Produktion, Fertigung

Master, Weiterbildung

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Durchstarten und aufsteigen!

Ein Studienabschluss öffnet dir viele Türen. Um Spezialwissen zu erwerben oder fachlich up to date zu bleiben, lohnt es sich, weiterzulernen.

Dabei stehen dir verschiedene Wege offen – etwa ein Masterstudium, das es dir ermöglicht, dich vertieft mit Inhalten auseinanderzusetzen, dich fachlich zu spezialisieren oder dich sogar in eine neue Fachrichtung zu orientieren. Im Anschluss daran ist auch noch eine Promotion möglich. Ob du den Master direkt an den Bachelor anschließt oder zunächst einige Jahre Praxiserfahrung sammelst, bleibt dir überlassen. Aber auch berufliche Weiterbildungen eröffnen dir je nach Arbeitsfeld neue Perspektiven – etwa Trainee-Programme direkt nach dem Studium oder berufsbegleitende Kurse und Seminare. <<

Gefahren bannen

Nach seiner Weiterbildung wird Rohstoffingenieur Marc Schulten (30) Brandschutz in einem großen Stahl-Unternehmen betreiben.

Um sein Aufgabenfeld im Stahlbereich von Thyssenkrupp in Duisburg sowie sein Fachwissen zu erweitern, lässt sich Projektingenieur Marc Schulten zum Betriebsbeauftragten für Brandschutz schulen. Die Kosten übernimmt sein Arbeitgeber. „Mit der Aufgabe ist viel Verantwortung verbunden – gerade wenn man wie ich in der Abteilung für Technologie Kohle und Koks täglich im Heißbetrieb mit Temperaturen bis zu 1.000 Grad Celsius an den Versuchsöfen zu tun hat“, sagt der 30-Jährige. Er hat sich bereits in seinem Bachelor- und Masterstudium des Rohstoffingenieurwesens an der RWTH Aachen auf die Technologie der Energierohstoffe und Rohstoffveredelung spezialisiert. Heute trägt er dazu bei, die Kokerei-Prozesstechnik zu optimieren.

Um als Betriebsbeauftragter für Brandschutz von seinem Arbeitgeber zertifiziert zu werden, muss Marc Schulten den Nachweis über 32 absolvierte Schulungsstunden bei der Werksfeuerwehr erbringen. Hierfür wird er von seiner Arbeit freigestellt. Da er dabei seine Dienstpläne mit anderen Kollegen abstimmen muss, erstreckt sich die Weiterbildung über einen Zeitraum von zwei bis drei Jahren. Mehr als die Hälfte der praxisnahen Kurse hat er bereits absolviert, beispielsweise über die Brandschutzordnung, die betrieblichen Möglichkeiten der Brand- und Explosionsbekämpfung oder den Gebäudeschutz. „Natürlich sind gewisse Vorkenntnisse und Erfahrungen nötig. Die habe ich mir in früheren Kursen, etwa zum Brandschutzhelfer, angeeignet.“ Außerdem belegt er auch weiterführende Kurse bei der Berufsgenossenschaft Holz und Metalle. Nach Abschluss seiner Weiterbildung wird Marc Schulten Gefährdungsbeurteilungen erstellen, die Mitarbeiter im Brandschutz unterweisen und Erlaubnisverfahren bei brandgefährlichen Arbeiten in die Wege leiten. <<

Motivation:

neue Aufgaben­felder übernehmen

siehe auch Arbeitswelt:

Bergbau und Baustoffe

BERUFENET:

Ingenieur/in – Roh­stoff­gewinnung und -aufbereitung

Design-Träume

Adriana Lila Fecke (25) hat sich für den Master in Modedesign entschieden, um sich zu spezialisieren und im Projektmanagement fit zu werden.

Als Designerin muss man reifen, um sich in der Modewelt profilieren zu können, ist sich Adriana Lila Fecke sicher. Daher schließt sie an ihr Bachelorstudium Modedesign an der Hochschule Trier den konsekutiven Master an. „Es ist eine Herausforderung, für die nicht jeder zugelassen wird. Man muss in einem Auswahlverfahren gestalterische Qualitäten beweisen“, erzählt die 25-Jährige.

Modedesign ist ein Projektstudium über drei Semester, wobei neben der Theorie-Vermittlung in Fächern wie Schnittgestaltung, Mode-Illustration oder Modewissenschaft viel Wert auf das Experimentieren gelegt wird. „Ob wir an der Puppe einen Schnitt entwickeln, mit den Nähmaschinen arbeiten oder mit Papier und Farben – stets gibt es einen kreativen Ideenaustausch in der Gruppe.“

Spezialisierungen sind besonders durch semesterbegleitende Projekte möglich. Adriana Lila Fecke hat sich für den Bereich Strick begeistert und entwarf gleich in ihrem ersten Semester, das sie gerade abschließt, eine Strickkollektion, die auf einer großen Florentiner Messe vorgestellt wurde. „Italienische Firmen sind führend in Sachen Strickgarn. Durch meine Teilnahme an diesem Projekt konnte ich wertvolle Kontakte knüpfen."

