Öffentliche Verwaltung

Studium (grund­ständig), Ausbildung

Hörsaal

Studieren lohnt sich!

Unter Akademikern und Akademikerinnen ist nicht nur die Arbeitslosigkeit am niedrigsten, sie besetzen auch häufiger Führungspositionen.

Welche verschiedenen Studienmöglichkeiten sich dir bieten und was in einem Studium auf dich zukommen kann, zeigen exemplarisch die folgenden Reportagen. Dabei handelt es sich natürlich nur um einen kleinen Ausschnitt aus der großen Vielfalt möglicher Studiengänge in diesem Berufsfeld.
Die Entscheidung für ein bestimmtes Studienfach und einen Hochschultyp ist jeweils abhängig von deinen individuellen Interessen, Stärken und Fähigkeiten und deinen beruflichen Zielen. Deshalb ist es wichtig, dass du dich vorher gut informierst. Doch egal wofür du dich entscheidest: Los geht es in der Regel mit dem Bachelorstudium. Danach kannst du ins Berufsleben einsteigen oder ein Masterstudium anschließen.
Übrigens entscheiden sich manche Abiturienten und Abiturientinnen auch für eine Berufsausbildung anstelle eines Studiums. Ebenfalls angeboten werden duale Studiengänge, die eine akademische Ausbildung mit einer Berufsausbildung oder Praxisphasen in einem Unternehmen verbinden. <<

Theorie und Praxis der Verwaltung

Helge Meyer (22) wird im Studium „Gehobener Verwaltungsdienst – Public Management“ darauf vorbereitet, verantwortungsvolle Verwaltungsaufgaben zu übernehmen.

Im Bachelorstudiengang „Gehobener Verwaltungsdienst – Public Management“ an der Hochschule für öffentliche Verwaltung und Finanzen Ludwigsburg werden angehende Führungskräfte für die Landes- und Kommunalverwaltungen ausgebildet. Das Besondere am dualen Studium: Nach dem Grundstudium wenden die Studierenden ihre erworbenen Kenntnisse 14 Monate lang in der Praxis an. Helge Meyer studiert hier im dritten von sieben vorgesehenen Semestern. „Das Konzept hat mich gleich überzeugt. Wir lernen die Grundlagen fast aller Bereiche in der Öffentlichen Verwaltung kennen."

Für die Zulassung zum Studium musste Helge Meyer einen Auswahltest bestehen. Geprüft wurden die Deutsch- und Mathekenntnisse sowie die Konzentrationsfähigkeit und die allgemeine Intelligenz. „Danach wurde ich für ein Einführungspraktikum einer Kommune zugeteilt, in der ich sechs Monate lang in der Verwaltung gearbeitet habe. Erst dann erfolgte die endgültige Entscheidung, mich in den Studiengang aufzunehmen.“ Für die Dauer des Studiums bekommt Helge Meyer Anwärterbezüge, sodass er sich keine Gedanken um die Finanzierung machen muss.

Zu den theoretischen Inhalten des Studiums gehören neben den Schwerpunkten Privatrecht und Öffentliches Recht noch die Grundlagen der Betriebs- und Volkswirtschaftslehre sowie Soziologie, Psychologie, Statistik und Personalmanagement. „Sprachkurse sind optional“, erzählt Helge Meyer. Ab dem vierten Semester wird er in der 14-monatigen Praxisphase bei verschiedenen Verwaltungen, bei Verbänden und in der Privatwirtschaft arbeiten. Danach steht die Bachelorarbeit an. „Abschließend findet ein fünfmonatiges Vertiefungsstudium statt.“ Nach seinem Abschluss möchte Helge Meyer auf jeden Fall in der Verwaltung arbeiten. <<

Interessen:

Recht, Wirtschaft, Politik

siehe auch Arbeitswelt:

Gehobener und höherer Dienst

BERUFENET:

Verwaltungs­management, Public Management

Codes der Verwaltung

In ihrem Bachelorstudium Verwaltungsinformatik lernt Wiebke Allrich (22), wie man programmiert und wie die öffentliche Verwaltung funktioniert.

Wiebke Allrich hatte Informatik oder Ingenieurwissenschaften studieren wollen, hätte aber wegen des hohen NC lange warten müssen. „Als ich von dem Fach Verwaltungsinformatik hörte, kam es mir wie eine gute Alternative vor“, erzählt die 22-Jährige. Also schrieb sie sich für das Bachelorstudium an der Hochschule für Wirtschaft und Recht in Berlin ein.

Die Verwaltungsinformatik verbindet Informatik und Verwaltungslehre. „Informatik macht etwa die Hälfte des Studiums aus. Wir lernen, wie Betriebssysteme wie Windows oder Linux funktionieren, steigen in verschiedene Programmiersprachen wie Java oder PHP ein und wenden sie dann in Projekten an“, erzählt sie. Die andere Hälfte besteht aus Verwaltungsfächern – darunter sind etwa Öffentliches Recht, Öffentliches Haushaltswesen, Verwaltungswissenschaft, Zivilrecht oder E-Government.

