Produktion, Fertigung

Zwei Silos.

Von Brauwesen bis Verpackungstechnik: Das Berufsfeld Produktion und Fertigung bietet eine große Vielfalt interessanter Berufe. Die Akademiker/innen dieser Arbeitswelt organisieren Produktionsabläufe, steuern Maschinen, entwickeln neue Produkte und prüfen deren Qualität – und das in ganz unterschiedlichen Branchen.

Die Ergebnisse der Arbeit von Hochschulabsolventen und -absolventinnen aus dem Bereich Produktion und Fertigung begegnen uns überall: vom Benzin an der Zapfsäule über den Lack eines Holztisches und das Kunststoffgehäuse eines Smartphones bis zum Joghurtdrink im Kühlregal oder der aktuellen Linie eines Modelabels. In Produktion und Fertigung gibt es viele unterschiedliche Branchen, Berufe und Tätigkeiten.

Die Berufe rund um Baumaterialien und die Förderung von Rohstoffen wie Kohle, Erdgas oder Mineralsalz findest du in der Arbeitswelt „Bergbau und Baustoffe“. Hier kannst du zum Beispiel als Ingenieur/in für Geotechnik weltweit nach neuen Lagerstätten suchen oder die Renaturierung ehemaliger Bergwerke planen. Oder du arbeitest als Ingenieur/in für Baustoffe in der Herstellung von Zement und Ziegeln oder an der Entwicklung verbesserter Baumaterialien.

Ob Möbel, Lacke, Verpackungen oder edle Weingläser – unsere Produktwelt ist überaus vielfältig. Wenn du die Produktion der unterschiedlichsten Güter steuern und überwachen oder an der Entwicklung neuer Produkte mitarbeiten möchtest, solltest du einen Blick in die Arbeitswelt „Farben, Kunststoffe, Glas, Keramik, Holz, Papier“ werfen.

Wenn du dich für die Arbeitswelt „Lebensmittel und Getränke“ entscheidest, dann erwarten dich spannende Aufgaben in der Branche der Nahrungs- und Genussmittel – etwa im Weinbau, in der Getränketechnologie oder in der industriellen Herstellung von Lebensmitteln. Du übernimmst beispielsweise verantwortliche Aufgaben in der Qualitätssicherung, der Vermarktung oder der Herstellung von Produkten.

Ob du Funktionskleidung für Spitzensportler entwickelst, das Design für eine Modelinie entwirfst oder die Produktion von Spezialtextilien für die Automobilindustrie überwachst – die Aufgaben in der Arbeitswelt „Textilien und Bekleidung“ können sehr unterschiedlich sein. Je nach Beruf bist du eher technisch oder gestalterisch gefragt.

Bei den meisten Hochschulabsolventen und -absolventinnen in Produktion und Fertigung handelt es sich um Ingenieure und Ingenieurinnen. Trotz der Vielfalt an Branchen und Fachrichtungen – vom Baustoffingenieurwesen über die Lebensmitteltechnologie bis hin zur Verpackungstechnik – sind ihre Aufgaben oft sehr ähnlich: Sie planen, steuern, organisieren, optimieren und kontrollieren Fertigungs- und Produktionsabläufe, arbeiten in Forschungs- und Entwicklungsabteilungen oder kümmern sich um den Vertrieb ihrer Produkte. Je nach konkretem Tätigkeitsfeld sind sie vor allem im Büro, im Labor oder in Fertigungshallen tätig.

Bei der Produktionsplanung und Steuerung arbeiten sie häufig mit spezieller Software. Ebenso kann es zu ihren Aufgaben gehören, komplexe Anlagen für die Produktion vorzubereiten, computergesteuerte Systeme zu konfigurieren oder mit Messgeräten die Qualität der Produkte zu prüfen. Oftmals arbeiten die Hochschulabsolventen und -absolventinnen dieser Arbeitswelten als Führungskräfte, leiten die Mitarbeiter/innen an und behalten die Zeit- und Kostenpläne im Auge. Daneben sind in den Arbeitswelten dieses Bereichs auch Berufe mit naturwissenschaftlichem oder gestalterischem Tätigkeitsschwerpunkt vertreten.

Gemeinsam ist den meisten Berufen in Produktion und Fertigung, dass sie neben einem ausgeprägten Verständnis für technische Zusammenhänge auch Kenntnisse in Mathematik und den Naturwissenschaften voraussetzen. Außerdem sind Organisations- und Planungsstärke gefragt. Je nach konkretem Beruf können noch weitere Anforderungen hinzukommen, beispielsweise Sinn für Ästhetik in der Modebranche oder sensorisches Talent in der Lebensmittelproduktion. Das nötige Fachwissen – etwa im Hinblick auf die technischen Abläufe oder die Eigenschaften von Werkstoffen – erwirbt man im Laufe des Studiums.

