Öffentliche Verwaltung

Master, Weiterbildung

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Durchstarten und aufsteigen!

Ein Studienabschluss öffnet dir viele Türen. Um Spezialwissen zu erwerben oder fachlich up to date zu bleiben, lohnt es sich, weiterzulernen.

Dabei stehen dir verschiedene Wege offen – etwa ein Masterstudium, das es dir ermöglicht, dich vertieft mit Inhalten auseinanderzusetzen, dich fachlich zu spezialisieren oder dich sogar in eine neue Fachrichtung zu orientieren. Im Anschluss daran ist auch noch eine Promotion möglich. Ob du den Master direkt an den Bachelor anschließt oder zunächst einige Jahre Praxiserfahrung sammelst, bleibt dir überlassen. Aber auch berufliche Weiterbildungen eröffnen dir je nach Arbeitsfeld neue Perspektiven – etwa Trainee-Programme direkt nach dem Studium oder berufsbegleitende Kurse und Seminare. <<

Organisator im Jobcenter

Christian Kayser (28) hat den Master Human Resource Management absolviert – und übernimmt beruflich nun strategische Aufgaben bei einer Stadtverwaltung.

Christian Kayser begann nach seinem dualen Studium im gehobenen Verwaltungsdienst als Stadtinspektor in der Arbeitsvermittlung zu arbeiten. „Ich habe in Köln-Chorweiler neben der Arbeitsvermittlung auch Jugendliche zu Terminen begleitet, etwa bei der Bewährungshilfe“, erklärt der 28-Jährige.

Um sich weiterzuentwickeln, hat Christian Kayser ab 2012 den berufsbegleitenden Master in Human Resource Management absolviert. Das viersemestrige Masterstudium an der Akademie der Ruhr-Universität soll für Führungspositionen im Personalbereich qualifizieren. Es richtet sich an Personalverantwortliche in Wirtschaftsunternehmen und an Angestellte im Öffentlichen Dienst. „Ich habe einmal im Monat von Mittwoch bis Samstag in Bochum Kurse besucht. Mein Arbeitgeber hat mir zwei Drittel der Zeit Sonderurlaub gewährt, für den Rest musste ich eigenen Urlaub nehmen.“ Die Kosten von damals insgesamt 14.000 Euro hat er selbst und mithilfe seiner Eltern getragen.

Die Masterstudierenden haben sich mit Fragen wie diesen beschäftigt: Wie erfolgt Personalentwicklung? Wie fördert man Mitarbeiter? Wie entwickelt man Organisationen und Teams, wie betreibt man Projektmanagement, wie führt man Veränderungen in Organisationen durch?

Das erworbene Wissen hilft Christian Kayser nun in seiner neuen Position. „Der Master hat sicher eine Rolle dabei gespielt, dass ich eine Stelle in der Zentrale des Jobcenters Köln bekommen habe.“ Hier arbeitet er nun vor allem organisatorisch und strategisch. „Ich berate bei neuen Projekten aus organisatorischer Perspektive und entscheide dahingehend mit. Das ist eine enorm interessante und verantwortungsvolle Position“, sagt er, der mittlerweile vom Stadtinspektor zum Stadtamtmann aufgestiegen ist. <<

Motivation:

Karriere­chancen verbessern, Wissen erweitern

siehe auch Arbeitswelt:

Gehobener und höherer Dienst

BERUFENET:

Betriebs­wirt­schafts­lehre, Business Administration

Weltweit als Botschafterin vermitteln

Kim-Mailin Weinrich (27) hat den Vorbereitungsdienst für den höheren Dienst im Auswärtigen Amt durchlaufen.

Bis vor Kurzem war Kim-Mailin Weinrich noch Anwärterin im 14-monatigen Vorbereitungsdienst für den höheren Dienst im Auswärtigen Amt. „Die Weiterbildung besteht aus vier großen Blöcken: politische Analyse, Völkerrecht, Volkswirtschaftslehre und Rechts- und Konsularwesen. Darin werden auch schriftliche und mündliche Prüfungen abgelegt“, erklärt die junge Legationsrätin. Darüber hinaus werden auch kürzere Seminare absolviert – etwa zu Beamtenrecht und diversen Soft Skills.

Die Ausbildung an der Akademie Auswärtiger Dienst in Berlin wird durch das Auswärtige Amt finanziert. Voraussetzungen, um für diese Weiterbildung zugelassen zu werden, sind ein Masterabschluss, sehr gute Kenntnisse in Englisch sowie in einer weiteren Fremdsprache, eine solide Allgemeinbildung, politisches Verständnis und eine uneingeschränkte weltweite Versetzungsbereitschaft. „Im Auswahlverfahren werden außerdem Souveränität und interkulturelle Kompetenzen abgefragt."

