Nano- und Werk­stoff­technologie, Optische Techno­logien, Mikro­system­technik

Master, Weiterbildung

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Durchstarten und aufsteigen!

Ein Studienabschluss öffnet dir viele Türen. Um Spezialwissen zu erwerben oder fachlich up to date zu bleiben, lohnt es sich, weiterzulernen.

Dabei stehen dir verschiedene Wege offen – etwa ein Masterstudium, das es dir ermöglicht, dich vertieft mit Inhalten auseinanderzusetzen, dich fachlich zu spezialisieren oder dich sogar in eine neue Fachrichtung zu orientieren. Im Anschluss daran ist auch noch eine Promotion möglich. Ob du den Master direkt an den Bachelor anschließt oder zunächst einige Jahre Praxiserfahrung sammelst, bleibt dir überlassen. Aber auch berufliche Weiterbildungen eröffnen dir je nach Arbeitsfeld neue Perspektiven – etwa Trainee-Programme direkt nach dem Studium oder berufsbegleitende Kurse und Seminare. <<

Komplexe Miniaturen

Ramona Reischl (24) beschäftigt sich in ihrem Masterstudium mit Mikrochips, LED-Technologie und Halbleiterelektronik.

Nach ihrem Bachelorabschluss in Mechatronik war Ramona Reischl auf derSuche nach einem Master, mit dem sie ihr Fachwissen erweitern können würde: „Ich wollte kein Spezialgebiet vertiefen, sondern mein Profil um etwas Neues ergänzen.“ Im Bachelorstudium hatte sie bereits das Thema Mikroelektronik angerissen. „Das hatte mich zum einen neugierig gemacht. Zum anderen sind heute in allen Technologien komplexe Mikrosysteme und kompakte Steuereinheiten verbaut."

Für den Masterstudiengang „Electrical and Microsystems Engineering“ an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg entschied sie sich ganz bewusst: „Mir hat die Kombination aus Elektrotechnik und Mikrosystemtechnik gefallen. Außerdem findet eine Reihe von Veranstaltungen auf Englisch statt. Das ist eine gute Vorbereitung auf den Berufsalltag."

Das Studium kann in Voll- oder Teilzeit absolviert werden, die Regelstudiendauer beträgt drei beziehungsweise sechs Semester. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, dual zu studieren. Über ein Austauschprogramm mit einer Partneruniversität in Malaysia können die Studierenden einen Doppelabschluss erwerben.

Ramona Reischl studiert in Vollzeit und ist im zweiten Semester. Zunächst wurden den Studierenden die Grundlagen für das interdisziplinäre Verständnis der Nachbarfachgebiete vermittelt – es ging etwa um Festkörperphysik oder höhere Mathematik. Darauf aufbauend beschäftigen sie sich mit Halbleiterchemie, Cybernetics, LED-Technologie oder Sensorik. „Durch die Wahlmöglichkeiten kann man die Inhalte auf seine Interessen abstimmen."

Nach zwei Theorie-Semestern, die eine Projektarbeit im Labor vorsehen, folgt die Masterthesis, die in der Regel in Kooperation mit einem Industriebetrieb erstellt wird. Ihr Studium finanziert die 24-Jährige über eine Tätigkeit als Werkstudentin. <<

Motivation:

Fach­wissen erweitern

siehe auch Arbeitswelt:

Mikrosystemtechnik und Optische Technologien

BERUFENET:

Mikro­elektronik

Chemie mit Praxisbezug

Der Masterstudiengang Materialchemie und Katalyse, für den sich Christoph Habel (26) entschieden hat, ist interdisziplinär.

Christoph Habel hat an der Universität Bayreuth im Bachelor den Modellstudiengang mit der Fächerkombination Chemie/Mathematik studiert und sich dann entschieden, für den Master Materialchemie und Katalyse an der Hochschule zu bleiben. Das viersemestrige Studium dreht sich um neue Materialien – zum Beispiel Nanomaterialien – und Katalysatoren. „Es geht darum, Materialien für unterschiedliche Anforderungen zu synthetisieren, zu charakterisieren und deren Einsatzmöglichkeiten abzuschätzen“, erklärt der 26-Jährige.