Nicht zu unterschätzen ist auch die Bedeutung sozialer Kompetenzen im Arbeitsleben. Hochschulabsolventen und -absolventinnen in Produktion und Fertigung übernehmen häufig die Führung von Teams, stehen in direktem Kontakt mit Lieferanten oder Kunden oder müssen sich mit Behörden abstimmen. Teamfähigkeit, Kommunikationsstärke und Entscheidungssicherheit können somit zum beruflichen Erfolg beitragen. Daneben werden angesichts der globalisierten Produktionskreisläufe auch Fremdsprachenkenntnisse immer wichtiger – etwa wenn dein Arbeitgeber zusätzlich an Standorten im Ausland produziert.

Die meisten Arbeitgeber dieser Arbeitswelten finden sich in der Industrie – je nach fachlichem Schwerpunkt können das beispielsweise Papier- oder Glasfabriken, Bekleidungs- oder Möbelhersteller oder Unternehmen der chemischen und Kunststoff verarbeitenden Industrie sein. Daneben gibt es Chancen beispielsweise bei Handelsunternehmen, Ingenieurbüros oder im Öffentlichen Dienst. Was die Arbeitsmarktperspektiven betrifft, so sind diese entscheidend vom konkreten Arbeitsfeld abhängig.

Dr. Jens Stephani, Experte der Bundesagentur für Arbeit, sagt hierzu: „Der Arbeitsmarkt stellt sich im umfangreichen Feld der Produktion und Fertigung sehr unterschiedlich dar. Je nach Bereich gibt es zum Beispiel aufgrund von Strukturwandel, politischen oder wirtschaftlichen Rahmenbedingungen gute oder eher schlechtere Jobaussichten."

Der Einstieg in den Bereich Produktion und Fertigung ist in der Regel bereits mit einem Bachelorabschluss möglich. Wer sich fachlich weiter spezialisieren will oder eine Führungsposition anstrebt, kann darüber hinaus möglicherweise mit einem Masterabschluss oder einem Doktortitel punkten. Weiterführende Studiengänge können aber später auch berufsbegleitend absolviert werden.

Mehr noch als auf einen guten Hochschulabschluss achten viele Arbeitgeber heute aber auf soziale Kompetenzen und Praxiserfahrungen. Studienbegleitende Praktika, eine Tätigkeit als Werkstudent/in oder die Zusammenarbeit mit einem Unternehmen bei der Abschlussarbeit können den Einstieg deutlich erleichtern. Ein intensiver Praxisbezug ist auch bei einem dualen Studium gegeben, das Berufsausbildung und Hochschulstudium kombiniert. Da viele produzierende Unternehmen heute Kunden und Geschäftspartner in aller Welt haben oder sogar eigene Produktionsstandorte im Ausland betreiben, stehen auch Auslandserfahrungen noch während des Studiums bei Arbeitgebern hoch im Kurs. So polierst du deine Sprachkenntnisse auf und beweist, dass du über den eigenen Tellerrand blicken kannst.

Mit ausreichend Berufserfahrung gibt es für Hochschulabsolventen und -absolventinnen gute Chancen, in Führungspositionen zu arbeiten, zum Beispiel als Projektleiter/in in der Produktentwicklung oder als Verantwortliche/r für das Qualitätsmanagement. Wichtig hierfür ist nicht zuletzt die Bereitschaft, immer wieder Neues zu lernen und sich auch nach dem Studienabschluss weiterzubilden. In manchen Berufen gibt es auch die Chance, sich mit entsprechender Erfahrung selbstständig zu machen, beispielsweise mit einem eigenen Ingenieurbüro oder Designatelier. <<

Egal für welches Studium du dich entscheidest: In den meisten Fällen steht dir mit einem Abschluss nicht nur ein bestimmter Beruf offen, sondern viele verschiedene – je nachdem, welche Inhalte ein Studiengang vermittelt oder welche Schwerpunkte du selbst setzt. Du hast einen Wunschberuf und möchtest wissen, welches Studium dafür geeignet wäre?

Auch hier hast du viele Möglichkeiten, denn ein Beruf ist in den meisten Fällen über verschiedene Studienfächer zu erreichen. Und selbst wenn du nach dem Abschluss bereits einen Beruf ergriffen hast, kannst du dich im Laufe des Arbeitslebens auf unterschiedliche Tätigkeitsbereiche spezialisieren.
Klingt ganz schön kompliziert? Die Infografik hilft dir anhand einiger Beispiele weiter. <<

http://berufsfeld-info.de/abi/produktion-fertigung