahren der Hochschule. Das Studium finanziert Benjamin Lichtsinn über einen Nebenjob. Nach seinem Bachelor möchte er gern gleich in den Beruf einsteigen – wo genau, ist noch offen. „Ich kann mir vieles vorstellen. Besonders reizen würde mich aber die Arbeit bei einem Sportartikelhersteller.“ Eine Alternative zum Studiengang Sportmanagement wäre für ihn ein klassisches BWL-Studium gewesen. <<

Interessen:

Sport, wirt­schaftliche Zusammen­hänge, Marketing

siehe auch Arbeitswelt:

Sport, Bewegung und Ernährung

BERUFENET:

Sport­management

Studium für Praktiker

Im Bachelorstudium Augenoptik/Optometrie vertieft Julia Matthes (24) die Kenntnisse aus ihrer Berufsausbildung zur Optikerin und erweitert ihre beruflichen Perspektiven.

Wer an der Beuth Hochschule für Technik Berlin Augenoptik/Optometrie studiert, ist bereits ausgebildete/r Augenoptiker/in. „Neben der allgemeinen Hochschulreife ist das eine Zulassungsvoraussetzung für den Studiengang“, sagt Julia Matthes, die bereits bei Ausbildungsbeginn wusste, dass sie das Bachelorstudium anschließen wollte. Derzeit ist sie im sechsten Fachsemester. Die praktische Ausrichtung des siebensemestrigen Studiums gefällt ihr besonders: „Man baut gleich ab dem ersten Semester auf dem Vorwissen aus der Ausbildung auf. Es ist eine gute Mischung aus einem naturwissenschaftlichen, medizinischen und technischen Studium.“

In den ersten vier Semestern besuchen die Studierenden Module wie Anatomie und Physiologie, Kontaktlinsenanpassung, Physiologische und Technische Optik, Pathologie des Sehapparates, Binokularsehen, aber auch Kinderoptometrie und Versorgung Sehbehinderter. Daneben werden auch Fachenglisch und medizinische Statistik sowie im letzten Semester betriebswirtschaftliche Seminare angeboten. Begleitend gibt es in jedem Semester praktische Veranstaltungen im Labor der Hochschule. Im fünften Semester steht ein Praxissemester an, das auch im Ausland absolviert werden kann. „Ich war für einige Wochen in Malawi und habe bei einer NGO gearbeitet“, berichtet Julia Matthes.

Die 24-Jährige finanziert ihr Studium durch einen Nebenjob als Werkstudentin in einem Optikergeschäft. In ihrem nächsten und letzten Semester wird sie ihre Bachelorthesis schreiben und ihre Abschlussprüfung absolvieren. Danach will sie arbeiten – am liebsten im Ausland: „Ich könnte mir sehr gut vorstellen, Vorsorgeuntersuchungen und -screenings durchzuführen.“ <<

Interessen:

Mathematik, hand­werkliche Arbeit, Umgang mit Menschen

siehe auch Arbeitswelt:

Medizin- und Rehatechnik

BERUFENET:

Augen­optik, Optometrie

Es gibt verschiedene Studienabschlüsse. Mehr dazu erfährst du auf studienwahl.de. Die mit Abstand häufigsten Abschlüsse sind dabei Bachelor und Master.

Das Bachelorstudium ist ein grundständiges Studium, das in der Regel sechs Semester dauert. Es setzt sich zusammen aus Modulen mit Lehrveranstaltungen, für die es – je nach Aufwand – Credit Points (CP) gibt. Auch für die Bachelorarbeit am Ende des Studiums erhältst du CP. Frühestens nach drei Jahren Studium hast du die Möglichkeit, in den Beruf einzusteigen.
Oder du studierst weiter: im Masterstudium. Es kann anknüpfend an ein bestimmtes Bachelorstudium erfolgen oder sich einem anderen Themenbereich widmen. In jedem Fall erweitert ein Masterstudium deine Kenntnisse und Fähigkeiten. Außerdem ist ein Master die Voraussetzung für eine Promotion und für bestimmte Fach- und Führungspositionen. Den Abschluss bildet die schriftliche Masterarbeit.

Übrigens: Ein Masterstudium kannst du auch noch aufnehmen, wenn du als Bachelor schon einige Jahre gearbeitet hast. Manche erwerben den Master berufsbegleitend. Welche Hochschulart die richtige für dich ist, Universität, Fachhochschule oder Berufsakademie, das hängt ganz von dir ab: Wer vertieft forschen will, ist vielleicht an einer Universität besser aufgehoben als an einer Fachhochschule, wo der Fokus oftmals stärker auf der Praxisnähe liegt. Aber nicht alle Fächer können an allen Hochschultypen studiert werden. Hier gilt es, sich vorab gründlich zu informieren.

Die Voraussetzung für die Zulassung zum Studium ist abhängig vom Studiengang und der jeweiligen Hochschule. In manchen Fällen gibt es lokale Auswahlverfahren der jeweiligen Hochschulen. In anderen Fällen muss man sich über hochschulstart.de bewerben. Und manchmal kannst du dich einfach ohne Zulassungsbeschränkung einschreiben. In jedem Fall sind die Bewerbungs- und Einschreibefristen zu beachten.

Je nach Interesse und persönlichen Stärken kann auch eine Berufsausbildung sinnvoll sein. Hier wird zwischen dualen Ausbildungen, die im Betrieb und an der Berufsschule stattfinden, und schulischen Ausbildungen unterschieden.

Weitere Infos unter www.studium.abi.de, unter www.ausbildung.abi.de und unter studienwahl.de.

Ein Studium kostet Geld: Neben den Ausgaben für Lebensunterhalt und Bücher müssen an bestimmten Hochschulen auch Semester- oder Studiengebühren bezahlt werden. Studierende können jedoch als finanzielle Unterstützung BAföG beantragen. Ausschlaggebend dafür sind deine persönlichen Einkommens- und Vermögensverhältnisse sowie in den meisten Fällen die deiner Eltern. Das Beste daran: Ein Teil davon ist ein zinsfreies Darlehen, der Rest sogar ein Zuschuss. Weitere Finanzierungsmöglichkeiten sind: ein Stipendium von einer Stiftung oder auch ein Studienkredit, etwa von der staatlichen KfW-Bank. Während einer dualen Ausbildung oder bei einem dualen Studium erhältst du eine Vergütung, die allerdings stark variieren kann. Reicht diese nicht, um deinen Lebensunterhalt zu decken, kannst du Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) beziehungsweise BAföG beantragen.

Weitere Infos zur Studienfinanzierung unter www.finanzen.abi.de

http://berufsfeld-info.de/abi/psychologie-pflege-therapie-medizintechnik-studium