Korrepe­titor/in

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Korrepetitor/in

Tätigkeitsfeld:

Musik, Gesang, Komposition

Abgeschlossenes Studium in:

Musik mit Hauptfach Klavier (Bachelor); Opernkorrepetition (Master)

BERUFENET:

Korrepetitor/in

Es ist wichtig, die unterschiedlichen Richtungen des Musiktheaters wie Oper, Operette und Musical zu kennen.

Und noch einmal, bitte!

Für Proben wird an der Oper musikalische Unterstützung am Klavier benötigt. Die bietet Outi Rajamaki (30). Die Korrepetitorin begleitet Solosänger und Ensembles bei ihren Proben und hilft ihnen mit Hinweisen weiter.

Im Probespiel am Staatstheater Mainz hat Outi Rajamaki die Jury überzeugt – und daraufhin einen Vertrag für die nächste Spielzeit unterschrieben. Nun unterstützt sie dort die Sängerinnen und Sänger sowie Ensembles am Klavier, wenn diese ihre Rollen üben. „Dabei ersetze ich sozusagen das Orchester, das die späteren Inszenierungen begleitet“, erklärt die aus Finnland stammende Korrepetitorin. „Denn es sind viele Proben erforderlich, und von der Logistik her sowie zeitlich ist es nicht möglich, immer mit dem kompletten Orchester zu üben.“

Melodie und Aussprache korrigieren

An der Oper gibt es in der Regel zwei Gesangsproben täglich, jeweils morgens von 10 bis 14 Uhr sowie abends von 18 bis 22 Uhr; parallel dazu laufen Aufführungen an einigen Abenden und Wochenenden. Mit Feingefühl spielt Outi Rajamaki bei den Proben die jeweiligen Melodien und achtet dabei genau auf die Töne und Worte, die aus den Mündern kommen. Bei Unstimmigkeiten gibt sie musikalische Hinweise, korrigiert auch den Stil und die Aussprache. So benötigt sie neben ihren exzellenten Klavierfähigkeiten auch ein breites Repertoire-Wissen und sehr gute Sprachkenntnisse. „Es ist wichtig, die unterschiedlichen Richtungen des Musiktheaters wie Oper, Operette und Musical zu kennen und sehr gut im Blattspiel zu sein.“ Bei den Sprachen werden vor allem die Opernsprachen Italienisch, Deutsch und Französisch erwartet. Für Outi Rajamaki war das eine Herausforderung. „Ich sprach zunächst nur Finnisch, Schwedisch und Englisch und habe eine Zeit in Italien verbracht, um die Sprache zu lernen. Seit ich hier bin, lerne ich intensiv Deutsch.“

Mit Erasmus nach Deutschland

Klavier spielte Outi Rajamaki schon im Alter von sechs Jahren. Nach ihrem Bachelorabschluss in Musik mit Hauptfach Klavier an der Universität Helsinki entdeckte sie das Coaching – so lautet die englische Bezeichnung für Korrepetition – und begann bereits, mit Sängern zu arbeiten. „Berufliche Erfahrungen und Networking sind in dem Bereich äußerst vorteilhaft und haben mich dann auch weitergebracht.“ Sie kehrte für ein Masterstudium Opernkorrepetition an die finnische Hochschule zurück und beschloss dann, im Rahmen des Erasmus-Programms nach Deutschland zu gehen. „Hier, in einem Land mit großer Operntradition, sind auch die Möglichkeiten wesentlich besser.“ An der Hochschule für Musik Franz Liszt in Weimar durchlief sie für ein halbes Jahr ein weiterbildendes, berufsvorbereitendes Studium im Hauptfach Opernkorrepetition, bis sie schließlich zum Staatstheater Mainz kam.

Deutschland ist für Outi Rajamaki eine neue Heimat geworden. „Die Möglichkeiten in anderen Ländern sind für Korrepetitoren begrenzt, weil es nicht überall so viele Opernhäuser gibt. Eine weitere Ausnahme ist Italien, wobei jedoch oft auch Muttersprachler bevorzugt werden.“ Alternativ könnte sie in anderen oder verwandten Bereichen tätig werden. „So könnte ich etwa an einer Hochschule Gesangsstudierende am Klavier begleiten, als Pianistin arbeiten oder Klavier unterrichten.“ <<

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