Öffentliche Verwaltung

Leerer blauer Aktenordner.

Wer sich für die Öffentliche Verwaltung entscheidet, darf sich auf ein Berufsfeld mit interessanten Aufgaben und Perspektiven freuen. Unabhängig von der konkreten Behörde, egal ob angestellt oder verbeamtet: Als Hochschulabsolvent/in trägst du zu einem funktionierenden Gemeinwesen bei.

Von der kommunalen Verwaltung über die Polizei und Feuerwehr bis zu den Sozialversicherungen oder der Bundesbank – ein Staat wäre ohne Behörden und öffentlich-rechtliche Körperschaften nicht denkbar. In Deutschland gehört es zu den Staatszielen, den Bürgern zentrale Rechte wie den Schutz der Gesundheit und der persönlichen Freiheit zu garantieren. An der Umsetzung dieser und vieler weiterer Aufgaben arbeiten die Behörden und Institutionen von Bund, Ländern und Kommunen.

Wenn du Verwaltungsprozesse mitgestalten möchtest und eine verantwortungsvolle Tätigkeit im Staatsdienst anstrebst, solltest du einen Blick in die Arbeitswelt „Gehobener und höherer Dienst“ werfen. Vom Auswärtigen Dienst über Schutzpolizei und Steuerverwaltung bis hin zum Zoll – überall werden Beamte und Beamtinnen gesucht, die die Interessen der Bürger und des Staates durchsetzen. Mit einem Hochschulabschluss übernimmst du in der Öffentlichen Verwaltung in der Regel anspruchsvolle Fach- und Führungsfunktionen.

Liegen deine Stärken vor allem im technischen Bereich, dann könnte die Arbeitswelt „Gehobener und höherer technischer Dienst“ für dich interessant sein. Nach einem ingenieur- oder naturwissenschaftlichen Studium bieten sich zahlreiche Möglichkeiten im technischen Dienst – ob Agrarverwaltung, bautechnischer Dienst, Feuerwehr, Gewerbeaufsicht, Umweltverwaltung oder Vermessungswesen.

Wenn du gerne für den Staat arbeiten möchtest, heißt das nicht automatisch, dass du eine Beamtenlaufbahn anstreben musst. In der Arbeitswelt „Angestellte in der Öffentlichen Verwaltung“ werden dir alternative Beschäftigungsmöglichkeiten aufgezeigt. So kannst du beispielsweise als Verwaltungsangestellte/r bei einer Kommune arbeiten, als Betriebswirt/in die Einnahmen und Ausgaben der Rentenversicherung im Blick behalten oder als Jurist/in staatliche Organe in Rechtsfragen beraten.

Eine Einsatzleiterin bei der Feuerwehr hat mit einem Beamten bei der Bundesbank auf den ersten Blick wenig gemeinsam. Zentral für beide Berufsbereich sind jedoch Rechtsvorschriften und Gesetze: Diese durchzusetzen beziehungsweise deren Einhaltung zu kontrollieren gehört zu den Kerntätigkeiten in der Öffentlichen Verwaltung. Die vielfältigen Einsatzbereiche können von der Untersuchung von Lebensmitteln bis zur Prüfung von Steuerunterlagen reichen. Ebenfalls zentral ist, dass Hochschulabsolventen und -absolventinnen in der Regel verantwortungsvolle Fach- und Führungsaufgaben in den Behörden übernehmen. Sie leiten die Mitarbeiter/innen an und kümmern sich darum, die Arbeitsabläufe und Verwaltungsprozesse effizient und bürgerfreundlich zu gestalten. Das Planen und Organisieren ist also ein wichtiger Aspekt aller vorgestellten Berufe.

Gearbeitet wird in der Regel am Rechner im Büro. Oftmals kommt dabei spezielle Verwaltungssoftware zum Einsatz. In manchen Berufsbereichen – etwa bei Polizei und Feuerwehr, bei der Gewerbeaufsicht oder im bautechnischen Dienst – bist du aber auch viel draußen unterwegs, beispielsweise auf Streife, bei Rettungseinsätzen oder Betriebskontrollen.

Neben fachlichen Kenntnissen sind in der Öffentlichen Verwaltung eine Reihe von Fertigkeiten und Kompetenzen gefragt. Wichtig sind eine sehr sorgfältige Arbeitsweise sowie Verantwortungsbewusstsein und Verschwiegenheit – schließlich ist man für den Schutz von Menschen verantwortlich und hat Zugriff auf teilweise sensible Informationen. Für die Zusammenarbeit innerhalb der Behörden, vor allem aber für den Kontakt mit den Bürgern, sind zudem Kommunikationsstärke und weitere soziale Kompetenzen gefordert. Es gilt einerseits, mit Freundlichkeit und Geduld zu agieren und Entscheidungen genau zu erklären. Andererseits muss man auch Durchsetzungsvermögen beweisen. Gerade im Polizeidienst wie auch im technischen Dienst bei der Feuerwehr gilt es, schnelle, aber stets verantwortungsvolle und angemessene Entscheidungen zu treffen, da oft keine Zeit für langes Abwägen bleibt.