Für den viersemestrigen Masterstudiengang ist eine schriftliche Bewerbung erforderlich, es findet außerdem eine Eignungsprüfung statt. Der Master verbindet grundlagenorientierte Chemie mit ingenieurwissenschaftlichen Anwendungen. „Man arbeitet sich nicht nur in neue Wissensgebiete ein wie etwa Sensorik, sondern lernt zudem, anwendungsorientiert zu denken. Außerdem arbeitet man im Labor an aktuellen Forschungsvorhaben mit – und erfährt so unter anderem, wie man zum Beispiel einen Forschungsplan schreibt.“

Das Masterprogramm ist modular aufgebaut und bietet in den ersten zwei Semestern verschiedene Schwerpunktsetzungen: Zur Wahl stehen etwa Nanochemie, Biomaterialien, Katalysatordesign oder Computerchemie. Im dritten Semester stehen als Module zwei Forschungsprojekte an, die die Studierenden selbstständig bearbeiten: „Das ist nicht nur eine gute Vorbereitung auf die Masterarbeit, sondern auch auf ein Promotionsvorhaben, was in Chemie durchaus üblich ist.“

Mittlerweile ist der 26-Jährige im vierten Semester und schreibt seine Masterarbeit, in der er sich mit dem Materialkonzept der Nanokomposite beschäftigt. <<

Motivation:

über neue Materialien und deren Einsatz­möglich­keiten forschen

siehe auch Arbeitswelt:

Nano- und Werkstofftechnologie

BERUFENET:

Chemie

Wissen über Werkstoffe vermitteln

Julia Rümpelein (28) ist mit einem Master in Maschinenbau und Berufserfahrung ins Referendariat eingestiegen und unterrichtet nun Berufsschüler in Metalltechnik.

Julia Rümpelein hat als Berechnungsingenieurin in einem Büro gearbeitet, aber auf Dauer war das nichts für sie. „Wissen vermitteln, das hat mir Spaß gemacht. Ich habe mich nach den Möglichkeiten erkundigt, ins Lehramt einzusteigen, und so ergab eins das andere“, erklärt die 28-Jährige. Sie bewarb sich beim Kultusministerium, hatte ein Vorstellungsgespräch und konnte direkt in den zweijährigen Vorbereitungsdienst an einer beruflichen Schule starten. „Ob das funktioniert, hängt auch vom Bedarf ab. Ich hatte Glück. Außerdem braucht man einen Masterabschluss. Allein mit dem Bachelor wäre das nicht möglich gewesen.“

Ihr erstes Jahr an einer Seminarschule in Bayreuth hat sie bald geschafft und zwei Lehrproben bereits erfolgreich bestanden. Im zweiten Jahr wird sie die Schule wechseln. Wohin, erfährt sie erst noch. „Eine dritte Lehrprobe über zwei Schulstunden steht noch an sowie weitere Prüfungen. Die Lehrproben sind sehr stressig, aber auch diese Situationen können gemeistert werden.“ Während des Referendariats erhält sie ein Gehalt.

Julia Rümpelein unterrichtet angehende Mechatroniker/innen und Industriemechaniker/innen der zehnten und elften Jahrgangsstufe in Metalltechnik. Sie nimmt beispielsweise die physikalischen Eigenschaften des Werkstoffs durch – von Dichte über Schmelztemperatur bis hin zu Wärmeleitfähigkeit. „Ich habe jede Woche sechs Schulstunden. Das klingt wenig, ist aber sehr viel, weil man als Referendarin alles detailliert vorbereiten muss. Ich habe zwar kein Zweitfach, darf aber auch Deutsch unterrichten.“ Pädagogisches Fachwissen wird zudem an speziellen Seminartagen durchgenommen. „Man ist kein Alleinunterhalter, sondern gestaltet den Unterricht interaktiv, und das macht einfach Spaß.“ <<

Motivation:

Technik vermitteln, mit jungen Menschen arbeiten

siehe auch Arbeitswelt:

Nano- und Werkstofftechnologie

BERUFENET:

Lehrer/in – beruf­liche Schulen

Spezielle Sensoren

Im Rahmen seiner Doktorarbeit beschäftigt sich Frederic Güth (28) mit chemischen Sensoren in Flüssigkeiten. Damit lassen sich etwa Schmierstoffe optimieren.

Sensoren in Flüssigkeiten finden in verschiedensten Gebieten Anwendung: In der Umwelttechnik können damit Antibiotika in Abwässern nachgewiesen werden, in der Tiefbohrtechnik lässt sich anhand des pH-Wertes der Spülflüssigkeit die Bohrschicht näher bestimmen. „Die Sensoren an sich sind winzige Bauteile im Millimeterbereich, sensitive Oberflächenschichten bewegen sich sogar im Nanometerbereich“, erklärt Frederic Güth, der sich schon in seiner Masterarbeit mit chemischer Sensorik befasste. Er hat „Elektronik- und Sensormaterialien“ auf Bachelor und Master an der TU Bergakademie Freiberg studiert.

Mittlerweile arbeitet er am Institut für Elektronik- und Sensormaterialien an seiner Doktorarbeit. Dabei beschäftigt er sich mit der Entwicklung von Sensoren, vor allem im Bereich der pH-Sensorik. Als Wissenschaftlicher Mitarbeiter ist er in Forschung und Lehre eingebunden, wobei der Schwerpunkt ganz klar auf der Forschung liegt. „Das Thema ist sehr interdisziplinär, sodass ich viel Kontakt zu Kollegen aus anderen Disziplinen habe“, sagt er. Mehrmals im Jahr besucht er Konferenzen, auf denen er sich mit anderen Forschern austauscht und sein Projekt vorstellt. Darüber hinaus liest er viel Fachliteratur.