Für die Masterthesis im abschließenden dritten Semester plant sie, wieder eine Kollektion zu entwerfen. „Illustrationen oder eine wissenschaftliche Arbeit wären ebenfalls Optionen. Die locken mich jedoch weniger. Ich möchte später Mode entwerfen.“ Mit dem Masterstudium erhält die junge Modeschöpferin nicht nur einen Überblick über den gesamten Designprozess, sondern auch die Fähigkeit, ein Projekt selbstständig zu managen. Adriana Lila Fecke finanziert ihr Studium mithilfe von BAföG und einem Nebenjob als wissenschaftliche Hilfskraft. <<

Motivation:

Spezialisierung im Fach­bereich Strick, einen kreativen Job im Mode­betrieb finden

siehe auch Arbeitswelt:

Textilien und Bekleidung

BERUFENET:

Mode­design

Alpha, Bier und Beta

In einer Weiterbildung lernte der studierte Brauer Jonas Trummer (27), wie man sachgemäß mit strahlenden Laborgeräten umgeht.

Strahlung in einer Brauerei? Ja, die gibt es: „Um ein bestimmtes Fehlaroma im Bier festzustellen, benutzen wir einen Gas-Chromatografen“, erläutert Jonas Trummer. Mit diesem Gerät verdampft man das Bier, um es mithilfe von Strahlen zu analysieren. Und wo Strahlen sind, muss von Gesetz wegen ein Strahlenschutzbeauftragter den sachgemäßen Umgang damit kontrollieren.

Das nötige Wissen eignete sich Jonas Trummer, Absolvent des Brauwesens und der Getränketechnologie der TU München, im Rahmen einer zweitätigen Fortbildung zum Strahlenschutzbeauftragten am Karlsruher Institut für Technologie an. Die Gebühren in Höhe von rund 600 Euro sowie die weiteren anfallenden Kosten übernahm sein Arbeitgeber, die Brauerei Distelhäuser, wo Jonas Trummer in der Qualitätskontrolle und in der Versuchsbrauerei arbeitet.

In den Kursen wurde zunächst Grundlagenwissen vermittelt: Welche Rolle spielen die Atomkerne? Welche physikalischen Kräfte sind am Werk? Welche Arten von Strahlungen gibt es überhaupt, und wie intensiv und lange strahlen welche Isotope? Danach standen die korrekten Schutzmaßnahmen im Umgang mit Geräten wie dem Gas-Chromatografen auf dem Plan. Jonas Trummer lernte etwa, wie man testet, ob zu viel Strahlung aus dem Gehäuse herausgelangt, und welcher Mindestabstand einzuhalten ist. Darüber hinaus ging es um rechtliche Vorgaben. Der Ingenieur erfuhr, wann man Genehmigungen einholen muss und wie man diese beantragt. Am Ende des zweiten Tages absolvierte er eine Prüfung. Nachdem er diese bestanden hatte, wurde er zum offiziellen Strahlenschutzbeauftragten der Brauerei ernannt. <<

Motivation:

Interesse an der Materie, Spezialisierung im Beruf

siehe auch Arbeitswelt:

Lebensmittel und Getränke

BERUFENET:

Ingenieur/in – Brau­wesen und Getränke­techno­logie

Kunststoff mit Charakter

Wie man Kunststoffe bereits während der Verarbeitung verbessern kann, erforscht Gabriella-Paula Brunotte (34) im Rahmen ihrer Promotion.

Kaum ein Material nehmen wir öfter in die Hand als Kunststoff – und das Tag für Tag. Auch abseits von Alltagsgegenständen kommt dieser Werkstoff zum Einsatz: Moderne Kunststoffverbundsysteme, sogenannte Compounds, werden in Industriemaschinen, Flugzeug- oder Autoteilen verbaut. Um die Produkte zu optimieren, kann man den Hightech-Kunststoffen zusätzliche technische Eigenschaften verleihen. Wie das funktioniert, erforscht Gabrielle-Paula Brunotte im Rahmen ihrer Promotion am Lehrstuhl für Polymerwerkstoffe und Kunststofftechnik an der Technischen Universität Clausthal. Dort hatte sie zuvor bereits ihr Ingenieurdiplom in Werkstoffwissenschaften erworben.

