Nano- und Werk­stoff­technologie, Optische Techno­logien, Mikro­system­technik

Studium (grund­ständig), Ausbildung

Hörsaal

Studieren lohnt sich!

Unter Akademikern und Akademikerinnen ist nicht nur die Arbeitslosigkeit am niedrigsten, sie besetzen auch häufiger Führungspositionen.

Welche verschiedenen Studienmöglichkeiten sich dir bieten und was in einem Studium auf dich zukommen kann, zeigen exemplarisch die folgenden Reportagen. Dabei handelt es sich natürlich nur um einen kleinen Ausschnitt aus der großen Vielfalt möglicher Studiengänge in diesem Berufsfeld.
Die Entscheidung für ein bestimmtes Studienfach und einen Hochschultyp ist jeweils abhängig von deinen individuellen Interessen, Stärken und Fähigkeiten und deinen beruflichen Zielen. Deshalb ist es wichtig, dass du dich vorher gut informierst. Doch egal wofür du dich entscheidest: Los geht es in der Regel mit dem Bachelorstudium. Danach kannst du ins Berufsleben einsteigen oder ein Masterstudium anschließen.
Übrigens entscheiden sich manche Abiturienten und Abiturientinnen auch für eine Berufsausbildung anstelle eines Studiums. Ebenfalls angeboten werden duale Studiengänge, die eine akademische Ausbildung mit einer Berufsausbildung oder Praxisphasen in einem Unternehmen verbinden. <<

Technik fürs Auge

Felix Zimmermann (26) studiert Augenoptik/Optometrie. Er mag die Kombination aus Medizin, Technik und praxisorientiertem Arbeiten.

Der Studiengang Augenoptik/Optometrie hat eine medizinische und eine technische Seite. „Die Fächer reichen von Physik und Biologie über Kontaktlinsenanpassung, Low Vision und Pharmakologie – also der Wirkung von Medikamenten speziell auf das Auge – bis hin zur Lichttechnik. Man braucht neben einem Faible für die Anatomie des Auges daher auch ein mathematisches und physikalisches Grundverständnis“, sagt Felix Zimmermann über sein Studium Augenoptik/Optometrie an der Ernst-Abbe-Hochschule Jena. Die Standortwahl fiel ihm leicht: „Jena ist eine tolle Stadt, die Atmosphäre an der Hochschule familiär und die Freizeitmöglichkeiten sind umfangreich."

Voraussetzung für den Studiengang ist eine abgeschlossene Berufsausbildung als Augenoptiker oder eine vergleichbare Qualifikation. „Nach der Ausbildung wollte ich mich fachlich weiterbilden. Es gibt viele Themen, wie etwa die Anpassung von Kontaktlinsen oder das Thema der vergrößernden Sehhilfen, die in der Ausbildung einfach zu kurz kommen.“ Regelstudienzeit sind sieben Semester, wobei das fünfte als Praxissemester vorgesehen ist. „Im Praktikum hospitieren wir bei Refraktionen und Kontaktlinsenanpassungen und führen diese auch selbstständig durch. Sämtliche Fälle werden dokumentiert. Später müssen wir dann eine Fallvorstellung präsentieren."

Mittlerweile ist Felix Zimmermann im sechsten Semester, sein Studium finanziert er mithilfe von BAföG. Nach seinem Abschluss könnte er den Master anhängen oder sich auf dem Arbeitsmarkt umschauen: „Man kann in einem Kontaktlinsenstudio oder in Kliniken arbeiten oder in Industriebetrieben, etwa im Bereich Glasherstellung oder Lichttechnik.“ <<

Interessen:

Anatomie des Auges sowie Technik

siehe auch Arbeitswelt:

Mikrosystemtechnik und Optische Technologien

BERUFENET:

Augen­optik, Opto­metrie

Oberflächen mit Tiefgang

Sabine Häring (26) beschäftigt sich in ihrem Studium der Werkstofftechnik mit ganz unterschiedlichen Materialien und deren Eigenschaften.

Sabine Häring wollte nach dem Fachabitur etwas Technisches studieren. Darüber hinaus interessierte sie die Funktionsweise von Beschichtungen. „Bei meiner Suche bin ich auf den Bachelorstudiengang Werkstofftechnik an der Hochschule Hof gestoßen. Das hat mich neugierig gemacht.“ Sie schrieb sich ein und studiert dort mittlerweile im sechsten Semester.

Die Regelstudienzeit beträgt sieben Semester, wobei das Studium in einen Grundlagen-, einen Kern- und einen Spezialisierungsbereich unterteilt ist. Jeder dieser Abschnitte umfasst zwei Semester. Das siebte Semester besteht aus einer 18-wöchigen Projektarbeit und der achtwöchigen Bachelorarbeit. „Oft ist die Bachelorarbeit eine Auswertung der Projektarbeit, etwa von einem Versuchsaufbau“, erzählt die 26-Jährige.

