Ton­meister/in / Ton­ingenieur/in

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Tonmeister

Tätigkeitsfeld:

Veranstaltungs-, Kamera- und Tontechnik

Abgeschlossenes Studium in:

Bachelor Musikübertragung (Tonmeister); Master Musikregie mit Ausrichtung Klassik

BERUFENET:

Tonmeister/in / Toningenieur/in

Die Aufnahme ist ein kritischer Moment, der mit großem Lampenfieber verbunden sein kann.

Ausgefeilte Akustik

Den richtigen Ort fürs Mikrofon finden, die Aufnahme leiten, beim Schnitt auf Übergänge und gleichmäßige Lautstärke achten: Tonmeister Dominik Streicher (27) verleiht klassischer Musik auf Tonträgern den perfekten Klang.

Damit die Werke von Klassikkünstlern auch auf Tonträgern voll zur Geltung kommen, muss von Anfang an alles stimmen. „Meine Aufgaben reichen daher von der Vorbereitung über die Aufnahme bis zur Postproduktion“, sagt Tonmeister Dominik Streicher. Beim Leipziger Label Rondeau Production ist er für den perfekten Klang von Orchestern und Chören, Solo-Tenören und Harfenistinnen zuständig.

Optimale Aufnahmebedingungen

Schon die Auswahl des Raums für die Aufnahme ist entscheidend – die Akustik soll der Interpretation gerecht werden. „Bei sakralen Werken handelt es sich fast immer um Kirchen, weltliche Werke produzieren wir oft im Konzertsaal“, erklärt der 27-Jährige. Wenn das Repertoire feststeht, schafft er die bestmöglichen Aufnahmebedingungen – bis hin zur Frage, wie der Musiker am Mikrofon positioniert sein sollte.

Erst dann beginnt die eigentliche Produktion, Dominik Streicher übernimmt die Rolle des Aufnahmeleiters. Er gibt dem Musiker Feedback, macht auf Besonderheiten aufmerksam und trifft immer wieder Entscheidungen mit Blick auf die Partitur: Welche Teile des Stückes wurden schon in der gewünschten Qualität und Form aufgenommen? Welche sollten noch verbessert werden? Für diese Absprachen ist technisches Wissen genauso wichtig wie musikalisches Verständnis und Einfühlungsvermögen. „Meine Aufgabe ist es, den Interpreten zur Höchstleistung zu bringen“, erläutert er. „Die Aufnahme ist ein kritischer Moment, der mit großem Lampenfieber verbunden sein kann.“

Vom ersten Schnitt bis zum Mastering

Wenn schließlich alles aufgezeichnet ist, fährt der Tonmeister in sein Studio und beginnt mit der Postproduktion: ein erster Schnitt, Übergänge anpassen, technische Aspekte mit dem Musiker abstimmen, ein zweiter Schnitt. Beim „Mastering“ stellt er die Aufnahme schließlich fertig: „Dabei passe ich zum Beispiel die Lautstärke an, damit der Hörer sie nicht laufend selbst neu einstellen muss.“ Zuletzt lädt Dominik Streicher die fertige Audiodatei auf einen Server, der die Daten an das Presswerk sendet. Dort entsteht dann die fertige CD. Auch MP3-Dateien oder HD-Aufnahmen für CDs oder Onlineportale und Streamingdienste werden aus dem Material produziert.

„Vor allem die Aufnahmephase ist eine spannende Zeit, und die Arbeit mit den Künstlern ist sehr bereichernd“, sagt Dominik Streicher. „Zugleich kann sie auch sehr vereinnahmend sein.“ Zum Teil muss er dafür ins Ausland reisen und dann Abstriche im Privatleben machen.

Qualifiziert hat er sich für seinen Beruf mit einem Masterstudium im Bereich Musikregie in der Ausrichtung Klassik am Erich-Thienhaus-Institut der Hochschule für Musik Detmold. Dort hatte er zuvor auch den Bachelorabschluss in Musikübertragung (Tonmeister) erworben. „Neben der Musik gehören auch technische Fächer zum Studium“, erzählt er – das eröffnet den Absolventen viele Optionen: „Manche meiner Kommilitonen arbeiten heute im Musiktheater, in der akustischen Forschung, als Sounddesigner in der Industrie oder als Orchestermusiker.“ <<

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