Dazu kommen allgemeinere Kurse wie Geschäftsprozessmanagement, Qualitätsmanagement, Englisch, Soziale Kompetenzen, BWL oder Rechnungswesen. Davon kann Wiebke Allrich später in jedem Fall profitieren – egal, ob sie nach dem Studium in der Wirtschaft oder dem Öffentlichen Dienst arbeiten wird. „Ich bin jetzt im sechsten Semester und schreibe meine Bachelorarbeit über Qualitätsmanagement. Das hält mir beide Möglichkeiten offen“, sagt sie.

Während des Studiums hat sie lange zu Hause gewohnt und wurde von ihrer Familie finanziell unterstützt, „weil ich kein BAföG bekommen habe“, erzählt sie. Seit einiger Zeit arbeitet sie als Werkstudentin bei der Firma, in der sie ihr Pflichtpraktikum absolviert hat. So kann sie sich eine Wohnung finanzieren – und sammelt Berufserfahrung. <<

Interessen:

Wirtschaft, Informatik, Mathematik

siehe auch Arbeitswelt:

Gehobener und höherer Dienst
Angestellte in der Öffentlichen Verwaltung

BERUFENET:

Verwaltungs­informatik

Natur trifft Wissenschaft

Umweltschutz ist seine Leidenschaft. Sein Studium Landnutzung und Wasserbewirtschaftung kann Ricky Wittmann (22) später in den technischen Dienst führen – muss es aber nicht.

Biologie, Physik und Chemie: Das waren die Lieblingsfächer von Ricky Wittmann. „Weil ich zudem einen Großteil meiner Freizeit in der freien Natur unterwegs war, wollte ich einen Beruf ergreifen, der beides miteinander verbindet“, erzählt der heute 22-Jährige. Ein umweltingenieurwissenschaftliches Studium sei für ihn zwar interessant gewesen, aber zu technisch. Stattdessen entschied sich Ricky Wittmann für den Bachelorstudiengang Landnutzung und Wasserbewirtschaftung an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus.

Auf dem Studienplan stehen neben Chemie, Bodenkunde und Hydrologie auch Verwaltungs- und Umweltrecht. Die jeweiligen Bereiche sind inhaltlich eng miteinander verzahnt. „Das ist auch in der Praxis so: Zur Renaturierung gehört es nicht nur, Pflanzen und Tiere wieder anzusiedeln. Stets gilt es auch, die gesetzlichen Vorgaben zu beachten“, erklärt Ricky Wittmann, der im sechsten Semester ist.

Teil des Studiums sind auch Praktika, die die Studierenden in Instituten, Labors oder bei Behörden absolvieren können. Ricky Wittmann hat am Forschungszentrum für Landschaftsentwicklung und Bergbaulandschaften bei der wissenschaftlichen Begleitung eines renaturierten Bergbaugebietes mitgearbeitet – und ist dort heute auch als studentischer Mitarbeiter tätig. So kann er wertvolle Praxiserfahrung sammeln und durch sein Gehalt den Lebensunterhalt finanzieren.

Eine solche Tätigkeit, etwa als Angestellter oder als Beamter im technischen Dienst am Landesumweltamt, kann sich Ricky Wittmann auch langfristig vorstellen: „Das wäre eine von vielen Möglichkeiten, die mir das Studium ermöglicht.“ <<

Interessen:

Natur und Umwelt

siehe auch Arbeitswelt:

Gehobener und höherer technischer Dienst

BERUFENET:

Wasser- und Boden­management, Wasser­technologie

Knospen und Klötzle

Natascha Spang (21) studiert im sechsten Semester Forstwirtschaft an der Hochschule in Rottenburg, um Revierförsterin zu werden.

Als Natascha Spang ihr Abitur in der Tasche hatte, entschied sie sich für ein Bachelorstudium in Forstwirtschaft. „Das ist genau mein Ding: nah an der Natur sein und sie für mich nutzen. Die Forstwirtschaft trägt eine große Verantwortung für die Ressourcenschonung und den Umweltschutz. Daneben habe ich mich aber auch schon immer für die Forstwirtschaft als Wirtschaftszweck interessiert.“ Während des Grundstudiums sind Fächer wie etwa Botanik, Statistik, BWL und Forsttechnik angesagt. In den ersten beiden Semestern hat sie außerdem ihre Jagdausbildung und ihren Knospen- sowie Klötzleschein gemacht. „Den Knospenschein bekommen wir, wenn wir Zweige, Knospen, Samen und Früchte im Winterzustand bestimmen können. Beim Klötzleschein geht es um die makroskopische Bestimmung von Holzproben."