Bevor es an die Bachelorarbeit geht, beschäftigen sich die Studierenden im Laufe des Studiums mit vielfältigen Inhalten aus Bereichen wie Chemie, Statik und Festigkeitslehre, Physik, Ingenieurmathematik, Programmierung und Konstruktion: „Das Studium ist sehr vielseitig“, sagt sie. „Nicht alles liegt einem, aber es ist zu schaffen.“ Im fünften und sechsten Semester wählen die Studierenden einen Schwerpunkt, beispielsweise Kunststoff- oder Verbindungstechnik. Sabine Häring hat sich für Oberflächentechnik entschieden.

Ihren Lebensunterhalt konnte sie bislang unter anderem durch ihre Tätigkeit als Werkstudentin bestreiten. Aktuell steht sie kurz vor ihren letzten Prüfungen und bewirbt sich parallel bei Unternehmen, bei denen sie ihre Bachelorarbeit erstellen möchte. „Danach möchte ich erst einmal arbeiten, kann mir aber gut vorstellen, später noch ein Masterstudium zu beginnen“, sagt sie. <<

Interessen:

Technik, Chemie

siehe auch Arbeitswelt:

Nano- und Werkstofftechnologie

BERUFENET:

Werk­stoff­wissen­schaft, -technik

Hightech-Design

Naturwissenschaften und Praxisorientierung – das gefällt Maximilian Roos (22) am Studium Werkstofftechnik Glas und Keramik.

Maximilian Roos ist in der Nähe von Höhr-Grenzhausen aufgewachsen, einer traditionelle Keramik-Stadt im Westerwald. Dass er sich nach dem Abitur für den ingenieurwissenschaftlichen Studiengang Werkstofftechnik Glas und Keramik entschied, der am dortigen Standort von der Hochschule Koblenz angeboten wird, hat mit seinem Faible für Naturwissenschaften zu tun. Sehr gute naturwissenschaftliche und ingenieurwissenschaftliche Kenntnisse sind erforderlich, um die technische Herstellung keramischer Bauteile von der Baukeramik über die Biokeramik – Implantate und Kronen – bis zur Optokeramik, die in Lasern eingesetzt wird, zu verstehen.

In den ersten Semestern werden neben Physik, Chemie und Mathematik auch werkstoffbezogene Fächer wie Allgemeine Keramik, Silikatische Feinkeramik und Technische Keramik gelehrt. „Von Anfang an wird dabei in den Laboren mit den Werkstoffen gearbeitet. Wir führen zum Beispiel Prüfungen an den Rohstoffen durch und müssen etwa herausfinden, warum ein Werkstoff wie reagiert.“ Auch ein externes Praktikum von zwölf Wochen ist vorgesehen. Die sieben Semester Regelstudienzeit werden mit dem Bachelor of Engineering abgeschlossen.

Obwohl der Studienplan eng getaktet ist, bleibt Zeit zum Arbeiten. Nicht nur aus finanziellen Gründen, auch um die vielen Facetten der Keramik kennenzulernen, hat Maximilian Roos mehrere Praktika absolviert. Mittlerweile ist er im sechsten Semester und auf der Suche nach einem Thema für seine Bachelorarbeit: „Mir gefällt vor allem die silikatische Keramik, die sich zum Beispiel mit Porzellan, Fliesen oder Dachziegeln befasst.“

Ob er nach dem Bachelor das in Koblenz angebotene Masterprogramm „Ceramic Science and Engineering“ absolvieren wird, weiß er noch nicht: „Hier liegt der Schwerpunkt mehr auf der technischen Keramik.“ <<

Interessen:

Natur­wissen­schaften und ihr Praxis­bezug

siehe auch Arbeitswelt:

Nano- und Werkstofftechnologie

BERUFENET:

Keramik-, Glas­technik

Wie die Natur

Hannah Quantrell (23) hat sich wegen der naturwissenschaftlichen Bandbreite für den Studiengang „Materialdesign – Bionik und Photonik“ entschieden.

Hannah Quantrell studiert an der Hochschule Hamm-Lippstadt Materialdesign – Bionik und Photonik. Der siebensemestrige Studiengang dreht sich um Werkstoffe, bei denen die Natur Vorbild ist. „Ich war nach dem Abitur auf der Suche nach einem naturwissenschaftlichen Studiengang, der nicht nur praxisorientiert ist, sondern zudem Einblicke in Chemie, Biologie, Physik und ingenieurwissenschaftliche Grundlagen gewährt, ohne dass man sich gleich festlegen muss“, erzählt die 23-Jährige.