Kim-Mailin Weinrich hat ihren Bachelor- und Masterabschluss an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster gemacht, im binationalen Studiengang Internationale und europäische Governance in Kooperation mit dem Institut d’Études Politiques (IEP) im französischen Lille. Zukünftig sieht sie sich als Diplomatin. Diese Berufswahl setzt große Reisebereitschaft und Flexibilität voraus, meist stehen Standortwechsel in Intervallen von drei bis vier Jahren an. Man kann Standorte zwar favorisieren, aber auswählen kann man sie nicht. „Ich mag die Abwechslung und nutze diese Chance gerne, die mir so kein anderer Arbeitsplatz bieten kann“, sagt die 27-Jährige, deren Ziel es einmal ist, Leiterin einer Auslandsvertretung zu werden. <<

Motivation:

Berufliche Perspektiven, abwechslungs­reiche Aufgaben, Stand­ort­wechsel

siehe auch Arbeitswelt:

Gehobener und höherer Dienst

BERUFENET:

Beamt(er/in) – Auswärtiger Dienst (höh. Dienst)

Für Arbeits- und Umweltschutz

Als Gewerbeaufsichtsbeamtin sorgt Lena Sager (35) für sichere Produktionsprozesse. Durch regelmäßige Fortbildungen hält sie sich auf dem neuesten Stand.

Technische Veränderungen und neue chemische Stoffe: Eine Herausforderung, nicht nur für die Ingenieure und Ingenieurinnen in den Bereichen Entwicklung und Fertigung, sondern auch für die Experten, die sich um die Sicherheit von Produkten und Arbeitsstätten kümmern. Zu diesen Experten gehört die Beamtin Lena Sager. Die 35-Jährige arbeitet beim Gewerbeaufsichtsamt Hannover im höheren technischen Dienst. Ihre Aufgabe ist es unter anderem, in Betrieben die gesetzlichen Auflagen für Arbeits- und Umweltschutz zu kontrollieren. „Ich prüfe zum Beispiel, ob die produzierten Stoffe eine Gefahr darstellen“, sagt sie. Die fachlichen Grundlagen hat sie in ihrem Studium in Maschinenbau und dem zwei Jahre dauernden Referendariat für den Öffentlichen Dienst erworben.

Vor Kurzem hat sich Lena Sager in einem Fachseminar über die europäische Chemikalienverordnung REACH informiert. „Alle Unternehmen, die Stoffe ab einer bestimmten Menge herstellen oder importieren, müssen ihre Erzeugnisse vor der Markteinführung nun registrieren.“ Wie erkenne ich, ob jeder Stoff registriert ist? Welche Informationen zu den Unternehmen brauche ich dafür? Mit solchen Fragen beschäftigten sich Lena Sager und die anderen Teilnehmer. Wichtig für die tägliche Arbeit der Beamtin sind zudem die rechtlichen Grundlagen – unter anderem die zum Datenschutz: „Ich habe etwa gelernt, welche Daten ich wie verwenden darf, ohne das Betriebsgeheimnis zu verletzen."

Um immer neuen Anforderungen gerecht zu werden, wird sie sich auch weiter fortbilden. „Gerade in meinem Bereich ändern sich Technik und Gesetzeslage fortwährend. Um hier nicht den Anschluss zu verpassen, bleibe ich stets auf dem Laufenden.“ <<

Motivation:

aktuelle Gesetzes­lage kennen, neue Projekte kennen­lernen

siehe auch Arbeitswelt:

Gehobener und höherer technischer Dienst

BERUFENET:

Beamt(er/in) – Gewerbe­aufsicht (höh. techn. Dienst)

Gesunde Bildung

Mit einer Promotion verbessert Inga Münch (33) ihre Berufsaussichten – sowohl in der Wissenschaft als auch im Öffentlichen Dienst.

Oft ist Wissen die Voraussetzung für Gesundheit, meint Inga Münch. „Die Bedeutung der Gesundheitsbildung wird in Deutschland noch oft unterschätzt“, ergänzt die 33-Jährige. Sie erforscht in ihrer Doktorarbeit an der Medizinischen Hochschule Hannover, ob man ein Konzept aus den USA zur Verbesserung der Gesundheitskompetenz der Bürger auch hierzulande anwenden kann. „Es geht dabei darum, dass man an den Kliniken die Bürger so weit aufklärt, dass sie selbst in der Lage sind, sich Informationen zu beschaffen, diese kritisch zu hinterfragen und sich im Gesundheitssystem zurechtzufinden.“ Um zu analysieren, ob das Konzept auch in Deutschland funktioniert, führt die Doktorandin Interviews mit Experten.