Wer eine Promotion plane, müsse sich sehr intensiv für ein Thema interessieren, betont Frederic Güth: „Um vorwärtszukommen, muss man sich selbst motivieren können und braucht eine hohe Frustrationstoleranz. Nicht immer läuft es so, wie man sich das in der Theorie ausmalt.“ Zudem rät der Doktorand, sich frühzeitig um eine Hilfskraftstelle an einer Hochschule zu bemühen: „So bekommt man Einblicke und knüpft erste Kontakte.“ <<

Motivation:

tiefer in die Forschung ein­steigen

siehe auch Arbeitswelt:

Nano- und Werkstofftechnologie
Mikrosystemtechnik und Optische Technologien

BERUFENET:

Ingenieur/in – Sensor­technik

Ein Studienabschluss eröffnet dir den Zugang zum Arbeitsmarkt, doch er ist keine „Dauerkarte“. Es gibt gleich mehrere Faktoren, die lebenslanges Lernen zu einem zentralen Baustein des Arbeitslebens machen.

Zunächst die Entwicklung der Industrienationen hin zu Dienstleistungsgesellschaften: Die Wünsche der Kunden ändern sich, und so ändern sich auch die Angebote und Leistungen. Auch das internationale Zusammenwachsen von wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Strukturen, die Globalisierung, verlangt von den Menschen eine Weiterentwicklung. Das betrifft etwa Fremdsprachenkenntnisse und das Verständnis für andere Kulturen. Des Weiteren führt die moderne Wissensgesellschaft dazu, dass sich Informationen viel schneller verbreiten als früher und bestehendes Wissen schneller als veraltet gilt. Gerade die Digitalisierung durch Computer und Internet wird das Arbeits- und Wirtschaftsleben weiter verändern.

Du siehst also: Wer heute studiert, kann nicht davon ausgehen, dass die erworbenen Kenntnisse in zehn Jahren noch aktuell sein werden. Ebenso wenig kann man damit rechnen, sein Leben lang dieselbe Tätigkeit auszuüben. Viele Akademiker/innen übernehmen im Laufe ihres Arbeitslebens neue Aufgaben oder wechseln den Arbeitgeber, die Branche oder sogar den Beruf.
Um dich für solche Herausforderungen fit zu halten, solltest du dein Wissen auch nach deinem Studium immer wieder aktualisieren und erweitern, beispielsweise mittels Fachliteratur. Oft genutzte Möglichkeiten sind auch berufliche Weiterbildungen und weiterführende Masterstudiengänge.

Tipp: Weiterbildungen und Masterstudiengänge kannst du später auch berufsbegleitend absolvieren. Viele Arbeitgeber unterstützen die Mitarbeiter/innen dabei, ihr Wissen zu erweitern.

Nach einem Bachelorstudium hast du die Auswahl aus zahlreichen Masterstudiengängen. Sie dauern in der Regel zwei Jahre und können kostenpflichtig sein. Oft stehen sie nur Absolventen und Absolventinnen bestimmter Fächer offen, darüber hinaus kann es Auswahlverfahren geben.

Weitere Studiengangsreportagen
Reportagen zu Masterstudiengängen findest du unter www.master.abi.de

Mögliche Fachrichtungen:

  • Augenoptik, Optometrie

  • Biochemie

  • Bionik

  • Biophysik

  • Chemie

  • Materialwissenschaft

  • Mikroelektronik

  • Mikrotechnik, Mikrosystemtechnik

  • Molekularwissenschaft

  • Nanowissenschaft

  • Photonik, Optische Technologien

  • Physik

  • Polymerwissenschaft

Berufliche Weiterbildungen gibt es zu den verschiedensten Themen und in unterschiedlichen Formen – ob Wochenendseminar oder mehrjähriger Lehrgang, ob berufsbegleitend oder in Vollzeit, ob auf eigene Initiative oder als unternehmensinterne Fortbildung.

Wo finde ich Weiterbildungen?
Weiterbildungsangebote findest du unter bfi.plus/kurse

Mögliche Themen:

  • Betriebswirtschaft

  • Innovationsmanagement

  • Leiterplattentechnik

  • Mikroprozessortechnik

  • Mikrotechnik

  • Nanotechnik

  • Personalführung

  • Projektmanagement

  • Qualitätsmanagement

  • Roboter- und Handhabungstechnik

http://berufsfeld-info.de/abi/nano-werkstofftechnologie-mikrosystemtechnik-weiterbildung