Musiker/in – Instrumental­musik

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Musikerin

Tätigkeitsfeld:

Musik, Gesang, Komposition

Abgeschlossenes Studium in:

Künstlerische Instrumentalausbildung mit Hauptfach Violine

BERUFENET:

Musiker/in – Instrumentalmusik

Unsere Augen und Ohren müssen während des Musizierens überall sein, beim Dirigenten, Konzertmeister, den Stimmführern und den anderen Musikern.

Die erste von zwölf Geigen

Nach ihrem Violine-Studium trat Instrumentalmusikerin Maša Rajković (30) eine Stelle als Geigerin in einem Symphonieorchester an – ein Beruf, in dem es auf ein feines Gehör und auf Teamarbeit ankommt.

Maša Rajković spielt bei den Nürnberger Symphonikern die erste Geige in einer Gruppe mit elf weiteren Geigern. Für alle gilt es, jeden Ton ganz genau zu treffen, jede Note in der exakten Länge zu spielen und mit den weiteren Instrumenten der insgesamt 56 Orchestermusiker zu harmonieren. „Unsere Augen und Ohren müssen während des Musizierens überall sein, beim Dirigenten, Konzertmeister, den Stimmführern und den anderen Musikern“, sagt die 30-Jährige. Alle sind aufeinander angewiesen, spielen auf kleinem Raum zusammen, teilen sich teils zu zweit ein Notenpult. Offenheit und Teamfähigkeit sind also – neben den musikalischen Kompetenzen – ganz wesentlich.

Von Klassik bis Jazz

Noch vor den Proben informiert sich Maša Rajković, welche Stücke als Nächstes auf dem Programm stehen, um sich vorzubereiten. Ihre Arbeitswoche beginnt in der Regel mittwochs. „Weil die Aufführungen meist an den Wochenenden stattfinden, haben wir am Montag und Dienstag oft frei.“ Einen Dienstplan erhält sie jeweils zehn Tage vor Monatsbeginn. Von 9:30 bis 15 Uhr probt das ganze Orchester gemeinsam. Je nach Schwierigkeitsgrad eines Stückes folgen einzelne oder auch mehrere weitere Proben, dann die Generalprobe und schließlich das Konzert. „Wir spielen natürlich vor allem Klassik“, erzählt Maša Rajković. „Aber wir haben auch mal Chansons oder Jazz im Programm.“ Die Spielzeit beginnt im Herbst und endet Anfang August mit einem Klassik-Open-Air-Konzert.

Auch auf Gastspiel-Tournee geht das Orchester häufig. „Wir spielen mehrmals pro Saison außerhalb Deutschlands“, sagt Maša Rajković. „Teils in Nachbarländern wie Österreich, teils ging es auch schon nach China oder Japan.“ Das Reisen macht ihr Freude, setzt aber auch Flexibilität voraus. „Unterwegs müssen wir uns auf ungewohnte Konzertsäle einstellen, an eine andere Akustik oder Raumtemperatur gewöhnen und kommen dann auch mal spät oder mit Jetlag nach Hause“, berichtet sie.

Viele Berufsmöglichkeiten

Schon als Kind hatte Maša Rajković mit dem Musizieren begonnen. Nach einem Violine-Studium in ihrem Heimatland Serbien kam sie nach Deutschland und absolvierte an der Folkwang-Universität der Künste in Essen die Künstlerische Instrumentalausbildung mit Hauptfach Violine. „Vier Semester meines ersten Studiums wurden anerkannt. Die letzten fünf habe ich hier wiederholt, um das deutsche Diplom zu erlangen“, erzählt sie.

Sie ist als Orchestermitglied fest angestellt und könnte mit ihrer Qualifikation überall auf der Welt Fuß fassen. „Außerdem könnte ich als Musikschullehrerin arbeiten, einige Kollegen machen dies auch nebenberuflich.“ Ein Einsatz als Kammermusikerin in kleineren Ensembles oder ein Werdegang als Solistin wären ebenfalls mögliche Optionen für sie. Viele Musikerinnen und Musiker sind zudem freiberuflich tätig. „Dann ist die Arbeit mit weiteren Anforderungen wie Selbstvermarktung verbunden“, gibt sie zu bedenken. Sie selbst fühlt sich wohl in ihrer Rolle und möchte ihren Job auch in den kommenden Jahren mit viel Leidenschaft ausfüllen. <<

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