Studiert hat Inga Münch Health Communication in Bielefeld und anschließend ihren Master in Public Health in Hannover gemacht. „Im Bachelor habe ich viel über das Gesundheitswesen und die Öffentlichkeitsarbeit gelernt, im Master habe ich mich mit dem Thema Gesundheit auf Bevölkerungsebene beschäftigt.“ Diese Kombination ist ihrer Meinung nach eine gute Voraussetzung, um im Gesundheitswesen zu arbeiten. Mit der Promotion verbessert sie ihre Aussichten noch weiter. „Man könnte nach dem Doktor in der Öffentlichen Verwaltung arbeiten, etwa bei Gesundheitsämtern oder Sozialversicherungsträgern.“

Die Promotionsstudentin weiß aber noch nicht, ob sie später in die Verwaltung oder in die Wissenschaft will. „Ich halte mir die Möglichkeiten offen. Noch bereitet mir die Forschung viel Freude.“ Ihre Promotion finanziert Inga Münch mithilfe eines monatlichen Stipendiums sowie ihrer Anstellung als Wissenschaftliche Mitarbeiterin. Als solche unterrichtet sie auch Studierende – was sie als wertvolle Erfahrung ansieht. <<

Motivation:

Eintritt in die Forschung, Weiter­bildung, bessere Karriere­aussichten

siehe auch Arbeitswelt:

Gehobener und höherer Dienst
Angestellte in der Öffentlichen Verwaltung

BERUFENET:

Gesund­heits­wissen­schaftler/in – Öffentliches Gesund­heits­wesen

Ein Studienabschluss eröffnet dir den Zugang zum Arbeitsmarkt, doch er ist keine „Dauerkarte“. Es gibt gleich mehrere Faktoren, die lebenslanges Lernen zu einem zentralen Baustein des Arbeitslebens machen.

Zunächst die Entwicklung der Industrienationen hin zu Dienstleistungsgesellschaften: Die Wünsche der Kunden ändern sich, und so ändern sich auch die Angebote und Leistungen. Auch das internationale Zusammenwachsen von wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Strukturen, die Globalisierung, verlangt von den Menschen eine Weiterentwicklung. Das betrifft etwa Fremdsprachenkenntnisse und das Verständnis für andere Kulturen. Des Weiteren führt die moderne Wissensgesellschaft dazu, dass sich Informationen viel schneller verbreiten als früher und bestehendes Wissen schneller als veraltet gilt. Gerade die Digitalisierung durch Computer und Internet wird das Arbeits- und Wirtschaftsleben weiter verändern.

Du siehst also: Wer heute studiert, kann nicht davon ausgehen, dass die erworbenen Kenntnisse in zehn Jahren noch aktuell sein werden. Ebenso wenig kann man damit rechnen, sein Leben lang dieselbe Tätigkeit auszuüben. Viele Akademiker/innen übernehmen im Laufe ihres Arbeitslebens neue Aufgaben oder wechseln den Arbeitgeber, die Branche oder sogar den Beruf.
Um dich für solche Herausforderungen fit zu halten, solltest du dein Wissen auch nach deinem Studium immer wieder aktualisieren und erweitern, beispielsweise mittels Fachliteratur. Oft genutzte Möglichkeiten sind auch berufliche Weiterbildungen und weiterführende Masterstudiengänge.

Tipp: Weiterbildungen und Masterstudiengänge kannst du später auch berufsbegleitend absolvieren. Viele Arbeitgeber unterstützen die Mitarbeiter/innen dabei, ihr Wissen zu erweitern.

Nach einem Bachelorstudium hast du die Auswahl aus zahlreichen Masterstudiengängen. Sie dauern in der Regel zwei Jahre und können kostenpflichtig sein. Oft stehen sie nur Absolventen und Absolventinnen bestimmter Fächer offen, darüber hinaus kann es Auswahlverfahren geben.

Weitere Studiengangsreportagen
Reportagen zu Masterstudiengängen findest du unter www.master.abi.de

Mögliche Fachrichtungen:

  • Arbeitsmarktmanagement

  • Archivwissenschaft

  • Betriebswirtschaftslehre, Business Administration

  • Bibliotheks-, Informationswissenschaft

  • Natur- und Ingenieurwissenschaften (für den techn. Dienst)

  • Öffentliches Recht

  • Politikwissenschaft

  • Staats-, Verwaltungswissenschaft

  • Verwaltungsinformatik

  • Verwaltungsmanagement, Public Management

Berufliche Weiterbildungen gibt es zu den verschiedensten Themen und in unterschiedlichen Formen – ob Wochenendseminar oder mehrjähriger Lehrgang, ob berufsbegleitend oder in Vollzeit, ob auf eigene Initiative oder als unternehmensinterne Fortbildung.

Wo finde ich Weiterbildungen?
Weiterbildungsangebote findest du unter bfi.plus/kurse

Mögliche Themen:

  • Arbeits- und Sozialrecht

  • Arbeitssicherheit

  • Europarecht

  • Kommunikation

  • Mitarbeiterführung

  • Qualitätsmanagement

  • Steuerrecht

  • Umweltschutz

  • Verwaltungsrecht

http://berufsfeld-info.de/abi/offentliche-verwaltung-weiterbildung