Derzeit forscht Gabriella-Paula Brunotte an thermoplastischen Compounds, in die magnetische Partikel eingearbeitet werden. Das Material für ihre Analysen stellt sie im Labor mittels eines Spritzgussverfahrens selbst her. Unter dem Mikroskop untersucht die Doktorandin dann die Zusammensetzung des Materials. Ein besonderes Augenmerk hat sie auf die magnetischen Teilchen. „Ob die Partikel gleichmäßig verteilt sind oder ob sie sich an bestimmte Stellen konzentrieren, hat stets Einfluss auf die späteren Eigenschaften.“

Ihren Forschungsstand veröffentlich die 34-Jährige regelmäßig in Fachartikeln. „In der Grundlagenforschung ist man nie fertig. Neue Entwicklungen werfen immer auch neue Fragen auf, die ich bei meiner Arbeit berücksichtige.“ Die Doktorandin ist zudem in die Lehre am Institut eingebunden und hält zum Beispiel Seminare. Bis zu fünf Jahre, so schätzt Gabriella-Paula Brunotte, wird ihre Promotion in Anspruch nehmen. Sie plant bereits für die Zeit danach: „Ich kann mir eine Arbeit in der Forschung und Entwicklung eines Unternehmens gut vorstellen.“ <<

Motivation:

Interesse an wissen­schaftlicher Forschung

siehe auch Arbeitswelt:

Farben, Kunststoffe, Glas, Keramik, Holz, Papier

BERUFENET:

Ingenieur/in – Kunst­stoff­technik

Ein Studienabschluss eröffnet dir den Zugang zum Arbeitsmarkt, doch er ist keine „Dauerkarte“. Es gibt gleich mehrere Faktoren, die lebenslanges Lernen zu einem zentralen Baustein des Arbeitslebens machen.

Zunächst die Entwicklung der Industrienationen hin zu Dienstleistungsgesellschaften: Die Wünsche der Kunden ändern sich, und so ändern sich auch die Angebote und Leistungen. Auch das internationale Zusammenwachsen von wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Strukturen, die Globalisierung, verlangt von den Menschen eine Weiterentwicklung. Das betrifft etwa Fremdsprachenkenntnisse und das Verständnis für andere Kulturen. Des Weiteren führt die moderne Wissensgesellschaft dazu, dass sich Informationen viel schneller verbreiten als früher und bestehendes Wissen schneller als veraltet gilt. Gerade die Digitalisierung durch Computer und Internet wird das Arbeits- und Wirtschaftsleben weiter verändern.

Du siehst also: Wer heute studiert, kann nicht davon ausgehen, dass die erworbenen Kenntnisse in zehn Jahren noch aktuell sein werden. Ebenso wenig kann man damit rechnen, sein Leben lang dieselbe Tätigkeit auszuüben. Viele Akademiker/innen übernehmen im Laufe ihres Arbeitslebens neue Aufgaben oder wechseln den Arbeitgeber, die Branche oder sogar den Beruf.
Um dich für solche Herausforderungen fit zu halten, solltest du dein Wissen auch nach deinem Studium immer wieder aktualisieren und erweitern, beispielsweise mittels Fachliteratur. Oft genutzte Möglichkeiten sind auch berufliche Weiterbildungen und weiterführende Masterstudiengänge.

Tipp: Weiterbildungen und Masterstudiengänge kannst du später auch berufsbegleitend absolvieren. Viele Arbeitgeber unterstützen die Mitarbeiter/innen dabei, ihr Wissen zu erweitern.

Nach einem Bachelorstudium hast du die Auswahl aus zahlreichen Masterstudiengängen. Sie dauern in der Regel zwei Jahre und können kostenpflichtig sein. Oft stehen sie nur Absolventen und Absolventinnen bestimmter Fächer offen, darüber hinaus kann es Auswahlverfahren geben.

Weitere Studiengangsreportagen
Reportagen zu Masterstudiengängen findest du unter www.master.abi.de

Mögliche Fachrichtungen:

  • Brauerei-, Getränketechnologie

  • Chemieingenieurwesen

  • Geowissenschaften

  • Holztechnik

  • Keramik-, Glastechnik

  • Kunststofftechnik

  • Lebensmittelchemie

  • Lebensmitteltechnologie

  • Papiertechnik

  • Polymerwissenschaft

  • Produktionstechnik

  • Rohstoffingenieurwesen

  • Textil-, Bekleidungstechnik

  • Textil-, Modedesign

  • Verpackungstechnik

Berufliche Weiterbildungen gibt es zu den verschiedensten Themen und in unterschiedlichen Formen – ob Wochenendseminar oder mehrjähriger Lehrgang, ob berufsbegleitend oder in Vollzeit, ob auf eigene Initiative oder als unternehmensinterne Fortbildung.

Wo finde ich Weiterbildungen?
Weiterbildungsangebote findest du unter bfi.plus/kurse

Mögliche Themen:

  • Arbeitssicherheit

  • Automatisierungs-technik

  • Betriebswirtschaft

  • CAD

  • Lebensmittelrecht

  • Projektmanagement

  • Qualitätssicherung

  • Werkstoffprüfung

  • Vertrieb und Marketing

http://berufsfeld-info.de/abi/produktion-fertigung-weiterbildung