Im vierten Semester hat Natascha Spang Vorlesungen zu Waldbau, Naturschutz und Finanzwirtschaft besucht. Das konnte sie auch direkt in ihrem Praxissemester anwenden. Dafür war sie in zwei Forstbetrieben tätig – im Schwarzwald und im Saarland. Richtig spannend wird es im sechsten und siebten Semester. „Wir können Vertiefungsrichtungen wählen wie allgemeine Forstwirtschaft, Betriebs- und Holzwirtschaft, Geoinformationssysteme und Landschaftsmanagement. Für mich war klar, dass ich Betriebs- und Holzwirtschaft wähle.“

Im siebten Semester gehen einige auch ins Ausland. Ihre Hochschule kooperiert mit Hochschulen in Japan, Rumänien, den Niederlanden und vielen weiteren. Den Abschluss bildet die Bachelorthesis.

Nach ihrem Studium kann sie unter anderem eine Tätigkeit als Beamtin im gehobenen Forstdienst oder als Angestellte im Öffentlichen Dienst antreten. Natascha Spang möchte Revierförsterin werden. Um ihr Studium zu finanzieren, arbeitet sie im Garten- und Landschaftsbau und springt öfter mal als Servicekraft in einem Restaurant ein. <<

Interessen:

Jagd­planung, Betriebs- und Holz­wirt­schaft, effizienter Einsatz von Ressourcen, Boden­kunde

siehe auch Arbeitswelt:

Gehobener und höherer Dienst
Angestellte in der Öffentlichen Verwaltung

BERUFENET:

Forst­wissen­schaft, -wirtschaft

Es gibt verschiedene Studienabschlüsse. Mehr dazu erfährst du auf studienwahl.de. Die mit Abstand häufigsten Abschlüsse sind dabei Bachelor und Master.

Das Bachelorstudium ist ein grundständiges Studium, das in der Regel sechs Semester dauert. Es setzt sich zusammen aus Modulen mit Lehrveranstaltungen, für die es – je nach Aufwand – Credit Points (CP) gibt. Auch für die Bachelorarbeit am Ende des Studiums erhältst du CP. Frühestens nach drei Jahren Studium hast du die Möglichkeit, in den Beruf einzusteigen.
Oder du studierst weiter: im Masterstudium. Es kann anknüpfend an ein bestimmtes Bachelorstudium erfolgen oder sich einem anderen Themenbereich widmen. In jedem Fall erweitert ein Masterstudium deine Kenntnisse und Fähigkeiten. Außerdem ist ein Master die Voraussetzung für eine Promotion und für bestimmte Fach- und Führungspositionen. Den Abschluss bildet die schriftliche Masterarbeit.

Übrigens: Ein Masterstudium kannst du auch noch aufnehmen, wenn du als Bachelor schon einige Jahre gearbeitet hast. Manche erwerben den Master berufsbegleitend. Welche Hochschulart die richtige für dich ist, Universität, Fachhochschule oder Berufsakademie, das hängt ganz von dir ab: Wer vertieft forschen will, ist vielleicht an einer Universität besser aufgehoben als an einer Fachhochschule, wo der Fokus oftmals stärker auf der Praxisnähe liegt. Aber nicht alle Fächer können an allen Hochschultypen studiert werden. Hier gilt es, sich vorab gründlich zu informieren.

Die Voraussetzung für die Zulassung zum Studium ist abhängig vom Studiengang und der jeweiligen Hochschule. In manchen Fällen gibt es lokale Auswahlverfahren der jeweiligen Hochschulen. In anderen Fällen muss man sich über hochschulstart.de bewerben. Und manchmal kannst du dich einfach ohne Zulassungsbeschränkung einschreiben. In jedem Fall sind die Bewerbungs- und Einschreibefristen zu beachten.

Je nach Interesse und persönlichen Stärken kann auch eine Berufsausbildung sinnvoll sein. Hier wird zwischen dualen Ausbildungen, die im Betrieb und an der Berufsschule stattfinden, und schulischen Ausbildungen unterschieden.

Weitere Infos unter www.studium.abi.de, unter www.ausbildung.abi.de und unter studienwahl.de.

Ein Studium kostet Geld: Neben den Ausgaben für Lebensunterhalt und Bücher müssen an bestimmten Hochschulen auch Semester- oder Studiengebühren bezahlt werden. Studierende können jedoch als finanzielle Unterstützung BAföG beantragen. Ausschlaggebend dafür sind deine persönlichen Einkommens- und Vermögensverhältnisse sowie in den meisten Fällen die deiner Eltern. Das Beste daran: Ein Teil davon ist ein zinsfreies Darlehen, der Rest sogar ein Zuschuss. Weitere Finanzierungsmöglichkeiten sind: ein Stipendium von einer Stiftung oder auch ein Studienkredit, etwa von der staatlichen KfW-Bank. Während einer dualen Ausbildung oder bei einem dualen Studium erhältst du eine Vergütung, die allerdings stark variieren kann. Reicht diese nicht, um deinen Lebensunterhalt zu decken, kannst du Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) beziehungsweise BAföG beantragen.

Weitere Infos zur Studienfinanzierung unter www.finanzen.abi.de

http://berufsfeld-info.de/abi/offentliche-verwaltung-studium