Musik, Tanz, Schau­spiel, Kultur­wirtschaft

Master, Weiterbildung

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Durchstarten und aufsteigen!

Ein Studienabschluss öffnet dir viele Türen. Um Spezialwissen zu erwerben oder fachlich up to date zu bleiben, lohnt es sich, weiterzulernen.

Dabei stehen dir verschiedene Wege offen – etwa ein Masterstudium, das es dir ermöglicht, dich vertieft mit Inhalten auseinanderzusetzen, dich fachlich zu spezialisieren oder dich sogar in eine neue Fachrichtung zu orientieren. Im Anschluss daran ist auch noch eine Promotion möglich. Ob du den Master direkt an den Bachelor anschließt oder zunächst einige Jahre Praxiserfahrung sammelst, bleibt dir überlassen. Aber auch berufliche Weiterbildungen eröffnen dir je nach Arbeitsfeld neue Perspektiven – etwa Trainee-Programme direkt nach dem Studium oder berufsbegleitende Kurse und Seminare. <<

Das Ein-Personen-Orchester

In ihrem Masterstudium Opernkorrepetition bereitet sich Mónica Presno (27) darauf vor, mit Sängern Partituren einzustudieren und Opernproben am Klavier zu begleiten.

Mónica Presno hatte bereits Klaviersolo- und Kammermusik auf Bachelor und Master studiert. „Mit einiger Berufserfahrung wollte ich mich nun in Richtung Opernkorrepetition, Dirigieren und Gesang spezialisieren“, erzählt die 27-Jährige. Korrepetitoren ersetzen bei Proben das Orchester am Klavier und unterstützen Künstler beim Einstudieren von Stücken.

An der Hochschule für Musik Franz Liszt in Weimar fand sie den passenden Masterstudiengang für ihr Vorhaben. Zurzeit studiert sie im dritten von insgesamt vier Semestern. Zusätzlich zum Hauptfach Opernkorrepetition erhält sie Unterricht in Dirigieren, Gesang und Partiturspiel. Dazu kommen Wahlmodulfächer wie Cembalo, Sprecherziehung, Probespieltraining und Chordirigieren. „Studienbegleitend sollte man möglichst auch ein Praktikum in einem Opernhaus machen“, erzählt Mónica Presno. Sie selbst verbrachte zwei Monate als Korrepetitorin an der Oper Leipzig.

Momentan hat sie einen Zeitvertrag bei der Institution Deutsches Nationaltheater und Staatskapelle Weimar. „Damit kann ich das Studium gut finanzieren.“ Auch die Hochschule bietet den Studierenden Stellen als Wissenschaftliche Hilfskräfte an. „Man kann dabei Konzerte betreuen oder Noten kopieren – oder eben korrepetieren."

Das Studium soll die Absolventen in die Lage versetzen, als Korrepetitoren mit oder ohne Dirigierverpflichtung am Theater zu arbeiten. Für die Zeit nach dem Abschluss wünscht sich Mónica Presno eine solche Stelle an einem großen Theater. „Nach einigen Jahren möchte ich auch gern zur Studienleiterin aufsteigen“, sagt sie. „Daneben will ich aber weiterhin Kammermusik und Liedkonzerte spielen und meine Karriere als Klaviersolistin fortführen.“ <<

Motivation:

sich in Richtung Opern­korrepetition, Dirigieren und Gesang spezialisieren

siehe auch Arbeitswelt:

Musik
Bühne und Film

BERUFENET:

Korrepetition, Lied­gestaltung

Tanz und Wissenschaft verbinden

Nach vielen Jahren als Balletttänzer orientiert sich Dwayne Holliday (35) mit dem Masterstudium „Tanzwissenschaft” nun in Richtung Forschung und Lehre.

Das Tanzen lernte Dwayne Holliday bereits in seiner Heimat, den USA. Er studierte Anthropologie an der Louisiana State University und besuchte dann die Houston Ballet Academy. „Nach einigen Jahren als Balletttänzer bin ich nach Deutschland gekommen und habe mich entschieden, mich auf die Wissen­schaft zu konzentrieren – zumal es ab einem gewissen Alter schwieriger wird, als Tänzer zu arbeiten.“ Er absolvierte ein weiteres Bachelorstudium, „Zeitgenössischer Bühnentanz“, an der Hochschule für Musik und Tanz in Köln und schrieb sich an demselben Institut für das Masterstudium Tanzwissenschaft ein.