Dr. Jens Stephani, Experte der Bundesagentur für Arbeit, erklärt zur Beschäftigungsentwicklung in diesem Berufsfeld: „Die Öffentliche Verwaltung steht für ein hohes Maß an Arbeitsplatzsicherheit. Dies drückt sich zum einen im Beamtenstatus aus, zum anderen genießen aber auch Angestellte in der Regel sehr weitgehenden Kündigungsschutz. Die knappe Haushaltslage führte zusammen mit Effizienzsteigerungen durch den Einsatz moderner IT im Verlauf des letzten Jahrzehnts zu einem insgesamt rückläufigen Personalstamm, wobei zuletzt eine Stabilisierung zu beobachten war. Da ein großer Teil der Beschäftigten in der Öffentlichen Verwaltung über 55 Jahre alt ist, ist ein gewisser Bedarf an jungen Fachkräften zu erwarten."

Die konkreten Zugangsvoraussetzungen können sich je nach Beruf, Behörde und Bundesland stark unterscheiden. Grundsätzlich hast du die Möglichkeit, direkt nach dem Abitur (beziehungsweise einem vergleichbaren Schulabschluss) oder aber erst nach einem Studium in eine Karriere in der Öffentlichen Verwaltung zu starten. Die Beamtenberufe sind dabei in verschiedene Laufbahngruppen unterteilt. Im Folgenden ein kurzer, vereinfachter Überblick über die Beamtenlaufbahnen, die für Abiturienten und Abiturientinnen infrage kommen:

In den gehobenen Dienst kannst du bereits direkt nach dem Abitur starten. Den nötigen Vorbereitungsdienst absolvierst du parallel an einer Dienststelle und an einer Hochschule des Öffentlichen Dienstes – ähnlich also wie bei einem dualen Studium in der Privatwirtschaft. In dieser Zeit beziehst du als Beamtenanwärter/in bereits ein regelmäßiges Einkommen.

Für den gehobenen technischen Dienst wird dagegen in der Regel ein vorheriger Studienabschluss an einer regulären Hochschule vorausgesetzt, zum Beispiel im ingenieur- oder naturwissenschaftlichen Bereich. Anschließend bewirbt man sich ebenfalls als Beamtenanwärter/in.

Der höhere Dienst und der höhere technische Dienst sind die höchsten Laufbahnen für Beamte und Beamtinnen in Deutschland und für Führungspositionen vorgesehen. Hierfür wird in der Regel ein Master oder ein vergleichbarer Abschluss in einem einschlägigen Fach vorausgesetzt.

Vor einigen Jahren wurden die Beamtenlaufbahnen in Deutschland reformiert. Seitdem ist es jedem Bundesland selbst überlassen, wie es seine Laufbahngruppen strukturiert und benennt. Bei den oben genannten Begriffen „gehobener (technischer) Dienst“ und „höherer (technischer) Dienst“ handelt es sich mittlerweile also genau genommen um Überbegriffe – die konkreten Laufbahnen und Zugangsvoraussetzungen können sich von Land zu Land und von Beruf zu Beruf deutlich unterscheiden. Auch ob du als Beamter/Beamtin oder im Angestelltenverhältnis beschäftigt wirst, kann in jedem Bundesland und in jeder Behörde anders gehandhabt werden.

Nicht ganz einfach, findest du nicht? Deshalb gilt: Wenn du einen Beruf in der Öffentlichen Verwaltung anstrebst, solltest du dich im Vorfeld gründlich über die Regelungen und Zugangsvoraussetzungen bei deinem jeweiligen Wunschberuf erkundigen. <<

Egal für welches Studium du dich entscheidest: In den meisten Fällen steht dir mit einem Abschluss nicht nur ein bestimmter Beruf offen, sondern viele verschiedene – je nachdem, welche Inhalte ein Studiengang vermittelt oder welche Schwerpunkte du selbst setzt. Du hast einen Wunschberuf und möchtest wissen, welches Studium dafür geeignet wäre?

Auch hier hast du viele Möglichkeiten, denn ein Beruf ist in den meisten Fällen über verschiedene Studienfächer zu erreichen. Und selbst wenn du nach dem Abschluss bereits einen Beruf ergriffen hast, kannst du dich im Laufe des Arbeitslebens auf unterschiedliche Tätigkeitsbereiche spezialisieren.
Klingt ganz schön kompliziert? Die Infografik hilft dir anhand einiger Beispiele weiter. <<

http://berufsfeld-info.de/abi/offentliche-verwaltung