Komponist/in

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Komponist

Tätigkeitsfeld:

Musik, Gesang, Komposition

Abgeschlossenes Studium in:

Komposition

BERUFENET:

Komponist/in

Ich überrasche die Zuhörer, indem ich sie ganz in meine Welt eintauchen lasse.

Die richtige Stimmung

Der Komponist Hans-Henning Ginzel (26) schreibt Stücke – entweder alleine oder zusammen mit Orchestermusikern. Er interpretiert sie am Cello und arbeitet mit Tanztheater- und Filmschaffenden zusammen.

Dem Cellisten und Komponisten Hans-Henning Ginzel genügt ein Spaziergang durch die Stadt, um sich zu neuen Stücken inspirieren zu lassen. Die dort wahrgenommenen Bilder, Geräusche oder Gerüche „speichere ich ab, kreiere daraus Stimmungen und wandle sie in die musikalische Sprache um“, erläutert der 26-Jährige. „Ich überrasche die Zuhörer, indem ich sie ganz in meine Welt eintauchen lasse.“ Viele der Stücke, die er als Komponist schreibt, interpretiert er als Cellist auch selbst.

Mit Bleistift und Laptop komponieren

Hans-Henning Ginzel arbeitet mit wechselnden Ensembles, Orchestern und Solisten zusammen. Bei jedem neuen Stück tauscht er sich intensiv mit den Musikern aus und bespricht musikalische Vorlieben, Länge und Gattung der Stücke – zum Beispiel, ob Phasen der Ruhe oder Tempo und Fülle die Melodie prägen sollen. Anschließend skizziert er die musikalischen Verläufe; sie dienen als Leitlinie für die Komposition. Schließlich entstehen am Klavier erste Akkordstrukturen und Melodiefolgen. Handwerkszeug sind ihm dabei Bleistift und Laptop. „Als Komponist versuche ich, etwas Einzigartiges zu kreieren, das allen lange im Gedächtnis bleibt und einen für kurze Zeit in eine andere Welt entführt“, sagt er.

Hin und wieder arbeitet er auch als Dirigent oder schreibt und interpretiert Stücke für interdisziplinäre Projekte – dann arbeitet er mit Künstlern zusammen, die Musiktheater- oder Tanzstücke verfassen, oder mit Filmschaffenden. Geld verdient er mit seinen Kompositionen über Auftragshonorare und Tantiemen.

Auch an Ausschreibungen nimmt er teil: 2012 gewann er den internationalen Harald-Genzmer-Kompositionswettbewerb. Die Auszeichnung machte ihn in seiner Branche bekannter und öffnete einige Türen. „Ich wurde in einen renommierten Musik-Verlag aufgenommen und habe auch weitere Aufträge und Einladungen zu Festivals erhalten“, erzählt er.

Musikalisch experimentieren

Schon im Alter von 14 Jahren begann Hans-Henning Ginzel damit, eigene Stücke zu schreiben. Später studierte er Komposition an der Hochschule für Musik und Theater München. Besondere Freude macht es ihm, musikalisch zu experimentieren. „Ich lege mich ungern auf eine Gattung fest, schon weil sich für mich Musik als Kunst nur sehr schwer auf einen Punkt beschränken lässt.“ In einem Cello-Quartett arbeitet er als Komponist und Arrangeur, außerdem spielt er auch selbst Cello in einem Ensemble für Neue Musik und arbeitet in einem Komponisten-Kollektiv, das die Musik für das Ensemble schreibt. „Hier erlebe ich die perfekte Symbiose“, sagt er.

Als Musiker könnte er selbstverständlich auch in anderen Ländern arbeiten. Auch sonstige Einsatzbereiche wie ein festes Engagement in einem Symphonieorchester oder am Musiktheater wären möglich. Er will jedoch den eingeschlagenen Weg fortsetzen. „Ich kann mir schon seit Jahren als Musiker keine andere Arbeit vorstellen als diejenige eines Schaffenden und zugleich Reproduzierenden.“ <<

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