Zulassungsvoraussetzung war neben einem einschlägigen Bachelorabschluss die Abgabe einer schriftlichen Arbeitsprobe aus den Bereichen der Tanz-, Theater- und Kunstwissenschaft, der Bewegungsforschung oder als theoretische Reflexion der eigenen künstlerischen Arbeit. Außerdem musste Dwayne Holliday ein Motivationsschreiben verfassen und an einer Eignungsprüfung vor Ort teilnehmen. Er bestand mit Bravour und ist inzwischen im dritten von vier vorgesehenen Semestern. „Der Studiengang ist sehr theoretisch ausgelegt“, fasst er zusammen. „Es gab zunächst einen Überblick über verschiedene tanzwissenschaftliche Methoden und dann weitere Module zu Themen wie Tanzhistoriografie, Komposition, Choreografie und Drama­turgie, Körper-Künste-Medien sowie ein Forschungsmodul."

Den Semesterbeitrag in Höhe von 250 Euro sowie seinen Lebensunterhalt finanziert Dwayne Holliday durch Nebenjobs, unter anderem als Yoga-Lehrer und mit dem Verfassen von Tanzkritiken. Als Nächstes strebt er die Promotion an. „Mich fasziniert die Forschung.“ Er könnte sich aber auch vorstellen, als Kurator auf Kulturfestivals oder als Dramaturg am Theater zu arbeiten. <<

Motivation:

Qualifikation für eine Promotion erwerben

siehe auch Arbeitswelt:

Bühne und Film

BERUFENET:

Tanz

Im Museum

Die Kunsthistorikerin Katharina Weick-Joch (31) absolviert im Anschluss an ihre Promotion nun ein wissenschaftliches Museumsvolontariat in Berlin.

Das Studium ist in manchen Tätigkeitsbereichen nur der erste Schritt in Richtung Berufseinstieg. Katharina Weick-Joch hat zunächst ein Magisterstudium in Kunstgeschichte in Gießen und Frankfurt absolviert. Später hat sie am Lehrstuhl für Kunstgeschichte der Universität Trier promoviert und vor Kurzem ihre Doktorarbeit eingereicht. Nun hat die 31-Jährige eine Stelle als Wissenschaftliche Museumsassistentin an den Staatlichen Museen zu Berlin angetreten. Dort absolviert sie ein zweijähriges wissenschaftliches Volontariat. „Wer als Kunsthistoriker später am Museum arbeiten will, für den ist meist die Promotion und dann das Volontariat der gängige Weg“, schildert Katharina Weick-Joch ihren Werdegang. Ein Volontariat ist, vergleichbar mit einem Trainee-Programm, eine Form der beruflichen Ausbildung nach einem Studium.

Erst ein anspruchsvolles Studium, dann die Promotion, jetzt das Volontariat mit der Hälfte der tariflichen Vergütung einer entsprechenden Stelle am Museum: Ist das nicht ein sehr langer Vorbereitungsweg auf die Berufstätigkeit? „Wer Kunstgeschichte studiert, weiß das“, ist sich Katharina Weick-Joch sicher. „Auch dass er, je nach Fachgebiet, beruflich sehr flexibel und mobil sein muss.“ Eines der Spezialgebiete der Kunsthistorikerin aus Berlin ist eine Malergruppe aus dem 17. Jahrhundert, die „Bamboccianti“. Doch mit dieser hat sie derzeit in ihrem beruflichen Alltag wenig zu tun.

Dafür beschäftigt sie sich als Volontärin mit dem Sammeln, Dokumentieren, Ausstellen und Vermitteln von Kunstobjekten sowie mit dem Museumsmanagement – „mit dem Ziel, irgendwann eine Ausstellung selbst kuratieren zu dürfen“. Das zweijährige Volontariat ist für sie, wie für andere junge Wissenschaftler, „ein Sprungbrett – denn hier werden wichtige Kontakte für den späteren Berufsweg geknüpft“. <<

Motivation:

Kenntnisse rund um den Museums­betrieb vertiefen, Praxis­erfahrung sammeln

siehe auch Arbeitswelt:

Museum und Kulturvermittlung, Kulturmanagement

BERUFENET:

Kunst­historiker/in

Forschungsprojekt Händel

Im Rahmen ihrer Promotion analysiert María del Mar Alonso Amat (32) Formen der Kulturvermittlung in europäischen Musik-Ausstellungen.

Nach ihrem Bachelorstudium in Klavier (Interpretation) und einem Masterabschluss in historischer Musikwissenschaft blieb María del Mar Alonso Amat an der Hochschule, um zu promovieren: In ihrer Dissertation an der Folkwang Universität der Künste in Essen widmet sie sich nun dem Musiker Georg Friedrich Händel und dessen Vermittlung durch Museen. „Dazu untersuche ich Museen in Deutschland und England, um verschiedene Formen der Händel-Pflege und der Denkmalkultur zu vergleichen“, erläutert die 32-Jährige. Ihr Doktorvater berät sie dabei über die Händelforschung und -rezeption. Thema und Vorgehen findet sie sehr bereichernd. „Es treffen dabei mehrere Methoden aus verschiedenen Disziplinen zusammen: Musikgeschichte, Ethnologie, Kultur-, Literatur- und Museumswissenschaften."