Die ersten drei Semester sind disziplinübergreifend, es werden Grundlagen der Mathematik, der Technischen Mechanik, Physik und Chemie sowie erste Fachkenntnisse der Materialwissenschaften vermittelt. Im dritten Semester findet ein Orientierungsmodul statt, das die Themen Leichtbau, Photonik und Bionik abdeckt. Ab dem vierten Semester entscheiden sich die Studierenden für einen Schwerpunkt: Leichtbau oder Photonik, also optische Systeme und Technologien. „Mich hat der Leichtbau angesprochen, weil mir Chemie sehr viel Spaß macht und es hier um die Kunststofftechnik geht.“ Im fünften Semester ist ein Praxis- oder Auslandssemester Pflicht. „Ich habe das Praxissemester an einem Forschungsinstitut im Bereich Kunststoffe absolviert. Viele nutzen ihre Unternehmenskontakte dann auch für die folgende Projektarbeit oder um dort zu jobben.“ Sie selbst hat ihr Budget zunächst mit Nachhilfestunden aufgebessert, sich dann jedoch erfolgreich um ein Deutschlandstipendium beworben.

Mittlerweile ist Hannah Quantrell im sechsten Semester. Sie arbeitet an ihrer Projektarbeit, bei der die Studierenden für die Abschlussarbeit üben können. Ihr Thema: Synthetisierung von Flammschutzmitteln für Kunststoffe. <<

Interessen:

Licht, Technik, Elektronik

siehe auch Arbeitswelt:

Mikrosystemtechnik und Optische Technologien

BERUFENET:

Photonik, Optische Technologien

Es gibt verschiedene Studienabschlüsse. Mehr dazu erfährst du auf studienwahl.de. Die mit Abstand häufigsten Abschlüsse sind dabei Bachelor und Master.

Das Bachelorstudium ist ein grundständiges Studium, das in der Regel sechs Semester dauert. Es setzt sich zusammen aus Modulen mit Lehrveranstaltungen, für die es – je nach Aufwand – Credit Points (CP) gibt. Auch für die Bachelorarbeit am Ende des Studiums erhältst du CP. Frühestens nach drei Jahren Studium hast du die Möglichkeit, in den Beruf einzusteigen.
Oder du studierst weiter: im Masterstudium. Es kann anknüpfend an ein bestimmtes Bachelorstudium erfolgen oder sich einem anderen Themenbereich widmen. In jedem Fall erweitert ein Masterstudium deine Kenntnisse und Fähigkeiten. Außerdem ist ein Master die Voraussetzung für eine Promotion und für bestimmte Fach- und Führungspositionen. Den Abschluss bildet die schriftliche Masterarbeit.

Übrigens: Ein Masterstudium kannst du auch noch aufnehmen, wenn du als Bachelor schon einige Jahre gearbeitet hast. Manche erwerben den Master berufsbegleitend. Welche Hochschulart die richtige für dich ist, Universität, Fachhochschule oder Berufsakademie, das hängt ganz von dir ab: Wer vertieft forschen will, ist vielleicht an einer Universität besser aufgehoben als an einer Fachhochschule, wo der Fokus oftmals stärker auf der Praxisnähe liegt. Aber nicht alle Fächer können an allen Hochschultypen studiert werden. Hier gilt es, sich vorab gründlich zu informieren.

Die Voraussetzung für die Zulassung zum Studium ist abhängig vom Studiengang und der jeweiligen Hochschule. In manchen Fällen gibt es lokale Auswahlverfahren der jeweiligen Hochschulen. In anderen Fällen muss man sich über hochschulstart.de bewerben. Und manchmal kannst du dich einfach ohne Zulassungsbeschränkung einschreiben. In jedem Fall sind die Bewerbungs- und Einschreibefristen zu beachten.

Je nach Interesse und persönlichen Stärken kann auch eine Berufsausbildung sinnvoll sein. Hier wird zwischen dualen Ausbildungen, die im Betrieb und an der Berufsschule stattfinden, und schulischen Ausbildungen unterschieden.

Weitere Infos unter www.studium.abi.de, unter www.ausbildung.abi.de und unter studienwahl.de.

Ein Studium kostet Geld: Neben den Ausgaben für Lebensunterhalt und Bücher müssen an bestimmten Hochschulen auch Semester- oder Studiengebühren bezahlt werden. Studierende können jedoch als finanzielle Unterstützung BAföG beantragen. Ausschlaggebend dafür sind deine persönlichen Einkommens- und Vermögensverhältnisse sowie in den meisten Fällen die deiner Eltern. Das Beste daran: Ein Teil davon ist ein zinsfreies Darlehen, der Rest sogar ein Zuschuss. Weitere Finanzierungsmöglichkeiten sind: ein Stipendium von einer Stiftung oder auch ein Studienkredit, etwa von der staatlichen KfW-Bank. Während einer dualen Ausbildung oder bei einem dualen Studium erhältst du eine Vergütung, die allerdings stark variieren kann. Reicht diese nicht, um deinen Lebensunterhalt zu decken, kannst du Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) beziehungsweise BAföG beantragen.

Weitere Infos zur Studienfinanzierung unter www.finanzen.abi.de

http://berufsfeld-info.de/abi/nano-werkstofftechnologie-mikrosystemtechnik-studium