Die berufsbegleitende Promotion ist inhaltlich mit der Arbeit an einem dreijährigen Forschungsprojekt verbunden, bei dem sie eine halbe Stelle als Wissenschaftliche Mitarbeiterin hat. Für die Promotion entschied sie sich, um sich professionell und persönlich weiterzuentwickeln. „Das Forschungsprojekt bietet mir die Möglichkeit, die Promotion zeitlich, inhaltlich und wirtschaftlich daran anzupassen.“ Es fallen vor allem Reisekosten für Unterkunft und Verkehrsmittel an, weil sie für die Forschung auch mehrere Wochen in den Museen verbringt. Außerdem benötigt sie Tonaufnahmegeräte und Videokameras für die Dokumentation der Ausstellungen und Gespräche.

Mit dem Abschluss erwirbt sie den Titel Doktorin der Philosophie in Musikwissenschaft. „Ich hoffe, dass sich dann neue Projekte an Universitäten, Museen oder anderen musikalischen Institutionen ergeben können, und freue mich schon auf neue Themen und Herausforderungen.“ <<

Motivation:

sich professionell und persönlich weiter­entwickeln

siehe auch Arbeitswelt:

Musik
Museum und Kulturvermittlung, Kulturmanagement

BERUFENET:

Musik­wissen­schaftler/in

Ein Studienabschluss eröffnet dir den Zugang zum Arbeitsmarkt, doch er ist keine „Dauerkarte“. Es gibt gleich mehrere Faktoren, die lebenslanges Lernen zu einem zentralen Baustein des Arbeitslebens machen.

Zunächst die Entwicklung der Industrienationen hin zu Dienstleistungsgesellschaften: Die Wünsche der Kunden ändern sich, und so ändern sich auch die Angebote und Leistungen. Auch das internationale Zusammenwachsen von wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Strukturen, die Globalisierung, verlangt von den Menschen eine Weiterentwicklung. Das betrifft etwa Fremdsprachenkenntnisse und das Verständnis für andere Kulturen. Des Weiteren führt die moderne Wissensgesellschaft dazu, dass sich Informationen viel schneller verbreiten als früher und bestehendes Wissen schneller als veraltet gilt. Gerade die Digitalisierung durch Computer und Internet wird das Arbeits- und Wirtschaftsleben weiter verändern.

Du siehst also: Wer heute studiert, kann nicht davon ausgehen, dass die erworbenen Kenntnisse in zehn Jahren noch aktuell sein werden. Ebenso wenig kann man damit rechnen, sein Leben lang dieselbe Tätigkeit auszuüben. Viele Akademiker/innen übernehmen im Laufe ihres Arbeitslebens neue Aufgaben oder wechseln den Arbeitgeber, die Branche oder sogar den Beruf.
Um dich für solche Herausforderungen fit zu halten, solltest du dein Wissen auch nach deinem Studium immer wieder aktualisieren und erweitern, beispielsweise mittels Fachliteratur. Oft genutzte Möglichkeiten sind auch berufliche Weiterbildungen und weiterführende Masterstudiengänge.

Tipp: Weiterbildungen und Masterstudiengänge kannst du später auch berufsbegleitend absolvieren. Viele Arbeitgeber unterstützen die Mitarbeiter/innen dabei, ihr Wissen zu erweitern.

Nach einem Bachelorstudium hast du die Auswahl aus zahlreichen Masterstudiengängen. Sie dauern in der Regel zwei Jahre und können kostenpflichtig sein. Oft stehen sie nur Absolventen und Absolventinnen bestimmter Fächer offen, darüber hinaus kann es Auswahlverfahren geben.

Weitere Studiengangsreportagen
Reportagen zu Masterstudiengängen findest du unter www.master.abi.de

Mögliche Fachrichtungen:

  • Dirigieren, Chorleitung

  • Gesang

  • Instrumentalmusik

  • Komposition

  • Kultur-, Medienpädagogik

  • Kulturmanagement

  • Kunstpädagogik

  • Maskenbild

  • Museologie

  • Musikpädagogik

  • Musiktherapie

  • Musikwissenschaft

  • Regie

  • Schauspiel

  • Tanz

  • Theaterpädagogik

Berufliche Weiterbildungen gibt es zu den verschiedensten Themen und in unterschiedlichen Formen – ob Wochenendseminar oder mehrjähriger Lehrgang, ob berufsbegleitend oder in Vollzeit, ob auf eigene Initiative oder als unternehmensinterne Fortbildung.

Wo finde ich Weiterbildungen?
Weiterbildungsangebote findest du unter bfi.plus/kurse

Mögliche Themen:

  • Finanzmanagement

  • Gruppenarbeit

  • Journalismus

  • Kommunikationstraining

  • Marketing

  • Medieneinsatz

  • Pädagogik

  • Projektmanagement

http://berufsfeld-info.de/abi/musik-tanz-schauspiel-kulturwirtschaft-weiterbildung